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«Pirocam 20 mg - Tabletten»

Pirocam 20 mg - Tabletten


Was ist es und wofür wird es verwendet?

Der in Pirocam enthaltene Wirkstoff Piroxicam ist entzündungshemmend, schmerzstillend und fiebersenkend. Es gehört zur Kategorie der sogenannten n icht-s teroidalen (kortisonfreien) A nti-R heumatika (NSAR).

Vor einer Verschreibung von Pirocam wird Ihr Arzt die Nutzen dieses Arzneimittels gegen das Risiko für das Auftreten möglicher Nebenwirkungen abwägen. Ihr Arzt wird unter Umständen einige Untersuchungen bei Ihnen durchführen und wird Ihnen auch mitteilen, wie oft Sie untersucht werden müssen, während Sie mit Pirocam behandelt werden.

Piroxicam wird zur Linderung der Beschwerden bei aktivierter Arthrose (Reizzuständen degenerativer Gelenkerkrankungen), rheumatoider Arthritis und Morbus
Bechterew/Spondylitis ankylosans (rheumatische Erkrankung der Wirbelsäule) wie etwa Schwellungen, Steifigkeit und Gelenkschmerzen angewendet. Piroxicam bewirkt keine Heilung der Arthritis und wird Ihnen nur solange helfen, solange Sie es verwenden.

Ihr Arzt wird Ihnen Pirocam nur dann verschreiben, wenn andere nicht-steroidale Anti-Rheumatika (NSAR) keine zufriedenstellende Linderung der Beschwerden mit sich gebracht haben.

Wegen des verzögerten Erreichens eines konstanten Wirkspiegels ist Pirocam nicht zur Einleitung der Behandlung von Erkrankungen geeignet, bei denen ein rascher Wirkungseintritt benötigt wird.

Was müssen Sie vor dem Gebrauch beachten?

Pirocam darf nicht eingenommen werden,

  • bei Überempfindlichkeit gegen den im Pirocam enthaltenen Wirkstoff Piroxicam, gegen andere Oxicame oder weitere Bestandteile des Arzneimittels
  • bei Überempfindlichkeit gegen acetylsalicylsäurehaltige Schmerzmittel oder andere Arzneimittel zur Behandlung von rheumatischen Erkrankungen (NSAR), vor allem dann, wenn bei deren Einnahme Asthma (Atemnot durch Verengung der Luftwege), Nesselausschlag, allergischer Schnupfen oder Schwellungen aufgetreten sind
  • wenn in der Vergangenheit bereits Hautreaktionen (ungeachtet des Schweregrads) auf Piroxicam, andere NSAR oder andere Arzneimittel aufgetreten sind
  • wenn Sie derzeit ein Magen- oder Darmgeschwür, eine Blutung oder einen Durchbruch (Perforation) im Magen-Darm-Bereich haben
  • wenn Sie bereits einmal ein Magen- oder Darmgeschwür, eine Blutung oder einen Durchbruch (Perforation) im Magen-Darm-Bereich hatten
  • wenn Sie derzeit oder in Ihrer Vorgeschichte eine Magen-Darm-Erkrankung (Magen- oder Darmentzündung) haben, welche das Risiko einer Blutung erhöhen kann, wie Colitis ulcerosa, Morbus Crohn, Magen- oder Darmkrebs oder Divertikulitis (entzündete oder infizierte Ausstülpungen oder „Taschen“ im Dickdarm)
  • wenn Sie andere NSAR einschließlich COX-2-selektiver NSAR und Acetylsalicylsäure (eine Substanz, die in vielen Medikamenten enthalten ist, die zur Linderung von Schmerzen und zur Fiebersenkung eingesetzt werden) verwenden
  • wenn Sie gerinnungshemmende Arzneimittel, wie etwa Warfarin, zur Vorbeugung gegen Blutgerinnsel verwenden
  • wenn Sie bereits einmal eine schwere allergische Reaktion auf Piroxicam, andere NSAR oder andere Arzneimittel hatten, vor allem ernste Hautreaktionen (ungeachtet ihres Schweregrads) wie etwa exfoliative Dermatitis (starke Hautrötung mit Hautabschuppung oder -abschälung), Hautreaktionen mit Bläschenbildung (Stevens-Johnson-Syndrom, eine Hautkrankheit mit roten Blasen, wunder, blutiger oder verkrusteter Haut) oder toxische epidermale Nekrolyse (eine Hautkrankheit mit Blasenbildung und Abschälung der obersten Hautschicht)
  • bei Störungen der Blutbildung
  • bei Störungen der Blutgerinnung
  • bei Hirnblutungen oder anderen bestehenden Blutungen
  • bei schwerer Herzmuskelschwäche
  • unmittelbar nach einer Bypass-Operation am Herz
  • bei schweren Störungen der Nieren- oder Leberfunktion
  • während Schwangerschaft und Stillzeit
  • von Kindern und Jugendlichen unter 15 Jahren (da der Wirkstoffgehalt zu hoch ist)

Falls einer dieser Punkte für Sie zutrifft, dürfen Sie Pirocam nicht verwenden. Sprechen Sie bitte sofort mit Ihrem Arzt.

Besondere Vorsicht bei der Einnahme von Pirocam ist erforderlich:

Bei der Anwendung von Pirocam ist besondere Vorsicht geboten; informieren Sie daher vor der Anwendung von Pirocam immer Ihren Arzt.

Die vom Arzt verordneten Einnahmemengen müssen genau eingehalten werden, da sich die Möglichkeit des Auftretens von Nebenwirkungen, vor allem von seiten des Magen-Darm-Traktes, mit zunehmender Einnahmemenge pro Tag steigert.

Nebenwirkungen können reduziert werden, indem die niedrigste wirksame Dosis über den kürzesten, zur Symptomkontrolle erforderlichen Zeitraum angewendet wird.

Wie alle NSAR kann Pirocam schwerwiegende Reaktionen im Magen-Darm-Bereich wie etwa Schmerzen, Blutung, Geschwüre und Durchbruch (Perforation) verursachen.

Sie müssen die Anwendung von Pirocam sofort beenden und einen Arzt verständigen, wenn Sie Magenschmerzen haben oder Anzeichen für eine Blutung im Magen oder Darm wie etwa schwarzen oder blutigen Stuhl oder Erbrechen von Blut, oder kaffeesatzartiges Erbrechen, bei sich feststellen.

Sie müssen die Anwendung von Pirocam sofort beenden und einen Arzt verständigen, wenn Sie eine allergische Reaktion wie etwa einen Hautausschlag, eine Schwellung im Gesicht, pfeifendes Atmen oder Schwierigkeiten beim Atmen haben.

Falls Sie bereits einmal Probleme mit Arzneimitteln oder Allergien (z.B. Pollenallergie) hatten oder derzeit haben oder wenn Sie sich nicht ganz sicher sind, ob Sie Pirocam verwenden können, sprechen Sie bitte mit Ihrem Arzt, bevor Sie dieses Arzneimittel anwenden.

Achten Sie bitte darauf, dass Sie Ihren Arzt über alle anderen Arzneimittel informiert haben, die Sie verwenden, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt.

Wirkungen bei älteren Personen

Bei älteren Patienten treten häufiger Nebenwirkungen nach Anwendung von NSAR auf, insbesondere Blutungen und Durchbrüche im Magen- und Darmbereich, die unter Umständen lebensbedrohlich sein können. Daher ist bei älteren Patienten eine besonders sorgfältige ärztliche Überwachung erforderlich.

Wenn Sie älter als 70 Jahre sind, wird Ihr Arzt unter Umständen die Behandlungsdauer reduzieren und Sie während der Behandlung mit Pirocam häufiger untersuchen wollen.

Wenn Sie älter als 70 Jahre sind oder andere Arzneimittel wie Kortikosteroide, bestimmte Arzneimittel gegen Depression (auch als selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer [SSRI] bezeichnet) oder Acetylsalicylsäure (zur Vermeidung von Blutgerinnseln) verwenden, wird Ihnen Ihr Arzt unter Umständen eine Kombinationstherapie mit Pirocam und einem Magenschleimhaut-schützenden Arzneimittel verschreiben.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nicht verwenden, wenn Sie älter als 80 Jahre sind.

Wirkungen am Magen-Darm-Trakt Bei allen Medikamenten mit diesen antirheumatischen Wirkstoffen kann es während der Therapie zu einer Verschlechterung von Erkrankungen des Magen-Darmtraktes bzw. der Leberfunktion kommen. Deshalb wird der Arzt die Therapie bei diesen Erkrankungen sorgfältig überwachen bzw. gegebenenfalls die Behandlung mit dem Medikament unterbrechen, weil in sehr seltenen Fällen sowohl eine schwer verlaufende Leberentzündung als auch Magengeschwüre (durch Blutungen und Durchbrüche) einen lebensgefährlichen Verlauf nehmen können.

Wirkungen am Herz-Kreislauf-System Die Anwendung von Medikamenten wie Pirocam könnte mit einem geringfügig erhöhten Risiko, einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden, verbunden sein. Jedes Risiko steigt mit der Höhe der Dosierung und Dauer der Anwendung. Steigern Sie daher nicht die Ihnen empfohlene Dosierung und/oder Therapiedauer.

Wenn Sie Probleme mit dem Herzen haben, schon einen Schlaganfall hatten oder denken, dass bei Ihnen ein erhöhtes Risiko für diese Umstände vorliegt (wie z.B.: Bluthochdruck, Diabetes, erhöhte Cholesterinwerte oder wenn Sie Raucher sind), sprechen Sie mit Ihrem Arzt über diese Behandlung.

Wirkungen an den Atemwegen Bei Personen, die an Asthma oder verschiedenen anderen Lungenkrankheiten leiden, wird der Arzt sehr genau prüfen, ob Pirocam angewendet werden kann.

Wirkungen an den Nieren In seltenen Fällen können NSAR schwerwiegende Nierenfunktionsstörungen verursachen. Das höchste Risiko für eine derartige Reaktion haben Patienten mit chronischer

Herzmuskelschwäche, Flüssigkeitsmangel (z.B. zu geringe Trinkmenge über einen längeren Zeitraum), schweren Leberschäden und bestehenden Nierenkrankheiten. In diesen Fällen wird Ihr Arzt zusätzliche Untersuchungen anordnen.

Wirkungen an der Leber
Eine Leberschädigung durch NSAR ist möglich. Die ersten Beschwerden einer Leberschädigung können z.B. sein: Übelkeit, Mattigkeit, Juckreiz, Oberbauchbeschwerden und/oder grippeähnliche Beschwerden. Falls diese Beschwerden bei Ihnen auftreten, unterbrechen Sie bitte sofort die Einnahme von Pirocam und suchen Sie unverzüglich ärztlichen Rat.

Hautreaktionen Unter NSAR-Therapie wurde sehr selten über schwerwiegende Hautreaktionen mit Rötung und Blasenbildung, einige mit tödlichem Ausgang, berichtet (exfoliative Dermatitis, Stevens-Johnson-Syndrom und toxische epidermale Nekrolyse/Lyell-Syndrom; siehe Abschnitt 4 „Welche Nebenwirkungen sind möglich“). Das höchste Risiko für derartige Reaktionen scheint zu Beginn der Therapie zu bestehen, da diese Reaktionen in der Mehrzahl der Fälle im ersten Behandlungsmonat auftraten. Beim ersten Anzeichen von Hautrötungen, Hautausschlägen, Schleimhautwunden (z.B. im Mund) oder sonstigen Anzeichen einer Überempfindlichkeitsreaktion sollte Pirocam abgesetzt und umgehend ein Arzt konsultiert werden.

Augen Unter NSAR wie Pirocam wurden unerwünschte Reaktionen am Auge beobachtet. Beim Auftreten von Sehstörungen unterbrechen Sie bitte die Behandlung und suchen Sie unverzüglich ärztlichen Rat.

Sonstige Hinweise

Pirocam sollte bei bestimmten angeborenen Blutbildungsstörungen (z.B. akute intermittierende Porphyrie) nur unter strenger Abwägung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses durch den Arzt angewendet werden.

Operationen Bei Einnahme von bestimmten Schmerzmitteln (NSAR) wie auch Pirocam vor operativen Eingriffen ist wegen einer möglichen Beeinträchtigung der Blutgerinnung der Arzt oder Zahnarzt zu befragen bzw. zu informieren.

Gewohnheitsmäßige Einnahme von Schmerzmitteln kann zur dauerhaften Nierenschädigung mit dem Risiko eines Nierenversagens führen. Falls Sie häufiger Schmerzmittel benötigen, lassen Sie sich von Ihrem Arzt beraten.

Nicht bestimmungsgemäßer Gebrauch von Schmerzmitteln Bei längerem Gebrauch von Schmerzmitteln können Kopfschmerzen auftreten, die nicht durch erhöhte Dosen des Arzneimittels behandelt werden dürfen. Fragen Sie Ihren Arzt um Rat, wenn Sie trotz der Einnahme von Pirocam häufig unter Kopfschmerzen leiden!

Infektion als Begleiterkrankung Die Milderung von Schmerzen und die fiebersenkende Wirkung von Pirocam können die Zeichen einer eventuell vorhandenen Infektion (Entzündung, z.B. durch Bakterien) verschleiern. Bei Verschlimmerung von Beschwerden oder neu auftretenden Anzeichen einer Infektion (z.B. starke Abgeschlagenheit, unklare Schwellungen und/oder Rötungen, z.B. an einem Gelenk) während der Behandlung mit Pirocam suchen Sie bitte unverzüglich einen Arzt auf, um eine eventuell notwendige antiinfektiöse/antibiotische Therapie nicht zu verzögern.

Wenn einer dieser genannten Punkte auf Sie zutrifft bzw. in der Vergangenheit auf Sie zugetroffen hat, besprechen Sie dies bitte mit Ihrem Arzt.

Was ist bei Kindern und Jugendlichen zu berücksichtigen? Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren dürfen Pirocam nicht einnehmen, da der Wirkstoffgehalt zu hoch ist (siehe Abschnitt 2 „Pirocam darf nicht eingenommen werden“).

Laborkontrollen Bei längerdauernder Anwendung von Pirocam wird der Arzt Kontrollen von Blut, Leber und Niere veranlassen. Wenn Ihr Arzt Labor- oder andere Untersuchungen anordnet, müssen diese unbedingt durchgeführt werden.

Bei Einnahme von Pirocam mit anderen Arzneimitteln
Bitte informieren Sie Ihren Arzt über alle anderen Arzneimittel, die Sie
einnehmen/anwenden bzw. vor kurzem (in der letzten Woche) eingenommen/angewendet haben, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt. Arzneimittel können sich in manchen Fällen gegenseitig beeinflussen. Ihr Arzt wird unter Umständen die Anwendung von Pirocam oder von anderen Arzneimitteln reduzieren oder Sie werden unter Umständen andere Arzneimittel verwenden müssen.
Für Ihren Arzt ist es besonders wichtig zu wissen, ob Sie folgende Arzneimittel verwenden:

  • Acetylsalicylsäure oder andere NSAR zur Schmerzlinderung
  • Kortikosteroide, d.h. Arzneimittel zur Behandlung verschiedener Krankheiten wie etwa Allergien oder Störungen im Hormonhaushalt
  • gerinnungshemmende Arzneimittel wie etwa Warfarin zur Vermeidung von Blutgerinnseln
  • bestimmte Arzneimittel zur Behandlung von Depressionen, die man als selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) bezeichnet
  • Arzneimittel wie Acetylsalicylsäure zur Vermeidung einer Verklumpung der Blutplättchen

Falls Sie eines der genannten Arzneimittel anwenden, sprechen Sie bitte sofort mit Ihrem Arzt darüber:

Bei Einnahme von Pirocam zusammen mit Nahrungsmitteln und Getränken Vermeiden Sie während der Einnahme von Pirocam möglichst den Genuss von Alkohol, da sich dadurch die Magenverträglichkeit von Pirocam verschlechtert.

Schwangerschaft und Stillzeit
Fragen Sie vor der Einnahme/Anwendung von allen Arzneimitteln Ihren Arzt um Rat.

In der Schwangerschaft und während der Stillzeitdarf Pirocam nicht angewendet werden. Im Falle einer Schwangerschaft informieren Sie bitte sofort Ihren Arzt.

Wie andere Arzneimittel, die die Prostaglandinsynthese hemmen, kann Pirocam es Ihnen erschweren, schwanger zu werden. Sie sollten Ihren Arzt informieren, wenn Sie planen schwanger zu werden oder wenn Sie Probleme haben, schwanger zu werden.

Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen

Der Wirkstoff Piroxicam in Pirocam wurde nicht auf seine Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit hin untersucht.

Sie dürfen allerdings keine Fahrzeuge lenken oder gefährliche Werkzeuge bzw. Maschinen bedienen, falls Sie Nebenwirkungen bemerken, die die Aufmerksamkeit beeinträchtigen, wie z.B. Müdigkeit, Sehstörungen oder Schwindel.

Wichtige Informationen über bestimmte sonstige Bestandteile von Pirocam Eine Pirocam 20 mg - Tablette enthält 78,8 mg Milchzucker (Lactose). Bitte nehmen Sie Pirocam daher erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt ein, wenn Ihnen bekannt ist, dass Sie unter einer Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckerarten leiden.

Wie wird es angewendet?

Nehmen Sie Pirocam immer genau nach Anweisung des Arztes ein. Bitte fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht ganz sicher sind.

Bitte nehmen Sie die Tabletten zu oder nach den Mahlzeiten unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit ein.

Ihr Arzt wird bei Ihnen regelmäßige Kontrollen durchführen, um sicherzustellen, dass Sie die optimale Dosis von Pirocam erhalten. Ihr Arzt wird Ihre Behandlung auf die niedrigste Dosis einstellen, mit der Ihre Beschwerden am besten unter Kontrolle sind. Sie dürfen unter keinen Umständendie Dosis ändern, ohne zuvor mit Ihrem Arzt gesprochen zu haben.

Für die entsprechende Dosierung kann die Tablette in gleiche Hälften geteilt werden.

Erwachsene (Personen ab dem vollendeten 18. Lebensjahr) und ältere Patienten:

Die Tageshöchstdosis ist 20 mg Pirocam (1 Tablette) in Form einer einzelnen Dosis pro Tag. Falls Sie älter als 70 Jahre sind, wird Ihnen Ihr Arzt unter Umständen eine niedrigere Dosis verschreiben oder die Dauer der Behandlung reduzieren.
Sie dürfen dieses Arzneimittel nicht verwenden, wenn Sie älter als 80 Jahre sind.

Jugendliche von 15 bis 17 Jahren:
Pirocam 20 mg - Tabletten sollten bei Jugendlichen unter 18 Jahren nicht angewendet werden, da keine ausreichenden Erfahrungen vorliegen.

Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren:
Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren dürfen Pirocam 20 mg - Tabletten nicht einnehmen, da der Wirkstoffgehalt zu hoch ist.

Patienten mit engeschränkter Nieren- oder Leberfunktion:
Ihr Arzt wird sich bei der Dosierung nach dem Schweregrad der Beeinträchtigung richten; bei schwerer Organfunktionsstörung ist Pirocam nicht anzuwenden.

Ihr Arzt kann Ihnen Pirocam gemeinsam mit einem anderen Arzneimittel verschreiben, um so Ihren Magen und Darm gegen mögliche Nebenwirkungen zu schützen.

Die Dosis darf nicht erhöht werden.

Falls Sie das Gefühl haben, dass das Arzneimittel nicht ausreichend wirkt, sprechen Sie bitte immer mit Ihrem Arzt.

Wenn Sie eine größere Menge von Pirocam eingenommen haben, als Sie sollten

Informieren Sie auf alle Fälle einen Arzt, dieser kann entsprechend der Schwere der Überdosierung über die gegebenenfalls erforderlichen Maßnahmen entscheiden. Folgende Beschwerden können bei einer Überdosierung auftreten: Übelkeit, Erbrechen, Magenschmerzen, Schwindel, Kopfschmerz, Verwirrtheit, Ohrensausen, gesteigerte Atmung. Im späteren Verlauf kann es zu Bewusstseinsstörungen, Temperaturerhöhung, Kreislauf- und Nierenversagen, Flüssigkeitsansammlung in Hirn- und Lunge sowie gesteigerter Krampfbereitschaft und Koma kommen. Bei Kindern ist eine Unterzuckerung möglich.
Halten Sie eine Packung des Arzneimittels bereit, damit sich der Arzt über den aufgenommenen Wirkstoff informieren kann.

Hinweis für den Arzt:
Informationen zur Intoxikation durch Piroxicam finden Sie am Ende dieser Gebrauchsinformation !

Wenn Sie die Anwendung von Pirocam vergessen haben
Holen Sie die Anwendung nach, sobald Sie sich daran erinnern. Falls jedoch fast die Zeit für die nächste Dosis erreicht ist, nehmen Sie bitte die versäumte Dosis nicht ein, sondern setzen Sie die Behandlung einfach mit der nächsten Dosis zur vorgesehenen Zeit fort. Die Dosis darf nicht verdoppelt werden.

Wenn sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, fragen Sie bitte Ihren Arzt.

Was sind mögliche Nebenwirkungen?

Wie alle Arzneimittel kann Pirocam Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen. Sollten Sie die folgenden Nebenwirkungen bei sich beobachten, besprechen Sie das bitte mit Ihrem Arzt, der dann festlegt, wie weiter zu verfahren ist.

Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden üblicherweise folgende
Häufigkeitsangaben zugrunde gelegt:

Sehr häufig :
betrifft mehr als 1 Behandelten von 10

Häufig :
betrifft 1 bis 10 Behandelte von 100

Gelegentlich :
betrifft 1 bis 10 Behandelte von 1000

Selten :
betrifft 1 bis 10 Behandelte von 10.000

Sehr selten :
betrifft weniger als 1 Behandelten von 10.000

Nicht bekannt: Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren
Daten nicht abschätzbar

Mögliche Nebenwirkungen
Bei den folgenden unerwünschten Arzneimittelwirkungen muss berücksichtigt werden, dass sie überwiegend dosisabhängig und interindividuell unterschiedlich sind.

Die am häufigsten beobachteten Nebenwirkungen betreffen den Verdauungstrakt. Magen/Zwölffingerdarm-Geschwüre (peptische Ulzera), Durchbrüche (Perforationen) oder Blutungen, manchmal tödlich, können auftreten, insbesondere bei älteren Patienten (siehe Abschnitt „Besondere Vorsicht bei der Einnahme/Anwendung von Pirocam ist erforderlich“)

Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Blähungen, Verstopfung, Verdauungsbeschwerden, Bauchchmerzen, Teerstuhl, Bluterbrechen, Entzündung der Mundschleimhaut mit Geschwürbildung, Verschlimmerung von entzündlichen Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa und Morbus Crohn sind nach Anwendung berichtet worden. Weniger häufig wurde Magenschleimhautentzündung beobachtet. Insbesondere das Risiko für das Auftreten von Magen-Darm-Blutungen ist abhängig vom Dosisbereich und der Anwendungsdauer.

Wassereinlagerung (Ödeme), Bluthochdruck und Herzmuskelschwäche wurden im Zusammenhang mit NSAR-Behandlung berichtet.

Arzneimittel wie Pirocam sind möglicherweise mit einem geringfügig erhöhten Risiko für Herzanfälle (Herzinfarkt) oder Schlaganfälle verbunden.

Folgende Nebenwirkungen wurden beobachtet:

Herzerkrankungen
Gelegentlich: Bluthochdruck, Herzklopfen, Herzjagen
Selten: Schock und seine Vorstadien, akute Herzmuskelschwäche Sehr selten: Herzinfarkt

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
Gelegentlich: Störungen der Blutbildung mit Verminderung der roten und/oder weißen Blutkörperchen bzw. Blutplättchen (Anämie, Leukopenie,
Thrombozytopenie, Panzytopenie, Agranulozytose), Verminderung des Blutfarbstoffes und der roten Blutkörperchen durch andauernde geringe (nicht sichtbare) Magen-Darm-Blutung
Sehr selten: Die Dauer und Stärke von Blutungen kann durch Pirocam verlängert bzw. verstärkt sein.

Erkrankungen des Nervensystems
Häufig: zentralnervöse Störungen wie Kopfschmerzen, Schwindel, Müdigkeit, Schläfrigkeit, Benommenheit, Fieber
Gelegentlich: Hautkribbeln („Ameisenlaufen“)
Selten: Krampfanfälle

Augenerkrankungen
Gelegentlich: Sehstörungen (verschwommenes Sehen), Schwellung und Reizung der Augen

Erkrankungen des Ohrs und des Innenohres
Häufig: Ohrgeräusche („Ohrensausen“)
Gelegentlich: Hörstörungen, Schwerhörigkeit

Erkrankungen des Magen-Darmtrakts
Sehr häufig: Magen-Darm-Beschwerden wie Sodbrennen, Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Blähungen, Durchfall, Verstopfung und geringfügige Magen-Darm-Blutverluste, die in Ausnahmefällen eine Blutarmut (Anämie) verursachen können.

Erkrankungen der Nieren und Harnwege
Häufig: Störungen des Wasserhaushaltes (Flüssigkeitsspeicherung), Anstieg des Harnstoffgehaltes im Blut
Gelegentlich: Schwellungen (Ödeme), insbesondere bei Patienten mit Bluthochdruck oder eingeschränkter Nierenfunktion
Anstieg von Nierenwerten, Nierenfunktionsstörungen, Nierenversagen, Nierenentzündung, Schmerzen beim Urinieren, häufiger Harndrang, Blut im Harn
Selten: akutes Nierenversagen.

Erkankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
Häufig: Hautausschlag, Juckreiz, Schwitzen
Gelegentlich: Lichtüberempfindlichkeit der Haut mit Juckreiz, Rötung und fleckigen bis blasigen Ausschlägen, allergische Schwellungen
Selten: Haarausfall, Nagelablösung, Nagelwachstumsstörung
Sehr selten: schwere Hautreaktionen wie Hautausschlag mit Rötung und Blasenbildung und Hautablösung (Stevens-Johnson-Syndrom und toxische epidermale Nekrolyse [Lyell-Syndrom])

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Gelegentlich: Blutzuckerschwankungen

Infektionen und parasitäre ErkrankungenSehr selten: Im zeitlichen Zusammenhang mit der Anwendung von NSAR ist eine Verschlechterung infektionsbedingter Entzündungen (z.B. Entwicklung einer Entzündung der bindegewebigen Umhüllung der Muskeln [Faszien] mit gleichzeitigem Gewebezerfall von Fett- und Muskelgewebe [nekrotisierende Fasciitis]) beschrieben worden. Dies steht möglicherweise im Zusammenhang mit dem Wirkmechanismus der NSAR.

Gefäßerkrankungen
Selten: Entzündungen der Blutgefäße
Sehr selten: Hautblutungen, Mund- und Schleimhautblutungen

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
Gelegentlich: Gewichtsschwankungen, Unwohlsein, grippeartige Beschwerden (Kältegefühl, Muskelschmerzen)

Erkrankungen des Immunsystems
Gelegentlich: allergische Reaktionen (juckender Nesselausschlag, Schwellungen, Verengung der Atemwege/Bronchien, Kreislaufversagen) Selten: Atemnot; Auftreten von abnormen Antikörpern im Blut, Verschlimmerung einer bestehenden Kollagenosen (eine bestimmte
Bindegewebskrankheit), entzündliche Gewebeschädigung (mit Fieber, Lymphknotenschwellung, Rötung, etc.)
Sehr selten : schwere Überempfindlichkeitsreaktionen

Leber- und Gallenerkrankungen
Häufig: Anstieg von Leberwerten, Gallestauung, Leberentzündung Gelegentlich: Gelbsucht

Psychiatrische Erkrankungen
Gelegentlich: Schlaflosigkeit, Traumveränderungen, Depression, Stimmungs-veränderungen, Reizbarkeit, Nervosität, Halluzinationen, Erregungs- und Verwirrungszustände

Informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker, wenn eine der aufgeführten Nebenwirkungen Sie erheblich beeinträchtigt oder Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser Gebrauchsinformation angegeben sind.

Unter Umständen können Nebenwirkungen auftreten, die ein sofortiges Beenden der Einnahme von Pirocam und rasche ärztliche Hilfe erfordern, siehe auch: „Besondere Vorsicht bei der Einnahme von Pirocam ist erforderlich“.
Hier folgt eine Zusammenfassung der Anzeichen solcher ernster Nebenwirkungen:

  • Magenbeschwerden, Sodbrennen oder Schmerzen im Bauch
  • Erbrechen von Blut oder kaffeesatzartiges Erbrechen
  • Schwarzfärbung des Stuhls oder Blut im Urin
  • Hautreaktionen wie Ausschlag oder Juckreiz
  • erschwerte Atmung, Atemnot oder Kurzatmigkeit, Schwellungen im Kopfbereich
  • Gelbfärbung der Haut oder Augen
  • starke Abgeschlagenheit mit Appetitlosigkeit
  • anhaltende Halsschmerzen, Wunden im Mund, Abgeschlagenheit oder Fieber
  • Nasenbluten, Hautblutungen
  • Schwellungen im Gesicht, an den Füßen oder den Beinen
  • verminderte Harnausscheidung mit Schwellungen und Abgeschlagenheit
  • starke Kopfschmerzen oder Nackensteifigkeit
  • Schmerzen in der Brust
  • Eintrübung des Bewusstseins

Wie soll es aufbewahrt werden?

In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren!

Sie dürfen das Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton nach „Verwendbar bis:“ angegebenen Verfalldatum nicht mehr anwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des Monats.

Das Arzneimittel darf nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall entsorgt werden. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr benötigen. Diese Maßnahme hilft, die Umwelt zu schützen.


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