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«Paclitaxel Ebewe 6 mg/ml - Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung»

Was ist es und wofür wird es verwendet?

Paclitaxel „Ebewe“ ist ein Arzneimittel, das zur Behandlung von verschiedenen Arten von Krebserkrankungen eingesetzt werden kann (Krebs in den Eierstöcken, Brustkrebs, Lungenkrebs in fortgeschrittenem Stadium, AIDS assoziiertes Kaposi Sarkom).

Paclitaxel hemmt die Zellteilung und somit das Wachstum des Krebsgewebes.

Was müssen Sie vor dem Gebrauch beachten?

Paclitaxel „Ebewe“ darf nicht angewendet werden,

  • wenn Sie überempfindlich (allergisch) gegen Paclitaxel oder einen der sonstigen Bestandteile von Paclitaxel „Ebewe“ sind - wenn Ihre weißen Blutkörperchen sehr niedrig sind (< 1500 Zellen/mm; <1.000 bei Kaposi-Sarkom)</li>
  • wenn Sie am Kaposi-Sarkom erkrankt sind und gleichzeitig eine schwere Infektion haben, die auf die Behandlung nicht anspricht
  • wenn Sie schwanger sind oder stillen

Besondere Vorsicht bei der Anwendung von Paclitaxel „Ebewe“ ist erforderlich

Da es zu schweren anaphylaktischen Reaktionen kommen kann, ist eine entsprechende Notfallausrüstung bereitzuhalten. Während der Paclitaxel-Infusion sollte der Patient/die Patientin überwacht werden. Eine regelmäßige Kontrolle von Atmung und Kreislauf ist vor allem in der ersten Stunde wichtig.

Um schwere Überempfindlichkeitsreaktionen zu vermeiden, müssen alle PatientInnen mit Corticosteroiden, Antihistaminika und H-Antagonisten vorbehandelt werden.

Bei der Kombinationsbehandlung mit Cisplatin oder Carboplatin muss Paclitaxel „Ebewe“ zuerst verabreicht werden (siehe "Wechselwirkungen").

Bei weniger als 1 % der PatientInnen kann es trotz Prämedikation zu schweren anaphylaktischen Reaktionen in Form von Dyspnoe, behandlungsbedürftiger Hypotonie, Angioödem und generalisierter Urtikaria kommen. In diesem Fall muss die Paclitaxel-Therapie sofort abgebrochen und eine symptomatische Therapie eingeleitet werden. Eine Wiederholung der Paclitaxel-Therapie ist bei diesen PatientInnen kontraindiziert.

Leichte Überempfindlichkeitsreaktionen wie Hautreaktionen, Flush, geringgradige Dyspnoe, Hypotonie oder Tachykardie erfordern keinen Therapieabbruch.

Beim Auftreten von schweren Herzüberleitungsstörungen während der Paclitaxel-Therapie sollte eine geeignete Behandlung eingeleitet werden und die weitere Paclitaxel-Therapie unter ständigem Monitoring der Herzfunktion durchgeführt werden.

Wenn Paclitaxel „Ebewe“ in Kombination mit Doxorubicin oder Trastuzumab zur Initialtherapie des metastasierenden Mammakarzinoms angewendet wird, sollte die Herzfunktion sorgfältig überwacht werden. PatientInnen, bei denen Paclitaxel „Ebewe“ in dieser Kombinationstherapie angewandt werden soll, sollten einer Ausgangsuntersuchung des Herzens inklusive Vorgeschichte, Anamnese, körperliche Untersuchung, Ultraschall-Kardiogramm, klinischer Untersuchung, EKG, Echokardiogramm, und/oder MUGA scan unterzogen werden. Die Herzfunktion sollte in weiterer Folge während der gesamten Behandlungsdauer kontrolliert werden (z.B. alle drei Monate). Die Überwachung kann helfen, PatientInnen, die eine kardiale Dysfunktion entwickeln, rechtzeitig zu identifizieren. Zur Bestimmung der Untersuchungshäufigkeit der ventrikulären Funktion sollten die behandelnden Ärzte/Ärztinnen sorgfältig die kumulative Dosis (mg/m²) des verabreichten Anthrazyklins bestimmen. PatientInnen, die eine asymptomatische kardiale Dysfunktion entwickeln, können von einer häufigeren Kontrolle (z.B. alle 6-8 Wochen) profitieren. Bei PatientInnen mit anhaltender Verringerung der linksventrikulären Auswurffraktion, die aber asymptomatisch bleiben, muss vom ArztIn eine sorgfältige Risiko-Nutzen-Analyse durchgeführt werden. Weitere Informationen siehe Fachinformation für Herceptin® oder Doxorubicin.

Die Knochenmarkssuppression (vor allem Neutropenie) ist dosislimitierend. Häufige Blutbildkontrollen sind angezeigt. PatientInnen sollten erst wieder behandelt werden, wenn sich die Neutrophilenzahl auf einen Wert über 1500/mm(>1.000/mmbei KS-PatientInnen) und die Thrombozytenzahl auf einen Wert über 100.000/mm(>75.000/mmbei KS-PatientInnen) erholt haben. In einer klinischen Studie zum KS wurden die meisten Patienten mit dem Granulozytenstimulierenden Faktor (G-CSF) behandelt.

Da auf Grund der Neutropenie und Thrombozytopenie eine erhöhte Infektionsgefahr und Blutungsneigung besteht, sollten zahnärztliche Behandlungen während der Paclitaxel-Therapie nur in Ausnahmefällen durchgeführt werden. Die PatientInnen sind auf die Bedeutung einer entsprechenden Mundhygiene aufmerksam zu machen.

Obwohl das Auftreten einer peripheren Neuropathie während Paclitaxel-Behandlung häufig beobachtet wird, ist die Entwicklung schwerer Symptome selten. Beim Auftreten von schweren peripheren Neuropathien wird eine Dosisreduktion um 20 % (25% bei KS PatientInnen) für die folgenden Behandlungskurse empfohlen.
Nach Vorbehandlung mit anderen neurotoxischen Substanzen kann eine dosislimitierende kumulative Neurotoxizität auftreten.

Bei PatientInnen mit nicht kleinzelligem Bronchialkarzinom führt eine Kombinationsbehandlung mit Cisplatin und Paclitaxel „Ebewe“ häufiger zu neurologischen Symptomen als die Behandlung mit Paclitaxel „Ebewe“ alleine.

Patienten mit Leberinsuffizienz können einem erhöhten Toxizitätsrisiko ausgesetzt sein, insbesondere einer Myelosuppression III-IV Grades. Es gibt keine Hinweise, dass bei Patienten mit geringfügig eingeschränkter Leberfunktion die Unverträglichkeit von Paclitaxel „Ebewe“ bei einer Infusion über 3 Stunden erhöht ist. Wenn Paclitaxel „Ebewe“ als Langzeitinfusion verabreicht wird, kann bei Patienten mit mäßiger bis schwerer Leberfunktionsstörung verstärkt Myelosuppression beobachtet werden. Patienten sollten hinsichtlich der Entwicklung einer schweren Myelosuppression engmaschig überwacht werden (siehe Dosierung, Art und Dauer der Anwendung). Die verfügbaren Daten sind nicht ausreichend für die Empfehlung einer Dosisanpassung bei Patienten mit leichten bis mäßig schweren Leberfunktionsstörungen (siehe Pharmakokinetische Eigenschaften).
Für Patienten mit einer schweren, vorbestehenden Cholestase gibt es keine Daten. Patienten mit schwerer Leberinsuffizienz sollen nicht mit Paclitaxel „Ebewe“ behandelt werden.

Relative Kontraindikation besteht bei PatientInnen mit eingeschränkter Leberfunktion, Herpes Zoster, Varicella Zoster, schweren Infektionen, Knochenmarksdepression, nach Chemo- oder Strahlentherapie und bei PatientInnen mit Herzrhythmusstörungen und nach Herzinfarkt.

Da Paclitaxel „Ebewe“ Ethanol (401,66 mg/ml) enthält, sollte auf eine mögliche Beeinflussung des zentralen Nervensystems oder andere Effekte geachtet werden. Besondere Vorsicht ist bei Alkoholkranken, bei PatientInnen mit Leberschäden, Epilepsie und Hirnschäden geboten. Die Diphenhydramin (-prämedikation) kann die Wirkung von Alkohol verstärken.

Eine intraarterielle Applikation von Paclitaxel „Ebewe“ sollte unbedingt vermieden werden, da im Tierversuch eine intraarterielle Anwendung schwere Gewebereaktionen hervorgerufen hat.

Eine pseudomembranöse Colitis wurde selten berichtet, darunter Fälle, die keine begleitende Antibiotika-Therapie erhalten hatten. Bei der Differentialdiagnose von Fällen schwerer oder langdauernder Diarrhoe, die während oder kurz nach einer Paclitaxel-Therapie auftritt, sollte dies berücksichtigt werden.

Paclitaxel „Ebewe“ kann in Kombination mit Strahlentherapie der Lunge, unabhängig von der Reihenfolge, zur Entwicklung einer interstitiellen Pneumonitis beitragen.

Schwere Mukositis tritt bei KS-PatientInnen selten auf. Sollte es zu schweren Reaktionen kommen, ist die Paclitaxel-Dosis um 25% zu reduzieren.

Wichtige Informationen über bestimmte sonstige Bestandteile von Paclitaxel „Ebewe“ Dieses Arzneimittel enthält 50,85 Vol.-% Alkohol.

Bei Anwendung von Paclitaxel „Ebewe“ mit anderen Arzneimitteln
Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen / anwenden bzw. vor kurzem eingenommen / angewendet haben, auch wenn Sie diese ohne Rezept in einer Drogerie oder einem Supermarkt gekauft haben.

Die Clearance von Paclitaxel wird durch eine vorausgegangene Cimetidin-Behandlung nicht beeinflusst.
Paclitaxel „Ebewe“ sollte in der First-Line-Chemotherapie des Ovarialkarzinoms vor Cisplatin verabreicht werden, da das Sicherheitsprofil dem der Monotherapie entspricht. Wenn Paclitaxel „Ebewe“ nach Cisplatin verabreicht wurde, wurde bei den PatientInnen eine stärkere Knochenmarksdepression und eine um ca. 20% verringerte Paclitaxel-Clearance beobachtet. PatientInnen, die mit Paclitaxel „Ebewe“ und Cisplatin behandelt werden, können ein höheres Risiko für ein Nierenversagen haben, als nach alleiniger Cisplatin-Behandlung von gynäkologischen Tumoren.

Da die Ausscheidung von Doxorubicin und seiner aktiven Metaboliten verringert sein kann, wenn Paclitaxel „Ebewe“ und Doxorubicin in kürzeren Zeitabständen verabreicht werden, sollte Paclitaxel „Ebewe“ als Initialtherapie des metastasierenden Mammakarzinoms 24 Stunden nach Doxorubicin angewandt werden (siehe Pharmakokinetische Eigenschaften).

Der Metabolismus von Paclitaxel wird teilweise über die Cytochrom P450-Isoenzyme CYP2C8 und 3A4 katalysiert (siehe Pharmakokinetische Eigenschaften). Klinische Studien haben gezeigt, dass der Metabolismus von Paclitaxel über CYP2C8 zu 6α-Hydroxypaclitaxel den vorherrschenden Abbauweg beim Menschen darstellt. Die gleichzeitige Verabreichung von Ketoconazol, einem bekannten starken Inhibitor von CYP3A4, hemmt die Elimination von Paclitaxel beim Patienten nicht; folglich können beide Arzneimittel ohne Dosisanpassung gleichzeitig verabreicht werden. Weitergehende Daten zum Interaktionspotenzial zwischen Paclitaxel und anderen CYP3A4-Substraten/Inhibitoren sind begrenzt. Deshalb sollte Vorsicht erfolgen wenn Paclitaxel gleichzeitig mit anderen Arzneimitteln verabreicht wird von denen bekannt ist, dass sie CYP2C8 oder 3A4 hemmen, (z.B. Erythromycin, Fluoxetin, Gemfibrozil) oder induzieren (z.B. Rifampizin, Carbamazepin, Phenobarbital, Efavirenz, Nevirapin).

Studien mit KS-PatientInnen, welche zahlreiche Begleitmedikamente erhielten, deuten darauf hin, dass die systemische Clearance von Paclitaxel in Gegenwart von Nelfinavir und Ritonavir signifikant niedriger war, aber nicht mit Indinavir. Zu Wechselwirkungen mit anderen Proteaseinhibitoren liegen keine ausreichenden Informationen vor. Daher sollte Paclitaxel bei PatientInnen, die Proteaseinhibitoren als Begleitmedikation erhalten, mit Vorsicht angewandt werden.

Schwangerschaft und Stillzeit
Sie dürfen nicht mit Paclitaxel „Ebewe“ behandelt werden wenn Sie schwanger sind. Sollten Sie während der Therapie schwanger werden, informieren Sie unverzüglich Ihren Arzt. Sie müssen während der Therapie mit Paclitaxel „Ebewe“ abstillen.

Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen

Sie dürfen Sich nicht an das Steuer eines Fahrzeuges setzen oder Werkzeuge oder Maschinen bedienen, weil Paclitaxel „Ebewe“ Alkohol enthält.

Wie wird es angewendet?

Die Paclitaxel-Therapie darf nur von ÄrztInnen mit spezieller Ausbildung und Erfahrung auf dem Gebiet der (antineoplastischen) Chemotherapie angewendet werden; die Einstellung auf diese Therapie sollte im Krankenhaus erfolgen. Zur streng intravenösen Infusion nach Verdünnung.

Die übliche Dosis ist wie folgt:

*) 8-20 mg bei KS-PatientInnen
**) oder ein vergleichbares Antihistamin, z.b. Chlorpheniramin

Paclitaxel „Ebewe“ sollte über einen Mikroporen-Filter, Porendurchmesser <</u> 0,22 Mikrometer (in-Line-Filter) verabreicht werden (siehe Hinweise für die Handhabung).

First-Line-Chemotherapie des Ovarialkarzinoms: Obwohl andere Dosierungsschemata untersucht werden, wird zur Primärbehandlung des Ovarialkarzinoms eine Kombinationstherapie mit Paclitaxel und Cisplatin empfohlen. In Abhängigkeit von der Infusionsdauer werden zwei Dosierungen von Paclitaxel „Ebewe“ vorgeschlagen: 175 mg/mKörperoberfläche (KO) intravenös über 3 Stunden verabreicht, anschließend 75 mg/ mCisplatin, oder 135 mg/mals 24stündige Infusion, anschließend 75 mg/mCisplatin. Zwischen den Therapiezyklen wird jeweils ein therapiefreies Intervall von 3 Wochen empfohlen.

Second-Line-Chemotherapie des Ovarialkarzinoms: Die empfohlene Dosis von Paclitaxel „Ebewe“ beträgt 175 mg/mKörperoberfläche, verabreicht über einen Zeitraum von 3 Stunden, mit einem dreiwöchigen Intervall zwischen den Therapiezyklen.

Adjuvante Chemotherapie des Mammakarzinoms: Die empfohlene Dosierung von Paclitaxel „Ebewe“ ist 175 mg/m² KO, verabreicht als Infusion über 3 Stunden alle 3 Wochen für vier Therapiekurse im Anschluss an eine Therapie nach AC-Schema.

First-Line Chemotherapie des Mammakarzinoms: Bei Kombination mit Doxorubicin (50 mg/m² KO) sollte Paclitaxel „Ebewe“ 24 Stunden nach Doxorubicin angewendet werden. Die empfohlene Dosis für Paclitaxel „Ebewe“ ist 220 mg/m², intravenös gegeben über 3 Stunden mit 3 Wochen Pause zwischen den Therapiekursen. Bei Kombination mit Trastuzumab ist die empfohlene Dosierung von Paclitaxel „Ebewe“ 175 mg/mKO, intravenös verabreicht über einen Zeitraum von 3 Stunden, mit einem 3wöchigen Intervall zwischen den Therapiezyklen (siehe Pharmakodynamische Eigenschaften). Die Paclitaxel-Infusion kann am Tag nach der ersten Trastuzumab-Dosis begonnen werden, oder unmittelbar nach einer Folgedosis von Trastuzumab, wenn die vorhergehende Trastuzumab-Dosis gut vertragen wurde (zu Einzelheiten der Anwendung von Trastuzumab siehe die Fachinformation für Herceptin).

Second-Line Chemotherapie des Mammakarzinoms: Die empfohlene Dosis von Paclitaxel „Ebewe“ beträgt 175 mg/mKO, verabreicht über einen Zeitraum von 3 Stunden, mit einem dreiwöchigen Intervall zwischen den Therapiezyklen.

Behandlung des fortgeschrittenen nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinoms: Die empfohlene Dosis von Paclitaxel „Ebewe“ beträgt 175 mg/mKO, verabreicht über einen Zeitraum von 3 Stunden, anschließend 80 mg/mKO Cisplatin, mit einem dreiwöchigen Intervall zwischen den Therapiezyklen.

Behandlung des AIDS assoziierten KS: Die empfohlene Dosis von Paclitaxel „Ebewe“ beträgt 100 mg/m² KO, verabreicht als 3stündige intravenöse Infusion alle 2 Wochen.

Weitere Dosen von Paclitaxel „Ebewe“ sollten je nach der individuellen Toleranz der PatientInnen verabreicht werden.
Paclitaxel „Ebewe“ sollte erst wieder verabreicht werden, wenn die Neutrophilen-Zahl wenigstens 1.500/mm(>1.000/mmbei KS-PatientInnen), die Blutplättchen-Zahl wenigstens 100.000/mm(>75.000/mmbei KS-PatientInnen) beträgt. Falls PatientInnen eine schwere Neutropenie (Neutrophile <500/mm<sup>37 Tage oder länger) bzw. eine schwere periphere Neuropathie entwickeln, sollte bei den nachfolgenden Behandlungszyklen eine Dosisreduktion um 20% (25% bei KS-PatientInnen) erfolgen (siehe Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen).

PatientInnen mit Leberinsuffizienz: Die verfügbaren Daten sind nicht ausreichend für die Empfehlung einer Dosisanpassung bei PatientInnen mit leichten bis mäßig schweren Leberfunktionsstörungen (siehe Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung und Pharmakokinetische Eigenschaften). PatientInnen mit schwerer Leberinsuffizienz sollten nicht mit Paclitaxel behandelt werden.

Überdosierung
Für eine Überdosierung mit Paclitaxel „Ebewe“ ist kein Antidot bekannt. Als erste mögliche Anzeichen einer Überdosierung ist Knochenmarksdepression, periphere Neuropathie und Mukositis anzunehmen.

Was sind mögliche Nebenwirkungen?

Wie alle Arzneimittel kann Paclitaxel „Ebewe“ Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.

Die häufigste schwerwiegende Nebenwirkung ist Knochenmarkssuppression (Knochenmark kann nicht mehr ausreichend Blutkörperchen produzieren).
Kribbeln und Taubheitsgefühl in Armen und Beinen kann auftreten, besonders wenn Sie Paclitaxel „Ebewe“ in Kombination mit Cisplatin erhalten. Diese Empfindungsstörungen verschwinden im Allgemeinen innerhalb einiger Monate nach dem Ende der Therapie.
Muskel – oder Gelenksschmerzen können auftreten.

Allergische Reaktionen, die in seltenen Fällen lebensbedrohlich sind, können auftreten.

Es kann zu Reaktionen an der Injektionsstelle während der intravenösen Verabreichung kommen (Schwellung, Schmerzen, Rötung, Verhärtung). Manchmal kann es auch auch zu einer Abschuppung oder Verfärbung der Haut kommen. können zu lokalisiertem Ödem, Schmerzen, Erythem und Verhärtung führen.

Zur Vermeidung von Schädigungen und Ablösung der Nägel sollten Sie während der Behandlung Sonnenschutz an Händen und Füssen tragen.

Die Häufigkeit der beobachteten Nebenwirkungen ist wie folgt definiert:

  • Sehr häufig: Betrifft mehr als einen von 10 Patienten.
  • Häufig: Betrifft einen bis 10 von 100 Patienten.
  • Gelegentlich: Betrifft einen bis 10 von 1000 Patienten.
  • Selten: Betrifft einen bis 10 von 10000 Patienten.
  • Sehr selten: Betrifft weniger als einen von 10000 Patienten.
  • Unbekannt: Die Häufigkeit lässt sich aufgrund der verfügbaren Daten nicht abschätzen.

Sehr häufig

  • Infektionen
  • Schädigung des Knochenmarks (zu geringe Anzahl an weißen Blutkörperchen, roten Blutkörperchen und Blutplättchen)
  • leichte Überempfindlichkeitsreaktionen, hauptsächlich Hitzewallungen und Hautausschlag
  • Kribbeln oder Taubheitsgefühl in Armen oder Beinen
  • niedriger Blutdruck - Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Geschwüre und offene Stellen im Mund
  • Haarausfall
  • Gelenks- und Muskelschmerzen

Häufig

  • Langsamer Herzschlage
  • Verfärbungen/Veränderungen an Nägeln und Haut
  • Reaktionen an der Injektionsstelle (Schwellung, Schmerzen, Rötung, Verhärtung)
  • starke Erhöhung von Leberenzymen (AST (SGOT), alkalische Phosphatase)

Gelegentlich

  • Blutvergiftung
  • Schwere allergische Reaktion, die behandelt werden muss (z.B. Blutdruckabfall, Schwellung, Atemnot, Ausschlag am ganzen Körper, Schüttelfrost und Rückenschmerzen)
  • Schädigung des Herzens (Kardiomyopathie, asymptomatische ventrikuläre Tachykardie, Tachykardie mit Bigeminie, AV-Block, Synkope)
  • Herzinfarkt
  • Bluthochdruck, Thrombose, Venenentzündung
  • Gewebsentzündung nach irrtümlicher Injektion ins Gewebe
  • Erhöhung von bestimmten Leberwerten (Bilirubin)

Selten

  • Lungenentzündung
  • Starke Infektion
  • Fieber bedingt durch geringe Anzahl an weißen Blutkörperchen
  • allergische Reaktionen
  • Schwäche in Armen und Beinen
  • Atemnot
  • Veränderungen der Lunge (Flüssigkeitseinlagerung, Infektionen, Verhärtung des Gewebes)
  • Juckender Ausschlag und Hautrötung
  • Allgemeines Schwächegefühl, Fieber
  • Flüssigkeitsverlust
  • Wassereinlagerung
  • Anstieg des Kreatinin-Spiegels im Blut

Sehr selten

  • akute myeloische Leukämie bzw. eine Vorstufe von Leukämie
  • anaphylaktischer Schock
  • Appetitlosigkeit
  • Verwirrung
  • Lähmung des Dünndarms
  • Ohnmachtsanfälle
  • epileptische Anfälle
  • Enzephalopathie
  • Schwindel
  • Kopfschmerzen
  • Störung der Bewegungskoordination
  • Hörverlust
  • Tinnitus
  • Herzrhythmusstörungen
  • Schock
  • Husten
  • Schädigung der Leber
  • Schädigung des Dickdarms (Verschluß, Durchlöchern, Entzündung)
  • Verstopfung
  • Einlagerung von Wasser im Bauch
  • Entzündung der Bauchspeicheldrüse
  • Schwere Hautschädigungen (Ablösung der Haut)
  • Ablösung der Nägel

Kombinationsbehandlung
Die folgenden Angaben beziehen sich auf zwei große klinische Studien zur First-line Chemotherapie des Ovarialkarzinoms (Paclitaxel + Cisplatin: 1050 Patientinnen); zwei Phase III Studien zur First-line Therapie des metastasierenden Mammakarzinoms: in der einen wurde die Kombination mit Doxorubicin (Paclitaxel + Doxorubicin: 267 Patienten), in der anderen die Kombination mit Trastuzumab (geplante Subgruppenanalyse Paclitaxel + Trastuzumab: 188 Patientinnen) untersucht und zwei Phase III Studien zur Behandlung des fortgeschrittenen NSCLC (Paclitaxel + Cisplatin: über 360 Patienten) (siehe Pharmakodynamische Eigenschaften).

In der First-line Chemotherapie des Ovarialkarzinoms traten bei Patientinnen, die mit Paclitaxel als Infusion über 3 Stunden gefolgt von Cisplatin behandelt wurden, Neurotoxizität, Arthralgie/Myalgie und Überempfindlichkeitsreaktionen häufiger und in schwererer Form auf als bei Patientinnen, die mit Cyclophosphamid gefolgt von Cisplatin behandelt wurden. Myelosuppression schien bei Verabreichung von Paclitaxel über 3 Stunden gefolgt von Cisplatin weniger häufig und weniger schwerwiegend zu sein als bei Verabreichung von Cyclophosphamid gefolgt von Cisplatin.

In der First-line Chemotherapie des metastasierenden Mammakarzinoms traten Neutropenie, Anämie, periphere Neuropathie, Arthralgie/Myalgie, Asthenie, Fieber und Diarrhöe nach Paclitaxel-Therapie (220 mg/m² KO als 3stündige Infusion 24 Stunden nach Doxorubicin 50 mg/m² KO) häufiger und schwerwiegender auf als nach Standard FAC-Therapie (5-FU 500 mg/m² KO, Doxorubicin 50 mg/m² KO, Cyclophosphamid 500 mg/m² KO). Übelkeit und Erbrechen schienen mit dem Paclitaxel (220 mg/m² KO) / Doxorubicin (50 mg/m² KO)-Dosierungsschema weniger häufig und mit geringerem Schweregrad aufzutreten. Der Einsatz von Kortikosteroiden kann zur geringeren Häufigkeit und Schwere von Übelkeit und Erbrechen in der Paclitaxel/Doxorubicin-Gruppe beigetragen haben.

Wenn Paclitaxel als 3stündige Infusion in Kombination mit Trastuzumab zur First-line Therapie des metastasierenden Mammakarzinoms verabreicht wurde, wurden die folgenden Ereignisse häufiger berichtet als unter Paclitaxel-Monotherapie (unabhängig von einem Zusammenhang mit Paclitaxel oder Trastuzumab): Herzinsuffizienz (8% vs. 1%), Infektion (46% vs. 27%), Schüttelfrost (42% vs. 4%), Fieber (47% vs. 23%), Husten (42% vs. 22%), Hautausschlag (39% vs. 18%), Arthralgie (37% vs. 21%), Tachykardie (12% vs. 4%), Diarrhöe (45% vs. 30%), Hypertonie (11% vs. 3%), Nasenbluten (18% vs. 4%), Akne (11% vs. 3%), Herpes simplex (12% vs. 3%), unbeabsichtigte Verletzungen (13% vs. 3%), Schlaflosigkeit (25% vs. 13%), Rhinitis (22% vs. 5%), Sinusitis (21% vs. 7%), und Reaktionen an der Injektionsstelle (7% vs. 1%). Einige dieser Unterschiede könnten auf eine höhere Anzahl und längere Dauer von Therapiekursen mit der Paclitaxel/Trastuzumab-Kombination gegenüber der Paclitaxel-Monotherapie zurückzuführen sein. Schwere Nebenwirkungen wurden für Paclitaxel/Trastuzumab und Paclitaxel-Monotherapie ähnlich häufig berichtet.

Bei Verabreichung von Doxorubicin in Kombination mit Paclitaxel bei metastasierendem Mammakarzinom wurde eine Anomalie der Herzkontraktion (>20% Verringerung der linksventrikulären Ejektions-Fraktion) bei 15% der Patienten gegenüber 10% beim Standard FAC-Dosierungsschema beobachtet. Kongestive Herzinsuffizienz wurde bei weniger als 1% sowohl im Paclitaxel/Doxorubicin – als auch im Standard FAC-Arm beobachtet. Wenn Trastuzumab in Kombination mit Paclitaxel bei Patientinnen, die zuvor mit Anthracyclinen behandelt wurden, angewandt wurde, erhöhte sich die Häufigkeit und Schwere einer Herzfunktionsstörung im Vergleich zur Paclitaxel-Monotherapie (NYHA Class I/II 10% vs. 0%; NYHA Class III/IV 2% vs. 1%) und wurde selten mit Todesfällen in Verbindung gebracht (siehe Fachinformation von Trastuzumab). Außer in diesen seltenen Fällen sprachen alle Patienten auf eine geeignete medizinische Behandlung an.

Bei Patienten, die gleichzeitig eine Strahlentherapie erhalten hatten, wurde eine Strahlen-Pneumonitis berichtet.

AIDS assoziiertes Kaposi Sarkom
Außer den hämatologischen und leberbezogenen Nebenwirkungen (siehe unten) sind Häufigkeit und Schwere der Nebenwirkungen im Allgemeinen ähnlich bei KS-Patienten und bei Patienten welche Paclitaxel als Monotherapie bei anderen soliden Tumoren erhalten, wie aus einer klinischen Studie mit 107 Patienten hervorgeht.

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems: Knochenmarkssuppression war die am häufigsten dosislimitierende Nebenwirkung. Neutropenie ist die wichtigste hämatologische

Nebenwirkung. Während des ersten Behandlungszyklus trat schwere Neutropenie (<500 Zellen/mm<sup>3) bei 20% der Patienten auf. Über den gesamten Behandlungszeitraum wurde schwere Neutropenie bei 39% der Patienten beobachtet. Bei 41% der Patienten hielt die Neutropenie länger als 7 Tage an und bei 8% der Patienten zwischen 30-35 Tage. Bei allen beobachteten Patienten ging die Neutropenie innerhalb von 35 Tagen zurück. Die Häufigkeit einer Neutropenie vom Typ IV über einen Zeitraum vom 7 Tagen oder mehr lag bei 22%.
Fieber bei Neutropenie trat in Zusammenhang mit Paclitaxel bei 14% der Patienten und 1,3% der Behandlungszyklen auf. Während der Paclitaxel Verabreichung kam es im Zusammenhang mit dem Arzneimittel zu 3 septischen Zwischenfällen (2,8%) mit tödlichem Ausgang.

Thrombozytopenie wurde bei 50% der Patienten beobachtet, in schwerer Form (<50.000 Zellen/mm<sup>3) bei 9%. Nur bei 14% kam es zu einem Abfall der Blutplättchenzahl unter 75.000 Zellen/mm, zumindest einmal während der Behandlung. Blutungen im Zusammenhang mit Paclitaxel wurden bei <3% der Patienten beobachtet, hämorrhagische Zwischenfälle traten jedoch lokalisiert auf. Anämie (Hb <11 g/dl) wurde bei 61% der Patienten beobachtet, in schwerer Form (Hb <8 g/dl) bei 10%. Eine Erythrozytentransfusion benötigten 21% der Patienten. <br /> Leber- und Gallenerkrankungen: Unter den Patienten (>50% erhielten Proteaseinhibitoren) mit normalen Ausgangswerten der Leberfunktion hatten 28% erhöhte Bilirubinwerte, 43% erhöhte alkalische AST (SGOT)-Werte. Für jeden dieser Parameter waren die Werte in 1% der Fälle stark erhöht.

Informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker, wenn eine der aufgeführten Nebenwirkungen Sie erheblich beeinträchtigt oder Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser Gebrauchsinformation angegeben sind.

Wie soll es aufbewahrt werden?

Nicht über 25 °C lagern.
Das Arzneimittel im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren.

Nach Erstentnahme 28 Tage haltbar.

Die fertige Infusionslösung ist 48 Stunden – unter Verwendung von einem In-Line-Filter – haltbar.

Beim Einfrieren kann es zu Ausfällungen kommen, die sich bei Erreichen von 25 °C (Raumtemperatur) wieder auflösen. Die Stechampulle ist zu verwerfen, falls die Lösung trüb bleibt oder sich die Ausfällungen nicht lösen. Einfrieren beeinträchtigt die Haltbarkeit nicht.

Für die fertige Infusionslösung ist während der Infusionsdauer kein Lichtschutz erforderlich.

Sie dürfen das Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton und der Durchstechflasche angegebenen Verfalldatum nicht mehr anwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des Monats.

Das Arzneimittel darf nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall entsorgt werden. Fragen Sie Ihren Apotheker wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr benötigen. Diese Maßnahme hilft die Umwelt zu schützen.


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