Medikamente Online-Informationen
Medikamente und Krankheiten Referenzindex

Drugs and diseases reference index
Suche
DE


Medikamente A-Z

Krankheiten & Heilung List

Medizin-Lexikon

Vollständiger Artikel

Beliebte Medikamente

Popular Krankheiten & Heilung

«Onkofluor»

Was ist es und wofür wird es verwendet?

WAS IST ONKOFLUOR® UND WOFÜR WIRD ES ANGEWENDET?
Onkofluor® ist ein Antitumormittel (Zytostatikum) aus der Gruppe der Antimetaboliten (Pyrimidinanaloga).
Onkofluor® kann allein oder in Kombination mit anderen Zytostatika angewendet werden.
Onkofluor® gehört zu einer Gruppe von Arzneimitteln, die als Antineoplastika oder Krebsbekämpfungsmittel bezeichnet werden. Die Behandlung mit diesen antineoplastischen oder krebsbekämpfenden Arzneimitteln wird auch als Chemotherapie bezeichnet.
Onkofluor® wird angewendet bei
Einer bestimmten Art von Dickdarmkrebs (kolorektales Karzinom, palliativ und in der adjuvanten Therapie nach Entfernung des Primärtumors), bei Bauchspeicheldrüsenkrebs (fortgeschrittenes Pankreaskarzinom), bei Magenkrebs (fortgeschrittenes Magenkarzinom) und bei Brustkrebs (fortgeschrittenes und/oder metastasierendes Mammakarzinom).
Onkofluor® wird durch Injektion in eine Vene (intravenös) verabreicht.

Was müssen Sie vor dem Gebrauch beachten?

Onkofluor® darf nicht angewendet werden,
- wenn Sie überempfindlich (allergisch) gegenüber 5-Fluorouracil oder einen der sonstigen Bestandteile von Onkofluor® sind,
- wenn sie unter einer Windpocken- bzw. Gürtelrosetherapie (Herpes zoster) stehen. Sie dürfen Onkofluor® nicht im Rahmen einer Krebs-Chemotherapie anwenden, wenn Sie jetzt oder in den letzten 4 Wochen eine Therapie mit Brivudin, Sorivudin oder ähnlichen Substanzgruppen im Rahmen einer Herpes zoster-Therapie erhalten haben.
5- zusammen mit Brivudin, Sorivudin und deren Abkömmlingen verstärkt die Nebenwirkungen von Onkofluor® möglicherweise erheblich.
Diese Wechselwirkung kann tödlich verlaufen.
Daher dürfen Sie diese Arzneimittel nicht zusammen mit einer 5-Fluorouracil-Chemotherapie anwenden. Frühestens 4 Wochen nach Abschluss der Herpes zoster-Therapie mit Brivudin, Sorivudin und Analoga können Sie eine Chemotherapie mit 5- beginnen (siehe auch Abschnitt „Besondere Vorsicht bei der Anwendung von Onkofluor®).
Wenn Sie wegen einer Herpes zoster-Infektion behandelt werden oder vor kurzem behandelt worden sind, informieren Sie bitte Ihren Arzt über die eingenommenen Arzneimittel.
- bei schwerer Funktionsstörung des Knochenmarks (Knochenmarkdepression),
- bei schweren Blutbildveränderungen,
- bei schweren Leberfunktionsstörungen,
- wenn Sie eine akute Infektion haben,
- wenn Sie sich in einem schlechten Allgemeinzustand befinden.
Hinweis:
Die Dihydropyrimidindehydrogenase (DPD) ist ein Enzym, das den Stoffwechsel sowohl von natürlichen Nukleosiden (z.B. Thymidin) als auch von Pyrimidin-Derivaten wie 5-Fluorouracil reguliert. Der Mangel oder die Hemmung dieses Enzyms führt zu einer Anreicherung (Akkumulation) und zu verstärkten schädigenden Wirkungen (Toxizität) von 5-Fluorouracil.
Brivudin, Sorivudin und Analoga hemmen durch ihre Hauptstoffwechselprodukte die DPD irreversibel.
Als eine zusätzliche Vorsichtsmaßnahme sollte bei Patienten, die vor kurzem mit Brivudin, Sorivudin oder Analoga behandelt wurden, die DPD-Enzymaktivität ermittelt werden, bevor mit der 5-Fluorouracil-Behandlung begonnen wird.
Im Falle einer versehentlichen Verabreichung von Brivudin, Sorivudin oder deren Abkömmlinge an Patienten, die mit 5-Fluorouracil behandelt werden, sollten wirkungsvolle Maßnahmen zur Reduzierung der 5-Fluorouracil-Toxizität ergriffen werden. Es wird die sofortige Einweisung ins Krankenhaus empfohlen. Alle Maßnahmen zur Verhütung systemischer Infektionen und einer Austrocknung des Körpers (Dehydratation) sollten eingeleitet werden.
Bei Patienten mit Dihydropyrimidindehydrogenase (DPD)-Mangel verursachen übliche 5-Fluorouracil-Dosen verstärkte Nebenwirkungen. Treten unerwünschte Wirkungen auf, kann die Kontrolle der DPD-Aktivität angezeigt sein. Patienten mit DPD-Mangel sollten nicht mit 5-Fluorouracil behandelt werden.
Besondere Vorsicht bei der Anwendung von Onkofluor® ist erforderlich,
- wenn Sie Phenytoin gegen epileptische Anfälle einnehmen. Die gleichzeitige Einnahme von Phenytoin mit Onkofluor® kann zu erhöhten Konzentrationen von Phenytoin im Blut führen. Daher sollten Sie regelmäßig wegen einer erhöhten Phenytoin-Konzentration im Blut untersucht werden.
Vor und während der Therapie mit 5-Fluorouracil werden folgende Verlaufsuntersuchungen empfohlen:
- Tägliche Inspektion der Mundhöhle und des Rachens auf Schleimhautveränderungen,
- Blutbild einschließlich Differentialblutbild und Thrombozyten vor jeder 5-Fluorouracil-Applikation,
- Nierenwerte (Retentionswerte),
- Leberwerte.
Bei gleichzeitiger Anwendung von 5-Fluorouracil und oralen blutgerinnungshemmenden Arzneimitteln (Antikoagulantien) ist der Quick-Wert engmaschig zu kontrollieren.
Schädigungen der Darmwand erfordern eine dem Schweregrad entsprechende symptomatische Behandlung, z.B. Flüssigkeitsersatz. Leichter Durchfall (Diarrhö) kann auf Arzneimittel gegen Durchfall (Antidiarrhoika) ansprechen. Bei mäßigem bis schwerem Durchfall reichen sie jedoch nicht aus.
Die Nachweismethoden für Bilirubin und für 5-Hydroxyindolessigsäure im Harn können erhöhte oder falsch positive Werte ergeben.
Im zeitlichen Zusammenhang mit einer 5-Fluorouracil-Therapie sollten aktive Impfungen nicht durchgeführt werden. Der Kontakt mit Polioimpflingen sollte vermieden werden.
5-Fluorouracil kann erbgutschädigend wirken. Männern, die mit 5-Fluorouracil behandelt werden, wird daher empfohlen, während der Behandlung und 6 Monate danach kein Kind zu zeugen und sich vor Therapiebeginn wegen der Möglichkeit einer irreversiblen Infertilität durch die Therapie mit 5-Fluorouracil über eine Spermakonservierung beraten zu lassen.
Bei Anwendung der Kombination 5-Fluorouracil/Calciumfolinat
Calciumfolinat kann das Toxizitätsrisiko von 5-Fluorouracil, besonders bei älteren oder geschwächten Patienten, verstärken. Die häufigsten Anzeichen, die dosislimitierend sein können, sind eine Verminderung der Gesamtleukozytenzahl (Leukopenie), Schleimhautentzündungen (Mukositis), Mundschleimhautentzündung (Stomatitis) und/oder Durchfall (Diarrhö). Wenn Calciumfolinat und 5-Fluorouracil in Kombination angewendet werden, muss die Fluorouracil-Dosierung beim Auftreten von Toxizität stärker reduziert werden, als bei alleiniger Gabe von 5-Fluorouracil.
Die Kombinationsbehandlung mit 5-Fluorouracil und Calciumfolinat sollte bei Patienten mit Symptomen einer gastrointestinalen Toxizität, unabhängig vom Schweregrad, weder eingeleitet noch aufrechterhalten werden, bis der Patient keine Symptome mehr zeigt.
Da Durchfall (Diarrhö) ein Zeichen gastrointestinaler Toxizität sein kann, müssen Patienten, die sich mit einer Diarrhö vorstellen, sorgfältig überwacht werden, bis der Patient keine Symptome mehr zeigt, da eine rasche klinische zum Tod führende Verschlechterung auftreten kann. Wenn Durchfall (Diarrhoe) und/oder Mundschleimhautentzündung (Stomatitis) auftritt, ist es ratsam, die Dosis von 5- zu reduzieren, bis die Symptome vollständig abgeklungen sind. Besonders Ältere und Patienten, die aufgrund ihrer Erkrankung in einem schlechten Allgemeinzustand sind, unterliegen einem erhöhten Risiko für das Auftreten dieser Toxizitäten. Daher ist bei der Behandlung dieser Patienten besondere Vorsicht geboten.
Bei älteren Patienten und Patienten, die sich einer vorgehenden Strahlentherapie unterzogen haben, wird empfohlen, mit einer reduzierten Dosierung von 5-Fluorouracil zu beginnen.
Bei Patienten, die eine kombinierte 5-Fluorouracil/Calciumfolinat-Behandlung erhalten, sollte der Calciumspiegel kontrolliert und zusätzlich Calcium gegeben werden, falls der Calciumspiegel niedrig ist.
Kinder
Zur Wirksamkeit und Unbedenklichkeit von 5-Fluorouracil bei Kindern liegen keine ausreichenden Erfahrungen vor.
Bei Anwendung von Onkofluor® mit anderen Arzneimitteln:
Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker vor Beginn der Behandlung, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen bzw. anwenden bzw. vor kurzem eingenommen bzw. angewendet haben, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt. Dies ist besonders wichtig, denn bei gleichzeitiger Einnahme mehrerer Arzneimittel kann die Wirkung der einzelnen Arzneimittel verstärkt oder abgeschwächt werden.
Sie müssen besonders vorsichtig sein, wenn Sie bestimmte antivirale (gegen Viren gerichtete) Arzneimittel (Sorivudin und Brivudin oder deren Abkömmlinge) oder Mittel gegen epileptische Anfälle (Phenytoin) einnehmen.
Alle Behandlungsmaßnahmen, die den Allgemeinzustand des Patienten verschlechtern oder die Knochenmarkfunktionen beeinträchtigen (z.B. andere Zytostatika), können die Häufigkeit unerwünschter Wirkungen von 5-Fluorouracil erhöhen. 5-Fluorouracil kann an der Haut die unerwünschten Wirkungen von Strahlentherapien verstärken.
Calciumfolinat verstärkt die Wirkung von 5-Fluorouracil. Als klinische Folge dieser Wechselwirkung können schwerwiegende, z.T. fatal verlaufende Durchfälle auftreten. Eine Häufung derartiger Todesfälle wurde bei der Anwendung von wöchentlich einmal einem i.v.-Bolus von 600 mg/m2 Körperoberfläche 5-Fluorouracil in Kombination mit Calciumfolinat berichtet.
Bezüglich der Wechselwirkungen mit DPD-Hemmstoffen wie Brivudin, Sorivudin und deren Abkömmlingen siehe Abschnitt “Onkofluor® darf nicht angewendet werden.
Cimetidin, Metronidazol und Interferone können den Plasmaspiegel von 5-Fluorouracil erhöhen. Dies kann die toxischen Wirkungen von Onkofluor® verstärken.
Bei Patienten, die zusätzlich zu Cyclphosphamid, Methotrexat und 5-Fluorouracil ein Diuretikum (harntreibendes Mittel) vom Thiazidtyp erhielten, sank die Granulozytenzahl stärker als nach gleichen Zytostatika-Zyklen ohne Thiazid.
In Einzelfällen wurde bei mit Warfarin behandelten Patienten, die zusätzlich 5-Fluorouracil allein oder in Kombination mit Levamisol erhielten, ein Abfall des Quick-Wertes beobachtet.
Unter Behandlung mit 5-Fluorouracil und Levamisol wird häufig ein Anstieg der Leberwerte (alkalische Phosphatase, Transaminasen, Bilirubin) beobachtet.
Bei Patientinnen mit Brustkrebs, die eine Kombinationsbehandlung mit Cyclophosphamid, Methotrexat, 5-Fluorouracil und Tamoxifen erhielten, zeigte sich ein erhöhtes Risiko für das Auftreten thromboembolischer Ereignisse (Blutgerinnsel).
Bei gleichzeitiger Gabe von Vinorelbin und 5-Fluorouracil/Folinsäure können schwere Mukositiden (Schleimhautentzündungen) mit Todesfolge auftreten.
Schwangerschaft und Stillzeit
5-Fluorouracil darf während der Schwangerschaft und Stillzeit nicht angewendet werden. Frauen im gebärfähigen Alter sollten für eine wirksame Empfängnisverhütung sorgen. Tritt während der Behandlung eine Schwangerschaft ein, so ist die Möglichkeit einer genetischen Beratung zu nutzen.
Fragen Sie vor der Einnahme/Anwendung von allen Arzneimitteln Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.
Verkehrstüchigkeit und das Bedienen von Maschinen
Sie dürfen kein Fahrzeug führen und keine Werkzeuge oder Maschinen bedienen, weil 5-Fluorouracil Übelkeit und Erbrechen verursachen kann und damit indirekt zu einer Beeinträchtigung der Fahrtüchtigkeit oder der ähigkeit zur Bedienung von Werkzeugen und Maschinen führen kann.
Wichtige Informationen über bestimmte Bestandteile von Onkofluor®
Onkofluor® enthält Natrium, aber weniger als 1mmol (23 mg) pro Milliliter (ml), d.h. es ist nahezu “Natriumfrei.
Vorsichtsmaßnahmen im Umgang mit und bei der Anwendung von 5-Fluorouracil
5-Fluorouracil sollte nur von Ärzten angewendet werden, die in der Tumortherapie erfahren sind. Während der Initialphase sollte eine Hospitalisierung des Patienten erwogen werden.
Wegen der potentiell mutagenen und karzinogenen Wirkung gelten für das Pflegepersonal und die Ärzte erhöhte Sicherheitsvorschriften.
Beim Umgang mit 5-Fluorouracil ist jeder Kontakt mit der Haut und den Schleimhäuten zu vermeiden. Die Zubereitung muss mit Hilfe eines absolut aseptischen Arbeitsverfahrens erfolgen. Die Verwendung einer Werkbank mit vertikaler Luftströmung wird empfohlen. Beim Umgang mit 5-Fluorouracil muss Schutzkleidung getragen werden. Schwangeres Personal ist vom Umgang mit 5-Fluorouracil auszuschließen.
Zubereitung der gebrauchsfertigen Infusionslösung:
5-Fluorouracil darf nur mit physiologischer Kochsalzlösung oder 5%iger Glukoselösung verdünnt werden.

Wie wird es angewendet?

WIE IST ONKOFLUOR® ANZUWENDEN?
Wenden Sie dieses Arzneimittel entsprechend der nachfolgenden Dosierungsempfehlung an.
Erwachsene:
Onkofluor® wird allein (Monochemotherapie) oder in Kombination mit anderen Zytostatika (Polychemotherapie) angewendet. Da die Applikationsweise und Dosierungsempfehlungen für Onkofluor® stark variieren, können nur allgemeine Richtwerte gegeben werden.
Die exakte Dosierung ist Behandlungsprotokollen zu entnehmen, die sich in der Therapie der jeweiligen Erkrankung als wirksam erwiesen haben.
Fortgeschrittenes kolorektales Karzinom:
Verschiedene Therapieprotokolle und Dosierungen werden verwendet, ohne dass eine Dosierung als die optimale Dosierung nachgewiesen wurde.
Die folgenden Schemata wurden bei Erwachsenen und Älteren zur Therapie des fortgeschrittenen oder metastasierten kolorektalen Karzinoms angewendet und werden als Beispiele genannt. Es liegen keine Daten über die Anwendung dieser Kombination bei Kindern vor:
Zweimonatiges Therapieprotokoll: Alle 2 Wochen wird an 2 aufeinander folgenden Tagen (Tage 1 und Tage 2 des Zyklus) im Anschluss an eine intravenöse Infusion von 200 mg/m2 Köperoberfläche (KOF) Calciumfolinat über 2 Stunden 5-Fluorouracil als Bolus mit 400 mg/m2 KOF mit nachfolgender Infusion von 600 mg/m2 KOF 5-Fluorouracil über 22 Stunden verabreicht.
Wöchentliches Therapieprotokoll: Einmal wöchentlich wird im Anschluss an eine intravenöse Infusion von 500 mg/m2 KOF Calciumfolinat über 2 Stunden 5-Fluorouracil 500 mg/m2 KOF als i.v. Bolusinjektion eine Stunde nach Beginn der Calciumfolinat-Infusion verabreicht. Ein Zyklus besteht aus 6 wöchentlichen Therapien mit anschließend 2 Wochen Pause.
Monatliche Therapieprotokolle: An 5 aufeinander folgenden Tagen wird unmittelbar nach einer Bolusinjektion von Calciumfolinat (20 mg/m2 KOF) 5-Fluorouracil in einer Dosierung von 425 mg/m2 KOF als i.v. Bolusinjektion verabreicht; Wiederholung alle Wochen.
An 5 aufeinander folgenden Tagen wird unmittelbar nach einer Bolusinjektion von Calciumfolinat (200 mg/m2 KOF) 5-Fluorouracil in einer Dosierung von 370 mg/m2 KOF als i.v.-Bolusinjektion verabreicht; Wiederholung alle 4 Wochen.
Die Anzahl der Wiederholungszyklen liegt im Ermessen des behandelnden Arztes und ist abhängig vom Ansprechen der Therapie und/oder dem Auftreten inakzeptabler Nebenwirkungen. Beim wöchentlichen bzw. monatlichen Therapieprotokoll wird die Kombinationstherapie üblicherweise für 6 Zyklen angewendet.
Modifizierung der 5-Fluorouracil-Dosen:
Unter der Kombinationstherapie mit Calciumfolinat kann eine Modifizierung der 5-Fluorouracil-Dosen und der Behandlungsintervalle in Abhängigkeit vom Zustand des Patienten, des klinischen Ansprechens und der dosislimitierenden Toxizität notwendig werden. Eine Reduzierung der Calciumfolinat-Dosen ist nicht notwendig.
Als Monochemotherapie oder im Rahmen einer Polychemotherapie in Tageseinzeldosen von mg/m2 KOF als i.v.-Bolusinjektion bzw. von mg/m2 KOF als i.v.-Dauerinfusion.
Adjuvante Chemotherapie des Kolonkarzinoms Stadium III (T N) nach vorausgegangener kurativer Resektion des Primärtumors:
Die nachfolgenden Dosierungsschemata können derzeit empfohlen werden:
Wöchentliches Therapieprotokoll: Calciumfolinat 500 mg/m2 KOF als Infusion intravenös über 2 Stunden verabreicht, gefolgt von 500 mg/m2 KOF 5-Fluorouracil intravenös als Bolus 1 Stunde nach Beginn der Calciumfolinat-Infusion 1mal wöchentlich über 6 Wochen. Es werden 6 Zyklen mit 2 Wochen Pause zwischen den Therapiekursen empfohlen. Unabhängig von Dosisanpassungen oder Therapieunterbrechungen sollte die Therapie nicht länger als ein Jahr andauern.
Therapieprotokoll mit “low-dose-Folinsäure: Calciumfolinat 20 mg/m2 KOF intravenös als Bolus, gefolgt von 425 mg/m2 KOF 5-Fluorouracil intravenös als Bolus an den Tagen 1 bis 5 eines Therapiezyklus‘ für insgesamt 6 Therapiezyklen. Die Therapiezyklen werden nach 4 und 8 Wochen sowie anschließend alle 5 Wochen wiederholt.
Dosisanpassungen können in Abhängigkeit vom Auftreten toxischer Nebenwirkungen notwendig werden.
Therapieunterbrechung bei Auftreten hämatologischer Toxizität:

Leukozyten < 3.500 oder
Thrombozyten < 100.000
Therapie unterbrechen bis Anstieg der Leukozyten (≥ 3.500) und Thrombozyten (≥ 100.000)
Leukozyten < 2.500 oder
Thrombozyten < 75.000
Therapie unterbrechen bis Anstieg der Leukozyten (≥ 3.500) und Thrombozyten (≥ 100.000) jedoch für mindestens 3 Wochen

Therapieunterbrechung bei Auftreten gastrointestinaler (GI) Toxizität:

Leichte bis mittelschwere Stomatitis u./od. leichte Diarrhoe (2 Stühle/Tag)Therapie unterbrechen bis Normalisierung eintritt
Schwere Stomatitis u./od. mittelschwere bis schwere Diarrhoe ( Stühle/Tag)Therapie unterbrechen bis Normalisierung eintritt jedoch für mindestens 3 Wochen
Gastrointestinale Blutungen, behindernde Diarrhoe (≥ 7 Stühle/Tag) exfoliative DermatitisTherapie absetzen!

Fortgeschrittenes Magenkarzinom:
Als Monotherapie oder im Rahmen einer Polychemotherapie in Tageseinzeldosen von mg/m2 KOF als i.v.-Bolusinjektion.
Fortgeschrittenes Pankreaskarzinom:
Als Monotherapie in Tageseinzeldosen von mg/m2 KOF als i.v.-Bolusinjektion bzw. 1000 mg/m2 KOF als i.v.-Dauerinfusion.
Metastasiertes Mammakarzinom:
Im Rahmen einer Polychemotherapie in Tagesdosen von mg/m2 KOF i.v. angewendet (z.B. CMF, FAC).
Absetzen der Therapie, Dosisreduktion:
Bei Auftreten folgender toxischer Symptome ist die Behandlung mit Onkofluor® sofort abzubrechen:
- Leukozytopenie (< 2.000/µl),
- Thrombozytopenie (< 50.000/µl),
- Mundschleimhautentzündungen (Stomatitis), Entzündungen der Speiseröhre (Ösophagitis),
- unstillbares Erbrechen,
- Durchfall,
- Geschwürbildung (Ulzerationen) und Blutungen im Magen-Darm-Bereich,
- sonstige Blutungen (Hämorrhagien),
- Störungen des Nervensystems (neurotoxische Störungen),
- Schädigungen des Herzens (kardiotoxische Störungen).
Nach Wiederansteigen der Leukozyten (≥ 3.000/µl) bzw. der Thrombozyten (≥ 70.000/µl) kann die Behandlung mit einer ggf. reduzierten Dosis wieder aufgenommen werden (siehe Tabelle), sofern nicht andere Nebenwirkungen (s.o.) einer Wiederaufnahme der Behandlung entgegenstehen.

Leukozyten/µlThrombozyten/µlDosis
> 4.000> 100.000100%
3..00070..00075%
2..00050..00050%
< 2.000< 50.000STOP!

Kinder:
Zur Wirksamkeit und Unbedenklichkeit von 5-Fluorouracil bei Kindern liegen keine ausreichenden Erfahrungen vor.
Patienten mit eingeschränkter Leber- und Nierenfunktion:
Bei gestörter Leber- oder Nierenfunktion sind keine Dosisreduktionen erforderlich. Nur im Fall einer gleichzeitig gestörten Leber- und Nierenfunktion sollten Dosisreduktionen erwogen werden, in schweren ällen um ein Drittel bis um die Hälfte.
Art der Anwendung
Onkofluor® darf nur durch Injektion in die Vene (intravenös) als Bolus oder (Dauer)-Infusion appliziert werden.
Dauer der Anwendung
Über die Dauer der Anwendung entscheidet der behandelnde Arzt. Sie richtet sich nach dem Behandlungsprotokoll. Die Therapie sollte abgesetzt werden bei Nichtansprechen des Tumors, progressiver Erkrankung sowie beim Auftreten einer Weiterführung der Therapie entgegenstehender unerwünschter Wirkungen.
Wenn Sie eine größere Menge von Onkofluor® angewendet haben, als Sie sollten
Symptome der Intoxikation (Vergiftung)
Als Folge einer Überdosierung treten meist folgende Nebenwirkungen verstärkt auf: Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, schwere Schleimhautentzündungen, Geschwüre und Blutungen im Magen-Darm-Bereich, Knochenmarkdepression (Thrombozytopenie, Leukozytopenie, Agranulozytose).
Therapie von Intoxikationen
Beim Auftreten von Vergiftungserscheinungen sollte die Anwendung von 5-Fluorouracil sofort abgebrochen werden. Es sind symptomatische Behandlungsmaßnahmen einzuleiten.
Die Therapie einer ausgeprägten Myelosuppression muss unter stationären Bedingungen erfolgen. Sie besteht unter Umständen in der Substitution der fehlenden Blutbestandteile und antibiotischer Therapie. Die Verlegung des Patienten in einen keimfreien Raum kann notwendig werden. Ein spezifisches Gegenmittel (Antidot) steht nicht zur Verfügung.
Blutbildkontrollen sollten bis 4 Wochen nach einer Überdosierung erfolgen.

Was sind mögliche Nebenwirkungen?

Wie alle Arzneimittel kann Onkofluor® Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen. Bei den Häufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde gelegt:
• Sehr häufig: mehr als 1 Behandelter von 10
• Häufig: 1 bis 10 Behandelte von 100
• Gelegentlich: 1 bis 10 Behandelte von 1.000
• Selten: 1 bis 10 Behandelte von 10.000
• Sehr selten: weniger als 1 Behandelter von 10.000
• Nicht bekannt: Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar.
Erkrankungen des Blutes und Lymphsystems:
Sehr häufig
Herabgesetzte Funktion es Knochenmarks (Knochenmarkdepression), Verminderung der weißen Blutkörperchen (Leukopenie), Abfall einer Untergruppe der weißen Blutkörperchen (Neutropenie) und Abnahme der Blutplättchen (Thrombozytopenie).
Häufig
Hochgradige Abnahme der granulierten Leukozyten (Agranulozytose), Verminderung aller Blutzellen (Panzytopenie) und Blutarmut (Anämie).
Eine Unterdrückung der Knochenmarkfunktion (Myelosuppression) ist eine der dosislimitierenden Nebenwirkungen. Das Ausmaß der Myelosuppression ist abhängig von der Applikationsart (i.v.-Bolusinjektion oder i.v.-Dauerinfusion) und der Dosierung.
Eine Neutropenie tritt nach jedem Behandlungskurs mit i.v.-Bolusinjektionen bei adäquater Dosierung auf (Nadir: 9.-14. [-20] Behandlungstag; Normalwerte i.d.R. nach dem 30. Tag).
Neutropenien, Thrombozytopenien von Grad I – IV, Agranulozytose, Anämie und Panzytopenie können auftreten.
Durch den supprimierenden Effekt auf das Knochenmark können unter 5-Fluorouracil-Therapie eine erhöhte Infektionsrate und verzögerte Wundheilung auftreten.
Erkrankungen des Immunsystems:
Sehr häufig
Krämpfe der Bronchien (Bronchospasmen), Abwehrschwäche (Immunsuppression) mit erhöhter Infektionsrate.
Selten
Generalisierte allergische Reaktionen bis zum anaphylaktischen Schock.
Endokrine Erkrankungen:
Selten
Anstieg des Gesamt-Thyroxins (T4) und Gesamt-Trijodthyronins (T3) im Serum ohne Anstieg des freien T4 und des TSH und ohne klinische Zeichen einer Überfunktion der Schilddrüse.
Erkrankungen des Nervensystems:
Gelegentlich
Augenzittern, Kopfschmerzen, Schwindel, Parkinson-Symptome, Beeinträchtigung bestimmter Nervenbahnen (Pyramidenbahnzeichen) und Euphorie.
Sehr selten
Nach Infusion hoher 5-Fluorouracil-Dosen bzw. bei Patienten mit Dihydropyrimidindehydrogenase-Mangel: Beeinträchtigung des Gehirns mit Störungen des Bewegungsapparates, Sprachstörungen, Verwirrtheit, Orientierungsstörungen, Muskelschwäche, Beeinträchtigung oder Verlust der Sprachfertigkeit (Aphasie), Krampfanfällen oder Koma.
Augenerkrankungen:
Gelegentlich
Übermäßiger Tränenfluss, verschwommenes Sehen, Störungen der Augenbeweglichkeit, Entzündungen des Sehnervs, Doppeltsehen, Minderung der Sehkraft, Lichtscheue, Bindehautentzündung, Augenlidentzündung, eine narbenbedingte Umstülpung des Lids nach außen (Ektropium) und Vermehrung des Bindegewebes (Fibrosen) des Tränenkanals.
Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen:
Sehr häufig
Erhöhter Harnsäuregehalt im Blut.
Herzerkrankungen:
Sehr Häufig
Ischämie-typische Veränderungen im EKG.
Häufig
Angina pectoris-ähnliche Brustschmerzen.
Gelegentlich
Herzrhythmusstörungen, Myokardinfarkt, Herzmuskelentzündung, Herzschwäche, Herzmuskelschädigung und kardiogener Schock.
Sehr selten
Herzstillstand und plötzlicher Herztod.
Herzschädigende Nebenwirkungen treten meist während oder wenige Stunden nach dem ersten Anwendungszyklus auf. ür Patienten mit vorbestehender koronarer Herzkrankheit oder Herzmuskelschädigung besteht ein erhöhtes Risiko, herzschädigende Nebenwirkungen zu entwickeln.
Gefäßerkrankungen
Selten
Oberflächliche Venenentzündungen.
Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts:
Sehr häufig
Schleimhautentzündung an der Mundschleimhaut, Speiseröhre (mit Brennen im Brustraum), im Rachenbereich mit Schluckstörungen und an der Mastdarmwand mit wässrigem Durchfall, Übelkeit und Erbrechen leichten bis schwersten Grades.
Gelegentlich
Abnahme des Körperwassers (Dehydratation), Blutvergiftung sowie Geschwüre und Blutungen im Magen-Darm-Bereich.
Die den Verdauungstrakt betreffenden Nebenwirkungen treten sehr häufig auf und können lebensbedrohend sein. Durch 5-Fluorouracil verursachte Schädigungen können alle Abschnitte des Verdauungstraktes betreffen und z. B. zu Schluckstörungen, Brennen im Brustraum, wässriger Durchfall und Schleimwandentzündungen an der Mastdarmwand führen. Der Schweregrad (NCI-Grad I-IV) der Nebenwirkungen im Verdauungstrakt ist abhängig von der Dosierung und der Applikationsart. Bei i.v.-Dauerinfusionen erweist sich eher die Mundschleimhautentzündung als die Unterdrückung der Knochenmarkfunktion (Myelosuppression) als dosislimitierend.
Leber- und Gallenerkrankungen:
Gelegentlich
Leberzellschädigungen.
Sehr selten
Absterben von Lebergewebe (teilweise mit tödlichem Verlauf).
Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes:
Sehr häufig
Haarausfall.
Das sogenannte “Hand-Fuß-Syndrom mit Sensibilitätsstörungen sowie Rötung, Schwellung, Schmerzen und Abschuppung der Haut an Handflächen und Fußsohlen tritt nach i.v.-Dauerinfusionen häufiger als nach i.v.-Bolusinjektionen auf.
Gelegentlich
Hautausschläge, trockene Haut mit Rissen, Hautentzündungen, Nesselausschlag und Lichtempfindlichkeit, Dunkelfärbung der Haut (Hyperpigmentierung) und streifenförmige Hyperpigmentierung oder Pigmentverlust im Bereich des Venenverlaufs.
Nagelveränderungen (z.B. diffuse oberflächliche blaue Pigmentierung, Hyperpigmentierung, Nagelverformung, Schmerzen und Verdickung des Nagelbetts, Nagelfalzentzündung) und Nagelablösung.
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort:
Sehr häufig
Verzögerte Wundheilung, Nasenbluten, Abgeschlagenheit, allgemeine Schwäche, Müdigkeit und Antriebslosigkeit.
Kombinationstherapie mit Calciumfolinat
Im Allgemeinen hängt das Sicherheitsprofil von dem für 5-Fluorouracil angewendeten Therapieschema ab, bedingt durch die Verstärkung der durch 5Fluorouracil induzierten Toxizitäten.
Monatliches Therapieprotokoll:
Störungen des Verdauungstrakts:
Sehr häufig (> 10 %): Erbrechen und Übelkeit, (schwere) muköse Toxizität.
Keine Verstärkung der anderen durch 5-Fluorouracil induzierten Toxizitäten (z.B. Neurotoxizität).
Wöchentliches Therapieprotokoll:
Störungen des Verdauungstraktes:
Sehr häufig (> 10 %): Durchfall höheren Schweregrades und Abnahme des Körperwassers (Dehydrierung), die eine stationäre Einweisung für die Behandlung erforderlich machen und sogar zum Tod führen können.
Informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker, wenn eine der aufgeführten Nebenwirkungen Sie erheblich beeinträchtigt oder Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser Gebrauchsinformation aufgeführt sind.

Wie soll es aufbewahrt werden?

Onkofluor® ist frei von Konservierungsstoffen und zum einmaligen Gebrauch bestimmt. Nach Anbruch Reste verwerfen.
Die durch Verdünnen von Onkofluor® hergestellten gebrauchsfertigen Lösungen sind unter Lichtschutz bei Raumtemperatur 48 Stunden haltbar.
Bitte verwenden Sie Onkofluor® nicht, wenn Sie folgendes bemerken:
Nur klare Lösungen verwenden.
Trübe Lösungen oder solche, die einen Niederschlag zeigen, sind von der Anwendung auszuschließen.

Zusätzliche Informationen

Wortlaut der für die Packungsbeilage vorgesehenen Angaben
Gebrauchsinformation: Information für den Anwender
Onkofluor®, 50 mg/ml Injektionslösung
Wirkstoff: 5-Fluorouracil
Lesen Sie die Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Anwendung dieses Arzneimittels beginnen.
• Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.
• Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.
• Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben und darf nicht an Dritte weitergegeben werden. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese dasselbe Krankheitsbild haben wie Sie.
• Wenn eine der aufgeführten Nebenwirkungen Sie erheblich beeinträchtigt oder Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser Gebrauchsinformation angegeben sind, informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker.
Diese Packungsbeilage beinhaltet:
-Fluorouracil darf nicht mit anderen Substanzen in einer Infusion vermischt werden.
Nur klare Lösungen verwenden.
Trübe Lösungen oder solche, die einen Niederschlag zeigen, sind von der Anwendung auszuschließen.
Inkompatibilitäten:
Über Inkompatibilitäten mit folgenden Substanzen wurde berichtet:
Cisplatin, Cytarabin, Doxorubicin, Leucovorin, Methotrexat, Vinorelbin, Diazepam, Droperidol, Filgastrim, Galliumnitrat, Metoclopramid, Morphin, Ondansetron, parenterale Ernährungslösungen.
WIE IST ONKOFLUOR® AUFZUBWAHREN?
Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren.
Sie dürfen das Arzneimittel nach dem auf dem Etikett und der Faltschachtel nach „verwendbar bis“ bzw. „verw. bis“ angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des Monats.
Aufbewahrungsbedingungen:
Zwischen 15°C bis 25°C lagern.
Bei der Lagerung unterhalb von +15°C ist die Bildung von Kristallen möglich. Diese können durch Erwärmen der Lösung im Wasserbad auf 60°C wieder gelöst werden. Die Qualität des Produktes wird dadurch nicht beeinträchtigt. Vor der Applikation muss die Lösung wieder auf Körpertemperatur abgekühlt werden.
Das Behältnis im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.


Bewertungen «Onkofluor»