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«Orfiril® Sirup»

Orfiril® Sirup


Was ist es und wofür wird es verwendet?

Orfiril Sirup ist ein Arzneimittel zur Behandlung gewisser Formen von Epilepsie. Darüber hinaus wird Orfiril Sirup zur Behandlung manischer Episoden (Phasen krankhaft gehobener Stimmung) bei Patienten bzw. Patientinnen mit bipolaren (manisch-depressiven) Störungen (Form einer psychischen Erkrankung, bei der Phasen mit gehobener Stimmung und Phasen der Niedergeschlagenheit abwechselnd auftreten) angewendet.

Orfiril Sirup ist nur auf Verschreibung des Arztes oder der Ärztin erhältlich.

Was müssen Sie vor dem Gebrauch beachten?

Orfiril Sirup kann allein oder zusammen mit anderen Epilepsie-Mitteln verwendet werden. Damit die Behandlung wirksam ist, muss Orfiril Sirup unbedingt regelmässig eingenommen werden.

Orfiril Sirup darf bei Überempfindlichkeit auf den Wirkstoff, bei Erkrankungen der Leber oder der Bauchspeicheldrüse, bei hepatischer Porphyrie (eine seltene Stoffwechselkrankheit) sowie bei erhöhter Blutungsneigung nicht eingenommen werden. Nehmen Sie Orfiril Sirup nicht ein, wenn Sie in früherer Zeit selbst und/oder im Familienkreis eine medikamentenbedingte Leberentzündung hatten.


Bei Kombination von Orfiril Sirup mit diversen anderen Arzneimitteln kann die Wirkung von Orfiril Sirup bzw. die der anderen Arzneimittel verändert werden. Halten Sie sich daher unbedingt an die Dosierungsvorschriften Ihres Arztes bzw. Ihrer Ärztin.

Orfiril Sirup kann die Wirkung anderer Arzneimittel verstärken; es sind dies z.B.:

Gewisse Arzneimittel, die auf das Nervensystem und auf die Psyche wirken (Neuroleptika zur Behandlung von psychischen Beschwerden, Antidepressiva oder Benzodiazepine zur Behandlung von Schlaflosigkeit oder Angst).

Arzneimittel gegen Epilepsie (Phenobarbital, Primidon, Phenytoin, Carbamazepin, Lamotrigin, Felbamat). Zidovudin (zur Behandlung von Virusinfektionen).

Andererseits können gleichzeitig verabreichte Arzneimittel, wie z.B. Blutverdünner, Cimetidin (zur Behandlung von Magen-Darmgeschwüren) oder Antibiotika Erythromycin, Panipenem oder Meropenem, die Wirkung von Orfiril Sirup herabsetzen oder verstärken.

Vor allem Kinder unter 3 Jahren dürfen während der Behandlung mit Orfiril Sirup bei Schmerzen, Erkältung u.ä., keine acetylsalicylsäurehaltigen Arzneimittel (z.B. Aspirin) einnehmen.

Wenn Sie an Malaria erkrankt sind oder eine Reise in ein malariaverseuchtes Gebiet planen, fragen Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, ob Sie Mefloquin zur Behandlung bzw. Vorbeugung von Malaria einnehmen können, da dieses Arzneimittel ein erneutes Auftreten der Epilepsiekrisen hervorrufen kann.

Orfiril Sirup hat keinen Einfluss auf die empfängnisverhütende Wirkung der «Pille».

Während der Behandlung mit Orfiril Sirup sollte auf den Genuss von Alkohol verzichtet werden.

Orfiril Sirup muss bei folgenden Patienten mit Vorsicht angewendet werden:

im Falle eines systemischen Lupus erythematodes,

bei Nierenfunktionsstörungen,

bei Kindern unter 3 Jahren, die andere Antiepileptika einnehmen oder an anderen neurologischen oder stoffwechselbedingten Krankheiten leiden und im Falle einer schweren Epilepsieform.

Sprechen Sie sofort mit Ihrem Arzt oder Ärztin oder stellen Sie sicher, dass jemand anderer dies für Sie bzw. für Ihr Kind tun kann, falls irgendwelche der folgenden frühen Anzeichen einer ernsten Schädigung des Blutes, der Leber oder anderer Organe auftreten: Appetitlosigkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Müdigkeit, Muskelschwäche, Verwirrtheitszustände, Unruhe, Bewegungsstörungen, punktförmige Hautblutungen, erhöhte Neigung zu blauen Flecken, starkes Zahnfleisch- und Nasenbluten, plötzliches Wiederauftreten von Anfällen nach langer Anfallsfreiheit, trotz regelmässiger Einnahme von Orfiril Sirup. Diese Symptome könnten dringend ärztliche Behandlung erfordern. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin wird deshalb periodisch Sie bzw. Ihr Kind bezüglich Blut und Urin untersuchen.

Bei Patienten bzw. Patientinnen, die unter Störungen des Stoffwechsels leiden, vor allem mit erblich bedingtem Enzymmangel, wie zum Beispiel einer Störung des Harnstoff-Stoffwechsels, besteht das Risiko für eine Hyperammonämie.

Dieses Arzneimittel kann die Reaktionsfähigkeit, die Fähigkeit Werkzeuge oder Maschinen zu bedienen und die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen!

Informieren Sie Ihren Arzt, Apotheker bzw. Ihre Ärztin, Apothekerin, wenn Sie bzw. Ihr Kind

– an anderen Krankheiten leiden,

– wenn ein chirurgischer oder zahnärztlicher Eingriff bevorsteht,

– Allergien haben oder

– andere Arzneimittel (auch selbstgekaufte!) einnehmen oder äusserlich anwenden (Externa)!


Falls Sie eine Schwangerschaft planen oder falls während der Behandlung mit Orfiril Sirup eine Schwangerschaft eintritt, sollten Sie dies unbedingt Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin sagen. Es ist bekannt, dass Frauen mit einer Epilepsie ein leicht erhöhtes Risiko gegenüber anderen Frauen haben, ein anormales Kind zu haben. Die Wahrscheinlichkeit von Anormalitäten ist auch im Falle einer antiepileptischen Polytherapie erhöht. Orfiril Sirup, während der ersten 3 Monate einer Schwangerschaft eingenommen, kann das Risiko von angeborenen Missbildungen, wie zum Beispiel Missbildungen des Neuralrohres (Spina bifida) beim ungeborenen Kind erhöhen. Brechen Sie die Behandlung nicht selbstständig ab, da sich eine Verschlimmerung der Krankheit auf das ungeborene Kind negativ auswirken könnte. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin wird Ihnen über den weiteren Verlauf der Behandlung unerlässliche Informationen vermitteln oder eventuell Ihre Behandlung anpassen und/oder Ihnen zusätzliche diätetische Zusatzstoffe mit Folat verschreiben. Die Schwangerschaft muss streng kontrolliert werden.

Da der Wirkstoff von Orfiril Sirup in die Muttermilch übergeht, wird empfohlen, Ihren Arzt bzw. Ärztin um Rat zu fragen, wenn Sie stillen möchten. Ihr Arzt bzw. Ärztin wird entscheiden, ob Sie die Behandlung während der Stillzeit fortsetzen sollten oder nicht.

Wie wird es angewendet?

Die vom Arzt oder der Ärztin verschriebene Menge Lösung dosieren Sie mit dem beiliegenden Löffel. Die Menge von 1 Messlöffel (= 5 ml) erhalten Sie, indem Sie den Löffel bis zu der ca. 1 mm unterhalb des Löffelrandes befindlichen Kante füllen. Die Menge von ½ oder ¼ Messlöffel erhalten Sie, indem Sie den Löffel bis zu der entsprechend gekennzeichneten Messlinie im Löffel füllen, wobei Sie den Löffel für die ¼ Messlöffel-Dosierung leicht schräg halten. Nach jeder Einnahme sollten Sie den Löffel unter fliessendem Wasser reinigen.

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer Ärztin oder Apothekerin.

Orfiril Sirup soll nur unter ärztlicher Kontrolle eingenommen werden. Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin stimmt die Dosis genau auf Ihr persönliches Bedürfnis bzw. das Bedürfnis Ihres Kindes ab. Unter bestimmten Umständen wird er/sie die Behandlung mit Orfiril Sirup einschleichend mit einer niedrigen Anfangsdosis je nach Art und Schwere der Erkrankung beginnen und dann die Dosis langsam erhöhen, bis die wirksame Erhaltungsdosis erreicht ist.

Es ist sehr wichtig, dass Sie sich genau an die Anordnungen Ihres Arztes bzw. Ihrer Ärztin halten und dass Orfiril Sirup regelmässig eingenommen wird. Sollte einmal vergessen werden, Orfiril Sirup einzunehmen, kompensieren Sie nicht beim nächsten Mal mit der doppelten Dosis. Setzen Sie die Behandlung mit der verordneten Dosis fort. Falls einmal mehr als eine Dosis vergessen wurde, konsultieren Sie bitte Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin.

Die Tagesdosis kann auf 2–4 Einzelgaben verteilt werden.

Sie bzw. Ihr Kind sollten Orfiril Sirup zum oder nach dem Essen mit etwas Flüssigkeit einnehmen.

Die Dauer der Einnahme richtet sich nach der Art und Schwere der Erkrankung und der individuellen Reaktion. Sie wird vom behandelnden Arzt bzw. der behandelnden Ärztin bestimmt.

Was sind mögliche Nebenwirkungen?

Auf folgende Nebenwirkungen sollte bei der Einnahme von Orfiril Sirup besonders geachtet werden, da dies frühe Anzeichen einer ernsten Schädigung des Blutes, der Leber, der Bauchspeicheldrüse oder anderer Organe sein könnten: Appetitlosigkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Müdigkeit, Muskelschwäche, Verwirrtheitszustände, Unruhe, Bewegungsstörungen, punktförmige Hautblutungen, erhöhte Neigung zu blauen Flecken, starkes Zahnfleisch- und Nasenbluten, plötzliches Wiederauftreten von Anfällen nach langer Anfallsfreiheit, trotz regelmässiger Einnahme von Orfiril Sirup. Diese Symptome könnten dringend ärztliche Behandlung erfordern. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin wird deshalb periodisch Sie bzw. Ihr Kind bezüglich Blut und Urin untersuchen.

Häufig kann es ferner zu Diarrhö, Appetitsteigerung, Gewichtszunahme, Schläfrigkeit kommen.

Gelegentlich treten Zittern, Störungen der Bewegungskoordination (Ataxie), Missempfindungen, Bewusstseinsein­trübungen, Störungen der Regelblutung, vorübergehender Haarausfall (gelegentlich mit lockig nachwachsendem Haar) auf.

Selten kommt es zu allergischen Hautreaktionen (in Einzelfällen in schwerer Form [Stevens-Johnson-Syndrom, Lyell-Syndrom]), vermehrtem Speichelfluss, Kopfschmerz, erhöhten Insulinspiegeln, vorrübergehenden Störungen der Hirnfunktion, Ohrklingen (Tinnitus) und Verminderung des Hörvermögens, erhöhten männlichen Hormonspiegeln sowie Veränderungen der Ovarien.

In sehr seltenen Fällen bzw. Einzelfällen wurde über Ödeme, erniedrigte Körpertemperatur (Hypothermie), Funktionsstörungen der Nieren (Fanconi-Syndrom) oder erniedrigte Natriumspiegel im Blut berichtet. Bei Kindern kann es zu Bettnässen kommen.

Darüber hinaus wurden Schwachsichtigkeit, Veränderung des Geschmacksempfindens, Störungen des Immunsystems (Vaskulitis, Lupus erythematodes) sowie der Schilddrüsenfunktionstests beobachtet.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die hier nicht beschrieben sind, sollten Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin informieren.

Wie soll es aufbewahrt werden?

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit dem als «Verwendbar bis» bezeichneten Datum verwendet werden.

Bei Raumtemperatur (15–25 °C) und für Kinder unerreichbar lagern. Orfiril Sirup ist innerhalb von 12 Wochen nach Öffnen zu verbrauchen.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt, Apotheker bzw. Ihre Ärztin, Apothekerin. Diese Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Zusätzliche Informationen

In Apotheken nur gegen ärztliche Verschreibung.

Orfiril Sirup (mit Messlöffel): 250 ml (300 mg/5 ml).


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