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«Rivacor plus forte - Filmtabletten»

Was ist es und wofür wird es verwendet?

Dieses Arzneimittel enthält die Wirkstoffe Bisoprolol und Hydrochlorothiazid.

Bisoprolol gehört zur Gruppe der sogenannten Betablocker und wird zur Senkung des Blutdrucks verwendet.
Hydrochlorothiazid ist ein Mittel aus der Gruppe der Thiazid-Diuretika (Medikamente, die die Ausscheidung von Wasser aus dem Körper fördern) und trägt zur Blutdrucksenkung bei, indem es den Harnfluss steigert.

Rivacor plus forte wird zur Behandlung von hohem Blutdruck (primärer Hypertonie) bei Patienten eingesetzt, bei welchen der Blutdruck mit Bisoprolol oder Hydrocholorothiazid allein nicht ausreichend behandelt werden kann.

Was müssen Sie vor dem Gebrauch beachten?

Rivacor plus forte darf nicht eingenommen werden,

  • wenn Sie überempfindlich (allergisch) gegen Hydrochlorothiazid oder gegen andere Thiazide, Sulfonamide, Bisoprolol oder einen der sonstigen Bestandteile von Rivacor plus forte-Filmtabletten sind
  • wenn Sie eine plötzliche Verminderung der Pumpleistung des Herzens (Herz-schwäche) haben
  • wenn Sie eine Verschlechterung (Dekompensierung) einer bestehenden Herzschwäche haben, die eine intravenöse Behandlung mit Substanzen zur Stärkung der Herzleistung erfordert
  • wenn Sie eine der folgenden Herzkrankheiten haben:
  • kardiogener Schock (stark verminderte Blutzirkulation im Herzen, wodurch es zu Beschwerden wie sehr niedrigem Blutdruck, Desorientiertheit, Verwirrung, Kältegefühl kommt)
  • SA- (sinuatrialer) Block (gestörte Signalübertragung im Herzen, die Rhythmusstörungen bewirkt)
  • kranker Sinusknoten (Herzrhythmusstörung)
  • AV- (atrioventrikulärer) Block 2. oder 3. Grades (gestörte Erregungsleitung im Herzen, wodurch es zu unregelmäßiger Herztätigkeit kommt)
  • Bradykardie (stark verlangsamter Puls, weniger als 60 Schläge pro Minute)
  • wenn Sie schwere Durchblutungsstörungen in Armen oder Beinen haben (spätes Stadium einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit), einschließlich Verfärbung der Finger oder Zehen aufgrund mangelnder Durchblutung von Händen und Füßen (Raynaud-Syndrom)
  • wenn Sie an schwerem Asthma oder einer anderen Lungenerkrankung mit Atembeschwerden leiden
  • wenn es bei Ihnen auf Grund einer Stoffwechselerkrankung zu einer Übersäuerung des Blutes kommt (metabolische Azidose)
  • wenn die Kaliumwerte in Ihrem Blut zu niedrig sind (Hypokaliämie)
  • wenn die Natriumwerte in Ihrem Blut zu niedrig sind (Hyponatriämie)
  • wenn die Kalziumwerte in Ihrem Blut zu hoch sind (Hyperkalzämie)
  • wenn Sie eine schwere Störung der Nierenfunktion (Nierenversagen) mit geringer oder keiner Urinproduktion haben (Kreatinin-Clearance geringer als oder gleich 30 ml/Minute oder Serum-Kreatinin über 159 Mikromol/l)
  • wenn Sie eine bestimmte akute Nierenentzündung (Glomerulonephritis) haben
  • wenn Sie an einer Bewusstseinstrübung leiden, die durch eine ernste Lebererkrankung (hepatisches Koma/Präkoma) verursacht wurde
  • wenn Sie einen unbehandelten Tumor der Nebennieren haben, mit dem gleichzeitig ein plötzlicher starker Blutdruckanstieg, starke Kopfschmerzen, Schwitzen und beschleunigter Puls auftreten können (Phäochromozytom)
  • wenn Sie an Gicht leiden
  • während der letzten 6 Monate der Schwangerschaft
  • wenn Sie gleichzeitig Floctafenin (zur Behandlung von Arthritis) oder Sultoprid (gegen schwere seelische Störungen) einnehmen (siehe weiter unten im Abschnitt 2, „Bei Einnahme von Rivacor plus forte mit anderen Arzneimitteln“).

Besondere Vorsicht bei der Anwendung von Rivacor plus forte ist erforderlich,

  • wenn Sie eine Herzschwäche haben (die Behandlung von stabiler chronischer Herzschwäche [ungenügende Pumpleistung des Herzens] muss mit Bisoprolol allein begonnen werden, wobei die Dosierung schrittweise zu erhöhen ist)
  • wenn Sie an Bronchialasthma oder einer Verengung der Atemwege leiden
  • wenn Sie bestimmte Narkosemittel zur Inhalation erhalten sollen. Informieren Sie den Arzt, der die Narkose durchführt, dass Sie Rivacor plus forte einnehmen.
  • wenn Sie Diabetes mellitus mit stark schwankenden Blutzuckerwerten haben. Bisoprololfumarat kann die mit niedrigem Blutzucker verbundenen Beschwerden verschleiern. Die Zuckerwerte im Blut müssen daher regelmäßig kontrolliert werden.
  • wenn Sie seit längerer Zeit eine strenge Fastendiät einhalten
  • wenn Sie derzeit eine vorbeugende Behandlung gegen Allergien (Desensibilisierung) erhalten, durch die der Körper gegen bestimmte Substanzen (Allergene) unempfindlich gemacht wird
  • wenn Sie eine leichte Überleitungsstörung des Herzens haben, durch die Herzrhythmusstörungen ausgelöst werden (AV-Block 1. Grades)
  • wenn Sie Störungen in der Blutzufuhr zum Herzen haben, die zu Brustschmerzen führen und eine Folge von krampfartigen Zusammenziehungen der Herzkranzgefäße sind (Prinzmetal-Angina),
  • wenn Sie leichte Durchblutungsstörungen großer Blutgefäße in Armen oder Beinen haben (periphere arterielle Verschlusskrankheit), einschließlich Verfärbung der Finger oder Zehen aufgrund mangelnder Durchblutung von Händen und Füßen (Raynaud-Syndrom)
  • wenn Sie eine schwere Störung der Nierenfunktion haben (Bisoprolol/Hydrochloro-thiazid ist dann unwirksam und kann sogar schädlich sein)
  • wenn Sie ein vermindertes Blutvolumen haben (Hypovolämie)
  • wenn Sie eine Lebererkrankung haben
  • wenn Sie älter sind
  • wenn Sie überhöhte Harnsäurewerte im Blut haben (Hyperurikämie), da das Risiko von Gichtattacken erhöht sein kann
  • wenn Sie eine sich wiederholende Hauterkrankung mit schuppigem trockenem Ausschlag (Psoriasis) haben oder in der Vergangenheit hatten
  • wenn Sie Probleme mit der Schilddrüse haben. Bisoprolol/Hydrochlorothiazid kann die mit einer überaktiven Schilddrüse verbundenen Beschwerden verschleiern.
  • wenn Sie einen Tumor der Nebenniere (Phäochromozytom) haben und deswegen in Behandlung sind (dabei kann es zu einem plötzlichen starken Anstieg des Blutdrucks, starken Kopfschmerzen, Schweißausbruch und schnellem Puls kommen).

Wenn Sie Bronchialasthma oder eine andere chronisch-obstruktive Lungenfunktionsstörung und eventuell damit zusammenhängende Beschwerden haben, muss Ihr Arzt möglicher-weise die Dosis Ihres Arzneimittels zur Erweiterung der Bronchien (Bronchodilatator, Beta-2-Sympathomimetika) erhöhen, solange Sie mit Bisoprolol/Hydrochlorothiazid behandelt werden.

Falls bei Patienten mit Gallensteinen eine akute Entzündung der Gallenblase (Cholezystitis) auftritt, ist dies zu melden.

Die Behandlung mit Bisoprolol/Hydrochlorothiazid sollte nicht abrupt beendet werden, da dies zu einer Verschlechterung Ihrer Beschwerden führen kann. Die Beendigung der Behandlung sollte schrittweise erfolgen.

Wenn Sie Kontaktlinsen tragen, sollten Sie beachten, dass Bisoprolol die Produktion von Tränenflüssigkeit verringern kann.

Die längerfristige Einnahme von Rivacor plus forte kann dazu führen, dass die Menge der im Körper vorhandenen Flüssigkeiten und Salze beeinflusst wird (vor allem Kalium). Sie sollten daher darauf achten, genügend zu trinken und kaliumreiche Lebensmittel zu essen, z.B. Bananen, Gemüse und Nüsse.

Wenn einige der oben angeführten Dinge auf Sie zutreffen oder irgendwann in der Vergangenheit auf Sie zugetroffen haben, befragen Sie diesbezüglich bitte Ihren Arzt.

Die Anwendung von Rivacor plus forte kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen führen.

Bei Einnahme von Rivacor plus forte mit anderen Arzneimitteln

Sie dürfen Bisoprolol/Hydrochlorothiazid nicht gleichzeitig mit Floctafenin (zur Behandlung einiger Formen von Arthritis) oder Sultoprid (zur Behandlung bestimmter seelischer/ psychiatrischer Erkrankungen) einnehmen (siehe weiter oben im Abschnitt 2, unter „Rivacor plus forte darf nicht eingenommen werden“).

Es wird Ihnen geraten, auch die folgenden Arzneimittel nicht gleichzeitig mit Bisoprolol/Hydrochlorothiazid einzunehmen:

  • Calciumantagonisten wie Verapamil oder Diltiazem (zur Behandlung bestimmter Herzerkrankungen): Herzrhythmusstörungen und Herzmuskelschwäche könnten auftreten.
  • Clonidin (zur Behandlung von hohem Blutdruck): es könnte zu einer übermäßigen Senkung der Herzfrequenz kommen, ein abnormer Herzrhythmus könnte sich entwickeln. Wenn Clonidin abgesetzt wird, kann dies zu einem übermäßigen Anstieg des Blutdrucks führen. Clonidin darf erst abgesetzt werden, wenn die Behandlung mit Bisoprolol/Hydrochlorothiazid bereits einige Tage davor beendet wurde. Anschließend soll Clonidin schrittweise abgesetzt werden.
  • Nicht-selektive Monoaminoxidase-Hemmer (MAO-Hemmer) wie Moclobemid oder Phenelzin(nicht aber MAO-B-Hemmer wie Selegilin), die zur Behandlung von Erkrankungen wie Depression verwendet werden: übermäßiges Absinken oder Ansteigen des Blutdrucks ist möglich.
  • Lithium (zur Behandlung von Depressionen): als Folge einer verringerten Lithium-Ausscheidung könnten Herz-Kreislauf-System und Nervensystem schwerer geschädigt werden.
  • Astemizol und Terfenadin (zur Behandlung von allergischen Reaktionen, wie z.B. Heuschnupfen), intravenös verabreichtes Erythromycin (ein Antibiotikum), Halofantrin (zur Behandlung von Malaria), Pentamidin (zur Behandlung von Parasitenbefall), Sparfloxacin (ein Antibiotikum), Vincamin (zur Anregung der Gehirnfunktion, z.B. im Alter): schwere Störungen des Herzrhythmus könnten sich entwickeln.

Mit den folgenden Arzneimitteln sollten Sie Bisoprolol/Hydrochlorothiazid nur mit besonderer Vorsicht anwenden:

  • Calciumantagonisten wie Nifedipin (sogenannte Dihydropyridine; sie werden zur Behandlung bestimmter Herzerkrankungen eingesetzt): ein übermäßiger Blutdruckabfall könnte auftreten, besonders zu Beginn der Behandlung. Bei Patienten mit einer Herzschwäche, die nur bei Belastung auftritt, könnte die gleichzeitige Behandlung mit Beta-Blockern zum Auftreten der Herzschwäche führen.
  • ACE-Hemmer wie Captopril und Enalapril (zur Behandlung von hohem Blutdruck und anderen Herzerkrankungen): eine übermäßige Senkung des Blutdrucks könnte zu Behandlungsbeginn auftreten.
  • Arzneimittel zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen (Antiarrhythmika) wie Disopyramid, Chinidin, Amiodaron: Die Wirkungen von Bisoprolol/Hydrochlorothiazid und Antiarrhythmika auf die Herzfunktion können sich addieren. Schwerwiegende, unter Umständen auch tödliche Störungen des Herzrhythmus (sogenannte Torsade de pointes) könnten sich entwickeln.
  • Sogenannte Parasympathomimetika, einschließlich Tacrin, das in der Behandlung der Alzheimer-Erkrankung verwendet wird: Herzrhythmusstörungen könnten auftreten.
  • Reserpin, Alpha-Methyldopa, Guanfacin(zur Behandlung von Erkrankungen wie hohem Blutdruck): eine übermäßige Senkung von Blutdruck und Herzfrequenz oder ein abnormaler Herzrhythmus könnten sich entwickeln.
  • Andere Beta-Blocker, einschließlich solcher, die in Augentropfen enthalten sind (zur Behandlung von Herz- oder Augenerkrankungen), haben eine additive Wirkung.
  • Insulin oder andere blutzuckersenkende Arzneimittel (Sulfonylharnstoffe), die für die Behandlung von Diabetes eingesetzt werden: die Wirkung dieser Arzneimittel könnte verstärkt werden. Warnzeichen für zu niedrige Blutzuckerwerte (Hypoglykämie), vor allem schneller Puls (Tachykardie), können durch die gleichzeitige Anwendung verschleiert werden oder weniger ausgeprägt sein.
  • Narkosemittel (Anästhetika): Der Blutdruck könnte übermäßig gesenkt werden. Vor Einleitung einer Vollnarkose sollte Ihr Anästhesist darüber informiert werden, dass Sie mit Bisoprolol/Hydrochlorothiazid behandelt werden.
  • Arzneimittel wie Digitalis (zur Behandlung bestimmter Herzerkrankungen, wie Herzversagen mit Stauungszeichen): ein etwaiger Kalium- oder Magnesium-Mangel erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass Digitalis-Nebenwirkungen auftreten.
  • Prostaglandinsynthese-Hemmer wie Acetylsalicylsäure (Aspirin), die zur Schmerzlinderung eingesetzt werden können: Die blutdrucksenkende Wirkung von Bisoprolol/Hydrochlorothiazid könnte vermindert werden. Nebenwirkungen einer hoch-dosierten Behandlung mit Aspirin-ähnlichen Arzneimitteln (Salicylaten) auf das Nervensystem könnten verstärkt werden.
  • Nicht-steroidale entzündungshemmende Arzneimittel wie Ibuprofen, die zur Schmerzlinderung eingesetzt werden können: Bei Patienten mit reduziertem Blutvolumen (Hypovolämie) kann akutes Nierenversagen auftreten (siehe weiter oben im Abschnitt 2, unter „Besondere Vorsicht bei der Anwendung von Rivacor plus forte ist erforderlich“).
  • Ergotamin-Derivate wie Bromocriptin (zur Behandlung von Erkrankungen wie der Parkinson-Krankheit): etwaige bestehende Störungen des Blutkreislaufs können sich verschlechtern.
  • Sogenannte Sympathomimetika, wie etwa Phenylephrin, Methyldopa, Dobutamin oder Salbutamol (zur Behandlung von Herzerkrankungen wie hohem Blutdruck, oder von Asthma): Die Wirkung beider Behandlungen könnte abgeschwächt werden.
  • Trizyklische Antidepressiva wie Amitriptylin, Barbiturate wie Phenobarbital, Phenothiazine wie Chlorpromazin, die alle zur Behandlung von Erkrankungen wie Depression verwendet werden, sowie andere Arzneimittel mit blutdrucksenkender Wirkung: Eine Verstärkung der blutdrucksenkenden Wirkung ist möglich.
  • Rifampicin, ein Antibiotikum: Die Dauer der Wirkung von Bisoprolol wird etwas kürzer. Es ist normalerweise nicht nötig, die Dosis anzupassen.
  • Die Wirkung von Arzneimitteln, die die Harnsäure verringern, kann abgeschwächt werden, wenn Sie gleichzeitig mit Bisoprolol/Hydrochlorothiazid behandelt werden.
  • Glucocorticoide wie Hydrocortison oder Dexamethason (zur Behandlung von Entzündungen), ACTH (zur Behandlung von multipler Sklerose oder rheumatoider Arthritis), Carbenoxolon (zur Behandlung von Geschwüren), Amphotericin B (ein Antibiotikum), Furosemid (ein Diuretikum oder Entwässerungsmittel) oder Abführmittel: Der Kaliumverlust kann verstärkt werden.
  • Die Wirkung von muskelentspannenden Arzneimitteln vom Curare-Typ, wie Tubocurarin, kann verstärkt oder verlängert werden, wenn Sie gleichzeitig mit Bisoprolol/Hydrochlorothiazid behandelt werden.
  • Zytostatika wie Cyclophosphamid, Fluorouracil oder Methotrexat (Verwendung in der Chemotherapie), die bei der Behandlung von Krebs eingesetzt werden: Eine Verstärkung der schädigenden Wirkung auf das Knochenmark ist zu erwarten.
  • Cholestyramin, Colestipol (zur Behandlung erhöhter Cholesterinwerte): das Ausmaß, in dem der Körper Hydrochlorothiazid aufnimmt, kann durch diese Arzneimittel verringert werden.
  • Methyldopa (zur Behandlung von hohem Blutdruck): In Einzelfällen wurde eine Hämolyse (erhöhtes Hämoglobin im Blut, das aus den roten Blutkörperchen austritt) als Folge der Bildung von Antikörpern gegen Hydrochlorothiazid berichtet.

Weiters ist Folgendes zu beachten, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen:

  • Mefloquin (zur Behandlung von Malaria): Das Risiko einer Verminderung der Herz-frequenz erhöht sich.
  • Cimetidin (zur Behandlung von Geschwüren im Magen-Darm-Bereich): Die Wirkung von Bisoprolol/Hydrochlorothiazid kann verstärkt werden.

Beachten Sie bitte, dass einige dieser Punkte auch zutreffen können, wenn Sie bestimmte Arzneimittel schon vor einiger Zeit eingenommen haben oder erst in Zukunft einnehmen werden.

Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen bzw. vor kurzem eingenommen haben, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt.

Bei Einnahme von Rivacor plus forte zusammen mit Nahrungsmitteln und Getränken Sie sollten Bisoprolol/Hydrochlorothiazid möglichst am Morgen mit dem Frühstück einnehmen.
Solange Sie mit Bisoprolol/Hydrochlorothiazid behandelt werden, sollten Sie sicherstellen, dass Sie genug trinken und kaliumreiche Lebensmittel essen (z.B. Bananen, Gemüse, Nüsse), um den erhöhten Kaliumverlust auszugleichen.

Schwangerschaft und Stillzeit Schwangerschaft
Sie müssen Ihren Arzt informieren, wenn Sie schwanger sind oder glauben, dass Sie schwanger sind. Üblicherweise wird Ihnen Ihr Arzt anstelle von Rivacor plus forte zur Behandlung mit einem anderen Arzneimittel raten, da die Einnahme von Bisoprolol/Hydrochlorothiazid während der Schwangerschaft nicht empfohlen wird. Der Grund dafür ist, dass Bisoprolol/Hydrochlorothiazid in die Plazenta gelangt und eine Anwendung nach dem dritten Monat der Schwangerschaft möglicherweise schädigend auf das ungeborene oder neugeborene Kind wirken kann.

Stillzeit
Sie sollen Bisoprolol/Hydrochlorothiazid auch nicht anwenden, während Sie stillen (verringerte Milchproduktion und/oder Vorkommen von Hydrochlorothiazid in der Mutter-milch). Wenn Sie während dieser Zeit Bisoprolol/Hydrochlorothiazid einnehmen müssen, dürfen Sie nicht stillen.

Fragen Sie vor der Einnahme aller Arzneimittel Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen
Achtung: Dieses Arzneimittel kann die Reaktionsfähigkeit und Verkehrstüchtigkeit ! beeinträchtigen.

Rivacor plus forte hat gewöhnlich keinen oder vernachlässigbaren Einfluss auf die Verkehrs-tüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen. Dennoch sollten Sie vorsichtig sein, da es besonders zu Beginn der Behandlung, bei Änderung der Medikation und im Zusammenhang mit Alkohol zu Nebenwirkungen kommen kann. Manchmal kann im Zusammenhang mit Bisoprolol/Hydrochlorothiazid Schwindel auftreten. (Siehe Abschnitt 4. „Welche Nebenwirkungen sind möglich?“)

Wie wird es angewendet?

Dosierung
Nehmen Sie Rivacor plus forte immer genau nach Anweisung des Arztes ein. Bitte fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht ganz sicher sind.

Die Anzahl an Tabletten, die Sie einnehmen müssen, wird ‚Dosis’ genannt. Die Dosis von Rivacor plus forte wird auf jeden Patienten individuell abgestimmt.

Die übliche Dosierung wird weiter unten angegeben. Ihr Arzt wird festlegen, wie lang die Behandlung dauern soll.

Sie sollten Rivacor plus forte - Filmtabletten morgens, wenn möglich zum Frühstück, ein-nehmen; die Tabletten sollen im Ganzen (unzerkaut) mit etwas Flüssigkeit geschluckt werden.

Rivacor plus forte - Filmtabletten können in gleiche Hälften geteilt werden.

Erwachsene:
Die übliche Dosis ist eine Tablette täglich zum Frühstück.

Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren
Die Anwendung von Rivacor plus forte bei Kindern und Jugendlichen wird auf Grund ungenügender Erfahrungen mit dem Arzneimittel in diesen Altersgruppen nicht empfohlen.

Patienten mit Nieren- oder Lebererkrankungen, ältere Patienten
Ihr Arzt wird die Dosierung festlegen, die am besten für Sie geeignet ist (siehe auch weiter oben, Abschnitt 2 unter „Was müssen Sie vor der Einnahme von Rivacor plus forte beachten?“).

Wenn Sie eine größere Menge von Rivacor plus forte eingenommen haben als Sie sollten
Wenn Sie mehr Rivacor plus forte - Filmtabletten eingenommen haben als Sie sollten, können Sie Beschwerden wie langsamen Puls, niedrigen Blutdruck, Atembeschwerden oder pfeifende/keuchende Geräusche beim Atmen, akutes Herzversagen und Überleitungs-störungen des Herzens haben. Wenden Sie sich sofort an einen Arzt oder an die Notfall-Ambulanz des nächstgelegenen Krankenhauses. Dort wird man die nötigen Maßnahmen zur Verringerung dieser Wirkungen treffen.
Nehmen Sie diese Gebrauchsinformation und etwaige restliche Tabletten mit, um sie dem Arzt zu zeigen.

Wenn Sie die Einnahme von Rivacor plus forte vergessen haben
Falls Sie vergessen haben, eine Dosis zur richtigen Zeit einzunehmen, nehmen Sie sie ein, sobald Sie sich daran erinnern. Nehmen Sie aber nicht die doppelte Dosis ein, um die Einnahme einer vergessenen Dosis nachzuholen. Wenn Sie es erst bemerken, wenn es schon beinahe Zeit für die nächste Dosis ist, warten Sie bis zur üblichen Zeit und setzen die Einnahme dann wie gewohnt fort.

Wenn Sie die Einnahme von Rivacor plus forte abbrechen
Sie dürfen die Einnahme dieses Arzneimittels nicht plötzlich beenden, ohne vorher mit Ihrem Arzt darüber zu sprechen.
Wenn der Arzt entscheidet, dass Sie die Einnahme der Tabletten beenden sollen, wird er die Dosierung schrittweise verringern (Einnahme der halben Dosis über einen Zeitraum von 7-10 Tagen). Es kann für Sie gefährlich sein, wenn Sie die Einnahme dieses Arzneimittels ohne Anweisung des Arztes abbrechen.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung des Arzneimittels haben, fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

Was sind mögliche Nebenwirkungen?

Wie alle Arzneimittel kann Rivacor plus forte Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.

Wenn Sie eine der folgenden Nebenwirkungen haben, wenden Sie sich sofort an Ihren Arzt. Die Behandlung mit Rivacor plus forte muss möglicherweise beendet werden.

  • Anhaltende Störungen des Elektrolyt-Gleichgewichts, die unter anderem Müdigkeit, Verwirrtheit, Übelkeit, Kopfschmerzen oder Muskelschmerzen auslösen können.
  • Absinken des Blutdrucks z.B. beim raschen Aufstehen aus einer sitzenden oder liegenden Position, manchmal begleitet von Schwindel (orthostatische Regulationsstörungen)
  • allergische (Überempfindlichkeits-)Reaktionen
  • ausgeprägte Beschwerden im Bereich des Magens oder Darms
  • Störungen im Bereich des zentralen Nervensystems
  • Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis)
  • Veränderungen des Blutbilds (Verringerung der Zahl roter Blutkörperchen, die zu Blässe, Schwäche oder Kurzatmigkeit führen kann (Anämie), Rückgang der Zahl bestimmter weißer Blutkörperchen (Leukopenie), Verringerung der Blutplättchen, wodurch ein erhöhtes Risiko einer Blutung oder von Blutergüssen entsteht (Thrombozytopenie))
  • Entzündung der Gallenblase (akute Cholecystitis)
  • Entzündung und Schädigung von Blutgefäßen der Haut (Vaskulitis)
  • Verschlechterung einer bestehenden Kurzsichtigkeit (Myopie)

Die folgenden Nebenwirkungen treten häufig auf (bei mindestens 1 von 100, aber weniger als 1 von 10 behandelten Patienten):

  • Erhöhte Blutzuckerwerte (Hyperglykämie), wodurch es zu häufigem Hunger- und Durstgefühl und vermehrter Harnausscheidung kommen kann
  • Stoffwechselstörung, bei welcher der pH-Wert des Blutes ansteigt (metabolische Alkalose); Anzeichen dafür können verlangsamte Atmung, bläuliche Verfärbung der Haut, Übelkeit und Verwirrtheit sein.
  • Störungen des Flüssigkeits- und Elektrolytgleichgewichts im Körper (vor allem verminderte Kaliumwerte, was unter anderem zu Müdigkeit, Muskelschwäche und Bewusstseinsstörungen führen kann, sowie zu niedrige Natriumwerte)
  • Müdigkeit
  • Erschöpfung
  • Schwindel
  • Kopfschmerzen
  • Kältegefühl oder Taubheitsgefühl in Armen oder Beinen − Übelkeit
  • Erbrechen
  • Durchfall
  • Verstopfung

Die folgenden Nebenwirkungen treten gelegentlich auf (bei mindestens 1 von 1.000, aber weniger als 1 von 100 behandelten Patienten):

  • Schlafstörungen
  • Depressionen
  • langsamer Puls (Bradykardie)
  • bestimmte Überleitungsstörungen des Herzens, durch die Herzrhythmusstörungen ausgelöst werden (AV-Überleitungsstörungen)
  • Verschlechterung einer ungenügenden Pumpleistung des Herzens (Herzschwäche)
  • Abfall des Blutdrucks zum Beispiel bei schnellem Aufstehen aus dem Sitzen oder Liegen, manchmal begleitet von Schwindel (orthostatische Hypotonie)
  • Atemnot oder pfeifender Atem (Bronchialkrampf) bei Asthma-Patienten oder Patienten, die früher schon Atembeschwerden hatten
  • Appetitlosigkeit
  • Bauchschmerzen
  • Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis)
  • Muskelschwäche, Muskelkrämpfe

Die folgenden Nebenwirkungen treten selten auf (bei mindestens 1 von 10.000, aber weniger als 1 von 1.000 behandelten Patienten):

  • Verminderung der weißen Blutkörperchen (Leukopenie), die zu grippeähnlichen Beschwerden und Fieber führen kann
  • Verminderung der Blutplättchen, wodurch es zu Nasenbluten oder Neigung zu Blutergüssen kommen kann (Thrombopenie)
  • Alpträume
  • Halluzinationen
  • verminderter Tränenfluss (zu beachten, wenn Sie Kontaktlinsen verwenden)
  • Sehstörungen
  • Hörstörungen
  • Schwellung und Reizung in der Nase (allergischer Schnupfen)
  • Leberentzündung (Hepatitis)
  • Gelbfärbung der Haut und Augen (Gelbsucht), verursacht durch Störungen der Leber oder des Blutes − Überempfindlichkeitsreaktion (Juckreiz, plötzliches Hitzegefühl, Ausschlag, Rötung der Haut, Nesselausschlag)
  • Potenzstörungen

Die folgenden Nebenwirkungen treten sehr selten auf (bei weniger als 1 von 10.000 behandelten Patienten, einschließlich Einzelfälle):

  • starke Verminderung bestimmter weißer Blutzellen, die die Anfälligkeit für Infektionen erhöht (Agranulozytose)
  • Entzündung der Augenbindehaut (Konjunktivitis)
  • Brustschmerzen
  • Auslösung oder Verschlechterung einer immer wiederkehrenden Hauterkrankung mit schuppigem, trockenem Ausschlag (Psoriasis)
  • Haarausfall (Alopezie)
  • eine bestimmte Erkrankung des Immunsystems, die Hautveränderungen hervorruft (Lupus der Haut)
  • Hautausschläge (Erythem)
  • Ansammlung von Flüssigkeit in der Lunge, wodurch es zu Atemnot, blutigem Husten und übermäßigem Schwitzen kommen kann (Lungenödem)

Informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker, wenn eine der angeführten Nebenwirkungen Sie erheblich beeinträchtigt oder Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser Gebrauchsinformation angegeben sind.

Wie soll es aufbewahrt werden?

Nicht über 30°C lagern. In der Originalverpackung aufbewahren.

Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren.

Sie dürfen das Arzneimittel nach dem auf dem Blister und Faltkarton angegebenen Verfalldatum nicht mehr anwenden. Die ersten beiden Ziffern geben den Monat, die letzten 4 Ziffern das Jahr an. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des Monats.

Das Arzneimittel darf nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall entsorgt werden. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr benötigen. Diese Maßnahme hilft die Umwelt zu schützen.


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