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«Ringer-Lösung NORIDEM Infusionslösung»

Was ist es und wofür wird es verwendet?

Ringer-Lösung NORIDEM ist eine Infusionslösung, die folgende Substanzen in Wasser enthält:

  • Natriumchlorid
  • Calciumchlorid-Dihydrat
  • Kaliumchlorid

Ringer-Lösung NORIDEM dient

  • zum Ausgleich von Flüssigkeits- (Dehydratation) und Elektrolytverlust (z.B. durch starkes Schwitzen oder Nierenerkrankungen).
  • zum kurzfristigen Ausgleich verloren gegangener Körperflüssigkeiten (vorzugsweise in Kombination mit „Blutkonserven“, Plasma, Vollblut oder Kolloiden)
  • als Lösung, in der ein Wirkstoff gelöst wird (Trägerlösung) für Medikamente und Zusatzampullen.

Was müssen Sie vor dem Gebrauch beachten?

Ringer-Lösung NORIDEM darf nicht angewendet werden,

  • wenn Sie überempfindlich (allergisch) gegen die eingesetzten Wirkstoffe oder einen der sonstigen Bestandteile der verwendeten Präparate sind.
  • wenn sich in Ihrem Körper zuviel Flüssigkeit (außerhalb der Zellen) befindet und es so zu Flüssigkeitsansammlungen im Körper kommen kann (Hyperhydratation, Ödeme).
  • bei erhöhtem Gehalt an Kalium im Blut (Hyperkaliämie).
  • bei erhöhtem Gehalt an Natrium im Blut (Hypernatriämie).
  • bei erhöhtem Gehalt an Chlor im Blut (Hyperchlorämie).
  • bei erhöhtem Gehalt an Calcium im Blut (Hypercalciämie).
  • bei Flüssigkeitsmangel (hypertone Dehydratation).
  • wenn Sie gleichzeitig herzstärkende Arzneimittel wie Digitalis zur Behandlung einer Herzschwäche einnehmen (siehe auch „Bei Anwendung von Ringer-Lösung NORIDEM mit anderen Arzneimitteln“).

Die allgemeinen Gegenanzeigen für Infusionstherapien sind zu beachten:

  • schwere Nierenfunktionsstörung
  • schwerer Bluthochdruck
  • dekompensierte Herzinsuffizienz, das ist eine Herzschwäche, die nicht ausreichend behandelt wurde und unter anderem folgende Beschwerden hervorruft:
  • Kurzatmigkeit
  • Schwellung der (Fuß-)Gelenke
  • Flüssigkeitsansammlungen unter der Haut, von der alle Körperteile betroffen sein können (generalisierte Ödeme)
  • Lebererkrankung, bei der es zu einer Flüssigkeitsansammlung im Bauchraum kommt (aszitische Leberzirrhose)

Weiters sind die Gegenanzeigen für die zugemischten Arzneimittel zu berücksichtigen.

Besondere Vorsicht bei der Anwendung von Ringer-Lösung NORIDEM ist erforderlich

Ihr Arzt wird bei Zufuhr von Ringer-Lösung NORIDEM in großer Menge vor allem Ihren Säure-Basen-Haushalt und die Elektrolyte sorgfältig kontrollieren.

Bitte informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie an einer der folgenden Erkrankungen leiden oder gelitten haben:

  • Lungenfunktionsstörung (respiratorische Insuffizienz)
  • Jede Art von Herzerkrankung oder eingeschränkter Herzfunktion.
  • eingeschränkte Nierenfunktion
  • Bluthochdruck (Hypertonie)
  • Flüssigkeitsansammlung unter der Haut, insbesondere um die Knöchel (periphere Ödeme).
  • Flüssigkeitsansammlung in der Lunge (Lungenödem).
  • hoher Blutdruck in der Schwangerschaft (Präeklampsie).
  • Aldosteronismus (eine Erkrankung, bei der das Hormon Aldosteron erhöht ist).
  • Jeder andere Zustand, der mit einer Nartiumretention (wenn der Körper zuviel Natrium zurückbehält) einhergeht, wie z.B. Behandlung mit Kortikoiden/Steroiden (siehe auch Abschnitt „Bei Anwendung von Ringer-Lösung NORIDEM mit anderen Arzneimitteln“).
  • Nebennierenrindenfunktionsstörung (diese Erkrankung der Nebennieren betrifft die Hormone, die die Konzentration der Elektrolyte im Körper beeinflussen).
  • akute Dehydratation (Verlust von Körperwasser wie z.B. bei Erbrechen oder Durchfall)
  • ausgedehnte Gewebeschädigung (wie z.B. bei schweren Verbrennungen)
  • Krankheiten, die zu erhöhten Vitamin-D-Konzentrationen führen (wie zum Beispiel Sarkoidose, eine Erkrankung, von der die Haut und innere Organe betroffen sein können).

Ringer-Lösung NORIDEM darf nicht zusammen mit Blut durch dasselbe Infusionsbesteck verabreicht werden. Das kann zu einer Schädigung oder Verklumpung der roten Blutkörperchen führen.

Obwohl Ringer-Lösung NORIDEM Kalium und Calcium enthält, reicht die Menge nicht aus um

  • für ausgeglichene Konzentrationen dieser Elektrolyte (Blutsalze) zu sorgen,
  • einen Kalium- oder Calciummangel (niedrige Kalium- oder Calciumspiegel im Blut) zu behandeln. Nach Behandlung der Dehydratation mit Ringer-Lösung NORIDEM, wird Ihnen Ihr Arzt eine andere Infusion geben, um Sie mit ausreichend Kalium und Calcium zu versorgen. Falls Sie langfristig mit Ringer-Lösung NORIDEM behandelt werden, erhalten Sie zusätzliche Nährstoffe.

Bei Anwendung von Ringer-Lösung NORIDEM mit anderen Arzneimitteln
Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen / anwenden bzw. vor kurzem eingenommen / angewendet haben, auch wenn es sich um nicht
verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt.

Dies ist besonders wichtig, wenn Sie folgende Arzneimittel nehmen:

  • Herzglykoside (herzstärkende Arzneimittel), wie Digitalis oder Digoxin, zur Behandlung einer Herzschwäche, da diese nicht zusammen mit Ringer-Lösung NORIDEM eingesetzt werden dürfen (siehe auch „Ringer-Lösung NORIDEM darf nicht angewendet werden“). Die Wirkungen dieser Arzneimittel können sich bei zusätzlicher Gabe von Calcium verstärken. Dadurch kann es zu lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen kommen.
  • Kortikosteroide (entzündungshemmende Arzneimittel)
  • Carbenoxolon (ein entzündungshemmendes Arzneimittel zur Behandlung von Magengeschwüren) Diese Arzneimittel können Natrium und Wasser im Körper zurückhalten und zu Folgendem führen:
  • Gewebsschwellung durch Flüssigkeitsansammlung unter der Haut (Ödem)
  • Bluthochdruck (Hypertonie)

Folgende Arzneimittel können die Kaliumkonzentration im Blut erhöhen. Dies kann lebensbedrohlich sein. Ein Anstieg des Kaliumgehalts im Blut ist wahrscheinlicher, wenn Sie an einer Nierenerkrankung leiden.

  • Kaliumsparende Diuretika (bestimmte entwässernde Arzneimittel, z. B. Amilorid, Spironolacton, Triamteren) (Diese Arzneimittel können auch in Kombinationspräparaten enthalten sein)
  • ACE-Hemmer (zur Behandlung von Bluthochdruck)
  • Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten (zur Behandlung von Bluthochdruck)
  • Tacrolimus (um die Abstoßung eines Transplantats zu verhindern und zur Behandlung einiger Hauterkrankungen)
  • Ciclosporin (um die Abstoßung eines Transplantats zu verhindern)

Andere Arzneimittel, die Ringer-Lösung NORIDEM beeinflussen bzw. durch Ringer-Lösung NORIDEM beeinflusst werden können:

  • Thiazid-Diuretika, wie beispielsweise Hydrochlorothiazid oder Chlortalidon
  • Vitamin D

Die Wechselwirkungen eventuell zugemischter Wirkstoffe sind zu berücksichtigen.

Schwangerschaft und Stillzeit
Fragen Sie vor der Einnahme/Anwendung von allen Arzneimitteln Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Ringer- Lösung NORIDEM kann in der Schwangerschaft und Stillzeit bei entsprechender Kontrolle der Flüssigkeits- und Elektrolytbalance angewendet werden.

Bei der Anwendung von Arzneimittelzusätzen sind die Merkmale des jeweiligen Arzneimittels und seine Anwendung während Schwangerschaft und Stillzeit zu berücksichtigen.

Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen
Die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr sowie zum Bedienen von Maschinen wird durch die Gabe von Ringer- Lösung NORIDEM nicht beeinträchtigt.

Die Auswirkungen eventuell zugemischter Wirkstoffe sind jedoch zu berücksichtigen.

Wie wird es angewendet?

Ringer-Lösung NORIDEM wird Ihnen von einem Arzt oder dem Pflegepersonal verabreicht. Ihr Arzt entscheidet wie viel Sie benötigen und wann es verabreicht wird. Dies hängt von Ihrem Alter, Gewicht, Zustand sowie dem Grund für die Anwendung ab.

Die Dosierung kann auch von einer eventuellen Begleittherapie abhängen.

Ringer-Lösung NORIDEM Infusionslösung wird normalerweise über einen Kunststoffschlauch und eine damit verbundene Nadel (Kanüle) in eine Vene verabreicht.

Wenn größere Mengen von Ringer-Lösung NORIDEM angewendet wurden, als vorgegeben Falls Ihnen Ringer-Lösung NORIDEM in zu großer Menge (Überinfusion) oder zu schnell verabreicht wurde, können aufgrund einer übermäßigen Verabreichung von Natrium, Kalium, Calcium und Chlorid möglicherweise folgende Beschwerden auftreten:

  • Wasser- und/oder Natriumüberschuss mit Bildung von Flüssigkeitsansammlungen im Gewebe (Ödeme) und Schwellung. In diesem Fall könnte eine Dialyse („Blutwäsche“) notwendig sein.

Die übermäßige Verabreichung kann, insbesondere bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion, zu erhöhten Kaliumspiegeln im Blut (Hyperkaliämie) führen. Zu den Beschwerden zählen:

  • Kribbeln in Armen und Beinen (Parästhesie)
  • Muskelschwäche
  • Lähmung
  • unregelmäßiger Herzschlag (Herzrhythmusstörungen)
  • Herzblock (sehr langsamer Herzschlag)
  • Herzstillstand
  • Verwirrtheit Bitte sprechen Sie unbedingt mit Ihrem Arzt, wenn Sie denken, dass eine der oben genannten Beschwerden auf Sie zutrifft.

Übermäßige Verabreichung von Calciumsalzen kann zu einer Erhöhung des Calciumspiegels (Hypercalciämie) führen. Zu den möglichen Beschwerden zählen:

  • Appetitlosigkeit - Übelkeit
  • Erbrechen
  • Verstopfung
  • Bauchschmerzen
  • Muskelschwäche
  • Verwirrtheit
  • gesteigertes Durstgefühl (Polydipsie)
  • erhöhte Harnproduktion (Polyurie)
  • Nierenerkrankung durch Ablagerung von Calcium in den Nieren (Nephrocalcinose)
  • Nierensteine
  • Herzrhythmusstörungen
  • Koma (schwere Form einer Bewusstseinsstörung)

Eine zu rasche intravenöse Injektion (in die Vene) von Calciumsalzen kann ebenfalls zu vielen Beschwerden der Hypercalciämie führen. Darüber hinaus können Kalkgeschmack, Hitzegefühl und eine Erweiterung der Blutgefäße der Haut (Periphere Vasodilatation) auftreten.

Eine übermäßige Verabreichung von Chloridsalzen kann zu Übersäuerung des Blutes (Azidose) durch den Verlust von Bicarbonat führen, was zu Müdigkeit, Verwirrtheit, Teilnahmslosigkeit und erhöhter Atemfrequenz führt.

Bei Verwendung als Trägerlösung hängen die Zeichen und Beschwerden einer Überdosierung vom jeweiligen Zusatz ab.

Bei einer versehentlichen Überinfusion muss die Behandlung abgebrochen werden und Ihr Arzt wird die jeweils geeigneten Maßnahmen ergreifen.

Wenn Sie die Anwendung von Ringer-Lösung NORIDEM abbrechen
Ihr Arzt entscheidet, wann die Infusion abgebrochen wird.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung des Arzneimittels haben, fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

Was sind mögliche Nebenwirkungen?

Die Wahrscheinlichkeit eventueller Nebenwirkungen hängt von den zugesetzten Wirkstoffen ab.

Die Nebenwirkungen sind entsprechend Ihrer Häufigkeit gelistet.

Sehr häufig(betrifft mehr als 1 Behandelten von 10)
- Überwässerung des Körpers (Hyperhydratation) bei Patienten mit Funktionsstörungen des Herzens oder einer Flüssigkeitsansammlung in der Lunge (Lungenödem)

  • Veränderungen der Elektrolytkonzentration im Blut (Störungen des Elektrolythaushaltes)

Andere (Nebenwirkungen aufgrund der Verabreichungstechnik)

  • Fieber
  • Infektionen an der Einstichstelle
  • lokale Schmerzen oder Reaktionen
  • Venenreizung, Blutgerinnselbildung (Venenthrombose) oder von der Einstichstelle ausgehende Venenentzündung und Extravasation (Austritt von Lymphflüssigkeit aus einem Gefäß).

Speziell bei rascher Infusionsgeschwindigkeit und hoher Dosierung ist eine Zunahme der Chloride im Blut (Hyperchlorämie) bzw. eine stoffwechselbedingte Übersäuerung des Blutes und des Körpers (metabolische Azidose) möglich.

Nebenwirkungen können auch in Zusammenhang mit Arzneimittelzusätzen stehen. Die Wahrscheinlichkeit anderer Nebenwirkungen hängt dabei von der Art des verwendeten Zusatzes ab.

Bei Auftreten von Nebenwirkungen muss die Infusion abgesetzt werden.

Informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser Gebrauchsinformation angegeben sind.

Wie soll es aufbewahrt werden?

Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren.

Sie dürfen das Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton und dem Behältnis nach „Verwendbar bis:“ angegebenen Verfalldatum nicht mehr anwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des Monats.

Sie dürfen Ringer-Lösung NORIDEM nicht verwenden, wenn Sie folgendes bemerken:

  • Beschädigungen am Behälter/Ampulle oder am Verschluss,
  • Verfärbungen, Trübungen oder sichtbare Partikel in der Flüssigkeit.

Die nach der Infusion im Behältnis verbliebene Restmenge ist zu verwerfen.


Bewertungen «Ringer-Lösung NORIDEM Infusionslösung»