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«Rulide 150 mg - Filmtabletten»

Rulide 150 mg - Filmtabletten
Rulide 150 mg - Filmtabletten


Was ist es und wofür wird es verwendet?

Der Wirkstoff von Rulide, Roxithromycin, ist ein Antibiotikum. Es ist gegen ein breites Spek-trum von Krankheitserregern wirksam und wird daher zur Behandlung bestimmter, durch Bakterien verursachter Infektionserkrankungen eingesetzt:

  • Erkrankungen im Bereich der Atmungsorgane (z.B. Entzündungen von Kehlkopf, Mandeln,Nasennebenhöhlen, Mittelohr, Bronchien und Lunge)
  • Erkrankungen der Haut und Weichteile
  • Erkrankungen des Harntraktes und der Geschlechtsorgane (ausgenommen durchGonokokken (bestimmte Krankheitserreger) verursachte Infektionen).

Rulide 150 mg darf nur auf Verschreibung eines Arztes eingenommen werden.

Was müssen Sie vor dem Gebrauch beachten?

Rulide 150 mg darf nicht eingenommen werden,

  • wenn Sie überempfindlich (allergisch) gegen Roxithromycin oder verwandte Wirkstoffe(Gruppe der sog. Makrolide) oder einen der sonstigen Bestandteile von Rulide sind;
  • wenn Sie gleichzeitig mit Arzneimitteln, die zur Gruppe der sog. Mutterkornalkaloidegehören, behandelt werden (z. B. zur Behandlung von Migräneanfällen);
  • wenn Sie unter einer schweren Leberfunktionsstörung leiden;
  • bei gleichzeitiger Behandlung mit Terfenadin oder Astemizol (zur Behandlung vonallergischen Erkrankungen), wenn Sie an bestimmten Herzerkrankungen bzw. Störungen des Salzhaushaltes leiden (vor allem bei Kalium- und Magnesium-Mangel);
  • bei gleichzeitiger Behandlung mit Cisaprid (Arzneimittel zur Förderung der Magen-Darm-Bewegung) oder Pimozid (Arzneimittel gegen bestimmte psychische Erkrankungen).

Besondere Vorsicht bei der Einnahme von Rulide 150 mg ist erforderlich,

  • wenn Sie während oder nach einer Behandlung mit Rulide starken, anhaltenden, u. U. blutigen Durchfall haben: Dies kann ein Hinweis auf eine schwere, mit der Einnahme von Antibiotika im Zusammenhang stehende Darmentzündung sein. In diesen Fällen muss die Einnahme von Rulide sofort abgebrochen und entsprechende ärztliche Maßnahmen ergriffen werden. Bisher sind jedoch während einer Behandlung mit Rulide keine derartigen Fälle bekannt geworden. Sollte Durchfall auftreten, so informieren Sie bitte umgehend einen Arzt.

In bestimmten Fällen kann Rulide zu Veränderungen in EKG (QT-Verlängerung) führen und zwar:

  • wenn Sie an einer erblichen oder erworbenen EKG-Veränderung (sog. „QT-Verlängerung“) leiden,
  • wenn Sie unter unbehandelten Herzrhythmusstörungen oder schwerer Herzschwäche leiden,
  • wenn Sie einen unbehandelten zu niedrigen Kalium und/oder Magnesiumspiegel im Blut haben,
  • wenn Sie bereits mit bestimmten Arzneimitteln gegen Herzrhythmusstörungen behandelt werden (sogenannte Klasse IA- und Klasse III-Antiarrhythmika). Wenn einer dieser Gründe auf Sie zutrifft, informieren Sie bitte vor Beginn der Behandlung mit Rulide Ihren Arzt.

Während der Behandlung mit Rulide, dürfen Sie keine Arzneimittel verwenden die sog. „Mutterkornalkaloide“ enthalten. Bei gemeinsamer Verwendung kann es zu Blutgefäßkrämpfen mit möglichen Folgeschäden für betroffene Körperbereiche (z.B. Arme, Beine) kommen.

Wenn Sie an einer bestimmten, seltenen Form der Muskelschwäche („Myasthenia gravis“) leiden: Rulide kann, wie auch die anderen sogenannten „Makrolid-Antibiotika“ diese Muskelschwäche verschlechtern.

Insbesondere bei längerer Behandlung mit Rulide wird Ihr Arzt Kontrollen der Leber- und Nierenfunktion sowie des Blutbildes verordnen.

Jede Behandlung mit Antibiotika kann zu Störungen der Vermehrung jener Bakterien und Pilze führen, die auch beim gesunden Menschen immer vorhanden sind.
Dadurch kann in seltenen Fällen eine entsprechende Behandlung erforderlich werden. Ihr Arzt wird entsprechende Untersuchungen durchführen.

Informieren Sie sofort einen Arzt und brechen Sie die Behandlung ab,

  • wenn während der Behandlung Schwellungen im Gesicht, Hals oder Kehlkopf auftreten,
  • wenn andere Anzeichen eines Schocks auftreten (Kreislaufkollaps, Atmungs- bzw. Herzstillstand). Es müssen unter Umständen rasch entsprechende Notfallmaßnahmen ergriffen werden.

Wenn Sie während der Einnahme von Rulide schwanger werden, informieren Sie bitte umgehend einen Arzt.

Bei Einnahme von Rulide 150 mg mit anderen Arzneimitteln
Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen / anwenden, bzw. vor kurzem eingenommen / angewendet haben, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt.

Rulide und andere Arzneimittel können einander in ihrer Wirkung beeinflussen. Dazu zählen:

  • Arzneimittel aus der Gruppe der Mutterkornalkaloide. Die gemeinsame Anwendung mit Rulide ist daher zu vermeiden;
  • bestimmte Arzneimittel zur Behandlung von
  • Allergien (Wirkstoffe: z. B. Astemizol, Terfenadin),
  • Magen-Darm-Erkrankungen (Wirkstoff: Cisaprid),
  • Blutgerinnungsstörungen (Wirkstoffe: Warfarin, Vitamin-K Antagonisten)
  • Atembeschwerden (Wirkstoff: Theophyllin),
  • Herzerkrankungen (Wirkstoffe: Digoxin und andere Herzglykoside),
  • Herzrhythmusstörungen (Wirkstoffe: Klasse IA- und Klasse III-Antiarrhythmika)
  • psychischen Störungen (Wirkstoffe: Midazolam, Pimozid, trizyklische Antidepressiva, Lithium)
  • Infektionen durch bestimmte einzellige Krankheitserreger, sog. „Protozoen“ (z.B. Mefloquin, Artemether, Lumefantrin),
  • bzw. zur Unterdrückung der körpereigenen Abwehr (Wirkstoff: Ciclosporin).

Ihr Arzt oder Apotheker verfügt über eine genaue Auflistung jener Medikamente, bei denen während der gleichzeitigen Einnahme von Rulide 150 mg eine gegenseitige Beeinflussung möglich ist.

Bei Einnahme von Rulide 150 mg zusammen mit Nahrungsmitteln und Getränken Nahrungsmittel und Getränke beeinflussen nicht die Wirksamkeit von Rulide, jedoch wird bei einer Einnahme mindestens 15 Minuten vor dem Essen die Aufnahme des Wirkstoffs in den Körper verbessert.

Schwangerschaft und Stillzeit
Aufgrund fehlender Untersuchungen am Menschen darf Rulide 150 mg nicht während einer Schwangerschaft eingenommen werden.
Rulide 150 mg tritt in geringen Mengen in die Muttermilch über. Daher sollten stillende Frauen vor Behandlungsbeginn abstillen.

Fragen Sie vor der Einnahme von allen Arzneimitteln Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen
Durch möglicherweise auftretende Nebenwirkungen (z. B. Schwindel) kann die Konzentra-tions- und Reaktionsfähigkeit beeinträchtigt werden.

Wichtige Informationen über bestimmte sonstige Bestandteile von Rulide 150 mg Eine Rulide 150 mg-Filmtablette enthält 1,12 mg Glucose. Bitte nehmen Sie Rulide 150 mg-Filmtabletten erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt ein, wenn Ihnen bekannt ist, dass Sie unter einer Zuckerunverträglichkeit leiden.

Wie wird es angewendet?

Nehmen Sie Rulide immer genau nach der Anweisung des Arztes ein. Bitte fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht ganz sicher sind.

Dosierung
Falls vom Arzt nicht anders verordnet, ist die übliche Dosis:
Erwachsene: 2 Rulide 150 mg-Filmtabletten täglich im Abstand von 12 Stunden. Kinder ab 6 kg Körpergewicht erhalten im Allgemeinen 5-8 mg/kg pro Tag. Hierfür stehen Rulide 50 mg lösliche Tabletten zur Verfügung.
Kinder über 40 kg Körpergewicht erhalten dieselbe Dosis wie Erwachsene.

Ältere Patienten und Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion:
Diese Patienten können zumeist mit der Dosis für Erwachsene behandelt werden. Bei schwerer Störung der Nierenfunktion kann der Arzt die Dosis verringern, bzw. das Dosisintervall verlängern.

Patienten mit schwerer Störung der Leberfunktion:

Ist eine Behandlung mit Rulide notwendig wird der Arzt in der Regel nur die Hälfte der Dosis für Erwachsene verordnen.

Ändern Sie auf keinen Fall von sich aus die verschriebene Dosierung.

Anwendung
Die Filmtabletten werden ca. ¼ Stunde vor den Mahlzeiten mit ausreichend Flüssigkeit (z.B. ein Glas Wasser) eingenommen.

Dauer der Behandlung
Ihr Arzt legt die Behandlungsdauer fest. Wichtig ist, dass Sie auch nach Abklingen Ihrer Krankheitszeichen die Behandlung solange fortsetzen, wie es von Ihrem Arzt verordnet wurde.

Wenn Sie eine größere Menge von Rulide 150 mg eingenommen haben, als Sie sollten Sollten Sie irrtümlich zu viele Rulide 150 mg Filmtabletten eingenommen haben, informieren Sie bitte einen Arzt, der ggf. entsprechende Maßnahmen ergreifen wird.

Hinweis für den Arzt: Im Falle einer Überdosierung ist eine symptomatische Behandlung und ggf. eine Magenspülung durchzuführen. Ein spezifisches Antidot existiert nicht.

Wenn Sie die Einnahme von Rulide 150 mg vergessen haben
Nehmen Sie nicht die doppelte Dosis ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen haben. Setzen Sie stattdessen die Einnahme wie gewohnt fort.

Wenn Sie die Einnahme von Rulide 150 mg abbrechen
Hören Sie auch bei scheinbarer Besserung des Krankheitszustandes nicht plötzlich mit der Anwendung von Rulide auf. Es könnte andernfalls zu einer neuerlichen Verschlechterung der Krankheit kommen.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung des Arzneimittels haben, fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

Was sind mögliche Nebenwirkungen?

Wie alle Arzneimittel kann Rulide Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.

Die Angabe zur Häufigkeit einer Nebenwirkung (wenn bekannt) ist international definert und bedeutet:

Laboruntersuchungen:
Gelegentlich: vorübergehende Erhöhung bestimmter Leberwerte im Blut (AST, ALT, Gamma-GT, Bilirubin und/oder alkalische Phosphatase).

Herz:
Sehr selten: Veränderungen in EKG (sog. QT-Verlängerung), Herzrhythmusstörungen.

Blutbild:Selten: Änderungen im Blutbild (Eosinophilie, Thrombozytopenie).

Nervensystem:

Selten: Schwindel, Benommenheit, Kopfschmerzen, Kribbeln und Taubheitsgefühl in den Gliedern, Störungen des Geschmacks- bzw. Geruchsempfindens (einschließlich eines meist vorübergehenden Verlusts des Geruchs- und Geschmackssinnes).

Ohr:Selten: Ohrgeräusche (Tinnitus).

Atemwege:Häufigkeit nicht bekannt: Verengung der Atemwege mit Atemnot.

Magen-Darmtrakt:Häufig: Übelkeit, Erbrechen, Oberbauchschmerzen (Verdauungsstörung) und Durchfall (manchmal blutiger Durchfall).
Selten: Entzündungen der Bauchspeicheldrüse (sie verschwindet nach Abbrechen der Behandlung) oder des Darms.

Haut:
Rötungen, Nesselsucht, Juckreiz, Hautblutungen, blasenförmiger Ausschlag und seltener Schwellung von Gesicht, Zunge oder Kehlkopf (unter Umständen mit Atemnot).

Infektionen:Selten: Jede Behandlung mit Antibiotika kann zu einem vermehrten Wachstum jener Bakterien und Pilze (Hefepilze) führen, die auch beim gesunden Menschen immer vorhanden sind. Dadurch kann eine entsprechende Behandlung erforderlich werden. Ihr Arzt wird entsprechende Untersuchungen durchführen.

Allgemeine BeschwerdenSelten: Schwäche, Unbehagen.

Immunsystem:

Häufigkeit nicht bekannt: lebensbedrohlicher Schock (Gefahr von Herz- Kreislaufversagen). In diesen Fällen muss die Einnahme von Rulide sofort abgebrochen und ein Arzt verständigt werden. Er wird entsprechende Maßnahmen ergreifen.

Leber- und Galle:Selten: Leberentzündungen mit Gallenstauung.

Psyche:
Selten: Halluzinationen, Verwirrung, Psychosen.

Informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker, wenn eine der aufgeführten Nebenwirkungen Sie erheblich beeinträchtigt oder Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser Gebrauchsinformation angegeben sind.

Wie soll es aufbewahrt werden?

Nicht über 25 ºC lagern.

Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren.

Sie dürfen das Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton nach „Verwendbar bis“ angegebenem Verfalldatum nicht mehr anwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des Monats.

Das Arzneimittel darf nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall entsorgt werden. Fragen Sie Ihren Apotheker wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr benötigen. Diese Maßnahme hilft die Umwelt zu schützen.


Bewertungen «Rulide 150 mg - Filmtabletten»