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«Rifoldin 450 mg Dragees»

Rifoldin 450 mg Dragees


Was ist es und wofür wird es verwendet?

Rifoldin hat bakterientötende Eigenschaften und wird gegen Infektionen und Krankheiten eingesetzt, die durch verschiedene Mikroorganismen verursacht werden:

  • Alle Formen der Tuberkulose (zusammen mit mindestens einem weiteren Arzneimittel gegen diese Erkrankung);
  • Lepra (zusammen mit mindestens einem weiteren Arzneimittel gegen diese Erkrankung);
  • Staphylokokken-Infektionen (zusammen mit einem geeigneten Antibiotikum);
  • Infektion, die durch sog. „Brucellen“ hervorgerufen wird (Brucellose);
  • Zur Beseitigung von Meningokokken aus dem Nasen-Rachenraum bei beschwerdefreien Personen;
  • Zur Vorbeugung einer Hirnhautentzündung (verursacht durch sog. Meningokokken oder durch das Bakterium Hämophilus influenzae).

Was müssen Sie vor dem Gebrauch beachten?

Rifoldin darf nicht angewendet werden,

  • wenn Sie überempfindlich (allergisch) gegen Rifampicin, damit verwandten Stoffen (andere Rifamycine), oder einen der sonstigen Bestandteile von Rifoldin sind;
  • wenn Sie unter einer schweren Leberfunktionsstörung, z.B. Gelbsucht, Leberzirrhose, Leberentzündung leiden;
  • wenn Sie gleichzeitig mit Sequinavir/Ritonavir (Arzneimittel gegen das HI-Virus) behandelt werden;
  • wenn Sie an einer erblichen Stoffwechselstörung leiden, durch die der Aufbau des roten Blutfarbstoffs gestört ist (sog. Porphyrie).

Besondere Vorsicht bei der Anwendung von Rifoldin ist erforderlich
Informieren Sie vor der Behandlung Ihren Arzt:

  • Wenn Sie eine leichte Funktionsstörung der Leber oder eine chronische Lebererkrankung haben oder regelmäßig viel Alkohol konsumieren oder unterernährt sind. Der Arzt wird Rifoldin dann nur mit Vorsicht anwenden. Außerdem wird er regelmäßige Kontrollen Ihrer Leberfunktion anordnen;
  • wenn Sie gleichzeitig Arzneimittel gegen Epilepsie, Beruhigungsmittel oder Paracetamol-haltige Schmerzmittel einnehmen, da es zu u.U. schwerwiegenden Wechselwirkungen mit Rifoldin kommen kann (siehe auch Bei Anwendung von Rifoldin mit anderen Arzneimitteln).

Informieren Sie umgehend Ihren Arzt und beenden Sie die Behandlung:

  • wenn es zu einer ausgeprägten Verminderung der Blutplättchen oder einer Blutarmut kommt;
  • wenn Sie unter Atemnot leiden oder Asthmaanfälle auftreten;
  • wenn es zu einem Nierenversagen kommt;
  • wenn ein Schock eintritt (z.B. starker Blutdruckabfall, schwacher Puls, Krämpfe, Kehlkopfschwellung, Atemnot). Bei Auftreten derartiger Reaktionen ist keine Weiterbehandlung mit dem Wirkstoff Rifampicin mehr möglich.

Informieren Sie Ihren Arzt auch:

  • wenn bei der Behandlung leichte Überempfindlichkeitsreaktionen auftreten (Fieber, Juckreiz, flüchtige Hautrötungen, Nesselausschlag). Wenn diese Beschwerden während einer Unterbrechung der Behandlung verschwinden, kann Ihr Arzt eine Weiterbehandlung einleiten;
  • wenn während der Behandlung eine Empfindlichkeit der Haut gegenüber Sonnenlicht auftritt – in diesem Fall kann eine Beendigung der Behandlung notwendig sein;
  • Wenn bei Ihnen schwere und anhaltende Durchfälle auftreten. Es könnte sich um eine u.U. lebensbedrohliche Darmerkrankung (sog. „pseudomembranöse Colitis“) handeln, die umgehend behandelt werden muss. Verwenden Sie keine Arzneimittel, die die Darmbewegung hemmen;
  • wenn Sie die Behandlung nach kurzer oder längerer Unterbrechung wieder aufnehmen wollen. Ihr Arzt wird mit langsam steigender Dosierung beginnen um Nebenwirkungen zu vermeiden.

Vor und in regelmäßigen Abständen während der Behandlung wird Ihr Arzt eine Kontrolle des Blutbildes, sowie der Leberfunktion anordnen.

Um Entzündungen des Sehnervs zu erkennen, sind regelmäßige augenärztliche Kontrollen erforderlich.

Wenn bei Ihnen während der Behandlung Zeichen einer Lebererkrankung auftreten (z.B. Schwächegefühl, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen), müssen Sie Ihren Arzt unverzüglich informieren, damit er Sie entsprechend überwachen kann. Bei Verschlechterung der Laborwerte wird er die Behandlung solange unterbrechen, bis sich die Werte normalisiert haben und die Beschwerden abgeklungen sind. Bei neuerlichem Auftreten von Anzeichen einer Leberschädigung wird der Arzt die Anwendung von Rifoldin unverzüglich beenden.

Während der Therapie mit Rifoldin müssen Sie auf Alkoholkonsum verzichten. Alkohol erhöht das Risiko einer Leberentzündung und von Nebenwirkungen auf das Nervensystem.

Wenden Sie während der Behandlung keine Paracetamol-haltigen Schmerzmittel an, da diese Kombination zu schweren Leberschäden durch Paracetamol führen kann. Dies gilt auch für rezeptfrei erhältliche Paracetamol-Präparate!

Durch die Behandlung mit Rifoldin kann es u.U. zu einem Mangel an Vitamin D kommen, den Ihr Arzt bei Bedarf durch eine zusätzliche Vitamin-D Gabe ausgleichen kann. in diesem Zusammenhang sind bestimmte Laborkontrollen notwendig.

Während der Behandlung sollte eine Schwangerschaft vermieden werden. Da Rifampicin die Wirksamkeit einer hormonellen Verhütung (die „Pille“) vermindert, wird geraten, zusätzlich auch nicht-hormonelle Verhütungsmethoden anzuwenden. Eine Schwangerschaftsverhütung sollte nach Ende der Behandlung noch 3 Monate lang weiter geführt werden.

Wenn Sie die Therapie unterbrechen, dürfen Sie sie nicht ohne Rücksprache mit Ihrem Arzt wieder fortführen. In diesem Fall ist es wichtig, die Behandlung mit zunächst niedriger Dosis zu beginnen und diese schrittweise zu steigern; so können Nebenwirkungen vermieden werden.

Wenn Sie die Behandlung weniger als 2-3 Mal pro Woche durchführen, kann es zu grippe-ähnlichen Beschwerden (sog. Flu-Syndrom) oder einer u.U. schwerwiegenden Überempfindlichkeit kommen – Information dazu befindet sich im Abschnitt Welche Nebenwirkungen sind möglich. Schutz davor bietet meist die konsequente tägliche Behandlung mit Rifoldin.

Sie dürfen Rifoldin nicht gleichzeitig mit folgenden Arzneimitteln einnehmen:

  • opiathaltige Arzneimittel als Beruhigungsmittel, Schmerz- oder Hustenstiller
  • bestimmte Arzneimittel gegen Harndrang (sog. Anticholinergika)
  • bestimmte andere Arzneimittel gegen Tuberkulose (sog. PAS-Präparate) Einnahmeabstand: mindestens 4 Stunden.

Speichel, Schweiß, Urin und Tränen können sich durch die intensive rotbraune Farbe von Rifampicin rötlich verfärben.

Bei Anwendung von Rifoldin mit anderen Arzneimitteln
Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen / anwenden bzw. vor kurzem eingenommen / angewendet haben, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt.

Rifoldin kann die Wirkung anderer Arzneimittel verändern. Ihr Arzt wird daher ggf. die Dosierung anderer Arzneimittel ändern, um den Behandlungserfolg zu sichern.

Rifoldin kann die Wirkung folgender Arzneimittel / Wirkstoffe vermindern: Arzneimittel gegen

  • Allergie (Wirkstoff: Fexofenadin)
  • Angst und Schlafstörungen (Wirkstoffe: z. B. Diazepam, Zopiclon, Zolpidem, Zaleplon)
  • Asthma (Wirkstoff: Theophyllin)
  • Bakterielle Infektionen (Wirkstoffe: Doxycyclin, Clarithromycin, Chloramphenicol, Fluorchinolone, Telithromycin, Linezolid, Metronidazol) • (zu hohe) Blutfett-Werte, inkl. Cholesterin (Wirkstoff: Clofibrat, Statine)
  • Blutgerinnung (Wirkstoffe: Warfarin und andere Cumarine)
  • Brustkrebs mit antiöstrogener Wirkung (Wirkstoffe: z.B. Tamoxifen, Toremifen)
  • andere Tumorerkrankungen (Wirkstoff: Irinotecan, Ifosfamid, Imatinib, Bexaroten, Dasatinib)
  • Depressionen (Wirkstoffe: Amitriptylin, Nortriptylin)
  • Entzugsbehandlung bei Opiatabhängigkeit (Wirkstoff: Methadon)
  • Epilepsie (Wirkstoff: Phenytoin, Lamotrigin)
  • Erbrechen bei Krebstherapien (Wirkstoffe: z.B. Ondansetron)
  • Herzrhythmusstörungen / Herzschwäche / hohen Blutdruck /Herzinfarkt (Wirkstoffe: z.B. Chinidin, Disopyramid, Mexiletin, Propafenon, Tocaimid, Herzglykoside, Bisoprolol, Metoprolol, Propranolol, möglicherweise auch Alprenolol, Atenolol,

Carvedilol, Celiprolol, Talinolol, Enalapril, Losartan, Bunazosin, Kalziumkanalblocker, z.B. Diltiazem, Nifedipin, Verapamil, Buspiron, Chlopidogrel)

  • HIV-Infektionen (Wirkstoff: Zidovudin, Nevirapin, Etravirin, Efavirenz, Nelfinavir, Indinavir, Saquinavir und Ritonavir, Zidovudin)
  • Harninkontinenz (Wirkstoff: Darifenacin)
  • Lepra (Wirkstoff: Dapson)
  • Lungenhochdruck (Wirkstoff: Bosentan)
  • Magengeschwüre (Wirkstoff: Cimetidin)
  • Malaria (Wirkstoff: Chinin, Chloroquin, Mefloquin)
  • • Nebenschilddrüsenunterfunktion (sog. Hyperparathyreoidismus; Wirkstoff: Cinacalet)
  • Organabstoßung (Wirkstoffe: z.B. Azathioprin, Ciclosporin, Tacrolimus, Mycophenolat, Everolismus)
  • Parasitenerkrankungen (Wurminfektionen (Wirkstoff: Praziquantel), Einzeller (Wirkstoff: Atovaquon))
  • Pilzinfektionen (Wirkstoffe: z.B. Fluconazol, Ketoconazol, Itraconazol bzw. Caspofungin und Terbinafin)
  • Rheuma, Allergien, Unterfunktion der Nebennierenrinde (Wirkstoffe: „Cortison“ und verwandte Substanzen: Hydrocortison, Fludrocortison, Prednison, Prednisolon, Methylprednisolon)
  • Schilddrüsenunterfunktion (Wirkstoff: Levothyroxin);
  • Schizophrenie (Aripiprazol)
  • Schmerzen (sog. „narkotische Schmerzmittel“; Wirkstoff: Fentanyl, Morphin)
  • Schwangerschaft (Wirkstoffe: Gestagene, Östrogene)
  • seelische Erkrankungen, sog. „Antipsychotika“ (Wirkstoffe: z.B. Haloperidol)
  • Vitamin D
  • Zuckerkrankheit (Wirkstoffe: Sulfonylharnstoffe, Thiazolidindione (z.B. Rosiglitazon, Pioglitazon), Gliclazid, Repaglinid, Glimeperid, Nateglinid)

Rifoldin kann die Wirksamkeit von Arzneimitteln verringern, die die Notwendigkeit zur mechanischen Beatmung hinauszögern (Wirkstoff: Riluzol)

Rifoldin kann die Wirkung folgender Arzneimittel / Wirkstoffe verstärken: Arzneimittel gegen

  • Asthma (Wirkstoff: Theophyllin)
  • Bildung von Blutgerinnseln (Wirkstoff: Clopidogrel): eine kombinierte Behandlung erhöht das Risiko von Blutungen

Weitere Wechselwirkungen bestehen mit folgenden Arzneimitteln / Wirkstoffen:

  • Cotrimoxazol (Mittel gegen Infektionskrankheiten) erhöhtes Risiko einer Leberschädigung
  • Irinotecan (Mittel gegen bestimmte Krebserkrankungen)
  • Muskelrelaxantien (Tizanidin): Risiko einer geringeren Wirkung
  • Opiate (z.B. als Beruhigungsmittel, Schmerz- oder Hustenstiller) und Arzneimittel gegen Harndrang (sog. „Anticholinergika“): vermindern u.U. die Wirkung von Rifampicin
  • Probenecid (Arzneimittel gegen Gicht): bei gleichzeitiger Gabe erhöhte Rifampicin-Spiegel im Blut.
  • Ropivacain (Arzneimittel zur örtlichen Betäubung): kürzere Wirkung
  • Schmerzmittel mit dem Wirkstoff Paracetamol: Die Wahrscheinlichkeit einer paracetamol-bedingten schweren Leberzellschädigung ist erhöht
  • Schmerzmittel aus der Gruppe der „nicht-steroidalen Antirheumatika“ (Wirkstoff: Celecoxib, Enoricoxib, Diclofenac, Leflunomid)
  • Mittel zur Neutralisierung der Magensäure (sog. Antazida): ein zumindest 1-stündiger Abstand zwischen der Einnahme von Rifoldin und diesen Arzneimitteln ist einzuhalten.
  • Para-Aminosalicylsäure (in bestimmten anderen Arzneimitteln gegen Tuberkulose): Risiko einer geringeren Wirkung von Rifoldin
  • Isoniazid (in bestimmten anderen Arzneimitteln gegen Tuberkulose): bei Patienten, die schon vor der Behandlung eine Leberschädigung hatten oder stark unterernährt sind, kann es häufiger und ausgeprägter zu Leberfunktionsstörungen kommen

Rifoldin kann die leberschädigende Wirkung des Narkosemittels Halothan verstärken.

Wechselwirkungen mit Labortests:Mikrobiologische Bestimmungen von Vitamin B12 und Folsäure sind nicht verwertbar. Rifampicin kann eine Leberfunktionsstörung vortäuschen. Der sog. „Bromsulfophtalein-Test“ zur Prüfung der Leberfunktion kann daher während der Behandlung mit Rifoldin nicht angewendet werden.

Rifoldin kann die Ausscheidung von Kontrastmittel zur Gallenblasenuntersuchung verzögern. Derartige Untersuchungen sollen daher vor der Einnahme von Rifoldin durchgeführt werden.

Bei bestimmten Nachweisverfahren (sog. Immunoassays) von Opiaten im Harn kann Rifoldin falsch-positive Ergebnisse verursachen.

Bei der Anwendung von Rifoldin zusammen mit Nahrungsmitteln und Getränken
Nahrung hat einen Einfluss auf die Aufnahme von Rifampicin in den Körper. Die Einnahme von Rifoldin soll daher mindestens ½ Stunde vor oder 2 Stunden nach einer Mahlzeit erfolgen.

Täglicher Alkoholkonsum

  • erhöht das Risiko einer Leberschädigung und von Nebenwirkungen am Nervensystem
  • kann die Wirkung von Rifoldin vermindern.

Schwangerschaft und Stillzeit
Fragen Sie vor der Anwendung von allen Arzneimitteln Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Schwangerschaft: Vor Beginn der Therapie muss eine Schwangerschaft ausgeschlossen und während der Behandlung eine sichere Verhütung durchgeführt werden. Bitte beachten Sie, dass Rifoldin die Wirksamkeit einer hormonalen Schwangerschaftsverhütung (die „Pille“) verringern kann. Es sollte daher zusätzlich auch eine andere Art der Verhütung angewendet werden.

Während der ersten 3 Schwangerschaftsmonate wird der Arzt die Behandlung nur bei unbedingter Notwendigkeit beginnen, da das Risiko von Fehlbildungen des Ungeborenen nicht auszuschließen ist. Bei der Anwendung während der weiteren Schwangerschaft ist Vorsicht geboten und Ihr Arzt wird das Nutzen-Risiko-Verhältnis abwägen.
Bei Anwendung in den letzten Wochen vor der Geburt kann es zu einer erhöhten Blutungsneigung bei Mutter und Neugeborenem kommen. Deshalb kann der Arzt Vitamin K-Gaben verordnen.

Stillzeit: Rifampicin tritt in die Muttermilch über. Während der Stillzeit ist daher abzustillen.

Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen

Rifoldin kann selten zu Sehstörungen und sehr selten zu Schwindel führen (siehe Abschnitt

4. Nebenwirkungen). Wenn eine dieser Nebenwirkungen auftritt kann die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt sein.

Wichtige Informationen über bestimmte sonstige Bestandteile von Rifoldin 450 mg Dragees
Rifoldin 450 mg Dragees enthalten Zucker (181,9 mg Saccharose und 15,75 mg Laktose). Bitte nehmen Sie Rifoldin Dragees erst nach Rücksprache mit ihrem Arzt ein, wenn Ihnen bekannt ist, dass Sie unter einer Zuckerunverträglichkeit leiden.

Wie wird es angewendet?

Nehmen Sie Rifoldin immer genau nach Anweisung des Arztes ein. Bitte fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht ganz sicher sind. Bitte beachten Sie, dass Rifoldin auch in anderen Stärken zur Verfügung steht.

Falls vom Arzt nicht anders verordnet ist die übliche Dosis meist vom Gewicht abhängig:

Tuberkulose Bei der Behandlung der Tuberkulose wird Ihnen Ihr Arzt mindestens noch ein weiteres Arzneimittel gegen Tuberkulose verordnen.

Erwachsene und Jugendliche über 14 Jahren:
8 - 12 mg Rifampicin/kg Körpergewicht täglich.
Richtdosis:
Patienten unter 50 kg: 1 x täglich 450 mg Rifampicin
Patienten mit 50 kg oder schwerer: 1 x täglich 600 mg Rifampicin

Säuglinge ab 1 Monat Kinder und Jugendliche bis 14 Jahren:
10 - 20 mg Rifampicin/kg Körpergewicht täglich, jedoch max. 600 mg Rifoldin pro Tag.

Im Allgemeinen dauert die Behandlung der Tuberkulose 6 – 9 Monate, wobei Ihr Arzt das Schema der Behandlung entsprechend Ihren Bedürfnissen anpassen kann.

Wenn sich bei Ihnen unempfindliche Tuberkulose-Erreger entwickeln, kann eine längere Behandlung mit anderen Arzneimitteln erforderlich sein.

Behandlung der Tuberkulose bei zusätzlicher HIV-Infektion:
Im Allgemeinen wird der Arzt die Behandlung 9 Monate durchführen.

Lepra

10 mg Rifampicin/kg Körpergewicht täglich.
Richtdosis:
Patienten unter 50 kg: 1 x täglich 450 mg Rifampicin
Patienten mit 50 kg oder schwerer: 1 x täglich 600 mg Rifampicin.

Bei der Behandlung von Lepra wird Ihnen Ihr Arzt mindestens noch ein weiteres Arzneimittel gegen diese Erkrankung verordnen.

Staphylokokken-Infektionen durch Erreger, die gegen den Wirkstoff Methicillin unempfindlich (resistent) sind600 – 1200 mg Rifampicin täglich, aufgeteilt auf 2 – 4 Einzeldosen.
Bei der Behandlung dieser Infektion wird Ihnen Ihr Arzt mindestens noch ein weiteres Antibiotikum verordnen.

Schwere Staphylokokken-Infektionen Erwachsene:

600 – 1200 mg Rifampicin täglich verteilt auf 2 Einzeldosen im Abstand von 12 Stunden. Abhängig vom Ausmaß der Infektion und Schwere der Erkrankung wird Ihr Arzt zusätzliche Arzneimittel verordnen.

Neugeborene, Säuglinge und Kinder unter 1 Jahr:

5 – 10 mg Rifampicin /kg zweimal täglich.

Kinder über 1 Jahr:
10 mg Rifampicin /kg (maximal 600 mg) zweimal täglich.

Bei der Behandlung dieser Infektion wird Ihnen Ihr Arzt mindestens noch ein weiteres Antibiotikum verordnen.

Brucellose

Erwachsene:
600 - 900 mg einmal täglich abends.

Kinder und Jugendliche bis 18 Jahren:
10 - 15 mg/kg/Tag Rifampicin aufgeteilt in 1 - 2 Einzeldosen

Bei der Behandlung dieser Infektion wird Ihnen Ihr Arzt mindestens noch ein weiteres Antibiotikum verordnen.

Meningokokken-Träger

Erwachsene:
2 Tage lang 2 x täglich 600 mg Rifampicin oder 4 Tage lang 1 x täglich 600 mg Rifampicin.

Kinder und Säuglinge über 1 Monat:
2 Tage lang 2 x täglich 10 mg Rifampicin/kg Körpergewicht,

Säuglinge unter 1 Monat:
2 Tage lang 2 x täglich 5 mg Rifampicin/kg Körpergewicht oder 4 Tage lang 1 x täglich 5 mg Rifampicin/kg Körpergewicht

Hämophilus influenzae-Träger

Alle Haushaltsmitglieder (einschließlich Kinder und Säuglinge über 1 Monat): 4 Tage lang 1 x täglich 20 mg Rifampicin/kg Körpergewicht, jedoch maximal 600 mg Rifampicin pro Tag.

Säuglinge unter 1 Monat:
4 Tage lang 1 x täglich 10 mg Rifampicin/kg Körpergewicht.

Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion
Bei leicht eingeschränkter Leberfunktion kann Ihr Arzt die Rifoldin-Behandlung ggf. mit einer niedrigeren Dosis durchführen, wobei er auch eine Kontrolle der Wirkstoffkonzentration im Blut anordnen kann. Bei stark eingeschränkter Leberfunktion darf Rifoldin nicht eingenommen werden.

Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion
Eine Anpassung der Dosis ist bei diesen Patienten nicht erforderlich, sofern eine normale Leberfunktion besteht.

Früh- und Neugeborene Da die Ausscheidung von Rifampicin im Vergleich zu älteren Patienten deutlich verlangsamt ist, dürfen die angegebenen Dosierungen nicht überschritten werden.

Unterbrechung der Behandlung Wenn Sie Ihre Behandlung unterbrochen haben und diese nun fortsetzen, wird Ihr Arzt die Behandlung mit einer niedrigen Dosis einleiten, die Dosierung über ca. 3 Tage steigern und ggf. die Nierenfunktion kontrollieren. Erst danach wird er die Behandlung mit der vorgesehenen Dosierung fortsetzen.

Art der Anwendung Rifoldin soll mindestens 1/2 Stunde vor der Mahlzeit oder 2 Stunden danach mit ausreichend Flüssigkeit eingenommen werden (z.B. 1 Glas Wasser).

Mittel zur Hemmung der Magensäure, sog. „Antacida“, können die Wirkung von Rifampicin verringern. Deshalb muss Rifoldin mindestens 1 Stunden vor dem Antacidum eingenommen werden.

Dauer der Anwendung

Über die Dauer der Anwendung, welche sich nach Art und Schwere der Infektion richtet, entscheidet Ihr Arzt.

Wenn Sie eine größere Menge von Rifoldin eingenommen haben, als Sie sollten Nach Überdosierungen wurden Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Juckreiz, Kopfschmerzen und zunehmende Schläfrigkeit beobachtet. Bei schwerer Lebererkrankung kann auch Bewusstlosigkeit auftreten. Ein vorübergehendes Ansteigen der Leberenzyme und/oder von Bilirubin ist möglich. Die Intensität einer bräunlich-roten oder orangen Verfärbung von Haut, Urin, Schweiß, Speichel, Tränen und Stuhl ist vom Ausmaß der Dosis abhängig. Bei Kindern wurden Schwellungen im Bereich der Augen berichtet. In fatalen Fällen traten auch Blutdrucksenkung, Erhöhung der Herzfrequenz, Herzrhythmusstörungen, Krämpfe und Herzstillstand auf. Bei Auftreten dieser Beschwerden muss unverzüglich ein Arzt verständigt werden.
Hinweise für den Arzt befinden sich am Ende dieser Gebrauchsinformation.

Wenn Sie die Einnahme von Rifoldin vergessen haben
Wenn Sie die vorherige Anwendung vergessen haben, erhöhen Sie nicht die Dosis, sondern setzen Sie die Behandlung wie gewohnt fort. Wenn Sie die Einnahme mehrmals vergessen müssen Sie Ihren Arzt darüber informieren.

Wenn Sie die Einnahme von Rifoldin abbrechen
Auch wenn eine Besserung der Krankheitssymptome oder Beschwerdefreiheit eintritt, darf die Einnahme von Rifoldin keinesfalls ohne ärztliche Anweisung geändert oder abgebrochen werden, um eine eventuelle Verschlechterung bzw. ein Wiederauftreten der Erkrankung zu vermeiden. Auch ein Neubeginn der Behandlung darf nur nach ärztlicher Verordnung erfolgen.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung des Arzneimittels haben, fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

Was sind mögliche Nebenwirkungen?

Wie alle Arzneimittel kann Rifoldin Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.

Häufig(bei weniger als 1 von 10 Behandelten)
• Überempfindlichkeitsreaktionen (z.B. Fieber, Hautentzündungen)

  • Appetitlosigkeit
  • Bauchschmerzen• Übelkeit
  • Erbrechen
  • Blähungen
  • Durchfall
  • Anstieg der Leberenzyme und/oder von Bilirubin (oft kommt es bei Fortsetzung der Therapie wieder zur Normalisierung dieser Werte)

Gelegentlich(bei weniger als 1 von 100 Behandelten)

  • Gelbsucht und Lebervergrößerung (meist nur vorübergehend). Gefährdet sind vor allem Patienten mit bereits bestehenden Leberschäden, Alkoholkranke und ältere Menschen
  • Nesselsucht

Selten(bei weniger als 1 von 1.000 Behandelten)

  • Vermehrung bzw. Verminderung bestimmter weißer Blutkörperchen
  • Störung der Blutgerinnung
  • starke Verminderung der Blutplättchen, wodurch erhöhtes Risiko einer Blutung und Neigung zu Blutergüssen besteht. Bei Verminderung der Blutplättchen (mit und ohne Hautblutungen) ist die Behandlung sofort und auf Dauer zu beenden.
  • Blutarmut, verminderte Anzahl roter Blutkörperchen, kann zu Blässe, Schwäche und Kurzatmigkeit führen. Ihr Arzt entscheidet, ob ein sofortiger und dauerhafter Abbruch der Behandlung erforderlich ist
  • schwere Überempfindlichkeitsreaktionen (Atemnot, Flüssigkeitsansammlung in der Lunge oder in anderen Körperteilen und allergischer Schock)
  • Störungen der Regelblutung bei der Frau
  • Funktionsstörung der Nebennierenrinde
  • Psychische Störungen
  • Sehstörungen
  • Entzündung des Sehnervs
  • Leberentzündung
  • Hautausschlag mit Blasenbildung
  • Schwere Hauterkrankung und Schleimhautveränderungen mit Störung des Allgemeinbefindens, schmerzhafte Blasenbildung der Haut besonders im Mund-, Augen- und Genitalbereich
  • Entzündung der Blutgefäße, oft in Verbindung mit Hautausschlag

Sehr selten(bei weniger als 1 von 10.000 Behandelten)

  • Starke Verminderung bestimmter weißer Blutzellen, erhöht die Anfälligkeit auf Infektionen, Fieber
  • Haut- und Schleimhautschwellungen auch im Gesicht- und Halsbereich (sog. Schmetterlingsflechte) u.U. in Verbindung mit Fieber, Schwächegefühl, Muskel- und Gelenksschmerzen
  • Koordinationsschwierigkeiten, Schwierigkeiten die Bewegungen aufeinander abzustimmen
  • Konzentrationsunfähigkeit
  • Kopfschmerzen
  • Müdigkeit
  • Schwindel
  • Schmerzen und Taubheitsgefühl in Armen und Beinen
  • schwere Darmentzündung (pseudomembranöse Enterokolitis)
  • Entzündliche Erkrankung der Nieren, die zu Bluthochdruck und geschwollenen Knöcheln führen kann (sofortiger und endgültiger Therapieabbruch notwendig)
  • Akutes Nierenversagen (sofortiger und endgültiger Therapieabbruch notwendig)

Weitere mögliche Nebenwirkungen:

  • rotbrauneVerfärbung der Tränenflüssigkeit (betrifft auch weiche Kontaktlinsen)
  • Hautrötung sowie Juckreiz mit oder ohne Hautausschlag
  • Erkrankung der Muskulatur, Muskelschwäche • "Flu-Syndrom": Meist bei nicht-täglicher Einnahme (nur 2-3 Dosen pro Woche). Es äußert sich u.a. mit grippe-ähnlichen Beschwerden wie Fieber, Schüttelfrost, Ausschlag, Übelkeit, Erbrechen, Knochen- und Gelenksschmerzen, Kopfschmerzen, Schwindel, Kurzatmigkeit bzw. pfeifende Atmung, Blutdruckabfall und Schock, Blutarmut und plötzlichem Nierenversagen. Das "Flu-Syndrom" kann in fast allen Fällen durch Wechsel von der nicht-täglichen auf die tägliche Einnahme zum Verschwinden gebracht werden
  • Flüssigkeitsansammlungen in den Geweben

Informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker, wenn eine der aufgeführten Nebenwirkungen Sie erheblich beeinträchtigt oder Nebenwirkungen auftreten, die nicht in dieser Gebrauchsinformation angegeben sind.

Wie soll es aufbewahrt werden?

Nicht über 25º C lagern. In der Orginalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren.

Sie dürfen das Arzneimittel nach dem auf der Packung nach „Verwendbar bis“ angegebenen Verfalldatum nicht mehr anwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des Monats.

Das Arzneimittel darf nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall entsorgt werden. Fragen Sie Ihren Apotheker wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr benötigen. Diese Maßnahme hilft die Umwelt zu schützen.


Bewertungen «Rifoldin 450 mg Dragees»