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«Permax®»

Was ist es und wofür wird es verwendet?

Permax-Tabletten enthalten den Wirkstoff Pergolid und wirken auf das zentrale Nervensystem. Sie sind zur Behandlung der Störungen, die im Rahmen einer Parkinsonerkrankung auftreten, in Monotherapie (allein) oder in Kombination mit einem anderen Parkinsonpräparat geeignet. Dieses Arzneimittel wird aufgrund seiner unerwünschten Wirkungen nur eingesetzt, wenn Sie auf andere, dem gleichen Zweck dienende Arzneimittel nicht angesprochen oder diese nicht vertragen haben.

Das Arzneimittel ist nur auf Verschreibung des Arztes bzw. der Ärztin zu verwenden.

Was müssen Sie vor dem Gebrauch beachten?

Darf nicht eingenommen werden bei Überempfindlichkeit gegen Pergolid, gegen Wirkstoffe mit ähnlicher chemischer Struktur (Ergot-Derivate) oder gegen einen der Hilfsstoffe von Permax.

Wenn Sie an einer krankhaften Bindegewebsvermehrung (sogenannte Fibrose) leiden oder bei Ihnen eine Herzklappenerkrankung vorliegt, dürfen Sie Permax nicht einnehmen.


Über die Behandlung von Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren liegen keine Erfahrungen vor, eine Anwendung kann daher nicht empfohlen werden.

Informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin auf jeden Fall über jede andere Erkrankung oder Besonderheit, unter der Sie leiden oder gelitten haben, z.B. Herzleiden, Herzrhythmusstörungen, Herzklappenveränderungen.

Permax kann zu Herzklappenveränderungen und Bindegewebsschädigungen im Bereich von Lunge, Herzbeutel und Bauchraum führen. Wenn daher unter der Behandlung mit Permax Beschwerden wie Atemnot, anhaltender Hustenreiz oder Schmerzen in der Brust oder im Bereich der Nieren auftreten, ist unverzüglich der Arzt oder die Ärztin zu kontaktieren (siehe auch «Welche Nebenwirkungen kann Permax haben?»).

Vor und während der Behandlung sind regelmässige Untersuchungen des Herzens und seiner Funktion notwendig (siehe «Welche Nebenwirkungen kann Permax haben?» und «Wann darf Permax nicht angewendet werden?»).

Alle vom Arzt bzw. der Ärztin empfohlenen Kontrolluntersuchungen müssen genau eingehalten werden.

Einige andere Arzneimittel, die auf das zentrale Nervensystem wirken, dürfen nicht gleichzeitig mit Permax eingenommen werden (Neuroleptika, Metoclopramid enthalten in Arzneimitteln gegen Übelkeit und Erbrechen); ausserdem können auch noch eine Reihe von weiteren Arzneimitteln die Wirksamkeit von Permax verändern.

Wenn die Dosis von Permax rasch reduziert wird, das Arzneimittel abgesetzt oder die Therapie für die Parkinsonerkrankung geändert wird, sollten Sie sofort Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin infomieren, wenn es zu erhöhter Körpertemperatur, Muskelsteifheit und Bewusstseinsstörungen kommt.

Dieses Arzneimittel kann die Reaktionsfähigkeit, die Fahrtüchtigkeit und Fähigkeit Werkzeuge oder Maschinen zu bedienen beeinträchtigen!

In seltenen Fällen kann während der Behandlung plötzliches Einschlafen, manchmal ohne Vorwarnung oder starke Schläfrigkeit auftreten. Sie dürfen deshalb während der Einnahme von Permax kein Fahrzeug führen oder andere Aktivitäten ausüben (z.B. Werkzeuge oder Maschinen bedienen), bei denen eine verminderte Aufmerksamkeit Sie selbst oder andere gefährdet, insbesondere wenn Sie an plötzlichem Einschlafen oder starker Schläfrigkeit tagsüber leiden und bis ausreichend Erfahrungen über die Beeinträchtigungen vorliegen. Wenn Sie sich tagsüber sehr stark müde fühlen oder ohne erkennbare Schläfrigkeitsanzeichen plötzlich einschlafen, sollten Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin informieren.

Zu Beginn der Behandlung mit Permax könnte Ihr Blutdruck vorübergehend zu niedrig sein oder Schwindelgefühl beim Aufstehen auftreten; Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin wird Sie dazu beraten.

Falls Sie blutdrucksenkende Arzneimittel einnehmen, müssen Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin informieren, da die gleichzeitige Gabe von blutdrucksenkenden Arzneimitteln zu plötzlichem und/oder anhaltendem Blutdruckabfall führen kann.

Patienten bzw. Patientinnen, die an einer Laktoseunver­träglichkeit leiden, sollten berücksichtigen, dass Permax Tabletten Laktose enthalten.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie an anderen Krankheiten leiden, Allergien haben oder andere Arzneimittel (auch selbstgekaufte!) einnehmen oder äusserlich anwenden!


Teilen Sie Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin mit, wenn Sie schwanger sind oder eine Schwangerschaft planen.

Von einer Anwendung während der Schwangerschaft wird abgeraten.

Permax sollte während der Stillperiode nicht eingenommen werden; besprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin die Vorgangsweise (das Abstillen).

Wie wird es angewendet?

Üblicherweise wird die vom Arzt bzw. der Ärztin festgesetzte Dosis, auf 3 Einzelgaben über den Tag verteilt, eingenommen.

Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin wird Ihnen erklären, wieviele Tabletten welcher Wirkstärke Sie täglich einzunehmen haben. Die Tabletten dürfen nicht zerkleinert werden. Zur Vermeidung von Gesundheitsrisiken wird geraten, beim Teilen der Tabletten vorsichtig zu sein (siehe auch «Was ist ferner zu beachten?»).

Die tägliche Dosis sollte aber nicht 3 mg/Tag überschreiten.

Monotherapie: Prinzipiell ist die ersten 30 Tage die Dosis langsam zu steigern, danach wird der Arzt bzw. die Ärztin Ihnen ein Dosisschema verschreiben, um schliesslich die optimale Dosis herauszufinden. In klinischen Studien war die durchschnittliche Dosis nach 1 Jahr 2,5 mg pro Tag.

Kombinationstherapie: Bei der Einleitung der Therapie ist auch hier die Dosis und zwar über die ersten 14 Tage langsam zu steigern. Die durchschnittliche Dosierung liegt hier nach bisherigen Erfahrungen bei 3 Tabletten Permax zu je 1 mg Wirkstoff pro Tag.

Setzen Sie das Arzneimittel niemals abrupt ab, da dies schwerwiegende Reaktionen Ihres Körpers hervorrufen kann.

Die Anwendung und Sicherheit von Permax bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren ist bisher nicht geprüft worden.

Überdosierung

Wenn Sie eine Überdosis eingenommen haben oder die Einnahme einer Überdosis vermuten, ist sofort ein Arzt oder eine Ärztin zu verständigen bzw. aufzusuchen.

Die Symptome einer Überdosis können z.B. folgende sein:

Übelkeit, Erbrechen, Krämpfe, niedriger Blutdruck, Schwindel und Erregung.

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bzw. mit Ihrer Ärztin oder Apothekerin.

Was sind mögliche Nebenwirkungen?

Es wurden bei Mono- und Kombinationstherapie im Prinzip dieselben Nebenwirkungen unter Permax in absteigender Häufigkeit wie folgt beobachtet:

Nervensystem: Dyskinesie (unwillkürliche, evtl. schmerzhafte Fehlfunktionen von Bewegungsabläufen), Schwindel, Schläfrigkeit, Schlaflosigkeit, Kopfweh, Angst/Unruhe, Depression/Niedergeschlagenheit.

Ausserdem sollten Sie und Ihre Angehörigen wissen, dass Sie unter der Parkinson-Behandlung manchmal unter Halluzinationen, Verwirrung und Schwächegefühl (Asthenie) leiden könnten oder sich unkontrolliert heftig bewegen.

Diese Erscheinungen können durch plötzliches Absetzen des Arzneimittels auftreten, daher sollten Sie sich genauestens an die Verschreibung des Arztes bzw. der Ärztin halten und die Dosis, die Einnahmeart und Einnahmedauer nicht von sich aus abändern.

In seltenen Fällen kann starke Schläfrigkeit oder plötzliches Einschlafen ohne Vorwarnung auftreten (siehe «Wann ist bei der Einnahme von Permax Vorsicht geboten?»).

Verdauungssystem: Übelkeit, Verstopfung, Durchfall, Erbrechen, Appetitlosigkeit, Mundtrockenheit, Bauchschmerzen.

Herz-/Kreislaufsystem: Blutdruckabfall, Herzklopfen, kurzdauernde Bewusstlosigkeit, Herzbeutelentzündung, Herzklappenerkrankung. Selten: Raynaud-Syndrom (plötzliche Minderdurchblutung der Finger).

Atmungssystem: Atemnot, Schnupfen, Schluckauf.

Haut: Ausschlag, Rötung und Schmerzen und erhöhte Hauttemperatur an den Extremitäten.

Andere: Fieber, Doppelsehen.

In Einzelfällen wurden Symptome beobachtet, die denen eines malignen neuroleptischen Syndroms entsprachen (gleichzeitiges Auftreten von erhöhter Temperatur, Muskelsteifheit, Bewusstseinsveränderung, Instabilität des autonomen Systems wie z.B. Blutdruckerhöhung, Herzrasen) und die mit einer Veränderung der Parkinson-Therapie (insbesondere Absetzen bzw. Dosisreduktion) zusammenhängen könnten. In diesem Fall wenden Sie sich bitte sofort an Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin.

Unter Permax sind Verdickungen des Rippenfells (Pleurafibrose), des Bindegewebes in der Lunge (Lungenfibrose) oder des Bindegewebes im Nierenraum (Retroperitonealfibrose), Rippenfellentzündungen oder entzündliche Prozesse, die zu Ergüssen in Herzbeutel und Rippenfell führen können, aufgetreten. Wenn unter der Behandlung Beschwerden wie Atemnot, anhaltender Hustenreiz oder Schmerzen in der Brust oder im Bereich der Nieren auftreten, ist unverzüglich der Arzt oder die Ärztin zu benachrichtigen.

Manche Patienten bzw. Patientinnen haben unter Einnahme von Arzneimitteln aus der gleichen und verwandten Substanzklasse wie Permax für sie ungewöhnliche Verhaltensweisen gezeigt. Beispiele für ein solches Verhalten sind ein ungewöhnlich starker Spieldrang (Glücksspiel mit vermehrten Geldausgaben), gesteigerter Sexualtrieb und/oder andere Störungen der Impulskontrolle (Unfähigkeit, plötzlichen Impulsen zu widerstehen) bzw. suchtartiges Verhalten bzw. zwanghafte Verhaltensweisen. Falls Sie bei sich selber oder Ihre Familienmitglieder bei Ihnen die Entwicklung von für Sie untypischen, ungewöhnlichen Verhaltensweisen feststellen, besprechen Sie dies bitte mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin.

Wie soll es aufbewahrt werden?

Für Kinder unerreichbar aufbewahren.

Bei Raumtemperatur (15–25 °C) und vor Licht geschützt aufbewahren. Das Arzneimittel daher in der Aussenverpackung aufbewahren.

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «Exp» bezeichneten Datum verwendet werden.

Die Tabletten dürfen nicht zerkleinert werden, da über Fälle mit Augenreizungen, Nasenreizungen oder Kopfschmerzen berichtet wurde, wenn Pergolid-Tabletten geteilt oder zerkleinert wurden. Zur Vermeidung von Gesundheitsrisiken wird daher geraten, beim Teilen der Tabletten vorsichtig zu sein. Wenn Pergolid-Staub in die Augen gelangt, sollte das betroffene Auge sofort mit Wasser ausgewaschen werden und ärztlicher Rat eingeholt werden. Bei Nasenreizungen sollte man sich an die frische Luft begeben.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker, bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese Personen verfügen über eine ausführliche Fachinformation.

Zusätzliche Informationen

In Apotheken nur gegen ärztliche Verschreibung.

Permax 0,05 mg: Packungen zu 30 Tabletten.

Permax 0,25 mg und Permax 1 mg: Packungen zu 100


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