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«Thiamazol Sandoz 20 mg - Tabletten»

Was ist es und wofür wird es verwendet?

Thiamazol Sandoz hemmt durch Verhinderung des Jodeinbaus die Neuproduktion von Schilddrüsenhormonen und gleicht deshalb die Stoffwechselstörungen bei Schilddrüsen-überfunktion aus.

Was müssen Sie vor dem Gebrauch beachten?

Thiamazol Sandoz darf nicht eingenommen werden,

  • wenn Sie überempfindlich (allergisch) gegen den Wirkstoff, andere Thyreostatika oder einen der sonstigen Bestandteile von Thiamazol Sandoz sind
  • wenn Sie an einer Schilddrüsenüberfunktion mit Einengung der Luftröhre leiden, da hö-here Dosen von Thiamazol Sandoz eine Vergrößerung der Schilddrüse bewirken können
  • bei bestehender Gallenstauung, Blutbildstörung (Granulozytopenie), vegetativen Störun-gen mit normaler Schilddrüsenfunktion
  • wenn nach einer früheren Therapie mit Thiamazol und Carbimazol eine Verminderung der weißen Blutkörperchen aufgetreten ist
  • wenn in der Vorgeschichte bei einnahme von Thiamazol Sandoz leichte Überempfind-lichkeitsreaktionen (z.B. allergische Hautausschläge, Juckzreiz) aufgetreten sind.
  • bei einer zusätzlichen Therapie mit Schilddrüsenhormonen in der Schwangerschaft (sie-he auch Abschnitt Schwangerschaft und Stillzeit)

Besondere Vorsicht bei der Einnahme von Thiamazol Sandoz ist erforderlich Innerhalb der ersten 2 - 3 Monate der Behandlung ist regelmäßig das Blutbild zu kontrollie-ren, zum ersten Mal schon nach 7-14 Tagen. Die vom Arzt verordneten Laborkontrollen sind unbedingt einzuhalten. Wegen der Gefahr einer schweren Blutbildstörung (Agranulozytose) sollte die Dosis so gering wie möglich gehalten werden.
Ihr Arzt wird Sie vor der Therapie mit Thiamazol Sandoz auf die Symptome einer Agranulo-zytose hinweisen, siehe auch Abschnitt Nebenwirkungen.
Informieren Sie bitte Ihren Arzt über eine Milchzuckerunverträglichkeit. Jede Tablette enthält eine geringe Menge Milchzucker, die jedoch wahrscheinlich zu gering ist, um eine Unver-träglichkeit auszulösen.
Bitte melden Sie den Eintritt einer Schwangerschaft Ihrem Arzt.

Bei Einnahme von Thiamazol Sandoz mit anderen Arzneimitteln
Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden bzw. vor kurzem eingenommen/angewendet haben, auch wenn es sich um nicht rezeptpflichtige Arzneimittel handelt.

Eine Jodbehandlung schwächt die Wirksamkeit von Thiamazol Sandoz ab und sollte daher nicht gleichzeitig durchgeführt werden.

Schwangerschaft und Stillzeit
Die Verabreichung von Thiamazol Sandoz in der Schwangerschaft darf nur in der niedrigs-ten gerade noch wirksamen Dosierung erfolgen. In diesem Fall sollte gleichzeitig kein Schilddrüsenhormon verabreicht werden. Im Falle der Schwangerschaft informieren Sie un-verzüglich Ihre Ärztin/Ihren Arzt.

Es wurde wiederholt über Kinder von mit Thiamazol behandelten Müttern berichtet, die mit einer partiellen Aplasia cutis (angeborener Substanzeffekt der Haut) im Kopfbereich geboren wurden, die nach einigen Wochen spontan abheilte. In einer japanischen Studie konnte je-doch gezeigt werden, dass teratogene (Missbildungen verursachende) Schäden eher bei Kindern von Frauen mit einer unbehandelten Schilddrüsenüberfunktion auftraten als bei Pa-tientinnen, die bis zu 20 mg Thiamazol täglich einnahmen.

Da der Wirkstoff in niedriger Konzentration in die Muttermilch übertritt, ist während der Still-periode Thiamazol Sandoz in der niedrigst wirksamen Dosierung anzuwenden. Eine tägliche Dosis von 20 mg darf nicht überschritten werden.

Möglicherweise wird Ihnen Ihr Arzt während der Stillzeit einen anderen Wirkstoff zur Be-handlung der Schilddrüsenüberfunktion verschreiben. Dieser Wirkstoff (Propylthiouracil) bie-tet in der Stillperiode gegenüber Thiamazol den Vorteil einer geringeren Absonderung in die Muttermilch aufgrund einer höheren Eiweißbindung im Blut.

Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen
Es sind keine Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen bekannt.

Wichtige Informationen über bestimmte sonstige Bestandteile von Thiamazol Sandoz Bitte nehmen Sie Thiamazol Sandoz erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt ein, wenn Ihnen bekannt ist, dass Sie unter einer Zuckerunverträglichkeit leiden.

Wie wird es angewendet?

Nehmen Sie Thiamazol Sandoz immer genau nach Anweisung des Arztes ein. Bitte fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht ganz sicher sind.

Falls nicht anders verordnet, Dosierung genau einhalten.

In der Anfangsbehandlung bis zu 2 Tabletten täglich (40 mg). Eine höhere Dosierung ist pharmakologisch nicht wirksam und erhöht nur die Nebenwirkungsrate. Ein normaler Schild-

drüsenstoffwechsel sollte in 1 bis 3 Monaten erreicht sein. In dieser Zeit sollen die Tagesdo-sen nur nach Laborkontrolle reduziert werden.

Kinder erhalten 400 µg/kg Körpergewicht.

Bei der Überfunktion der Schilddrüse muss die Thiamazol-Dosis individuell nach der Höhe der Schilddrüsenparameter (vor allem des TSH-Wertes) angepasst werden. Bei eingeschränkter Nierenfunktion bzw. bei Leberschwäche können daher auch schon niedrigere Tagesdosen zum gewünschten Erfolg führen als bei diesbezüglich gesunden Personen. Es wird empfohlen, bei Patienten mit Leber- bzw. Nierenstörung die Schilddrü-senparameter engmaschig zu kontrollieren, um eine relevante Überdosierung rechtzeitig zu erfassen.

Die Erhaltungsdosis bei wieder normaler Schilddrüsenfunktion beträgt zwischen 1/4 Tablette jeden 2. Tag bis zu 1 Tablette täglich. Sollten höhere Erhaltungsdosen notwendig sein, ist eine andere Form der Therapie zu erwägen. Bei einer Schilddrüsenüberfunktion auf Grund von Störungen des Immunsystems empfiehlt es sich, die Erhaltungstherapie mindestens 1 Jahr fortzusetzen, da diese Dauer mit einer geringen Rückfallsrate verbunden ist.

Wenn Sie eine größere Menge von Thiamazol Sandoz eingenommen haben als Sie sollten
Eine Thiamazol-Überdosierung führt zu einer Schilddrüsenunterfunktion mit anschließendem Strumawachstum. Abhilfe besteht in rechtzeitiger Dosisreduktion bei Erreichen der normalen Schilddrüsenfunktion und gegebenenfalls in der Zugabe von Schilddrüsenhormonen. Bei sehr hohen Dosen von Thiamazol (ca. 120 mg pro Tag) sind gehäuft knochenmarktoxi-sche Nebenwirkungen beschrieben worden.
Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie den Eindruck haben, dass die Wirkung von Thiamazol Sandoz zu stark oder zu schwach ist.

Wenn Sie die Einnahme von Thiamazol Sandoz vergessen haben
Nehmen Sie nicht die doppelte Dosis ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen haben, sondern fragen Sie Ihren Arzt.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung des Arzneimittels haben, fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

Was sind mögliche Nebenwirkungen?

Wie alle Arzneimittel kann Thiamazol Sandoz Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.

Informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker, wenn eine der aufgeführten Nebenwirkungen Sie erheblich beeinträchtigt oder Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser Gebrauchsinformation angegeben sind.

In etwa 2 - 4 % der Behandlungsfälle können unten genannte Beschwerden auftreten. Diese treten meist in den ersten 2 Monaten der Behandlung auf.

Sehr häufig: betrifft mehr als 1 Behandelter von 10
Häufig: betrifft 1 bis 10 Behandelte von 100
Gelegentlich: betrifft 1 bis 10 Behandelte von 1.000
Selten: betrifft 1 bis 10 Behandelte von 10.000
Sehr selten: betrifft weniger als 1 Behandelter von 10.000
Nicht bekannt: Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar.

Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe werden die Nebenwirkungen nach abnehmendem Schwe-regrad angegeben.

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems Gelegentlich: Blutbildveränderungen der weißen Blutkörperchen (Leukopenie, Granulozyto-penie, Agranulozytose (in 0,3-0,6 % der Fälle)), Blutarmut (Anaemie)
Sehr selten: Verminderung der Blutplättchen (Thrombozytopenie), Lymphknotenschwellung, starke Verminderung der Blutzellen aller Systeme (Panzytopenie)

Erkrankungen des Immunsystems Sehr selten: Insulin-Autoimmun Syndrom (mit starkem Abfall des Blutzuckerwertes)

Endokrine Erkrankungen Sehr selten: Infolge zu hoher Dosierung kann es zu einer Unterfunktion der Schilddrüse so-wie zum Strumawachstum kommen, bedingt durch einen TSH-Anstieg.

Erkrankungen des Nervensystems Selten: Nervenentzündung, Kopfschmerzen, Störungen des Geschmackssinns (Hypogeusie, Dysgeusie, Ageusie), Geruchsverlust
Sehr selten: Sehnerventzündung, Erkrankung der peripheren Nerven (Polyneuropathie)

Augenerkrankungen Nicht bekannt: Hornhautentzündung, Bindehautentzündung

Erkrankungen der Atemwege und des Brustraums Gelegentlich: Rachenbeschwerden und Temperaturanstieg. In diesen Fällen ist unverzüglich ein Arzt aufzusuchen.

Erkrankungen des Magen-Darmtrakts Gelegentlich: Durchfall, Übelkeit, Erbrechen, Mundschleimhaut- und Kehlkopfentzündungen Sehr selten: akute Speicheldrüsenschwellung

Leber- und Gallenerkrankungen Sehr selten: Gelbsucht oder Lebervergiftung

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes Häufig: Ausschläge, Rötungen, Nesselausschlag, Haut- und Schleimhautblutungen, Gelb-sucht
Sehr selten: schwere Verlaufsformen bis zur generalisierten Dermatitis, Haarausfall, ein arz-neimittelbedingter Lupus erythemathodes (Autoimmunerkrankung mit unterschiedlich star-ken Hautausschlägen)

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen Sehr selten: Gelenksschmerzen und -schwellungen

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort Selten: Fieber

Untersuchungen Sehr selten: Durch Verminderung des krankhaft gesteigerten Energieverbrauchs bei Über-funktion der Schilddrüse (Hyperthyreose) kann es zu einem (im Allgemeinen erwünschten) Anstieg des Körpergewichts unter der Behandlung mit Thiamazol Sandoz kommen. Mit Bes-serung des Krankheitsbildes normalisiert sich auch wieder der Energieverbrauch.

Im Falle von Nebenwirkungen sollte das Präparat abgesetzt werden und unverzüglich Ihre Ärztin/Ihr Arzt zu Rate gezogen werden.

Wie soll es aufbewahrt werden?

In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren.

Sie dürfen das Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton bzw. Kunststoffröhre angegebenen Verfalldatum nicht mehr anwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des Monats.

Das Arzneimittel darf nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall entsorgt werden. Fragen Sie Ihren Apotheker wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr benötigen. Diese Maßnahme hilft die Umwelt zu schützen.


Bewertungen «Thiamazol Sandoz 20 mg - Tabletten»