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«Procain 2,0%-Steigerwald»

Procain 2,0%-Steigerwald
Procain 2,0%-Steigerwald


Was ist es und wofür wird es verwendet?

Procain 2,0%-Steigerwald wird angewendet zur lokalen und regionalen Nerven-blockade in der Schmerztherapie und im Rahmen neuraltherapeutischer Anwendungsprinzipien.

Was müssen Sie vor dem Gebrauch beachten?

Procain 2,0%-Steigerwald darf nicht angewendet werden
- bei Überempfindlichkeit (Allergie) gegenüber Procain, andere Lokalanästhetika vom Ester-Typ, Sulfonamiden (bestimmte Gruppe von Antibiotika), Benzoesäure (Parabene) oder einem der sonstigen Bestandteile von Procain 2,0%-Steigerwald,
- bei bekanntem Mangel an einer bestimmten körpereigenen Substanz (Pseudocholinesterase) mit der Folge eines erheblich verlangsamten Abbaus von Procain,
- zur Einspritzung in Schlagadern (Arterien), in die Umgebung der äußeren Hüll-haut des Zentralnervensystems (epidural) oder in den Wirbelkanal (spinal),
- bei Kindern unter 8 Jahren aufgrund des Konservierungsstoffs Chlorobutanol-Hemihydrat. In diesen ällen müssen Ampullen verwendet werden, da diese kein Chlorobutanol-Hemihydrat enthalten.
Besondere Vorsicht bei der Anwendung von Procain 2,0%-Steigerwald ist erforderlich
- bei einer bestimmten Form der Muskelschwäche (Myasthenia gravis),
- bei Störung des Herz-Reizleitungssystems,
- bei Herzmuskelschwäche oder
- falls die Injektion in ein entzündetes Gebiet vorgenommen werden soll.
Der anwendende Arzt wird vor der Anwendung von Procain 2,0%-Steigerwald grundsätzlich auf eine gute Auffüllung des Kreislaufes achten, eine sorgfältige Kreislaufüberwachung vornehmen und alle Maßnahmen zur Beatmung, Therapie von Krampfanfällen und zur Wiederbelebung zur Verfügung haben.
Ferner muß der Arzt seitens des Patienten in Kenntnis gesetzt werden, ob bei diesem eine allergische Reaktion auf andere Arzneistoffe aufgetreten ist, die chemisch mit Procain verwandt sind, da es dann auch zu einer allergischen Reaktion auf Procain kommen kann (Paragruppenallergie). Dies können z.B. sein Sulfonamide (bestimmte Gruppe von Antibiotika), orale Antidiabetika (Mittel bei Zuckerkrankheit), bestimmte Farbstoffe, Röntgenfilmentwickler oder andere Mittel zur lokalen Betäubung.
Wenn Procain bei einem Patienten nur äußerst langsam abgebaut werden kann, weil eine bestimmte Körpersubstanz nicht so aktiv ist (Pseudocholinesterase-Mangel), können Nebenwirkungen durch Procain eher auftreten.
Bei Anwendung im Hals-Kopf-Bereich besteht ein höherer Gefährdungsgrad, weil das Risiko für Vergiftungserscheinungen im Zentralnervensystem erhöht ist.
Zur Vermeidung von Nebenwirkungen sollten folgende Punkte beachtet werden:
- In bestimmten ällen ist vor der Anwendung von Procain 2,0%-Steigerwald zusätzlich ein Tropf anzulegen.
- Die Dosierung ist so niedrig wie möglich zu wählen.
- In der Regel darf kein gefäßverengender Zusatz verwendet werden.
- Vor Einspritzung ist sorgfältig in zwei Ebenen anzusaugen (Drehung der Kanüle).
- Vorsicht bei der Injektion in infizierte Bereiche (aufgrund verstärkter Aufnahme bei herabgesetzter Wirksamkeit).
- Die Injektion ist langsam vorzunehmen.
- Blutdruck, Puls und Pupillenweite sind zu kontrollieren.
Es ist zu beachten, daß unter Behandlung mit Blutgerinnungshemmern (Antikoa-gulantien, wie z. B. Heparin), nichtsteroidalen Antirheumatika oder Plasmaersatz-mitteln nicht nur eine versehentliche Gefäßverletzung im Rahmen der Schmerz-behandlung zu ernsthaften Blutungen führen kann, sondern daß allgemein mit einer erhöhten Blutungsneigung gerechnet werden muß. Es sollten deshalb ent-sprechende Laboruntersuchungen vor der Anwendung von Procain 2,0%-Steigerwald durchgeführt werden. Gegebenenfalls ist die gerinnungs-hemmende Behandlung zeitig genug abzusetzen.
Eine Anwendung bei gleichzeitiger Vorsorgetherapie zur Vermeidung von Thrombosen mit niedermolekularem Heparin sollte nur unter besonderer Vorsicht durchgeführt werden.
Kinder
ür die Anwendung bei Kindern liegen keine Anwendungserfahrungen vor, aus denen allgemeine Dosierungsempfehlungen abgeleitet werden können.
Ältere Menschen
Bei älteren Menschen wird eine Dosisanpassung entsprechend des jeweiligen Allgemeinzustands empfohlen.
Schwangerschaft
Procain 2,0%-Steigerwald darf in der Schwangerschaft nur angewendet werden, wenn der Arzt es für unbedingt erforderlich hält.
Stillzeit
Procainhydrochlorid tritt in die Muttermilch über. Bei kurzfristiger Anwendung wird eine Unterbrechung des Stillens jedoch nicht erforderlich sein. Ist eine wiederholte Behandlung oder eine Behandlung mit höheren Dosen erforderlich, sollte abgestillt werden.
Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen
Der Arzt sollte im Einzelfall entscheiden, ob der Patient aktiv am Straßenverkehr teilnehmen darf, Maschinen bedienen oder Arbeiten ohne sicheren Halt durchführen kann.
Dieses Arzneimittel enthält 2,1 mmol (49 mg) Natrium pro 25 ml. Patienten mit einer kontrollierten Natrium-Diät sollten dieses beachten.
Dieses Arzneimittel enthält 4 mg Chlorobutanol-Hemihydrat pro 1 ml Injektions-lösung. Procain 2,0%-Steigerwald soll aufgrund dieses Konservierungsstoffs bei Kindern unter 8 Jahren nicht angewendet werden.

Wie wird es angewendet?

Dosierung, Art und Dauer der Anwendung
Procain 2,0%-Steigerwald wird im Allgemeinen durch einen Arzt angewendet. Der Arzt sollte befragt werden, wenn sich der Patient über die Anwendung nicht ganz im Klaren ist.
Procain 2,0%-Steigerwald wird in Abhängigkeit von der erforderlichen Nerven-blockade in die Haut (intracutan), unter die Haut (subcutan) oder in einem umschriebenen Bezirk in das Gewebe eingespritzt (Infiltration) oder in Abhängigkeit von den anatomischen Verhältnissen nach gezielter Punktion lokal angewendet.
Eine Einspritzung in ein Blutgefäß (intravenöse Injektion) darf nur in besonderen Einzelfällen nach sorgfältiger Abschätzung von Nutzen und Risiko, insbesondere nach Ausschluß einer Gefährdung auf Procain empfindlich reagierender Patienten erfolgen.
Procain 2,0%-Steigerwald sollte nur von Personen mit entsprechenden Kenntnissen zur erfolgreichen Durchführung der jeweiligen Anwendung gespritzt werden.
Grundsätzlich gilt, daß bei kontinuierlicher Anwendung nur niedrig konzentrierte Lösungen von Procain angewandt werden.
Eine wiederholte Anwendung dieses Arzneimittels kann aufgrund einer Tachyphylaxie (rasche Toleranzentwicklung gegenüber dem Arzneimittel) zu reversiblen Wirkungseinbußen führen.
Procain 2,0%-Steigerwald ist nur zur kurzzeitigen Anwendung vorgesehen.
Grundsätzlich gilt, daß nur die kleinste Dosis verabreicht werden darf, mit der die gewünschte ausreichende Nervenblockade erreicht wird. Die Dosierung ist ent-sprechend den Besonderheiten des Einzelfalles individuell vorzunehmen.
Falls vom Arzt nicht anders angewendet, beträgt die übliche Dosis bei einzelnen Anwendungsarten für Jugendliche über 15 Jahren und Erwachsene mit einer durch-schnittlichen Körpergröße:
Lokale Infiltration: Bis zu 5 ml.
Hautquaddeln: Bis zu 0,5 ml pro Quaddel.
Nervenblockade an Extremitäten: Bis zu 25 ml.
Schmerzausschaltung an der Wirbelsäule
(Paravertebralanästhesie): Bis zu 15 ml.
Grenzstrangblockade: Bis zu 20 ml.
Die empfohlene Maximaldosis bei einzeitiger Anwendung in Geweben, aus denen eine schnelle Aufnahme von Arzneistoffen erfolgt, beträgt 500 mg Procain (entsprechend 25 ml Procain 2,0%-Steigerwald). Bei Anwendung im Kopf-, Hals- und Genitalbereich beträgt die empfohlene einzeitige Maximaldosis 200 mg Procain (entsprechend 10 ml Procain 2,0%-Steigerwald) innerhalb von 2 Stunden.
Soweit die anzuwendende Menge von Procain 2,0%-Steigerwald das Volumen von 15 ml voraussichtlich überschreitet, ist eine konservierungsmittelfreie Lösung vorzuziehen, um die Applikation großer Mengen des Konservierungsmittels zu vermeiden.
Bei Patienten mit bestimmten Vorerkrankungen (Gefäßverschlüssen, Gefäß-verhärtungen und -verengungen (Arteriosklerose) oder Nervenschädigung bei Zuckerkrankheit) ist die Dosis um ein Drittel zu verringern. Bei eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion können besonders bei wiederholter Anwendung erhöhte Plasmaspiegel auftreten. In diesen ällen wird ebenfalls ein niedrigerer Dosisbereich empfohlen.
Die Patienten sollen mit dem behandelnden Arzt sprechen, wenn sie den Eindruck haben, daß die Wirkung von Procain 2,0%-Steigerwald zu stark oder zu schwach ist.
Überdosierung und andere Anwendungsfehler
Wenn eine größere Menge Procain 2,0%-Steigerwald angewendet wurde als empfohlen, ist Folgendes zu beachten
Procain 2,0%-Steigerwald wirkt in niedrigen schädigenden Dosierungen als Stimulanz am zentralen Nervensystem, in hohen schädigenden Dosisbereichen gegensätzlich. Die Procainhydrochlorid-Vergiftung verläuft in 2 Phasen:
Symptome einer Überdosierung äußern sich darin, daß der Patient unruhig wird, über Schwindel, akustische und visuelle Störungen sowie Kribbeln, vor allem an Zunge und Lippenbereich klagt. Die Sprache ist verwaschen, Schüttelfrost und Muskelzuckungen sind Vorboten eines drohenden, den ganzen Körper betreffenden Krampfanfalls. Bei fortschreitender Vergiftung des zentralen Nervensystems kommt es zu einer zunehmenden Funktionsstörung des Hirnstammes mit den Symptomen Atemeinschränkung und Koma bis hin zum Tod.
Notfallmaßnahmen und Gegenmittel werden durch den behandelnden Arzt entsprechend den Krankheitszeichen sofort eingeleitet werden.

Was sind mögliche Nebenwirkungen?

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und anderen Mitteln
Die Patienten sollen ihren Arzt oder Apotheker informieren, wenn sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden bzw. vor kurzem eingenommen/angewendet haben, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt.
Folgende Wechselwirkungen von Procain mit anderen Arzneimitteln sind bekannt
- Verlängerung der Wirkung durch bestimmte Mittel zur Erschlaffung der Skelettmuskulatur (nichtdepolarisierende Muskelrelaxanzien),
- Verstärkung der Wirkung durch Physostigmin (Mittel zur Stimulierung eines Teils des vegetativen Nervensystems),
- Verminderung der Wirksamkeit bestimmter Antibiotika (Sulfonamide).
Procain sollte nicht gemeinsam mit bestimmten Mitteln zur Stimulierung eines Teils des vegetativen Nervensystems (Cholinesterasehemmern) eingesetzt werden. Unter anderem durch den Einfluß auf den Procain-Abbau kommt es zu einer Erhöhung der Giftigkeit von Procain.
Durch Zugabe kleiner Atropinmengen ist eine Verlängerung der schmerz-ausschaltenden Wirkung möglich.
Physostigmin (s.o.) kann in niedrigen Dosierungen einen vorbeugenden Effekt gegen giftige Procainwirkungen haben.
Nebenwirkungen
Wie alle Arzneimittel kann Procain 2,0%-Steigerwald Nebenwirkungen haben.
Unerwünschte, den ganzen Körper betreffende Wirkungen von Procain können auftreten und betreffen vor allem das Zentralnerven- und das Herzkreislaufsystem.
Bei Plasmakonzentrationen, wie sie bei regelgerechter Anwendung im Allgemeinen erreicht werden, wird der Blutdruck in der Regel nur geringgradig durch die Herzkraft und -schlaggeschwindigkeit fördernde Wirkung von Procain 2,0%-Steigerwald beeinflußt.
Procain kann Veränderungen der Erregungsausbreitung im Herzen auslösen, die sich im EKG zeigen (als abgeflachte T-Welle oder verkürzte ST-Strecke).
Ein Blutdruckabfall kann ein erstes Zeichen für eine relative Überdosierung im Sinne einer herzschädigenden Wirkung sein. Als zentralnervöse Störungen können Mißempfindungen um den Mundbereich, Unruhe, Bewußtseinsstörungen oder ein Krampfanfall ausgelöst werden (siehe auch unter Überdosierung und andere Anwendungsfehler).
Allergische Reaktionen auf Procain 2,0%-Steigerwald in Form von Nesselausschlag, Schwellung des Gewebes durch Wassereinlagerung, Verkrampfungen der Atem-wege oder Atemnot sowie Kreislaufreaktionen sind beschrieben worden.
Lokale Allergien und allergieähnliche Reaktionen in Form einer Hautentzündung mit Hautrötung, Juckreiz bis hin zur Blasenbildung können bei Kontakt mit Ester-Lokalanästhetika wie Procain 2,0%-Steigerwald auftreten.
Darüber hinaus können als lokale Reaktionen bei Anwendung unter der Haut (subcutan) und im Muskel (intramuskulär) Schwellungen, Hautrötungen und Blut-ergüsse vorkommen.
Beobachten Patienten Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage aufgeführt sind, sollen sie diese ihrem Arzt oder Apotheker mitteilen.

Wie soll es aufbewahrt werden?

Hinweise und Angaben zur Haltbarkeit des Arzneimittels
Procain 2,0%-Steigerwald nicht über +25 °C aufbewahren.
Procain 2,0%-Steigerwald vor Licht schützen.
Procain 2,0%-Steigerwald darf nach Ablauf des auf der Verpackung und der äußeren Umhüllung angegebenen Verfalldatums nicht mehr verwendet werden.
Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren!
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Weitere 2,0% procainhaltige Steigerwald-Arzneimittel
OP mit 10 Ampullen zu 2 ml Injektionslösung (N1)
OP mit 10 Ampullen zu 5 ml Injektionslösung (N1)
Verschreibungspflichtig
Zul.-Nr. 6225439.00.00

Zusätzliche Informationen

Text der für die Packungsbeilage vorgesehenen Angaben
Stand: 28.03.2006
Gebrauchsinformation Bitte aufmerksam lesen!
Procain 2,0%-Steigerwald
Wirkstoff: Procainhydrochlorid
Indikationsgruppe
Lokalanästhetika/Neuraltherapeutika
Procain 2,0%-Steigerwald ist ein Arzneimittel zur lokalen Betäubung (Lokal-anästhetikum vom Ester-Typ).


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