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«Rifater®»

Rifater®


Was ist es und wofür wird es verwendet?

Rifater wirkt gegen die Bakterien, die Tuberkulose verursachen. Es wird auf Verschreibung des Arztes oder der Ärztin zur Behandlung der Lungentuberkulose während den ersten zwei Monaten einer mindestens sechs Monate dauernden Behandlung eingesetzt.

Was müssen Sie vor dem Gebrauch beachten?

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen von Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin zur Behandlung Ihrer gegenwärtigen Erkrankung verschrieben. Die Antibiotika in Rifater sind nicht gegen alle Mikroorganismen, welche Tuberkulose verursachen, wirksam. Die Anwendung eines falsch gewählten oder nicht richtig dosierten Tuberkulostatikums kann Komplikationen verursachen. Wenden Sie es deshalb nie von sich aus für die Behandlung anderer Erkrankungen oder anderer Personen an. Auch bei späteren neuen Infektionen dürfen Sie Rifater nicht ohne erneute ärztliche Konsultation anwenden.

Rifater darf nicht eingenommen werden

von Personen mit Gelbsucht oder bekannter Überempfindlichkeit gegen einen der drei Wirkstoffe (Rifampicin, Isoniazid, Pyrazinamid) oder einen der Hilfsstoffe.

Eine Überempfindlichkeit äussert sich z.B. durch Asthma, Atemnot, Kreislaufbeschwerden, Schwellungen der Haut (z.B. Nesselfieber) und der Schleimhäute oder Hautausschläge;

von Patientinnen und Patienten mit:

– einer einmal durchgemachten medikamentös bedingten

Leberentzündung;

– akuten Leberkrankheiten;

– Nervenentzündungen;

– Gicht;

– einer Störung der Blutbildung (Porphyrie);

bei eingeschränkter Nierenfunktion (Kreatin-Clearance <30

Wie wird es angewendet?

Rifater muss gemäss den Anweisungen Ihres Arztes bzw. Ihrer Ärztin eingenommen werden. Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin setzt die Dosierung und Behandlungsdauer fest.

Rifater wird üblicherweise während den ersten zwei Monaten einer mindestens sechs Monate dauernden Tuberkulosebehandlung eingesetzt. Unter Umständen verschreibt Ihnen Ihr Arzt oder Ihre Ärztin ein zusätzliches Arzneimittel gegen Tuberkulose. Rifater wird täglich ungefähr 1 Stunde vor einer Mahlzeit eingenommen. (Tagesdosis auf einmal einnehmen und nicht über den Tag verteilen.)

Die Tagesdosis beträgt je nach Körpergewicht 3–6 Dragées. Sofern vom Arzt bzw. der Ärztin nicht anders verordnet, wird Rifater wie folgt dosiert:

Erwachsene

Gewicht 30–39 kg: 3 Dragées Rifater/Tag.

Gewicht 40–49 kg: 4 Dragées Rifater/Tag.

Gewicht 50–64 kg: 5 Dragées Rifater/Tag.

Gewicht 65 kg und mehr: 6 Dragées Rifater/Tag.

Kinder

Rifater eignet sich nicht für die Behandlung von Kindern.

Nach Beendigung dieser zweimonatigen Phase wird die Behandlung mit anderen Arzneimitteln für mindestens weitere vier Monate fortgesetzt.

Es ist wichtig, dass Rifater täglich, ohne Unterbruch eingenommen wird, da sonst die Wirksamkeit nicht gewährleistet ist oder vermehrt schwerwiegende unerwünschte Wirkungen auftreten können (siehe auch Rubrik «Wann ist bei der Anwendung von Rifater Vorsicht geboten?»).

Eine begonnene Therapie mit Tuberkulostatika sollte so lange wie vom Arzt bzw. von der Ärztin verordnet durchgeführt werden. Weder die tägliche Dosis noch die Therapiedauer dürfen ohne Rücksprache mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. Ihrer Ärztin oder Apothekerin geändert werden.

Die Krankheitssymptome verschwinden oft bevor die Infektion vollständig ausgeheilt ist. Führen Sie die Behandlung auch dann nach den Anweisungen Ihres Arztes bzw. Ihrer Ärztin weiter, wenn Sie keine Krankheitszeichen mehr spüren. Eine ungenügende Anwendungsdauer oder ein zu frühes Beenden der Behandlung kann ein erneutes Aufflammen der Erkrankung zur Folge haben.

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer Ärztin oder Apothekerin.

Was sind mögliche Nebenwirkungen?

Folgende Nebenwirkungen können bei der Einnahme von Rifater auftreten:

Allergische und sonstige Überempfindlichkeitsreaktionen

Sehr häufig Grippesymptome (Fieber, Kopfschmerzen, Schüttelfrost, Benommenheit, Knochenschmerzen) vor allem nach Wiederaufnahme einer unterbrochenen Therapie.

Selten anaphylaktische Reaktionen (Überempfindlichkeitsreaktionen mit Kreislaufversagen), Kurzatmigkeit, Keuchen, Blutdruckabfall, Oedeme (Wasseransammlung im Gewebe), angioneurotisches Ödem (Schwellungen im Gesicht, Zunge, Rachen oder Kehlkopf mit Schluck- und Atembehinderung), akutes Nierenversagen, Abbau der roten Blutkörperchen, rheumatische Beschwerden, Autoimmunerkrankungen.

Hautreaktionen

Sehr häufig Gesichtsrötung und häufig Juckreiz mit oder ohne Hautausschlag, Akne und erhöhte Lichtempfindlichkeit, gelegentlich Nesselsucht, sehr selten schwere Hautreaktionen.

Magen-Darm-Trakt Beschwerden

Diese können sich durch Mundtrockenheit, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Gasansammlung im Darm, Magenschmerzen, Oberbauchbeschwerden oder Durchfall äussern. Bei Auftreten von schweren, anhaltenden Durchfällen während oder nach der Behandlung sollten Sie unverzüglich Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin konsultieren.

Beim Auftreten von Durchfall dürfen keine Arzneimittel welche die Darmperistaltik (Darmbewegung) hemmen eingenommen werden.

Sehr selten Bauchspeicheldrüsenentzündung oder eine Verschlimmerung von Magengeschwüren.

Leberreaktionen

Leberfunktionsstörungen, Leberentzündungen, Gelbsucht und Leberschäden, in Einzelfällen mit tödlichem Verlauf (siehe «Wann ist bei der Einnahme von Rifater Vorsicht geboten?»). Zeichen einer Leberentzündung können Müdigkeit, Schwäche, Appetitlosigkeit, Unwohlsein, Übelkeit und Erbrechen sein. Kontaktieren Sie bei Auftreten diese Symptome sofort Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin.

Veränderungen des Blutes

Ein Mangel an Blutplättchen (mit oder ohne punktförmige Hautblutungen), an weissen Blutkörperchen sowie eine Blutarmut können auftreten. Eine Zunahme bestimmter weisser Blutkörperchen wurde ebenfalls beobachtet. Konsultieren Sie sofort Ihren Arzt oder Ihre Ärztin, wenn punktförmige Hautblutungen auftreten.

Reaktionen des peripheren und zentralen Nervensystems

Häufig Müdigkeit, Schläfrigkeit, Kopfschmerzen, Benommenheit, Schwindel, Kribbelgefühl, Verlust der Sehnenreflexe, selten Koordinationsstörungen der Bewegungen, Verwirrtheit, Muskelschwäche, Krämpfe, Epilepsieanfälle, Gedächtnisstörungen und Bewusstseinsveränderungen.

Augen

Bindehautreizung, Augenrötung, Sehstörungen.

Nierenbeschwerden

Selten Beschwerden beim Wasserlösen und Nierenentzündung.

Störungen des Bewegungsapparates

Häufig leichte Muskelschwäche und Gelenkschmerzen.

Hormonelle Störungen/Stoffwechsel

Während einer längeren antituberkulösen Behandlung mit Rifater können selten Störungen des Menstruationszyklus auftreten. Selten tritt ein Gichtanfall auf. Der Vitamin-D-Stoffwechsel kann beeinflusst werden und zu einer Veränderung der Elektrolytspiegel führen.

Untersuchungen

Erhöhung von Bilirubinspiegel und Leberwerte. Blutparameter, Calcium-, Phosphat- und Parathormonspiegel können sich verändern.

Verfärbung von Körperflüssigkeiten

Rötliche Verfärbung von Körperflüssigkeiten.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die hier nicht beschrieben sind, sollten Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin informieren.

Wie soll es aufbewahrt werden?

Urin, Speichel, Schweiss und Tränen und damit auch weiche Kontaktlinsen (letztere dauerhaft) können sich aufgrund der roten Farbe eines der Wirkstoffe rötlich verfärben. Sie sollten daher während der Behandlung keine weichen Kontaktlinsen tragen.

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.

Bewahren Sie das Arzneimittel trocken in der verschlossenen Originalpackung bei Raumtemperatur (15–25 °C) auf und ausserhalb der Reichweite von Kindern auf.

Nach Beendigigung der Behandlung das Medikament mit dem restlichen Inhalt Ihrer Abgabestelle (Arzt oder Apotheker) zum fachgerechten Entsorgen bringen.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Zusätzliche Informationen

Sie erhalten Rifater in Apotheken gegen ärztliche Verschreibung, die nur zum einmaligen Bezug berechtigt.

Packungen zu 60 Dragées.


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