Paclitaxel HEXAL 30mg/5ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung - Patienteninformationen, Beschreibung, Dosierung und Richtungen.

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«Paclitaxel HEXAL 30mg/5ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung»

Was ist es und wofür wird es verwendet?

Paclitaxel HEXAL 30 mg/5 ml wird angewendet bei
Ovarialkarzinom
Zur First-line Chemotherapie von Eierstockkrebs
ist Paclitaxel HEXAL 30 mg/5 ml bei Patientinnen mit
fortgeschrittenem Eierstockkrebs oder einem Resttumor (> 1
cm) nach vorausgegangener Laparotomie in Kombination mit
Cisplatin indiziert.
Zur Second-line Chemotherapie von
Eierstockkrebs ist Paclitaxel HEXAL 30 mg/5 ml indiziert für die
Behandlung von metastasierendem Ovarialkarzinom nach Versagen einer Standardtherapie mit Platinhaltigen Arzneimitteln.
Mammakarzinom:
Als Monotherapie ist Paclitaxel HEXAL 30 mg/5 ml für die Behandlung des metastasierenden Mammakarzinoms indiziert bei
Patientinnen, bei denen eine Standardtherapie mit
Anthracyclinen erfolglos war oder für die eine Therapie mit
einem Anthracyclin nicht angezeigt ist.
Fortgeschrittenes nicht-kleinzelliges Bronchialkarzinom:
Paclitaxel HEXAL 30 mg/5 ml in Kombination mit Cisplatin ist für
die Behandlung des nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinoms
(NSCLC) indiziert bei Patienten, für die potenziell kurative
chirurgische Maßnahmen und/oder Strahlentherapie nicht
angezeigt sind. Die Daten zur Wirksamkeit in dieser
Indikation sind begrenzt.
Paclitaxel HEXAL 30 mg/5 ml darf nicht angewendet werden bei
- Überempfindlichkeit (Allergie) gegenüber Paclitaxel oder einem der sonstigen Bestandteile, insbesondere gegenüber Macrogolglycerolricinoleat (Poly(oxyethylen)-35-Rizinusöl) (siehe “Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung und Warnhinweise”).
- Schwangerschaft und Stillzeit ( siehe “Schwangerschaft und Stillzeit”)
- Patienten, bei denen zu Behandlungsbeginn die Anzahl bestimmter weißer Blutkörperchen (Neutrophile) zu niedrig ist (<1.500 Zellen/mm3).
Was ist beim Auftreten von Nebenwirkungen zu tun?
Setzen Sie sich beim Auftreten von Nebenwirkungen bitte sofort mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt in Verbindung und besprechen Sie das weitere Vorgehen.
Wenn Sie Nebenwirkungen bei sich beobachten, die nicht in dieser Packungsbeilage aufgeführt sind, teilen Sie diese bitte Ihrem Arzt oder Apotheker mit.

Was müssen Sie vor dem Gebrauch beachten?

Vorsichtsmaßnahmen vor Anwendung von Paclitaxel HEXAL 30 mg/5 ml
Ihre Ärztin/Ihr Arzt wird vor jeder Anwendung von Paclitaxel HEXAL 30 mg/5 ml ihr Blutbild kontrollieren.
Welche Vorsichtsmaßnahmen müssen bei der Anwendung von Paclitaxel HEXAL 30 mg/5 ml beachtet werden?
Paclitaxel HEXAL 30 mg/5 ml darf nur unter der Aufsicht eines in der Zytostatikatherapie erfahrenen Arztes angewendet werden. Da es zu schweren Überempfindlichkeitsreaktionen kommen kann, soll eine Ausrüstung für die Notfallbehandlung vorhanden sein.
Wenn Sie Paclitaxel HEXAL 30 mg/5 ml erhalten, wird Ihre Ärztin/Ihr Arzt Ihnen vorher andere Arzneimittel (Corticosteroide, Antihistaminika und H2-Antagonisten) verabreichen, damit Sie die Behandlung besser vertragen.
Paclitaxel soll, wenn in Kombination eingesetzt, vor Cisplatin verabreicht werden (siehe Abschnitt “Dosierungsanleitung”).
Schwere Überempfindlichkeitsreaktionen, gekennzeichnet durch behandlungsbedürftige Atemnot und Blutdruckabfall, Schwellungen der Haut und Schleimhäute (Angioödem) und Nesselsucht (generalisierte Urtikaria), sind auch nach einer geeigneten Vorbehandlung gesehen worden. Ihre Ärztin/Ihr Arzt wird gegebenenfalls die Paclitaxel-Infusion absetzen und Sie den Erfordernissen entsprechend behandeln.
Wenn Paclitaxel HEXAL 30 mg/5 ml in Kombination mit Trastuzumab angewendet wird, sollte zu Beginn und während der Behandlung (z.B. alle drei Monate [bei Auffälligkeit häufiger]) die Herzfunktion durch kardiologische Untersuchungen (EKG, Echocardiogramm, MUGA-Scan) sorgfältig überwacht werden.
Paclitaxel HEXAL 30 mg/5 ml muss mit Vorsicht eingesetzt werden, wenn Sie in der Vergangenheit Empfindungsstörungen in Händen und üßen hatten (sog. Periphere Neuropathie, die meist durch anhaltendes Taubheitsgefühl, Kribbeln und/oder Schmerzen gekennzeichnet ist); wenn sich Ihr Blutbild ändert (z. B. aufgrund zurückliegender Behandlungen) oder wenn Sie Probleme mit dem Herzen, dem Herz-Kreislauf-System (niedriger Blutdruck, hoher Blutdruck, verlangsamte Herztätigkeit) oder der Leber (Leberfunktionsstörungen) haben. Sie sollten sicherstellen, dass Ihre behandelnde Ärztin/Ihr behandelnder Arzt über Ihre augenblickliche gesundheitliche Situation und alle vorausgegangenen Behandlungen informiert ist.
Paclitaxel HEXAL 30 mg/5 ml sollte bei Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung nicht eingesetzt werden.
Pseudomembranöse Kolitis (eine schwere Form der Dickdarmentzündung) wurde in seltenen ällen berichtet. Darunter waren auch Patienten, die nicht gleichzeitig mit Antibiotika behandelt wurden. Eine solche Reaktion sollte bei der Diffenrenzierung von Fällen von schwerem oder anhaltendem Durchfall, die während oder kurz nach einer Paclitaxel-Behandlung auftreten, in Erwägung gezogen werden.
Paclitaxel HEXAL 30 mg/5 ml wirkt erbgutschädigend. Männlichen Patienten wird daher empfohlen während der Behandlung und bis zu 6 Monate danach kein Kind zu zeugen und sich vor Therapiebeginn wegen der Möglichkeit einer irreversiblen Infertilität durch die Therapie mit Paclitaxel über eine Spermakonservierung beraten zu lassen. Frauen im gebärfähigen Alter sollten eine wirkungsvolle Kontrazeption durchführen.
Warnhinweise
Dieses Arzneimittel enthält Alkohol und kann daher das zentrale Nervensystem beeinflussen. Es sollte nicht angewendet werden bei Erkrankungen der Leber, Alkoholkranken, Epileptikern, Hirngeschädigten. Die Wirkung anderer Arzneimittel kann beeinträchtigt oder verstärkt werden.
Aufgrund des Gehaltes an Macrogolglycerolricinoleat (Poly(oxyethylen)-35-Rizinusöl) kann es zu Überempfindlichkeitsreaktionen (Blutdruckabfall, Kreislaufstörungen, Atemnot und Hitzewallungen) kommen.
a) Kinder
Es liegen keine Untersuchungen zur Wirksamkeit und Unbedenklichkeit von Paclitaxel bei Kindern vor. Eine Anwendung bei Kindern wird daher nicht empfohlen.
b) Ältere Menschen
Es liegen keine Untersuchungen zur Wirksamkeit und Unbedenklichkeit von Paclitaxel bei älteren Menschen (über 65 Jahre) vor. Eine Anwendung bei älteren Menschen wird daher nicht empfohlen.
c) Schwangerschaft
Erfahrungen über die Anwendung von Paclitaxel bei Schwangeren liegen nicht vor. Wie andere zytotoxische Arzneimittel kann Paclitaxel zu Schäden des ötus führen und ist daher in der Schwangerschaft kontraindiziert. Während der Behandlung mit Paclitaxel HEXAL 30 mg/5 ml müssen Sie eine Schwangerschaft vermeiden und, falls dennoch eine Schwangerschaft eintritt, sofort den behandelnden Arzt informieren.
d) Stillzeit
Paclitaxel darf bei Stillenden nicht eingesetzt werden. Während der Behandlung sollten Sie nicht stillen.
e) Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen
Die ähigkeit zum Autofahren oder zum Bedienen von Maschinen wird durch den Wirkstoff (Paclitaxel) wahrscheinlich nicht beeinträchtigt. Aufgrund des Alkoholgehalts kann das Reaktionsvermögen jedoch beeinträchtigt werden.

Wie wird es angewendet?

WIE IST Paclitaxel HEXAL 30 mg/5 ml ANZUWENDEN?
Ihre Ärztin/Ihr Arzt bestimmt die für Sie geeignete Dosis. Die Dosierung ist abhängig von der Körperoberfläche. Paclitaxel wird als Dauerinfusion über 3 oder 24 Stunden verabreicht. Wenn Ihre Ärztin/Ihr Arzt nicht anders verordnet, wird die Paclitaxel-Gabe alle 3 Wochen wiederholt.
Wegen des möglichen Risikos allergischer Reaktionen werden Sie einige Stunden vor der Paclitaxel-Gabe mit Corticosteroiden, Antihistaminika und H2-Antagonisten vorbehandelt.

ArzneimittelDosisVerabreichung vor Paclitaxel HEXAL 30 mg/5 ml
Dexamethason20 mg oralca. 12 und 6 Stunden
Diphenhydramin50 mg i.v.30 bis 60 Minuten
Cimetidin
Oder
Ranitidin
300 mg i.v.
50 mg i.v.
30 bis 60 Minuten

Erstbehandlung des Eierstockkrebs (Ovarialkarzinom):
Abhängig von der Infusionsdauer werden zwei Dosierungen empfohlen: Paclitaxel 175 mg/m2 Körperoberfläche (KO), intravenös verabreicht über 3 Stunden, gefolgt von Cisplatin 75 mg/m2 KO, in Intervallen von 3 Wochen
oder
Paclitaxel 135 mg/m2 KO als Infusion über 24 Stunden, gefolgt von Cisplatin 75 mg/m2 KO, mit 3 Wochen Pause zwischen den Therapiekursen.
Sekundärbehandlung von Eierstockkrebs (Ovarialkarzinom):
Die empfohlene Dosierung von Paclitaxel ist 175 mg/m2 KO, verabreicht als Infusion über 3 Stunden, mit 3 Wochen Pause zwischen den Therapiekursen.
Sekundärbehandlung von Brustkrebs (Mammakarzinom):
Die empfohlene Dosierung von Paclitaxel ist 175 mg/m2 KO, verabreicht als Infusion über 3 Stunden, mit 3 Wochen Pause zwischen den Therapiekursen.
Behandlung von fortgeschrittenem nicht-kleinzelligem Bronchialkarzinom (NSCLC):
Die empfohlene Dosierung von Paclitaxel ist 175 mg/m2 KO , verabreicht als Infusion über 3 Stunden, gefolgt von Cisplatin 80 mg/m2 KO, mit 3 Wochen Pause zwischen den Therapiekursen.
Die Folgedosierung von Paclitaxel ist abhängig von der Verträglichkeit.
Paclitaxel sollte erst wieder verabreicht werden, wenn die Neutrophilenzahl 1.500/mm3 und die Blutplättchen 100.000/mm3 beträgt. Bei Patienten, bei denen eine schwere Neutropenie (Zahl der Neutophilen < 500/mm3 für eine Dauer von 7 Tagen) oder eine schwere periphere Neuropathie auftritt, sollte bei nachfolgenden Behandlungskursen eine Dosisreduktion um 20 % erfolgen.
Handhabung
Wie bei allen antineoplastischen Mitteln soll die Handhabung von Paclitaxel HEXAL 30 mg/5 ml nur mit Vorsicht erfolgen.
Verdünnungen sollten unter aseptischen Bedingungen nur von erfahrenen Personen und in besonders ausgewiesenen Räumen durchgeführt werden. Die Verwendung von Schutzhandschuhen wird empfohlen. Vorsichtsmaßnahmen, um einen Kontakt mit der Haut und Schleimhaut zu verhindern, sollten ergriffen werden. Falls Paclitaxel HEXAL 30 mg/5 ml-Lösung mit der Haut in Kontakt kommt, muss die Haut sofort und sorgfältig mit Seife und Wasser gesäubert werden. Bei Hautkontakt wurde Kribbeln, Brennen und Rötung gesehen. Falls Paclitaxel HEXAL 30 mg/5 ml-Lösung mit Schleimhaut in Berührung kommt, muss eine sorgfältige Spülung mit Wasser erfolgen. Bei Inhalation wurde Dyspnoe, Brustschmerz, Brennen im Rachen und Brechreiz berichtet.
Ein Chemo-Pin oder Chemo-Spike sollte nicht verwendet werden, weil der Gummistopfen der Durchstechflasche beschädigt werden kann, wodurch die Sterilität verloren geht.
Herstellung der Infusionslöung:
Vor der Infusion muss Paclitaxel HEXAL 30 mg/5 ml-Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung unter aseptischen Bedingungen mit isotonischer Natriumchlorid-Lösung 0,9 % oder Glukoselösung 5 % auf eine Endkonzentration von 0,,2 mg Paclitaxel/ml fertige Infusionslösung verdünnt werden.
Die zubereitete Infusionslösung ist bei Raumtemperatur bis zu 27 Stunden haltbar. ür davon abweichende Aufbewahrungszeiten und -bedingungen ist der Anwender verantwortlich. Verdünnte Lösungen dürfen nicht im Kühlschrank aufbewahrt werden.
Bei der Zubereitung kann die Lösung Schlieren bilden, welche auf das Lösungsmittel im Konzentrat zurückzuführen sind; diese sind durch Filtrieren nicht zu beseitigen. Die Paclitaxel HEXAL 30 mg/5 ml-Infusionslösung sollte über einen Filter (In-Line-Filter) mit einer Mikroporenmembran, dessen Porendurchmesser 0,22 m ist, infundiert werden. Im Versuch mit einem entsprechenden Infusionssystem mit In-Line-Filter wurde kein relevanter Wirkstoffverlust festgestellt.
Obwohl selten Ausfällungen während der Paclitaxel-Infusion berichtet wurden, üblicherweise gegen Ende einer 24-stündigen Infusion, konnten in Stabilitätsuntersuchungen zu Paclitaxel HEXAL 30 mg/5 ml keine Ausfällungen beobachtet werden. Um dennoch die mögliche Gefahr von Ausfällungen zu verringern, sollte Paclitaxel so bald wie möglich nach der Herstellung der verdünnten Infusionslösung verabreicht werden. Übermäßiges Schütteln sollte vermieden werden. Die Ursache für diese Ausfällungen ist unklar, man geht jedoch davon aus, dass sie mit einer Übersättigung der verdünnten Infusionslösung in Zusammenhang stehen. Die Infusionssets sollten vor Gebrauch gründlich gespült werden.
Während der Infusion sollte das Aussehen der Lösung regelmäßig inspiziert und die Infusion bei Auftreten von Niederschlag gestoppt werden.
Um Patienten in möglichst geringem Ausmaß DEHP (Bis(2-ethylhexyl)phthalat) auszusetzen, das aus PVC-Infusionsbeuteln, -sets oder anderen medizinischen Instrumenten herausgelöst werden kann, dürfen Paclitaxel HEXAL 30 mg/5 ml-Lösungen (Verdünnungen) nur in Behältnissen (Glas, Polyethylen) aufbewahrt werden, die kein PVC enthalten oder aus PVC bestehen, und die Verabreichung soll mittels Infusionssets mit Polyethylenauskleidung erfolgen. Filtervorrichtungen (z.B. Ivex-2), die einen kurzen Einlass- bzw. Auslass-Teil aus PVC haben, führten zu keiner deutlichen Freisetzung von DEHP.
Entsorgung
Nicht verwendetes Paclitaxel HEXAL 30 mg/5 ml und alle Gegenstände, die zur Herstellung und Verabreichung von Paclitaxel HEXAL 30 mg/5 ml verwendet werden bzw. mit Paclitaxel HEXAL 30 mg/5 ml in Kontakt kommen, müssen gemäß den nationalen/örtlichen Richtlinien für die Entsorgung von zytostatischen Substanzen vernichtet werden.
Wenn eine größere Menge als empfohlen verabreicht wurde
Erste mögliche Anzeichen einer Überdosierung sind Funktionsstörungen des Knochenmarks (Knochenmarksdepression), Empfindunsstörungen in Händen und üßen (periphere Neuropathie) und Schleimhautentzündungen (Mukositis).
Es gibt kein bekanntes Gegenmittel (Antidot) gegen eine Überdosierung.
Im Falle einer Überdosierung wird die behandelnde Ärztin/der behandelnde Arzt über das weitere Vorgehen entscheiden.

Was sind mögliche Nebenwirkungen?

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln
Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden bzw. vor kurzem eingenommen/angewendet haben, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt.
ür die Erstbehandlung von Eierstockkrebs (Ovarialkarzinom) wird empfohlen, Paclitaxel vor Cisplatin zu verabreichen: Wenn Paclitaxel vor Cisplatin gegeben wird, ist die Verträglichkeit die gleiche, wie berichtet, wenn Paclitaxel als Monotherapie gegeben wird. Wird Paclitaxel nach Cisplatin verabreicht, zeigten die Patienten eine ausgeprägtere Einschränkung der Knochenmarkfunktion und eine Abnahme der Paclitaxel-Ausscheidung um ca. 20%.
Paclitaxel wird über bestimmte Enzyme (Cytochrom -Isoenzyme CYP2C8 und 3A4) verstoffwechselt. Aufgrund begrenzter Daten soll die gleichzeitige Verabreichung von Paclitaxel und Stoffen, die bekannterweise über das Enzym CYP3A4 verstoffwechselt werden oder dieses hemmen, mit Vorsicht verabreicht werden. Ketoconazol, welches ebenfalls über CYP3A4 verstoffwechselt wird, kann hingegen gleichzeitig mit Paclitaxel verabreicht werden.
WELCHE NEBENWIRKUNGEN SIND MÖGLICH?
Wie alle Arzneimittel kann Paclitaxel HEXAL 30 mg/5 ml Nebenwirkungen haben.
Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeitsangaben zugrunde gelegt:

Sehr häufig
Mehr als 1 von 10 Behandelten
Häufig
Weniger als 1 von 10 Behandelten, aber mehr als 1 von 100 Behandelten
Gelegentlich
Weniger als 1 von 100 Behandelten, aber mehr als 1 von 1000 Behandelten
Selten
Weniger als 1 von 1000 Behandelten, aber mehr als 1 von 10.000 Behandelten
Sehr selten
1 oder weniger von 10.000 Behandelten einschließlich Einzelfälle

Wenn nichts anderes angegeben ist, sind Häufigkeit und Schweregrad der Nebenwirkungen bei Patienten, die Paclitaxel zur Behandlung von Eierstockkrebs (Ovarialkarzinom), Brustkrebs (Mammakarzinom) oder Bronchialkrebs (NSCLC) im Allgemeinen ähnlich. Keine der unter Paclitaxel beobachteten Nebenwirkungen war eindeutig vom Alter der Patienten abhängig.
In der folgenden Übersicht sind unerwünschte Ereignisse aller Schweregrade gelistet, die im Zusammenhang mit einer Paclitaxel-Monotherapie (verabreicht als Infusion über 3 Stunden, im metastasierten Stadium, 812 Patienten in klinischen Studien) beobachtet oder die nach Markteinführung von Paclitaxel* berichtet wurden:
Infektionen und parasitäre Erkrankungen:
Sehr häufig: Infektionen
Gelegentlich: septischer Schock
Selten*: Lungenentzündung (Pneumonie), Blutvergiftung
(Sepsis)
Störungen des Blut-bildenden Systems und des Lymphsystems:
Sehr häufig: Funktionsstörung des Knochenmarks
(Myelosuppression) mit starker Verminderung
aller oder einer Untergruppe der weißen
Blutkörperchen (Leukopenie oder
Neutropenie), Verminderung der roten
Blutkörperchen (Anämie) und Verminderung
der Blutplättchen (Thrombozytopenie)
Sehr selten*: bestimmte Formen von Blutkrebs (akute
myeloische Leukämie, myelodysplastisches
Syndrom)
Störungen des Immunsystems:
Sehr häufig: leichte Überempfindlichkeitsreaktionen
(34 %), hauptsächlich Hautrötung mit
Hitzegefühl (Flush) und Haustausschlag
Gelegentlich: schwerwiegende, behandlungsbedürftige
Überempfindlichkeitsreaktionen (z.B.
Blutdruckabfall [Hypotonie], Schwellungen
von Haut und Schleimhaut [Angioödem],
Atemnot, Nesselsucht [generalisierte
Urtikaria])
Selten*: schwere Überempfindlichkeitsreaktionen
(anaphylaktische Reaktionen)
Sehr selten*: anaphylaktischer Schock
Störungen des Stoffwechsels und der Ernährung:
Sehr selten*: Appetitlosigkeit (Anorexie)
Psychiatrische Störungen
Sehr selten*: Verwirrung
Störungen des Nervensystems:
Sehr häufig: Schädigung des Nervensystems
(Neurotoxizität), hauptsächlich
Empfindungsstörungen an Händen und üßen
(periphere Neuropathie)
Selten*: motorische Neuropathie (mit daraus
resultierender, wenig ausgeprägter Schwäche
in den distalen Extremitäten)
Sehr selten*: autonome Neuropathie (mit der Folge einer
Darmlähmung [paralytischen Ileus] und eines
Blutdruckabfalls beim Übergang vom Liegen
zum Stehen [orthostatischer Hypotonie]),
epileptische Anfälle [Grand-mal-Anfälle],
Schüttelkrämpfe [Konvulsionen], Erkrankung
des Gehirns [Enzephalopathie], Schwindel,
Kopfschmerzen
Störungen des Auges:
Sehr selten*: Störungen am Sehnerv und/oder Sehstörungen
(Gesichtsfeldausfall mit Flimmern, Funken
oder Blitze sehen [Flimmerskotoma]), vor
allem bei Patienten die höhere als die
empfohlene Dosierung erhielten
Störungen des Ohrs und des Labyrinths:
Sehr selten*: Hörverlust, Klingeln im Ohr (Tinnitus),
Schwindel (Vertigo)
Störungen der Herzfunktion:
Häufig: Verlangsamung des Herzschlags
(Bradykardie)
Gelegentlich Herzmuskelerkrankung (Kardiomyopathie),
Herzrhythmusstörung mit schneller
Herzschlagfolge ohne oder mit Symptomen
(asymptomatische ventrikuläre Tachykardie,
Tachykardie mit Begeminie,AV-Block und
Bewusstlosigkeit [Synkope]), Herzinfarkt
Sehr selten*: Vorhofflimmern
Störungen der Gefäßsystems und des Kreislaufs:
Sehr häufig: Blutdruckabfall (Hypotonie)
Gelegentlich: Blutdruckanstieg (Hypertonie),
Blutpfropfbildung (Thrombose),
Venenentzündung mit Blupfropfbildung
(Thrombophlebitis)
Sehr selten*: Schock
Störungen der Atemwege, des Brustraums und des Mediastinums:
Selten*: Atemnot, Flüssigkeitsansammlung im
Bauchraum (pleurale Effusionen)
Sehr selten*: Husten
Störungen im Magen-Darm-Bereich:
Sehr häufig: Übelkeit, Erbrechen, Durchfall,
Schleimhautentzündung (Mukositis)
Sehr selten*: Obstruktion im Dickdarmbereich, Dickdarm-
Perforation, weitere schwere Störungen im
Dickdarmbereich (ischämische Kolitis,
mesenteriale Thrombose, pseudomembranöse
Kolitis), Entzündung der Speiseröhre
(Ösophagitis), Verstopfung (Obstipation),
Bauchwassersucht (Aszites),
Bauchspeicheldrüsenentzündung
Störungen der Leber und Gallengänge:
Sehr selten*: Absterben von Leberzellen (hepatische
Nekrose), Schädigung des
Zentralnervensystems durch eine
Leberfunktionsstörung (hepatische
Enzephalopathie)
Störungen an Haut- und Unterhautzellgewebe:
Sehr häufig: Haarausfall (Alopezie)
Häufig: vorübergehende und wenig ausgeprägte
Veränderungen an Nägeln und Haut
Selten*: Juckreiz (Pruritus), Hautausschlag,
Hautrötung (Erythem)
Sehr selten*: Schwere Hautreaktionen (Stevens-Johnson-
Syndrom, epidermale Nekrolyse, Erythema
multiforme, exfoliative Dermatitis),
Nesselsucht (Urtikaria), Ablösung von
Nagelplatte und Nagelbett (Oncholyse);
Patienten sollten während der Behandlung
Sonnenschutz an Händen und üssen tragen
Störungen der Skelettmuskulatur, des Bindegewebes und der
Knochen:
Sehr häufig: Gelenkschmerzen (Arthralgie), Muskel-
schmerzen (Myalgie)
Störungen des Allgemeinbefindens und Beschwerden am Anwendungsort:
Häufig: Reaktionen an der Injektionsstelle
(einschließlich lokalisiertem Ödem,
Schmerzen, Hautrötung (Erythem),
Hautverhärtung (Induration); nicht
beabsichtigtes Austreten der
Infusionslösung in das umliegende Gewebe
(Extravasation) kann zu einer Cellulitis führen
Selten*: Kraftlosigkeit (Asthenie), Fieber,
Wasserverlust (Dehydratation)
Laborwerte:
Häufig: starke Erhöhung bestimmter Leberwerte
(AST[SGOT], alkalische Phosphatase)
Gelegentlich: starke Erhöhung des Bilirubinwertes
Die häufigste schwerwiegende Nebenwirkung war Kochenmarksuppression. Schwere Neutropenie (<500/mm3) ohne fiebrige Episoden trat bei 28 % der Patienten auf. Nur 1 % der Patienten hatte für 7 Tage oder länger eine schwere Neutropenie. Eine Thrombozytopenie wurde bei 11 % der Patienten berichtet. 3 % der Patienten hatten mindestens einmal während der Studie eine Blutplättchenzahl (Nadir) <50.000/mm3. Anämie wurde bei 64 % der Patienten beobachtet, war aber nur bei 6 % schwer (Hb <5 g/100 ml). Die Inzidenz und die Schwere der Anämie ist abhängig vom Hämoglobin-Ausgangswert.
Toxisch-bedingte Schädigungen des Nervensystems (Neurotoxizität; hauptsächlich periphere Neuropathie) trat häufiger und in schwererer Form auf, wenn 175 mg/m2 als 3 Stunden-Infusion (85 % Neurotoxizität, 15 % schwer),
mit Cisplatin verabreicht wurde, als wenn 135 mg/m2 als 24 Stunden-Infusion (25 % periphere Neuropathie, 3 % schwer) in Kombination mit Cisplatin verabreicht wurden.
Bei NSCLC-Patienten und bei Patientinnen mit Ovarialkarzinom, die Paclitaxel über 3 Stunden gefolgt von Cisplatin erhielten, war die Inzidenz von schwerer Neurotoxizität offensichtlich höher.
Periphere Neuropathie kann schon während des ersten Behandlungskurses auftreten, kann sich mit Häufigkeit der Paclitaxel-Anwendung verstärken und war bei einigen Patienten die Ursache für ein Absetzen von Paclitaxel. Empfindungsstörungen besserten sich bzw. verschwanden im Allgemeinen innerhalb einiger Monate nach Absetzen von Paclitaxel. Eine bereits vorbestehende Neuropathie, als Folge früherer Therapien, stellt keine Kontraindikation für Paclitaxel dar.
Gelenk- oder Muskelschmerzen traten bei 60 % der Patienten auf und waren bei 13 % der Patienten schwer.
Eine schwerwiegende Überempfindlichkeitsreaktion mit potenziell letalem Ausgang (definiert als behandlungsbedürftige Hypotonie, Angioödem, Atemnot, die eine bronchodilatierende Behandlung erforderlich machte oder generalisierte Urtikaria) trat bei zwei (<1 %) Patienten auf. Bei 34 % der Patienten (17 % aller Therapiekurse) traten leichte Überempfindlichkeitsreaktionen auf. Diese leichten Überempfindlichkeitsreaktionen, hauptsächlich Flush und Hautausschlag, waren nicht behandlungsbedürftig und erforderten kein Absetzen von Paclitaxel.
Reaktionen an der Injektionsstelle während der intravenösen Verabreichung können zu lokalisiertem Ödem, Schmerzen, Erythem und Verhärtung führen. Gelegentlich kann Extravasation zu einer Cellulitis führen. Eine Hautabschuppung und/oder Hautablösung wurde berichtet, manchmal im Zusammenhang mit einer Extravasation. Es kann auch zu einer Depigmentierung der Haut kommen. Ein Wiederauftreten von Hautreaktionen an der Stelle einer vorhergegangenen Extravasation, wenn Paclitaxel an einer anderen Stelle injiziert wird (ein so genannter Recall), wurde selten berichtet. Eine spezifische Behandlung von Reaktionen, die durch extravasale Gabe auftreten, ist zur Zeit nicht bekannt.
Kombinationsbehandlung
Die folgenden Angaben beziehen sich auf zwei große klinische
Studien zur First-line Chemotherapie des Ovarialkarzinoms
(Paclitaxel + Cisplatin: 1050 Patientinnen), auf eine geplante Subgruppenanalyse zur First-line Therapie des metastasierenden Mammakarzinoms (Paclitaxel + Trastuzumab: 188 Patientinnen) und auf zwei Phase II-Studien zur Behandlung des fortgeschrittenen NSCLC (Paclitaxel + Cisplatin: über 360 Patienten) (siehe 5.1).
In der First-line Chemotherapie des Ovarialkarzinoms traten bei Patientinnen, die mit Paclitaxel als Infusion über 3 Stunden gefolgt von Cisplatin behandelt wurden, Neurotoxizität, Arthralgie/Myalgie und Überempfindlichkeitsreaktionen häufiger und in schwererer Form auf als bei Patientinnen, die mit Cyclophosphamid gefolgt von Cisplatin behandelt wurden. Myelosuppression schien bei Verabreichung von Paclitaxel über 3 Stunden gefolgt von Cisplatin weniger häufig und weniger schwerwiegend zu sein als bei Verabreichung von Cyclophosphamid gefolgt von Cisplatin.
Wenn Paclitaxel als 3-stündige Infusion in Kombination mit Trastuzumab zur First-line Therapie des metastasierenden Mammakarzinoms verabreicht wurde, wurden die folgenden Ereignisse häufiger berichtet als unter Paclitaxel-Monotherapie (unabhängig von einem Zusammenhang mit Paclitaxel oder Trastuzumab):
Herzinsuffizienz (8 % vs. 1 %), Infektion (46 % vs. 27 %),
Schüttelfrost (42 % vs. 4 %), Fieber (47 % vs. 23 %), Husten
(42 % vs. 22 %), Hautausschlag (39 % vs. 18 %), Arthralgie (37% vs. 21 %), Tachykardie (12 % vs. 4 %), Diarrhöe (45 % vs. 30 %), Hypertonie (11 % vs. 3 %), Nasenbluten (18% vs.4%, Akne (11 % vs. 3 %), Herpes simplex (12 % vs. 3 %), unbeabsichtigte Verletzungen (13 % vs. 3 %), Schlaflosigkeit
(25 % vs. 13 %), Rhinitis (22 % vs. 5 %), Sinusitis (21 % vs.
7 %), sowie Reaktionen an der Injektionsstelle (7 % vs. 1 %).
Einige dieser Unterschiede könnten auf eine höhere Anzahl und
eine längere Dauer von Therapiekursen mit der
Paclitaxel/Trastuzumab-Kombination gegenüber der Paclitaxel-
Monotherapie zurückzuführen sein. Schwere Nebenwirkungen
wurden für Paclitaxel/Trastuzumab und Paclitaxel-Monotherapie
ähnlich häufig berichtet.
Wenn Paclitaxel in Kombination mit Trastuzumab bei Patienten, die zuvor mit Anthracyclinen behandelt wurden, angewandt wurde, erhöhte sich die Häufigkeit und Schwere einer Herzinsuffizienz im Vergleich zur Paclitaxel-Monotherapie (NYHA Klasse I/II: 10 % vs. 0 %, NYHA Klasse III/IV: 2 % vs. 1%) und wurde selten mit Todesfällen in Verbindung gebracht (siehe Fachinformation von Trastuzumab). Außer in diesen seltenen ällen sprachen alle Patienten auf eine angemessene medizinische Behandlung an.
Kogestive Herzinsuffizienz wurde auch berichtet nach Kombination von Paclitaxel mit Doxorubicin bei unbehandelten Patientinnen mit metastasierendem Mammakarzinom und keiner vorausgegangener Chemotherapie.
Bei Patientinnen, die gleichzeitig eine Strahlentherapie erhalten hatten, wurde eine Strahlenpneumonitis berichtet.

Wie soll es aufbewahrt werden?

Das Verfallsdatum ist auf der Durchstechflasche und der Faltschachtel dieses Arzneimittels aufgedruckt. Diese Packung darf nach diesem Datum nicht mehr verwendet werden.
Es bestehen keine speziellen Hinweise für die Lagerung.
Unter mikrobiologischen Gesichtspunkten kann das Arzneimittel nach dem erstmaligen Öffnen bis maximal 28 Tage bei Raumtemperatur unter Lichtschutz aufbewahrt werden.
STAND DER INFORMATION
März 2005

Zusätzliche Informationen

GEBRAUCHSINFORMATION
Bitte lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, denn, sie enthält wichtige Informationen für Sie.
- Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.
- Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.
Diese Packungsbeilage beinhaltet:
Paclitaxel HEXAL 30 mg/5 ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung
Der arzneilich wirksame Bestandteil ist Paclitaxel.
1 ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung enthält 6 mg Paclitaxel
Die sonstigen Bestandteile sind:
Ethanol 96%, Macrogolglycerolricinoleat (Ph.Eur.), wasserfreie Citronensäure (Ph.Eur.)
Paclitaxel HEXAL 30 mg/5 ml ist in Packungen mit 1, 5 und 10 zur Mehrfachentnahme geeigneten Durchstechflaschen zu 5 ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung (entsprechend 30 mg Paclitaxel) erhältlich.
von:
HEXAL AG
Industriestr. 25
83607 Holzkirchen
Tel.: (08024)
Fax: (08024)
E-Mail: medwiss@hexal-onkologie.de
Paclitaxel gehört zu der Arzneimittelgruppe der
Zytostatika. Diese werden zur Behandlung von
Krebserkrankungen eingesetzt.


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