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«Penicillin Grünenthal 5 Millionen I.E»

Was ist es und wofür wird es verwendet?

Penicillin Grünenthal 5 Millionen I.E. ist ein Antibiotikum (Penicillin) zur Behandlung bakterieller Infektionskrankheiten.
Penicillin Grünenthal 5 Millionen I.E. wird angewendet bei der Behandlung von systemischen und/oder lokalen Infektionen, die durch Benzylpenicillin-empfindliche Erreger verursacht sind, insbesondere solche durch Streptokokken, Pneumokokken, Gonokokken, Meningokokken und Spirochäten, wie z. B.
Infektionen des Hals-Nasen-Ohren-Bereiches
Infektionen der unteren Atemwege
Infektionen des gynäkologischen Bereiches
Strahlenpilzkrankheit (Aktinomykose)
Diphtherie
Entzündungen der Herzinnenhaut (Endokarditis) und im Bereich implantierter Herzklappen (Endoplastitis)
Wundrose (Erysipel)
Gasbrand
Gehirnhautentzündung (Meningitis) und Hirnabszess
Entzündung des Knochenmarks (Osteomyelitis)
Entzündung des Bauchfells (Peritonitis)
Blutvergiftung (Septikämien)
Wundstarrkrampf (Tetanus)
Wundinfektionen.
Gegebenenfalls ist die Kombination mit einem weiteren geeigneten Antibiotikum angezeigt.
Bei überwiegend durch Staphylokokken verursachten Infektionen, wie Knochenmarkentzündung (Osteomyelitis) und Wundinfektionen, muss heute von Benzylpenicillin resistenten Staphylokokken ausgegangen werden. Eine Therapie mit Penicillin Grünenthal 5 Millionen I.E. sollte nur nach Resistenzprüfung erfolgen.
Penicillin Grünenthal 5 Millionen I.E. sollte bei schweren Infektionen durch unbekannte Erreger nicht allein (in Monotherapie) angewendet werden.

Was müssen Sie vor dem Gebrauch beachten?

Was müssen Sie vor der Anwendung von Penicillin Grünenthal 5 Millionen I.E. Beachten?
Penicillin Grünenthal 5 Millionen I.E. darf nicht angewendet werden,
wenn Sie überempfindlich (allergisch) gegen Benzylpenicillin-Natrium oder Benzylpenicillin-Kalium oder einen der sonstigen Bestandteile von Penicillin Grünenthal 5 Millionen I.E. sind.
wenn Sie z. B. bereits früher mit Penicillin Grünenthal 5 Millionen I.E. oder mit anderen Penicillin-Präparaten behandelt wurden und dabei Überempfindlichkeitsreaktionen (z. B. Hautausschläge, Juckreiz, Fieber, Atemnot, Blutdruckabfall) aufgetreten sind, darf Penicillin Grünenthal 5 Millionen I.E. wegen der Gefahr eines lebensbedrohlichen anaphylaktischen Schocks nicht angewendet werden.
Besondere Vorsicht bei der Anwendung von Penicillin Grünenthal 5 Millionen I.E. ist erforderlich,
wenn vor der Behandlung mit Penicillin Grünenthal 5 Millionen I.E. bei Ihnen nach Anwendung anderer Antibiotika (z. B. Cephalosporine, Imipenem), ausgenommen Monobactame (Aztreonam) Unverträglichkeiten aufgetreten sind. In diesem Fall entscheidet Ihr Arzt, ob Penicillin Grünenthal 5 Millionen I.E. angewendet werden darf.
bei eingeschränkter Nierenfunktion. Dann sollte die Erhaltungsdosis reduziert oder das Dosierungsintervall verlängert werden (siehe „Wie ist Penicillin Grünenthal 5 Millionen I.E. anzuwenden?“).
bei Patienten mit einer Herzerkrankung oder schweren Elektrolytstörungen anderen Ursprungs. Dann sollten Sie auf die Elektrolytzufuhr achten, insbesondere auf die Kaliumzufuhr.
wenn Sie an Hautpilzerkrankungen leiden. Dann ist das Risiko allergischer Reaktionen erhöht.
wenn Sie Diabetiker sind. Dann ist mit einer verzögerten Resorption aus dem intramuskulären Depot zu rechnen.
wenn Sie bestimmte Arzneimittel einnehmen/anwenden. Dann kann es sein, dass Sie Penicillin Grünenthal 5 Millionen I.E. nicht bzw. nur mit besonderer Vorsicht anwenden dürfen, bitte lesen Sie deshalb auch den Abschnitt über die „Anwendung mit anderen Arzneimitteln“ besonders aufmerksam.
wenn Sie Penicillin Grünenthal 5 Millionen I.E. langfristig und wiederholt anwenden. Dies kann zu Superinfektionen mit resistenten Bakterien oder Sprosspilzen führen.
Kinder
Bei Früh- und Neugeborenen sollten Sie wegen der Leberunreife und der verminderten Ausscheidung von Benzylpenicillin ein Dosierungsintervall von 12 Stunden nicht unterschreiten (siehe „Wie ist Penicillin Grünenthal 5 Millionen I.E. anzuwenden?“).
Beeinflussung von labordiagnostischen Untersuchungen
Wenn Sie Penicillin Grünenthal 5 Millionen I.E. anwenden, können die Ergebnisse folgender labordiagnostischer Untersuchungen zu falsch positiven Ergebnissen führen:
• Die Eiweißbestimmung im Urin mittels Präzipitationsverfahren (Sulfosalicylsäure, Trichloressigsäure), der Folin-Ciocalteu-Lowry-Methode oder der Biuret-Methode.
• Die Aminosäurebestimmung im Urin mittels der Ninhydrin-Methode.
• Der nicht enzymatische Harnzuckernachweis und der Urobilinogennachweis.
• Der direkte Coombs-Test (spezieller medizinischer Test im Blut). Er entwickelt sich häufig bei Patienten, die 10 Millionen I.E. (entsprechend 6 g) Benzylpenicillin oder mehr pro Tag erhalten, positiv. Nach Absetzen des Penicillins kann der direkte Coombs-Test noch während 6 bis 8 Wochen positiv bleiben und die Hämolyse (Zerfall roter Blutkörperchen) anhalten.
• Bei der Bestimmung von 17-Ketosteroiden (mittels der Zimmermann-Reaktion) im Urin können unter der Therapie mit Penicillin Grünenthal 5 Millionen I.E. erhöhte Werte auftreten.
Weiterhin können die Ergebnisse folgender labordiagnostischer Untersuchungen beeinflusst werden:
• In elektrophoretischen Methoden zur Albumin-Bestimmung kann durch die Bindung von Penicillinen an Albumine eine Pseudobisalbuminämie vorgetäuscht werden.
Bei Anwendung von Penicillin Grünenthal 5 Millionen I.E. mit anderen Arzneimitteln
Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden bzw. vor Kurzem eingenommen/angewendet haben, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt.
Fragen Sie Ihren Arzt insbesondere, wenn Sie Arzneimittel mit den Wirkstoffen Probenecid, Acetylsalicylsäure oder andere Salicylsäureverbindungen, Phenylbutazon, Indometacin und Sulfinpyrazon einnehmen, da diese Wirkstoffe zu einer erhöhten Konzentration von Benzylpenicillin und einer verlängerten Verweildauer im Blut führen. Zusätzlich hemmt Probenecid auch den Penicillin-Transport aus der Gehirn-Rückenmark-Flüssigkeit, so dass bei gleichzeitiger Gabe von Probenecid die ohnehin schlechte Penetration von Benzylpenicillin in das Gehirngewebe noch verringert wird.
Sie sollten Penicillin Grünenthal 5 Millionen I.E. aufgrund möglicher antagonistischer Effekte nicht kombiniert mit Bakterienwachstum hemmenden (bakteriostatischen) Arzneimitteln anwenden.
Bitte beachten Sie, es ist nicht auszuschließen, dass unter der Therapie mit Penicillin Grünenthal 5 Millionen I.E. in seltenen ällen die Sicherheit der empfängnisverhütenden Wirkung von hormonalen Kontrazeptiva ("Pille") in Frage gestellt sein kann. Es empfiehlt sich deshalb, zusätzlich andere Methoden der Empfängnisverhütung anzuwenden.
Informieren Sie bitte außerdem Ihren Arzt oder Apotheker beim Auftreten von Durchfällen, da diese zur Störung der Aufnahme anderer Arzneimittel in den Körper führen und damit deren Wirkung beeinträchtigen können.
Bitte beachten Sie, dass diese Angaben auch für vor Kurzem angewandte Arzneimittel gelten können.
Schwangerschaft und Stillzeit
Bisherige Erfahrungen mit der Anwendung bei Schwangeren haben keine Anhaltspunkte für fruchtschädigende Wirkungen ergeben. Eine Anwendung von Penicillin Grünenthal 5 Millionen I.E. ist während der gesamten Schwangerschaft bei entsprechender Indikationsstellung möglich.
Benzylpenicillin tritt in geringen Mengen in die Muttermilch über. Bei der Anwendung von Penicillin Grünenthal 5 Millionen I.E. während der Stillzeit ist beim gestillten Säugling eine Sensibilisierung und Beeinträchtigung der normalen bakteriellen Darmbesiedelung nicht auszuschließen. Achten Sie auf Durchfälle und Sprosspilzbesiedelung der Schleimhäute beim Säugling.
Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen
Es wurden keine Studien zu den Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die ähigkeit zum Bedienen von Maschinen durchgeführt. Auf Grundlage des Arzneimittelprofils und der gelisteten Nebenwirkungen ist kein Effekt oder vernachlässigbarer Einfluss von Benzylpenicillin auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen zu erwarten.
Benzylpenicillin kann jedoch bei Anwendung in höherer Dosierung Nebenwirkungen (z. B. Schwindel), die die Verkehrstüchtigkeit und die ähigkeit zum Bedienen von Maschinen beeinflussen, zur Folge haben (siehe „Welche Nebenwirkungen sind möglich?“).
Wichtige Informationen über bestimmte sonstige Bestandteile von Penicillin Grünenthal 5 Millionen I.E.
Eine Flasche Penicillin Grünenthal 5 Millionen I.E. enthält 8,1 mmol (186,3 mg) Natrium. Wenn Sie eine kochsalzarme Diät einhalten müssen, sollten Sie dies berücksichtigen.
Penicillin Grünenthal 5 Millionen I.E. enthält Kalium, aber weniger als 1 mmol (39 mg) Kalium pro Flasche, d. h., es ist nahezu „kaliumfrei“.

Wie wird es angewendet?

Wie ist Penicillin Grünenthal 5 Millionen I.E. Anzuwenden?
Wenden Sie dieses Arzneimittel entsprechend der nachfolgenden Dosierungsempfehlung an.
ür Einheiten und Masseangaben gelten folgende Beziehungen:
1 mg Benzylpenicillin-Natrium entspricht 1670 Internationalen Einheiten (I.E.) Benzylpenicillin, 1 mg Benzylpenicillin-Kalium entspricht 1598 Internationalen Einheiten (I.E.) Benzylpenicillin.
1 Millionen Internationale Einheiten Benzylpenicillin entsprechen 598,9 mg Benzylpenicillin-Natrium bzw. 625,9 mg Benzylpenicillin-Kalium.
Im Allgemeinen betrachtet man 600 mg Benzylpenicillin-Natrium oder 600 mg Benzylpenicillin-Kalium als äquivalent zu 1 Millionen Internationalen Einheiten Benzylpenicillin.
Wie viel von Penicillin Grünenthal 5 Millionen I.E. und wie oft sollten Sie Penicillin Grünenthal 5 Millionen I.E. anwenden?
Benzylpenicillin hat einen breiten Dosierungsspielraum, wobei sich die Art der Anwendung, die Höhe der Dosis und das Dosierungsintervall nach Art und Empfindlichkeit des Erregers, der Schwere der Infektion und dem Zustand des Patienten richten.
Erwachsene und Kinder über 12 Jahre:
erhalten bei normal empfindlichen Keimen eine Tagesdosis von 1 bis 5 Millionen I.E. Benzylpenicillin (entsprechend 600 bis 3000 mg Benzylpenicillin-Natrium/-Kalium), verteilt auf 4 bis 6 Einzelgaben. Bei schweren Infektionen, wie z. B. bakterieller Endokarditis oder Meningitis, sollten die Tagesdosen auf 20 bis 60 Millionen I.E. Benzylpenicillin (entsprechend 12.000 bis 36.000 mg Benzylpenicillin-Natrium/-Kalium) erhöht werden.
Kinder (1. bis 12. Lebensjahr):
0,05 bis 0,5 Millionen I.E. Benzylpenicillin (entsprechend 30 bis 300 mg Benzylpenicillin-Natrium/-Kalium)/kg KG und Tag in 4 bis 6 Einzelgaben.
Säuglinge (1. bis 12. Lebensmonat):
0,05 bis 1,0 Millionen I.E. Benzylpenicillin (entsprechend 30 bis 600 mg Benzylpenicillin-Natrium/-Kalium)/kg KG und Tag in 3 bis 4 Einzelgaben.
Vorsicht: Bei zu rascher Infusion kann es zu Krämpfen kommen.
Neugeborene (bis 4. Lebenswoche):
0,05 bis 0,1 (bis 0,5) Millionen I.E. Benzylpenicillin [entsprechend 30 bis 60 (bis 300) mg Benzylpenicillin-Natrium/-Kalium]/kg KG und Tag in 2 Einzelgaben.
Bei Früh- und Neugeborenen sollte wegen der Leberunreife und der verminderten Exkretion von Benzylpenicillin ein Dosierungsintervall von 12 Stunden nicht unterschritten werden.
Dosierung bei eingeschränkter Nierenfunktion
Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion ist die Initialdosis gleich der bei Nierengesunden.
Sie sollten jedoch die Erhaltungsdosis reduzieren bzw. verlängern Sie das Dosierungsintervall. Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion werden folgende Dosierungen (bezogen auf ein Körpergewicht von 70 kg) empfohlen:
Dosis
Millionen I.E. Benzylpenicillin

Glomeruläre Filtrationsrate (ml/min)Serum-Kreatinin
(mg/100 ml)
(mg Benzylpenicillin-Natrium/-Kalium)Dosierungsintervall (h)
0,85 (3000)
2,05 (3000)
3,54 (2400)
6,05 (3000)
15,53 (1800)
unter 22 (1200)

Art der Anwendung
Penicillin Grünenthal 5 Millionen I.E. können Sie in einen Muskel (intramuskulär) oder in eine Vene (intravenös) einspritzen oder als Kurzinfusion verabreichen.
Zur Herstellung der Injektionslösung oder Infusionslösung lösen Sie das Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung oder Infusionslösung in Wasser für Injektionszwecke. Als Lösungsmittel können Sie auch 5%ige Glukoselösung verwenden.
Bereiten Sie die Injektionslösungen oder Infusionslösungen von Penicillin Grünenthal 5 Millionen I.E. vor der Gabe stets frisch zu und prüfen Sie sie auf Klarheit. Wenden Sie Lösungen mit Trübungen oder Ausfällungen nicht an.
Intravenöse Injektion und Infusion:
Bei der intravenösen Injektion oder Infusion sollten Sie isotonische Lösungen anstreben. Isotonische Lösungen enthalten ca. 100.000 I.E. Benzylpenicillin (entsprechend 60 mg Benzylpenicillin-Natrium/-Kalium)/ml Wasser für Injektionszwecke.
Dosen über 2 Millionen I.E. Benzylpenicillin (entsprechend 1200 mg Benzylpenicillin-Natrium/-Kalium) sollten Sie langsam (höchstens 0,5 Millionen I.E. bzw. 300 mg/min) verabreichen, um zentralnervöse Störungen zu vermeiden.
Penicillin Grünenthal 5 Millionen I.E. sollten Sie dementsprechend in 50 ml Wasser für Injektionszwecke lösen und über mindestens 10 Minuten injizieren oder infundieren.
Intramuskuläre Injektion:
Lösungen, die bis zu 100.000 I.E. Benzylpenicillin (entsprechend 60 mg Benzylpenicillin-Natrium/-Kalium)/ml Wasser für Injektionszwecke enthalten, werden am besten toleriert. Die intramuskuläre Gabe höher konzentrierter Lösungen, z. B. 0,5 bis 1  Millionen I.E. Benzylpenicillin (entsprechend 300 bis 600 mg Benzylpenicillin-Natrium/-Kalium)/ml Wasser für Injektionszwecke, ist möglich, sie ist jedoch aufgrund der Hypertonie nicht ganz schmerzfrei. Letzteres trifft in verstärktem Maße für Lösungen von Benzylpenicillin in isotonischer Natriumchloridlösung zu.
Es empfiehlt sich nicht, Einzeldosen von mehr als 10 Millionen I.E. Benzylpenicillin (entsprechend 6000 mg Benzylpenicillin-Natrium/-Kalium), gelöst in 10 bis 20 ml Wasser für Injektionszwecke, intramuskulär zu verabreichen.
Dauer der Anwendung
Über die Dauer der Anwendung entscheidet der behandelnde Arzt.
Die Behandlungsdauer ist vom Ansprechen der Erreger bzw. dem klinischen Erscheinungsbild abhängig, Sie sollten sie mindestens 3 Tage über die Entfieberung hinaus fortführen.
Sollte nach 3 bis 4 Tagen ein Therapieeffekt nicht erkennbar sein, führen Sie eine erneute Sensibilitätsbestimmung durch und wechseln Sie gegebenenfalls das Präparat.
Wenn Sie eine größere Menge Penicillin Grünenthal 5 Millionen I.E. angewendet haben als Sie sollten
Spezielle Maßnahmen bei Überdosierung, außer dem Absetzen von Penicillin Grünenthal 5 Millionen I.E., sind nicht erforderlich.
Im Rahmen einer hochdosierten Penicillin-Therapie sind neurotoxische Reaktionen möglich (siehe „Welche Nebenwirkungen sind möglich?“).

Was sind mögliche Nebenwirkungen?

Wie alle Arzneimittel kann Penicillin Grünenthal 5 Millionen I.E. Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.
Die häufigsten (bei bis zu 1 von 10 Behandelten) Nebenwirkungen, die in Zusammenhang mit einer Benzylpenicillin-Therapie auftreten, sind allergische Reaktionen. Bei Anwendung von Benzylpenicillin in hohen Dosierungen treten neurotoxische Rekationen (z. B. Schwindel) bei bis zu 1 von 10 Behandelten auf (siehe unten „Besondere Hinweise“).
Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden üblicherweise folgende Häufigkeiten zugrunde gelegt:

Sehr häufigMehr als 1 von 10 Behandelten
HäufigWeniger als 1 von 10, aber mehr als 1 von 100 Behandelten
GelegentlichWeniger als 1 von 100, aber mehr als 1 von 1000 Behandelten
SeltenWeniger als 1 von 1000, aber mehr als 1 von 10.000 Behandelten
Sehr seltenWeniger als 1 von 10.000 Behandelten
Nicht bekanntHäufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar

Mögliche Nebenwirkungen:

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems:
Sehr selten:Verminderung der Gesamtleukozytenzahl (Leukopenie); Verminderung der Granulozyten im Blut (Granulozytopenie); absolute oder relative Verminderung der neutrophilen Granulozyten (Neutropenie); hochgradige Verminderung der Granulozyten (Agranulozytose); verminderte Zahl der Thrombozyten (Thrombozytopenie); gleichzeitige Verminderung der Erythro-, Leuko- und Thrombozyten im peripheren Blut (Panzytopenie); Vermehrung der eosinophilen Granulozyten im Blut (Eosinophilie) Blutarmut (hämolytische Anämie), Blutgerinnungsstörungen (siehe „Besondere Hinweise“).
Erkrankungen des Immunsystems:
Häufig:Allergische Reaktionen, (z. B. Schwellungen der Haut und Schleimhäute, vor allem im Gesichtsbereich, im Mund Rachen und Kehlkopf (angioneurotisches Ödem, Larynxödem); Atemnot (Bronchospasmus); allergische Lungenreaktion (eosinophile pulmonale Infiltrate); Serumkrankheits-Syndrom; polymorphes (morbilli- oder skarlatiniformes) Exanthem mit und ohne Eosinophilie; stark juckende Hautquaddeln (urtikarielle oder ödematöse Hauterscheinungen); druckschmerzhafte Hautknoten (Erythema nodosum); Kapillarblutungen in Haut und Schleimhäuten (allergische Purpura; allergische Vasculitis)).
Selten:Anaphylaktische Schockreaktionen mit Kreislaufversagen, Schweißausbruch und Bewusstseinsstörungen (sehr selten lebensbedrohlich).
Sehr selten:
Nicht bekannt:
Schwere, zum Teil lebensbedrohliche Hautreaktion, in der Regel mit Schleimhautbeteiligung (Stevens-Johnson-Syndrom; Lyell-Syndrom).
Jarisch-Herxheimer–Reaktion (siehe „Besondere Hinweise“).
Psychiatrische Erkrankungen:
Nicht bekannt:Halluzinationen (bei hochdosierter Therapie).
Erkrankungen des Nervensystems:
Häufig:
Nicht bekannt:
Unter hochdosierter Therapie neurotoxische Effekte, z. B. Benommenheit, gesteigerte Erregbarkeit der Reflexe (Hyperreflexie), Muskelzuckungen (Myoklonien), (siehe „Besondere Hinweise“).
Koma, Krämpfe (bei hochdosierter Therapie, siehe „Besondere Hinweise“)
Gefäßerkrankungen:
Nicht bekannt:Arterielle Gefäßverschlüsse.
Erkrankungen des Gastrointestinaltraktes:
Gelegentlich:Entzündung der Zungenschleimhaut (Glossitis); Entzündung der Mundschleimhaut (Stomatitis); schwarze Haarzunge (Lingua villosa nigra); Übelkeit, Erbrechen, Durchfall.
Selten:Schwere, wässrige Durchfälle, die mit Fieber oder Bauchschmerzen einhergehen können (Pseudomembranöse Enterokolitis), (siehe „Folgende Nebenwirkungen können schwerwiegende Folgen haben, “).
Leber- und Gallenerkrankungen:
Sehr selten:Leberzellschädigung (akute Hepatitis); Abflussstörung der Gallenflüssigkeit (Cholestase).
Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes:
Sehr selten:Schälrötelsucht (exfoliative Dermatitis).
Erkrankungen der Nieren und Harnwege:
Gelegentlich:Interstitielle Nephritis, akutes Nierenversagen mit fehlender Urinproduktion (Anurie).
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort:
Häufig:Arzneimittelfieber, bei intramuskulärer Gabe Schmerzen an der Injektionsstelle, bei intravenöser Verabreichung Reizungen der Venenwand bis hin zur Venenentzündung (Thrombophlebitis).
Untersuchungen:
Häufig:Positiver direkter Coombs-Test (siehe „Beeinflussung von labordiagnostischen Untersuchungen“).

Folgende Nebenwirkungen können schwerwiegende Folgen haben, wenden Sie Penicillin Grünenthal 5 Millionen I.E. nicht weiter an und informieren Sie möglichst umgehend Ihren Arzt.
- Nesselsucht (urtikarielle Sofortreaktion).
- Schwere, wässrige Durchfälle während oder nach der Therapie, die mit Fieber oder Bauchschmerzen einhergehen können, da sich dahinter eine ernstzunehmende Darmerkrankung (pseudomembranöse Enterokolitis) verbergen kann.
- Schwere Unverträglichkeitsreaktionen.
- Das Nervensystem beeinträchtigende (neurotoxische) Reaktionen (siehe „Besondere Hinweise“).
Besondere Hinweise:
Bei Patienten mit Hautpilzerkrankungen können bereits bei erstmaliger Gabe von Penicillin Grünenthal 5 Millionen I.E. allergische Reaktionen auftreten.
Nach längerer, hochdosierter Benzylpenicillin-Therapie kann es zum Auftreten einer dosisabhängigen Neutropenie (Verminderung von bestimmten weißen Blutkörperchen) kommen. Bei Totaldosen von über 200 Millionen I.E. (entsprechend 120 g) Benzylpenicillin wird diese Nebenwirkung häufig bis sehr häufig beobachtet, unterhalb dieser Dosis ist diese sehr gering. Nach Absetzen der Therapie kommt es in 90 % der älle innerhalb von 2 bis 8 Tagen zu einer raschen Erholung. Bei Weiterführung der Therapie kann es zur vollständigen Agranulozytose (fehlende Bildung von Granulozyten, einer bestimmten Art der weißen Blutkörperchen) kommen.
Blutgerinnungsstörungen infolge Hemmung der Vernetzung von Blutplättchen (Thrombozytenaggregation) unter der Therapie mit Benzylpenicillin sind ebenfalls dosisabhängig. Eine relevante Verlängerung der Blutungszeit tritt bei Nierengesunden oberhalb einer Tagesdosis von 20 Millionen I.E. (entsprechend 12 g) Benzylpenicillin ein. Die Störung tritt innerhalb von 24 Stunden nach Beginn der Therapie ein und hält bis zu 4 Tage nach Absetzen von Benzylpenicillin an. Bei höheren Konzentrationen können zusätzlich Störungen der plasmatischen Gerinnung (spezielle Art der Blutgerinnung) auftreten.
Ebenfalls nach längerdauernder hochdosierter Therapie entwickelt ein geringer Prozentsatz der Patienten eine immunvermittelte hämolytische Anämie (besondere Art einer Blutarmut). Als mittlere Totaldosis wurden 411 Millionen I.E. (entsprechend 246,6 g) Benzylpenicillin errechnet, die während einer mittleren Behandlungszeit von 20 Tagen gegeben wurden. Andere allergische Manifestationen sind gewöhnlich nicht vorhanden. Nach Absetzen des Penicillins kann die Hämolyse (Zerfall roter Blutkörperchen) noch während 6 bis 8 Wochen anhalten (siehe Coombs-Test unter „Beeinflussung von labordiagnostischen Untersuchungen“).
Das Nervensystem beeinträchtigende (neurotoxische) Reaktionen z. B. (siehe „Welche Nebenwirkungen sind möglich?“) wurden bei Benzylpenicillin-Tagesdosen von 40 bis 60 Millionen I.E. (entsprechend 24  bis 36 g) bei Nierengesunden, von 20 Millionen I.E. (entsprechend 12 g) bei Patienten mit leicht- bis mittelgradig eingeschränkter Nierenfunktion und von 10 Millionen I.E. (entsprechend 6 g) bei Patienten mit schwerem Nierenfunktionsverlust (Niereninsuffizienz) beobachtet. In wenigen dieser älle wurde über einen tödlichen Verlauf berichtet.
Besondere Anfälligkeit für neurotoxische Reaktionen besteht auch bei Säuglingen und alten Menschen, bei Patienten mit Krampfbereitschaft (Epilepsie), fieberhaften Infektionen durch gramnegative Erreger (besondere Bakteriengruppe), Herzklappenentzündung (Endokarditis) oder herzchirurgischen Eingriffen mit Herz-Lungen-Maschinen.
Die unter hochdosierter Therapie gelegentlich auftretenden Krämpfe klingen meist nach
12 bis 72 Stunden ab. Eine Behandlung mit Diazepam ist angezeigt.
Natriumvergiftungen wurden nach Gabe von 100 Millionen I.E. (entsprechend 60 g) Benzylpenicillin-Natrium/Tag beobachtet.
Kaliumvergiftungen wurden nach Gabe von 20 Millionen I.E. (entsprechend 12 g) Benzylpenicillin-Kalium an Patienten mit Niereninsuffizienz beobachtet.
Bei der Behandlung von Spirochäteninfektionen (Lues, Borreliose) kann es (meist 2 – 12 Stunden nach der ersten Dosis) zum Auftreten einer Jarisch-Herxheimer-Reaktion (siehe „Welche Nebenwirkungen sind möglich?“) kommen, die durch Fieber und Schüttelfrost gekennzeichnet ist.
Informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker, wenn eine der aufgeführten Nebenwirkungen Sie erheblich beeinträchtigt oder Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser Gebrauchsinformation angegeben sind.

Wie soll es aufbewahrt werden?

Wie ist Penicillin Grünenthal 5 Millionen I.E. aufzubewahren?
Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren.
Sie dürfen das Arzneimittel nach dem auf dem Etikett und dem Umkarton nach <Verwendbar bis> angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des Monats.
Hinweis auf Haltbarkeit nach Anbruch oder Zubereitung
Bereiten Sie Injektionslösungen oder Infusionslösungen von Penicillin Grünenthal 5 Millionen I.E. unmittelbar vor der Anwendung frisch zu und prüfen Sie sie auf Klarheit.
Bitte verwenden Sie Penicillin Grünenthal 5 Millionen I.E. Lösungen nicht, wenn Sie folgendes bemerken: Trübungen oder Ausfällungen.
Die chemische und physikalische Stabilität der gebrauchsfertigen Zubereitung wurde für 6 Stunden bei Raumtemperatur nachgewiesen. Aus mikrobiologischer Sicht sollten Sie die gebrauchsfertige Zubereitung sofort verwenden. Verwenden Sie die gebrauchsfertige Zubereitung nicht sofort, sind Sie als Anwender für die Dauer und die Bedingungen der Aufbewahrung verantwortlich.

Zusätzliche Informationen

Penicillin Grünenthal 5 Millionen I.E. Zul.-Nr.: 6735902.01.00
Gebrauchsinformation Stand: Januar 2010
Version: 08.00
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Gebrauchsinformation: Information für den Anwender
Penicillin Grünenthal 5 Millionen I.E.
Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung oder Infusionslösung
Wirkstoffe: Benzylpenicillin-Natrium und Benzylpenicillin-Kalium
Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Anwendung dieses Arzneimittels beginnen.
Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.
Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.
Wenn eine der aufgeführten Nebenwirkungen Sie erheblich beeinträchtigt oder Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser Gebrauchsinformation angegeben sind, informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker.
Diese Packungsbeilage beinhaltet:


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