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«Tarivid®»

Was ist es und wofür wird es verwendet?

Tarivid ist ein Medikament zur Behandlung bakterieller Infektionskrankheiten. Tarivid gehört zur Antibiotika-Gruppe der sogenannten Chinolone und wirkt gegen eine Vielzahl von Bakterien.

Tarivid eignet sich zur Behandlung folgender Infektionskrankheiten:

Infektionen der Atemwege;

Hals-, Nasen- und Ohreninfektionen (mit Ausnahme von akuter Mandelentzündung);

Infektionen der Niere und der Harnwege;

Infektionen der Geschlechtsorgane;

Infektionen des Bauchraumes (z.B. bakterielle Infektionen des Magen-Darm-Traktes oder der Gallenwege, Bauchfellentzündung);

Infektionen des kleinen Beckens;

Infektionen der Haut und Weichteile;

Infektionen von Knochen und Gelenken;

Infektionsprophylaxe bei Patienten mit Neutropenie (verminderte Anzahl bestimmter weisser Blutkörperchen).

Tarivid darf nur auf ärztliche Verschreibung verwendet werden.

Was müssen Sie vor dem Gebrauch beachten?

Dieses Medikament wurde Ihnen von Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin zur Behandlung Ihrer gegenwärtigen Erkrankung verschrieben.

Das Antibiotikum Tarivid ist nicht gegen alle Mikroorganismen wirksam, die Infektionskrankheiten verursachen. Die Anwendung eines falsch gewählten oder nicht richtig dosierten Antibiotikums kann Komplikationen verursachen. Wenden Sie es deshalb nie von sich aus für die Behandlung anderer Erkrankungen oder anderer Personen an.

Patienten mit Überempfindlichkeit gegen Tarivid oder ähnliche Arzneimittel (Arzt oder Ärztin befragen) dürfen Tarivid nicht einnehmen.

Patienten, bei welchen während einer früheren Therapie mit Antibiotika der Klasse der Chinolone Sehnenbeschwerden aufgetreten sind, sollten Tarivid nicht einnehmen, da bei der Einnahme von Tarivid dasselbe Risiko (inkl. Sehnenriss) besteht.

Epileptiker sowie Patienten mit einer Vorschädigung des Zentralnervensystems (wie z.B. nach Schädel-Hirn-Verletzung, entzündlichen Prozessen im Hirnbereich, Schlaganfall) dürfen Tarivid nicht einnehmen. Im Falle von Myasthenia gravis (krankhafte Muskelschwäche und -ermüdbarkeit) darf Tarivid nicht angewandt werden.

Kindern und Jugendlichen in der Wachstumsphase sowie Schwangeren oder Stillenden darf Tarivid nicht verabreicht werden.


Dieses Medikament kann die Reaktionsfähigkeit, die Fahrtüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen und Werkzeugen beeinträchtigen!

Wenn Ihre Nierenfunktion eingeschränkt ist, muss die Dosierung angepasst werden (Ihr Arzt oder Ihre Ärztin ist informiert).

Wenn bei einem Patienten ein Risikofaktor für einen verlangsamten Herzrhythmus (z.B. bei älteren Menschen oder Patienten mit Herzerkrankungen) vorliegt oder wenn ein Patient ein Medikament einnimmt, das bekanntermassen das sogenannte Q-T-Intervall verlängert (z.B. Mittel gegen Herzrhythmusstörungen, trizyklische Antidepressiva oder Makrolid-Antibiotika), dürfen Chinolone nur mit Vorsicht angewandt werden. Ausserdem sollte die Dosierung entsprechend angepasst werden.

Die gleichzeitige Einnahme von Mitteln gegen Magenübersäuerung oder eisenhaltigen Präparaten sollte vermieden werden, da sie die Wirkung von Tarivid abschwächen können. Aus diesem Grund muss Tarivid etwa 2 Stunden vor solchen Medikamenten eingenommen werden.

Einige Chinolon-Antibiotika lösen bei Patienten, die ihre Haut unbedacht der UV-Strahlung aussetzen, Lichtempfindlichkeitsreaktionen aus. Daher sollten während der gesamten Dauer der Behandlung ausgedehnte Sonnenbäder und Solariumbesuche vermieden werden. Tritt Lichtempfindlichkeit auf, muss die Behandlung abgebrochen werden.

In sehr seltenen Fällen kann Tarivid zu Sehnenentzündungen führen, besonders bei älteren Patienten oder bei Patienten, die gleichzeitig Kortikosteroide (z.B. Prednison oder ähnliche Substanzen) einnehmen. In diesen Fällen muss unverzüglich der Arzt oder die Ärztin konsultiert sowie der betroffene Körperteil ruhig gestellt werden, um eine Schädigung der Sehnen zu vermeiden.

Wie bei allen Antibiotika dieser Gruppe gibt es Berichte über Probleme aufgrund von Unterzuckerung, meistens bei Diabetikern, die mit einem oralen Blutzuckersenker (z.B. Glibenclamid) oder Insulin behandelt werden. In diesem Fall empfiehlt sich eine strenge Überwachung des Blutzuckerspiegels.

Bei Behandlungen mit Chinolon-Antibiotika wie dem in Tarivid enthaltenen Ofloxacin kam es Berichten zufolge zu Schädigungen des peripheren Nervensystems. Die klinischen Symptome unterscheiden sich von Fall zu Fall, beinhalten jedoch neurologische Ausfallerscheinungen im Sinnes- bzw. Empfindungsbereich (z.B. «Ameisenlaufen», Verlust der Tast-, Wärme- oder Schmerzempfindlichkeit in den Gliedmassen oder aber im Gegenteil eine Überempfindlichkeit). Solche Nervenerkrankungen können rasch auftreten. In derartigen Fällen muss Tarivid abgesetzt werden.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie an anderen Krankheiten leiden, Allergien haben oder wenn Sie andere Medikamente (auch selbstgekaufte!) einnehmen. Unter anderem betrifft dies Mittel gegen Bluthochdruck, zu hohen Blutzucker, Magenübersäuerung oder Durchfall sowie Eisenpräparate, Entzündungshemmer und Theophyllin (ein Asthmamittel).


Während der Schwangerschaft und Stillzeit darf Tarivid nicht eingenommen werden.

Wie wird es angewendet?

Wie bei allen Antibiotika muss die vom Arzt oder der Ärztin verordnete Dosierung und Therapiedauer strikt eingehalten werden. Nur so lässt sich die optimale Wirksamkeit von Tarivid garantieren. Selbst wenn Sie sich besser fühlen, brechen Sie die Therapie nicht vorzeitig ab, denn Krankheitszeichen klingen oft vor der vollständigen Heilung der Infektion ab.

Tarivid kann sowohl auf nüchternen Magen als auch mit dem Essen eingenommen werden. Schlucken Sie die Tabletten unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit (½ Glas Wasser).

Die Dosierung von Tarivid richtet sich nach der Empfindlichkeit des Erregers und dem Ort der Infektion.

Folgende Dosierungen können Ihnen von Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin verschrieben werden:

Infektionen der unteren Harnwege: 2× 100 mg pro Tag.

Infektionen der oberen Harnwege: 2× 200 mg pro Tag.

Akute Gonorrhoe (Tripper): 1× 200 mg.

Infektionen der Atemwege: 2× 200 mg pro Tag.

Infektionen des Bauchraumes: 2× 200 mg pro Tag.

Infektionen der Haut und Weichteile: 2× 200 mg pro Tag.

Infektionen der Geschlechtsorgane: 2× 200 mg pro Tag.

Infektionen von Knochen und Gelenken: 2× 200 mg pro Tag.

Infektionsprophylaxe bei Patienten mit Neutropenie: 2× 200 mg pro Tag.

Der Arzt oder die Ärztin kann die Dosierung bis auf 2× 400

Was sind mögliche Nebenwirkungen?

Mögliche Nebenwirkungen sind: Beschwerden des Magen-Darm-Traktes wie Schluckbeschwerden, Mundtrockenheit, Magenschmerzen, Bauchschmerzen, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Blähungen, Verstopfung oder Durchfall. Bei schweren, anhaltenden (manchmal blutigen) Durchfällen während oder nach der Behandlung konsultieren Sie unverzüglich Ihren Arzt oder Ihre Ärztin. Versuchen Sie nicht, solche Durchfälle selber zu behandeln, z.B. mit Präparaten, welche die Darmbewegung hemmen.

Es können allergische Erscheinungen auftreten, insbesondere Überempfindlichkeitsreaktionen der Haut in Form von Ekzemen, Juckreiz, Hautrötungen (auch im Zusammenhang mit starker Sonneneinwirkung), Nesselsucht, brennende Augen, Reizhusten und Schnupfen, erhöhter Blutdruck, allergische Lungen- oder Nierenentzündung sowie Fieber. Allergische Reaktionen wie Schwellungen des Gesichts, der Zunge oder des Kehlkopfes, in schweren Einzelfällen auch mit Atemnot und Schock, wurden sehr selten beobachtet. In einem solchen Fall müssen Sie Tarivid sofort absetzen und den Arzt oder die Ärztin alarmieren, damit die erforderliche Behandlung (z.B. Schocktherapie) eingeleitet werden kann.

Sehr selten kommt es auch zu Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Schwindel, Unruhe, Erregtheit, Herzklopfen, Angstzuständen, Verwirrtheit, Benommenheit, Halluzinationen, Depressionen bis hin zur Selbstgefährdung einschliesslich Selbstmordgedanken bzw. Selbstmordversuchen, Schlafstörungen, Schlaflosigkeit, intensiven Träumen bis hin zum Albtraum, Gangunsicherheit, Zittern, Krampfanfällen, Empfindlichkeitsstörungen der Gliedmassen, Seh-, Hör-, Geschmacks-, Geruchs- oder Gleichgewichtsstörungen sowie Muskelschwäche.

In sehr seltenen Fällen könnte die Nieren- und Leberfunktion beeinträchtigt werden.

Wenn derartige Reaktionen auftreten – was schon ab der ersten Einnahme des Medikaments der Fall sein kann –, setzen Sie das Präparat sofort ab und verständigen Sie den Arzt oder die Ärztin.

Sehr selten wurden Erkrankungen des peripheren Nervensystems beobachtet.

Selten wurde über Gelenk- oder Muskelschmerzen und Sehnenbeschwerden berichtet (siehe «Wann ist bei der Einnahme von Tarivid Vorsicht geboten?»).

Bis auf sehr seltene Fälle von Geruchs-, Hör- und Geschmacksstörungen sind die bei der Behandlung mit Tarivid beobachteten Nebenwirkungen nach Absetzen des Medikamentes bisher immer verschwunden.

In Einzelfällen kann der Blutzuckerspiegel übermässig steigen oder fallen, insbesondere bei Diabetikern.

Falls Sie an sich andere Nebenwirkungen bemerken, sollten Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin informieren.

Wie soll es aufbewahrt werden?

Arzneimittel ausserhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren.

Tarivid in der Originalpackung bei Raumtemperatur (15–25

Zusätzliche Informationen

Tarivid erhalten Sie in Apotheken gegen ärztliches Rezept, das nur zum einmaligen Bezug berechtigt.

Tarivid 200 mg: Packungen zu 10 und 20 Filmtabletten.


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