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«Salazopyrin 500 mg - Suppositorien»

Salazopyrin 500 mg - Suppositorien


Was ist es und wofür wird es verwendet?

Salazopyrin Suppositorien dienen zur Behandlung chronisch entzündlicher Darmerkrankungen. Sulfasalazin wirkt entzündungshemmend, immunsuppressiv und antibakteriell und bindet sich bevorzugt an das Bindegewebe.
Salazopyrin wird seit Jahrzehnten therapeutisch genutzt.

Wann wird Salazopyrin angewendet?

  • entzündliche Darmerkrankungen, wie Entzündungen der Mastdarmwand und der Darmwandfalten (Proktitis, distale Proktokolitis), Entzündungen von verbliebenen Darmabschnitten nach Operationen (Stumpfproktitis), zur Ergänzung der Behandlung mit Salazopyrin Tabletten oder Filmtabletten bei Dickdarmentzündungen (Colitis ulcerosa im Rektum und Sigmoid).

Was müssen Sie vor dem Gebrauch beachten?

Salazoyprin darf nicht angewendet werden,

  • wenn Sie überempfindlich gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile von Salazopyrin sind
  • wenn Sie überempfindlich gegenüber Sulfonamide oder Salicylate sind
  • wenn Sie an schweren Blutkrankheiten (Porphyrie) leiden
  • wenn Sie schwere Leber- und/oder Nierenfunktionsstörungen haben

Über die Anwendung bei Kindern liegen keine Erfahrungen vor.

Besondere Vorsicht bei der Anwendung von Salazopyrin ist erforderlich
Bitte halten Sie die vereinbarten Termine für Kontrolluntersuchungen genau ein. Nur so kann Ihr Arzt/Ihre Ärztin Ihre Behandlung sorgfältig überwachen und bestmöglichst auf Ihre Bedürfnisse einstellen.

Die Nierenfunktion (inkl. Harnstatus) sollte vor und während der Therapie erhoben werden. Das Blutbild, inklusive des Differentialblutbildes, sowie der Leberfunktion sollte am Beginn der Therapie, sowie jede 2. Woche während der ersten 3 Monate überprüft werden. Während der folgenden 3 Monate ist eine Kontrolle jede 4. Woche, anschließend jedes 3. Monat ausreichend.
Veränderungen im Blutbild, die auf einem Folsäuremangel beruhen, können durch Verabreichung von Fol- oder Folinsäure (Leukoverin) behandelt werden.

Bei Patienten mit Leber- und Nierenfunktionsstörung oder bestimmten Bluterkrankungen (Dyskrasie) sollte Sulfasalazin nur dann verabreicht werden, wenn der erwartete Vorteil das Risiko der Behandlung überwiegt.

Symptome wie Halsschmerzen, Fieber, Blässe, Hautrötung oder Gelbsucht können Zeichen einer Knochenmarksschädigung, Zerstörung der roten Blutkörperchen oder Leberschädigung sein. Die Ursachen sollten mittels Blutbildkontrolle abgeklärt und die Behandlung mit Sulfasalazin bis zum Ergebnis unterbrochen werden.

Besondere Vorsicht ist geboten bei Patienten mit Allergieneigung oder Bronchialasthma.

Wenn schwerwiegende toxische oder allergische Reaktionen auftreten, sollte Sulfasalazin sofort abgesetzt werden.

Die Anwendung von Sulfasalazin bei Kindern mit bestimmten Formen der rheumatischen Erkrankung kann Reaktionen wie bei Serumkrankheit hervorrufen und wird daher nicht empfohlen.

Sulfasalazin kann bei Männern die Zeugungsfähigkeit beinträchtigen. Bei Kinderwunsch empfiehlt es sich, Sulfasalazin vorübergehend abzusetzen. Gewöhnlich bilden sich diese Wirkungen innerhalb von 2 bis 3 Monaten nach dem Absetzen wieder zurück. Die Libido wird nicht beeinträchtigt.
Bei Frauen mit Kinderwunsch sollte eine Schwangerschaft in der Phase der Besserung geplant werden. Ein Absetzen während der Schwangerschaft und Stillperiode ist wegen eines möglichen Rückfalls und der damit verbundenen Belastung für Mutter und Ungeborenes nicht ratsam.

Bei Anwendung von Salazopyrin mit anderen Arzneimitteln
Bitte informieren Sie Ihren Arzt/Ihre Ärztin oder Apotheker/in, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden bzw. vor kurzem eingenommen/angewendet haben, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt.

Die gleichzeitige Anwendung von Salazopyrin und bestimmter Medikamente, wie z.B. Arzneimittel gegen Herzrhythmusstörungen, Fettstoffwechselstörungen, Gicht, Eisenmangel, übermäßiges Schwitzen sowie Antibiotika und Entwässerungsmittel kann deren Wirksamkeit gegenseitig verstärken oder aufheben.

Bei Anwendung von Salazopyrin zusammen mit Getränken
Da Sulfasalazin die Harnkristallisation und Nierensteinbildung fördert, ist auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr während der Behandlung zu achten.

Schwangerschaft und Stillzeit
Fragen Sie vor der Einnahme/Anwendung von allen Arzneimitteln Ihren Arzt/Ihre Ärztin oder Apotheker/in um Rat.
Teilen Sie Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin sofort mit, wenn Sie schwanger werden.

Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen
Es wurden keine Studien zu den Auswirkungen von Sulfasalazin auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen durchgeführt.

Wie wird es angewendet?

Wenden Sie Salazopyrin immer genau nach Anweisung Ihres Arztes/Ihrer Ärztin an. Bitte fragen Sie bei Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin oder Apotheker/in nach, wenn Sie sich nicht ganz sicher sind.

Die Suppositorien morgens und abends nach dem Stuhlgang in den After einführen.

Dosierungsempfehlung
Bei allen Anwendungsgebieten 1-2 Suppositorien morgens und abends.

Nach 4-5 Wochen kann die Dosis dem Krankheitsbild entsprechend reduziert werden.

Als Ergänzung zur oralen Sulfasalazin-Therapie bei Dickdarmentzündungen (Colitis ulcerosa im Rektum und Sigmoid) und in Fällen, die allein auf die orale Therapie nicht genügend ansprechen, kann diese Therapie durch 1-2 Suppositorien morgens und abends ergänzt werden.

Wenn Sie eine größere Menge von Salazopyrin angewendet haben, als Sie sollten Wenn Sie irrtümlich zu viele Suppositorien angewendet haben, setzen Sie sich bitte mit Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin in Verbindung.

Wie bei anderen Sulfonamiden auch, sind die häufigsten Symptome einer Überdosierung Übelkeit und Erbrechen. Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion haben ein erhöhtes Risiko von schweren Toxizitätsreaktionen. Die Behandlung ist symptomatisch und sollte unterstützend sein, einschließlich Urinalkalinisation. Auf Anzeichen einer Methemoglobinämie oder Sulfahemoglobinämie sollte besonders geachtet und die Patienten im Bedarfsfall entsprechend behandelt werden.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung des Arzneimittels haben, fragen Sie Ihren Arzt/Ihre Ärztin oder Apotheker/in.

Was sind mögliche Nebenwirkungen?

Wie alle Arzneimittel kann Salazopyrin Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.
Informieren Sie bitte Ihren Arzt/Ihre Ärztin oder Apotheker/in, wenn eine der aufgeführten Nebenwirkungen Sie erheblich beeinträchtigt oder Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser Gebrauchsinformation angegeben sind.

Bei Anwendung von Suppositiorien entfällt - im Gegensatz zur oralen Gabe - die Reizung des oberen Magen-Darmtrakts, die Aufnahme des Gesamtmoleküls im Dünndarm, sowie die Belastung des enterohepatischen Kreislaufs. Die Aufnahme von Sulfapyridin aus dem Dickdarm ist gering. Trotzdem kann das Auftreten von Nebenwirkungen nicht ausgeschlossen werden.
Die meisten Nebenwirkungen können oft durch Verringerung der Dosis gemildert oder vermieden werden. Im Einzelfall kann es schwierig sein, festzustellen, ob Nebenwirkungen auf die Salazopyrin-Behandlung oder auf die Grunderkrankung zurückzuführen sind.
Informieren Sie daher Ihren behandelnden Arzt/Ihre Ärztin über alle bisher nicht beobachteten Veränderungen.
Bei Auftreten von schweren Nebenwirkungen sollte die Behandlung abgebrochen werden. Im einzelnen wurden folgende sowohl dosisabhängige als auch vermutlich nicht dosisabhängige Nebenwirkungen von Sulfasalazin, nach Organsystemen geordnet, berichtet; derzeit liegen keine Häufigkeitsangaben der Nebenwirkungen vor:

Infektionen und parasitäre Erkrankungen
Hirnhautentzündung, Entzündung der Darmschleimhaut

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Erkrankungen des Immunsystems

Serumkrankheit

Endokrine Erkrankungen
Schilddrüsenfunktionsstörung (Struma)

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Appetitverlust

Psychiatrische Erkrankungen
Depression, Psychosen, Halluzinationen

Erkrankungen des Nervensystems
Schwindel, Hirnschäden, Kopfschmerzen, Nervenleiden, Schlaflosigkeit, Entzündung der Hirnnerven, Geschmacksstörungen, Störungen des Geruchsinns, Müdigkeit, Störungen des Bewegungsapparates, Störungen der Hautempfindung („Kribbeln“, „Ameisenlaufen“), vereinzelt Rückenmarksentzündung, vorübergehende Rückenmarksschädigung, teilweise Lähmung einer Körperhälfte

Augenerkrankungen
Sehstörungen, Infektion der Leder-, Binde- oder Regenbogenhaut

Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths

Ohrensausen, Hörstörungen

Herzerkrankungen
Entzündungen des Herzbeutels und des Herzmuskels, Blaufärbung der Haut oder Fingernägel (Zyanose)

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
Husten, Atemnot, Entzündung der Lungenbläschen, Atemnot (interstitielle Lungenkrankheit), Asthma, Kehlkopfentzündung mit Krampfanfällen, Eindringen von Blut ins Gewebe (verursacht u.a. Lungenentzündung)

Erkrankungen des Magen-Darmtrakts
Bauchschmerzen, Verschlechterung von Darmentzündung, Magenschmerzen, Durchfall, Übelkeit, Bauchspeicheldrüsenentzündung, Erbrechen

Leber- und Gallenerkrankungen
Leberversagen, akute Verschlechterung der Leberfunktion, Leber- und Gallenblasenentzündung

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
Haarausfall, Ablösung der Oberhaut (Lyell-Syndrom), Hautrötung, Hautausschlag, schuppende Hautentzündung, Knötchenflechte, Lichtempfindlichkeit, Juckreiz, Ausschlag an der Haut und Schleimhaut, DRESS-Syndrom (Hautreaktion mit Blutbildveränderung und eventueller Organbeteiligung), Pusteln, Nesselausschlag, Geschwüre im Mund, punktförmige Blutungen

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
systemischer Lupus erythematodes (eine Autoimmunerkrankung), Schwellung der Tränen- und Mundspeicheldrüsen, Gelenksschmerz, Muskelschwäche

Erkrankungen der Nieren und Harnwege
Kristallbildung im Harn, Blut oder Eiweiß im Harn, Nierenentzündung, Ödeme, Gelborangefärbung des Harns

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
Gesichtsödeme, Fieber, Gelbfärbung der Haut und der Körperflüssigkeiten, Gewichtsverlust

Untersuchungen
Autoimmunreaktion, Anstieg der Leberenzyme

Wie soll es aufbewahrt werden?

Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren.

Nicht über 25 °C lagern. Lichtschutz erforderlich.

Sie dürfen das Arzneimittel nach dem auf dem Etikett und Umkarton angegebenen Verfalldatum nicht mehr anwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des Monats.

Das Arzneimittel darf nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall entsorgt werden. Fragen Sie Ihren Apotheker/in wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn sie es nicht mehr benötigen. Diese Maßnahme hilft die Umwelt zu schützen.


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