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«Selexid - Filmtabletten»

Was ist es und wofür wird es verwendet?

Selexid ist ein dem Penicillin verwandtes Antibiotikum (ein Arzneimittel, gegen krankheitserregende Bakterien). Die Wirkungsweise von Selexid besteht darin, den Aufbau der Zellwand von Bakterien zu stören, damit Wachstum und Vermehrung zu hemmen und sie abzutöten. Die Wirksamkeit von Selexid ist besonders gegen jene Art von Bakterien gerichtet, die am häufigsten für die Entstehung von Infektionen der Harnwege und der Darmschleimhaut verantwortlich sind.

Selexid ist ein Arzneimittel zur Behandlung von:

  • akuten und chronischen Infektionen der Harnwege (Harnblase, Harnleiter, Nierenbecken);
  • Bakterienwachstum im Harn während einer Schwangerschaft, mit und ohne Beschwerden und nach urologischen und gynäkologischen Eingriffen;
  • schweren Durchfallserkrankungen ausgelöst durch Infektionen der Darmschleimhaut mit Bakterien (wie Salmonellen, Shigellen, E. coli, Typhuserreger) und Salmonellenausscheidern.

Was müssen Sie vor dem Gebrauch beachten?

Selexid-Filmtabletten dürfen nicht eingenommen werden,

  • wenn Sie überempfindlich (allergisch) gegen Pivmecillinamhydrochlorid oder einen der sonstigen Bestandteile von Selexid-Filmtabletten sowie gegenüber anderen Penicillinen oder Cephalosporinen sind.
  • bei Carnitin-Mangel (einer seltenen Stoffwechselerkrankung)
  • bei Schluckbeschwerden (verminderter Passage) sowie schon bestehenden Veränderungen in der Speiseröhre, da es bei längerem Kontakt mit der Schleimhaut zu Geschwürbildung in der Speiseröhre kommen kann
  • bei Kindern unter 3 Monaten, bei unterernährten Kindern und Kindern mit bestimmten, sehrseltenen angeborenen Stoffwechselerkrankungen.

Besondere Vorsicht bei der Einnahme von Selexid-Filmtabletten ist erforderlich

Sollten erste Anzeichen von Nebenwirkungen (insbesondere Durchfälle, Hautausschlag, starke Müdigkeit, Halsschmerzen oder Geschwüre im Mund) auftreten, ist dies umgehend dem Arzt mitzuteilen, ebenso der Eintritt einer Schwangerschaft.

Bei Auftreten schwerer anhaltender Durchfälle ist an eine Dickdarmentzündung zu denken. In diesem Fall ist die Therapie abzubrechen und ein Arzt aufzusuchen.

Aufgrund des Risikos von Geschwüren der Speiseröhre müssen die Tabletten mit mindestens einem halben Glas Flüssigkeit eingenommen werden.

Leiden Sie an Heuschnupfen oder anderen Allergien und treten kurz nach der Einnahme Nebenwirkungen wie Juckreiz, Hautrötung, Schwellungen der Augenlider und des Gesichtes als erste Anzeichen einer Überempfindlichkeit auf, nehmen Sie keine weiteren Tabletten mehr ein und wenden Sie sich an den Arzt.

Wenn Selexid über längere Zeit eingenommen wird, kann der Arzt Kontrolluntersuchungen der Leber- und Nierenfunktion und des Blutbildes anordnen. Bei stark eingeschränkter Nierenfunktion soll die Behandlung mit einer vom Arzt reduzierten Dosierung durchgeführt werden.

Bei länger dauernder Therapie kann es gelegentlich zu einem vermehrten Wachstum nichtempfindlicher Keime oder Hefepilzen kommen, die eine spezifische Therapie benötigen.

Die gleichzeitige Behandlung mit Valproinsäure (ein Arzneimittel für Epileptiker), Valproat oder anderen Medikamenten, die zu einer Freisetzung von Pivalinsäure führen, sollte vermieden werden (siehe Abschnitt „Bei Einahme vom Selexid-Filmtabletten mit anderen Arzneimitteln“).

Selexid erhöht die Ausscheidung von Carnitin. Die langfristige Anwendung (über 2 Wochen) erhöht das Risiko einer Verminderung der Carnitin-Menge im Körper.

Auch wenn eine Besserung der Krankheitssymptome oder Beschwerdefreiheit eintritt, darf die Behandlung mit Selexid keinesfalls ohne ärztliche Anweisung geändert oder abgebrochen werden, um eine erneute Verschlechterung bzw. ein Wiederauftreten der Erkrankung zu vermeiden.

Bei Einnahme von Selexid-Filmtabletten mit anderen Arzneimitteln

Bei gleichzeitiger Einnahme wird die Wirksamkeit von Selexid durch Probenecid verlängert und erhöht. Probenecid ist ein Arzneistoff zur Behandlung von erhöhten Harnsäurewerten bei Gicht.

Die gleichzeitiger Einnahme von Valproinsäure (ein Arzneimittel für Epileptiker), Valproat oder andere Medikamente, die zu einer Freisetzung von Pivalinsäure führen, sollte aufgrund des erhöhten Risikos einer Verminderung der Carnitin–Menge im Körper vermieden werden (siehe Abschnitt „Besondere Vorsicht bei der Einnahme von Selexid-Filmtabletten ist erforderlich“). Teilen Sie Ihrem Arzt deshalb mit, ob Sie auch mit anderen Arzneimitteln behandelt werden.

Bei gleichzeitiger Behandlung mit Methotrexat kann eine Dosisanpassung von Methotrexat erforderlich sein.

Schwangerschaft und Stillzeit

Fragen Sie vor der Einnahme von allen Arzneimitteln Ihren Arzt oder Apotheker um Rat. Selexid-Filmtabletten können während Schwangerschaft und Stillzeit nach Rücksprache mit dem Arzt bei entsprechender Indikationsstellung eingenommen werden.
Bei therapeutischen Dosen von Selexid sind die möglichen Auswirkungen auf den Säugling wie z. B: Durchfall nicht zu erwarten, aber können nicht ausgeschlossen werden.

Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen

Selexid-Filmtabletten haben keinen oder vernachlässigbaren Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen.
Durch das Auftreten von Nebenwirkungen (siehe “Welche Nebenwirkungen sind möglich?") kann jedoch ggf. das Reaktionsvermögen verändert und die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr sowie zum Bedinen von Maschinen beeinträchtig werden.

Wie wird es angewendet?

Nehmen Sie Selexid-Filmtabletten immer genau nach Anweisung des Arztes ein. Bitte fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht ganz sicher sind.

Nehmen Sie Selexid-Filmtabletten unzerkaut während einer Mahlzeit mit reichlich Flüssigkeit ein. Falls nicht anders verordnet, Dosierung genau einhalten.

Erwachsene und Kinder über 6 Jahre (über 20 kg Körpergewicht):

Akute Infektionen der Harnwege:
3 mal täglich eine Filmtablette über 5 - 10 Tage.

Unkomplizierte Entzündung der Harnblase:

2 mal täglich 2 Filmtabletten über 3 Tage.

Chronische oder wiederkehrende Harnwegsinfekte:
3 - 4 mal täglich 1 - 2 Filmtabletten während 1 - 2 Wochen.

Bakterienwachstum im Harn bei Schwangeren:
3 mal täglich eine Filmtablette während einer Woche.

Infektionen der Darmschleimhaut (Salmonellose etc.):

3 mal täglich 2 - 4 Filmtabletten während 2 Wochen.

Salmonellenausscheider:
3 mal täglich 2 - 4 Filmtabletten während 2 - 4 Wochen.

Kinder unter 6 Jahren (unter 20 kg Körpergewicht): 20 - 60 mg/kg Körpergewicht täglich in 3 - 4 Einzeldosen aufgeteilt.

Dosierung bei eingeschränkter Nierenfunktion: Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion muß die Dosis vom Arzt entsprechend reduziert werden.

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie den Eindruck haben, dass die Wirkung von Selexid-Filmtabletten zu stark oder zu schwach ist.

Wenn Sie eine größere Menge von Selexid-Filmtabletten eingenommen haben, als Sie sollten Eine Überdosierung von Selexid-Filmtabletten kann Anzeichen von Magen-, Darmbeschwerden (Übelkeit, Erbrechen, Entzündung der Magenschleimhaut) hervorrufen.
Sollten zu viele Selexid-Filmtabletten eingenommen worden sein, setzen Sie sich mit einem Arzt in Verbindung.

Wenn Sie die Einnahme von Selexid-Filmtabletten vergessen haben
Wenn Sie die Einnahme einer Filmtablette vergessen haben, holen Sie diese Einnahme unverzüglich nach. Nehmen Sie aber nicht die doppelte Dosis, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen haben.

Wenn Sie die Einnahme von Selexid-Filmtabletten abbrechen
Auch wenn eine Besserung der Krankheitssymptome oder Beschwerdefreiheit eintritt, darf die Behandlung mit Selexid-Filmtabletten keinesfalls ohne ärztliche Anweisung geändert oder abgebrochen werden, um eine erneute Verschlechterung bzw. Wiederauftreten der Krankheit zu vermeiden.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung des Arzneimittels haben, fragen Sie Ihren Arzt und Apotheker.

Was sind mögliche Nebenwirkungen?

Wie alle Arzneimittel können Selexid-Filmtabletten Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.
Informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker, wenn eine der aufgeführten Nebenwirkungen Sie bemerken, die nicht in dieser Gebrauchsinformation angegeben sind.

Die zusammenfassenden Daten aus klinischen Studien mit über 2.500 Patienten, die eine 3-7tägige Behandlung erhielten, zeigen, dass bei weniger als 10% der Patienten Nebenwirkungen aufgetreten sind.
Die am häufigsten berichteten Nebenwirkungen waren Magen-Darm-Beschwerden und verschiedene Hautreaktionen. Beschwerden im Oberbauch traten bei 5%, Durchfall bei 2% und Hautausschlag bei 1% der Patienten auf. In Einzelfällen wurden allergische (anaphylaktische) Reaktionen sowie Änderungen der Blutwerte und Störungen der Leberfunktion beobachtet.

Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden üblicherweise folgende Häufigkeitsangaben zu Grunde gelegt:

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems Sehr selten: Verminderung der weißen Blutkörperchen (Leukopenie, Granulozytopenie), Verminderung der Blutplättchen (Thrombozytopenie), Erhöhung von bestimmten weißen Blutkörperchen (Eosinophilie).

Erkrankungen des Immunsystems Selten: allergische Reaktionen (anaphylaktische Reaktionen).

Erkrankungen des Nervensystems Gelegentlich: Kopfschmerzen, Benommenheit, Schwindel

Erkrankungen des Magen-, Darmtraktes Häufig wurden Magen-Darm-Beschwerden beobachtet: Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Bauchschmerzen, durch Antibiotika verursachte Entzündung des Darmes, Geschwüre im Mund und in der Speiseröhre, Entzündung der Speiseröhre.

Leber-, und Gallenerkrankungen Sehr selten: veränderte Leberfunktion. Leichter, vorübergehenden Anstieg einiger Leberwerte (GOT, GPT, alkalische Phosphatase, Bilirubin).

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes Häufig: verschiedene Arten von Hautausschlag (Rash), Nesselsucht, Juckreiz,
Selten: Hautschwellungen (Angioneurotisches Ödem).

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort Gelegentlich: Müdigkeit

Untersuchungen Nicht bekannt: verminderte Carnitin-Werte.

Klassenspezifische Nebenwirkungen von Beta-Lactam Antibiotika Hautschwellungen (Angioneurotische Ödeme), abweichende Leberfunktion, leichte, vorübergehende Erhöhungen einiger Leberwerte (GOT, GPT, alkalischen Phosphatase, Bilirubins), allergische (anaphylaktische) Reaktion, Verminderung der Blutplättchen, Verminderung bestimmter weißer Blutkörperchen (Granulozytopenie, Leukopenie), Vermehrung bestimmter weißer Blutkörperchen (Eosinophilie)

Klassenspezifische Nebenwirkungen von Penicillinen Durch Antibiotika verursachte Entzündung des Darmes

Klassenspezifische Nebenwirkungen von Pivaloyl-haltigen Präparaten Verminderte Carnitin-Werte

Wie soll es aufbewahrt werden?

Nicht über 25°C lagern.
In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren.

Sie dürfen das Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton bzw. dem Behältnis angegebenen Verfalldatum nicht mehr anwenden.


Bewertungen «Selexid - Filmtabletten»