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«Quantalan zuckerfrei - Pulver»

Was ist es und wofür wird es verwendet?

QUANTALAN, ein Anionenaustauscher, entfaltet seine Wirkung, indem es Gallensäuren, aber auch andere saure Substanzen im Darmtrakt bindet. Die an Colestyramin gebundenen Gallensäuren werden mit dem Stuhl ausgeschieden. Dadurch wird die Gallensäurenkonzentration im Blut und in den Geweben gesenkt. Wenn Gallensäuren vermehrt ins Blut übertreten, steigt ihre Konzentration in der Haut und sie erzeugen dort einen unerträglichen Juckreiz. Colestyramin ist in der Lage, die Gallensäuren abzufangen, ihre Ausscheidung zu vermehren und den quälenden Juckreiz zu beseitigen. Eingetretene Gallensäureverluste ersetzt der Organismus durch eine vermehrte Neubildung aus Cholesterin. Da die Bildung von Cholesterin sich nicht erhöht, muss der Cholesterinvorrat angegriffen werden. Es kommt daher zu einer allmählichen Senkung des Cholesteringehaltes in der Leber, im Blut und in anderen Organen.
Colestyramin ist ein in Wasser unlösliches und von den Verdauungssäften nicht angreifbares Pulver. Da es deshalb auch nicht in den Organismus übertreten kann, verursacht es keine toxischen Reaktionen. Quantalan wird angewendet bei:

  • einer bestimmten Form erhöhter Blutfette („Hypercholesterinämie“) gleichzeitig mit einem Statin (Arzneimittel, das die Bildung von Cholesterin hemmt), zusätzlich zur Diät, wenn mit einem Statin keine ausreichende Senkung des Cholesterins erzielt werden kann,
  • bestimmter Form erhöhter Blutfette („Hypercholesterinämie“) zusätzlich zu einer Diät, wenn ein Statin als ungeeignet betrachtet oder nicht gut vertragen wird
  • bestimmter Durchfallserkrankung („chologene Diarrhoe“)
  • Juckreiz infolge teilweiser Abflussbehinderung der Gallenwege

Was müssen Sie vor dem Gebrauch beachten?

QUANTALAN darf nicht eingenommen werden,

  • wenn Sie überempfindlich (allergisch) gegen den Wirkstoff Colestyramin oder einen der sonstigen Bestandteile von QUANTALAN sind,
  • wenn Sie unter Phenylketonurie (seltene erbliche Stoffwechselerkrankung) leiden,
  • wenn bei Ihnen eindeutig ein vollständiger Verschluss der Gallenwege oder des Darms festgestellt wurde,
  • wenn Sie unter einer schweren Nierenerkrankung leiden,
  • wenn Sie unter einer Überfunktion der Nebenschilddrüse mit einer vermehrten Bildung von Parathormon (Hyperparathyreoidose) leiden.

Besondere Vorsicht bei der Einnahme von QUANTALAN ist erforderlich,

  • wenn Sie unter Magengeschwüren leiden oder gelitten haben, ist Vorsicht geboten. Es könnten eine Verschlimmerung oder erneut Beschwerden auftreten.
  • wenn Sie QUANTALAN als Langzeittherapie einnehmen, kann es zu einem Mangel an fettlöslichen Vitaminen kommen. Gegebenenfalls wird Ihnen Ihr Arzt bei hoher Dosierung oder längerfristiger Verabreichung (besonders während Schwangerschaft und Stillzeit) eine tägliche Zufuhr von Vitamin A, D, E und K verordnen. Bei Langzeittherapie kann evtl. auch eine zusätzliche Behandlung mit Folsäure erforderlich sein.
  • Bei längerdauernder Behandlung mit hohen Dosen QUANTALAN kann es v.a. bei jungen und kleineren Patienten zu einer bestimmten Störung des Säure-Basen-Haushaltes („hyperchlorämische Azidose“) kommen.
  • wenn Sie unter Verstopfung leiden, kann QUANTALAN diese verstärken. Die Dosierung muss dann herabgesetzt werden, da es sonst zu Verhärtungen des Stuhls kommen kann.
  • wenn Ihr Arzt Ihnen Laboruntersuchungen (Blutabnahme) anordnet, befolgen Sie bitte seine Anordnung.
  • wenn Sie QUANTALAN lange Zeit einnehmen besteht möglicherweise ein Zusammenhang mit einer erhöhten Blutungsneigung.
  • wenn Sie QUANTALAN zur Behandlung einer bestimmten Durchfallserkrankung erhalten haben und es zu keiner Besserung der Beschwerden innerhalb von 3 Tagen gekommen ist, kontaktieren Sie bitte Ihren Arzt. Er wird Ihnen ggf. eine andere Therapie verordnen.
  • wenn Sie gleichzeitige andere Medikamente (siehe „Bei Einnahme von QUANTALAN mit anderen Arzneimitteln“) einnehmen, wählen Sie bitte einen zeitlichen Abstand. Um eine ungestörte Aufnahme in den Körper zu erreichen, werden diese Medikamente am besten eine Stunde vor oder 4-6 Stunden nach der QUANTALAN - Einnahme genommen.

QUANTALAN soll nie in trockener Form eingenommen werden, sondern immer mit reichlich Flüssigkeit (ca. 200ml) vermischt werden!

Bei Einnahme von QUANTALAN mit anderen Arzneimitteln
Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen bzw. vor kurzem eingenommen haben, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimitteln handelt.

QUANTALAN weist eine starke Neigung zur Verbindung mit sauren Substanzen auf. Es kann daher die Aufnahme von gleichzeitig oral verabreichten Medikamenten wie Phenylbutazon (Mittel gegen Rheuma), Cumarinderivaten (Medikamente, die die Blutgerinnung hemmen), Thiaziden (bestimmte wassertreibende Mittel), fettlöslichen Vitaminen wie A, D und K, sowie Tetracycline und Penicillin G (Antibiotika), Phenobarbital (Beruhigungsmittel), Eisen, Thyreoidea- und Thyroxin- Präparate (Medikamente gegen Erkrankungen der Schilddrüse) und Digitalis (Herzmittel) verzögern oder herabsetzen.
Auch Wechselwirkungen mit Östrogenen (z.B. „Pille“) sind möglich.

Schwangerschaft und Stillzeit
Fragen Sie vor der Einnahme von allen Arzneimitteln Ihren Arzt oder Apotheker um Rat. Die Entscheidung über die Einnahme von Colestyramin während der Schwangerschaft und Stillzeit wird ihr Arzt treffen.

Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen
Eine Beeinträchtigung der Reaktionsfähigkeit und Verkehrstauglichkeit ist durch QUANTALAN nicht zu erwarten.

Wichtige Informationen über bestimmte sonstige Bestandteile von QUANTALAN
Hinweis für Patienten mit Phenylketonurie: 1 Beutel enthält 16,8 mg Phenylalanin (aus Aspartam). Wenn Sie unter Phenylketonurie leiden, kann QUANTALAN für Sie schädlich sein und sollte deshalb nicht eingenommen werden (siehe auch „QUANTALAN darf nicht eingenommen werden“).

Wie wird es angewendet?

Nehmen Sie QUANTALAN immer genau nach Anweisung des Arztes ein. Bitte fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht ganz sicher sind.
Während der Einnahme sollten Sie auch die von Ihrem Arzt empfohlenen Ernährungsmaßnahmen zur Senkung Ihres Cholesterinspiegels fortsetzen.

Vorbereitung einer Suspension für die Einnahme: Den Inhalt des Beutels in ca. 200 ml Flüssigkeit schütten (Fruchtsäfte, Milch, klare Suppen oder auch saftreiche Kompotte bzw. Joghurt). 1 - 2 Minuten stehen lassen ohne umzurühren. Danach umrühren, bis sich ein einheitlicher flüssiger Brei gebildet hat. Nach jeder Einnahme das Glas noch mit zusätzlicher Flüssigkeit ausspülen, um sicherzugehen, dass die ganze Dosis eingenommen wurde.
QUANTALAN soll unmittelbar nach der Zubereitung eingenommen werden.

Dosierung: Die Dosierung von QUANTALAN wird von Ihrem behandelnden Arzt sorgfältig ausgewählt und festgelegt. Beachten Sie daher genau seine Anweisungen, denn nur so kann die Behandlung Erfolg haben.

Die Dosierung von QUANTALAN richtet sich nach dem klinischen Befund, den Laborwerten und dem unter der Medikation erzielten jeweiligen therapeutischen Effekt.

QUANTALAN sollte etwa 1 Stunde vor den Mahlzeiten eingenommen werden.

Erwachsene

Die Dosierung sollte schrittweise erfolgen (d.h. erster Tag 1 Beutel, zweiter Tag 2 Beutel usw.). Die durchschnittliche Tagesdosis für Erwachsene beträgt 12-16 g Colestyramin (= 3-4 Beutel).

  • Zur Senkung des Cholesterinspiegels: 1 Beutel (4,4 g Colestyramin) 2-4 mal täglich (8-16 g Colestyramin). Bei Bedarf kann Ihr Arzt eine Dosiserhöhung bis zu einem Maximum von 24 g täglich anordnen. Eine Dosis von mehr als 24 g Colestyramin täglich kann die normale Fettaufnahme im Darm beeinträchtigen.
  • Zur Behebung des durch eine gestörte Gallensäureaufnahme verursachten Durchfalls: 1 Beutel 3x täglich; danach Dosierung dem Befund anpassen.
  • Juckreiz: 1-2 Beutel täglich.

Kinder und Jugendliche

Kinder bis 12 Jahre

  • Zur Senkung des Cholesterinspiegels oder Behebung des Juckreizes:

Gewicht in kg x Erwachsenendosis (g) = Colestyramin (g)
70

Es empfiehlt sich bei Kindern eine einschleichende Dosierung, man beginnt mit einer Dosis (1 Beutel) pro Tag, die Dosierung wird dann schrittweise nach jedem 5. bis 7. Tag erhöht, bis zur Erreichung der für die Therapie nötigen Dosis.

  • Zur Behebung des durch eine gestörte Gallensäureaufnahme verursachten Durchfalls sollte folgende Anfangsdosis eingenommen werden: ½ Beutel 3x täglich d.h. 2-6 g Colestyramin täglich.

Jugendliche Die Dosierung für Kinder über 12 Jahre richtet sich nach der Dosierung für Erwachsene.

Ältere Patienten Es liegen keine Hinweise vor, dass eine Anpassung der Dosis erforderlich ist, es gelten daher die allgemein unter „Erwachsene“ angegebenen Empfehlungen.

Wenn Sie eine größere Menge von QUANTALAN eingenommen haben, als Sie sollten Abhängig von der Menge von QUANTALAN, die Sie eingenommen haben, kann es zu Verstopfung bis zum Darmverschluss kommen. In solchen Fällen suchen Sie bitte Ihren Arzt auf.

Wenn Sie die Einnahme von QUANTALAN vergessen haben
Wenn Sie die Einnahme einmal vergessen haben, nehmen Sie nicht die doppelte Dosis ein. Holen Sie jedoch diese nach, sobald Sie es bemerken.

Wenn Sie die Einnahme von QUANTALAN abbrechen
Sie sollen mit der Einnahme von QUANTALAN nicht plötzlich aufhören.
Das Absetzen von QUANTALAN kann eine Gefahr für Sie bedeuten, wenn ein potentiell toxisches Arzneimittel wie Digitalis (Medikament gegen Herzschwäche) so eingestellt wurde, dass eine ausreichende Wirkung erzielt wurde, während Sie Colestyramin eingenommen haben. Außerdem kann es nach dem Absetzen von QUANTALAN zu einer verstärkten Wirkung von oralen Blutverdünnungsmitteln kommen. Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung des Arzneimittels haben, fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

Was sind mögliche Nebenwirkungen?

Wie alle Arzneimittel kann QUANTALAN Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen. Informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker, wenn eine der aufgeführten Nebenwirkungen Sie erheblich beeinträchtigt oder Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser Gebrauchsinformation angegeben sind.

Sehr häufig (≥ 1/10); häufig (≥ 1/100, < 1/10); gelegentlich (≥ 1/1.000, < 1/100); selten (≥ 1/10.000, < 1/1.000); sehr selten (< 1/10.000).

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems Sehr selten: Blutgerinnungsstörung (Hypoprothrombinämie)

Erkrankungen des Immunsystems Sehr selten: Nesselsucht, Reizung von Haut, Zunge und Analbereich

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
Sehr selten :
Störung des Säure-Basenhaushaltes (hyperchlorämische Acidose) vor allem bei Kindern und Patienten mit Nierenschädigung unter Langzeittherapie, Vitaminmangel (Vit. A, D, K), Verminderung der Folsäurekonzentration im Serum

Erkrankungen des Nervensystems Sehr selten: Schwindel, Kopfschmerz, Kribbeln in den Fingern

Augenerkrankungen Sehr selten: Nachtblindheit

Erkrankungen der Atemwege und des Brustraums Kurzatmigkeit, Asthma

Erkrankungen des Magen-Darmtrakts Sehr häufig: Verstopfung
Häufig: Blähungen, Übelkeit, Durchfall, Appetitlosigkeit, Verdauungsstörung, Völlegefühl, Sodbrennen gelegentlich: Erbrechen
selten: Darmverschluss, der bei 2 Kindern zum Tod führte.
Sehr selten: Fettdurchfall

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen Sehr selten: Muskel- und Gelenksschmerzen, Gelenksentzündung, Osteoporose

Erkrankungen der Nieren und Harnwege Beschwerden beim Urinieren

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
Sehr selten: Müdigkeit, Gewichtsverlust

Über folgende Ereignisse wurde berichtet (Ereignisse sind Beobachtungen, die bei einem Patienten während der Medikamenteneinnahme auftreten, ohne dass ein ursächlicher Zusammenhang mit der Behandlung gesichert ist): Magen-Darm-Trakt: Blutungen aus dem Mastdarm, schwarzer Stuhl, Hämorrhoidal-Blutung, Blutungen von einem vorbestehenden Zwölffingerdarmgeschwür, Schluckstörung, schmerzhafte Darmgeschwüre, saurer Geschmack, Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis), Schmerzen im Mastdarmbereich, Divertikulitis, saures Aufstoßen. Laborwerte: Anstieg oder Abnahme der Prothrombinzeit, Verminderung der roten Blutkörperchen (Anämie), Veränderung der Leberwerte im Blut.
Nervensystem: Ohrenklingen (Tinnitus), Bewußtseinsverlust, Schläfrigkeit, Ängstlichkeit, Schwindel, Benommenheit. Erkrankungen der Haut: Kleine, fleckförmige Hautblutungen (Ekchymosen)
Niere: Blut im Harn, stechender Uringeruch.
Verschiedene: Rückenschmerzen, bestimmte Augenentzündung (Uvea), Gewichtszunahme/-abnahme, Libidosteigerung, geschwollene Drüsen, Wasseransammlungen (Ödeme), Zahnfleischbluten, Karies.

Wie soll es aufbewahrt werden?

Nicht über 25°C lagern.

Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren.
Sie dürfen das Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton und Beutel angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des Monats.

Das Arzneimittel darf nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall entsorgt werden. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr benötigen. Diese Maßnahme hilft die Umwelt zu schützen.


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