Ubretid 0,5 mg - Ampullen - Patienteninformationen, Beschreibung, Dosierung und Richtungen.

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«Ubretid 0,5 mg - Ampullen»

Was ist es und wofür wird es verwendet?

Ubretid ist ein Hemmstoff der Acetylcholinesterase (ein Enzym an den Nervenenden) und wird angewendet bei

  • Blasenentleerungsstörungen mit Erschlaffung des Blasenmuskels aufgrund von Nervenerkrankungen (neurogenen Blasenentleerungsstörungen mit hypotonem Detrusor im Rahmen eines therapeutischen Gesamtkonzepts)
  • Verstopfung aufgrund Erschlaffung der Darmmuskulatur (atonische Obstipation)
  • Behandlung mangelhafter Darmtätigkeit nach Operationen (postoperativer Darmatonie)
  • krankhafter Muskelschwäche oder -ermüdbarkeit (Myasthenia gravis)

Was müssen Sie vor dem Gebrauch beachten?

Ubretid 0,5 mg-Ampullen dürfen nicht angewendet werden, bei
- Überempfindlichkeit (Allergie) gegen Distigminbromid, Brom oder einen der sonstigen Bestandteile von Ubretid 0,5 mg-Ampullen

  • mechanischem Darmverschluss, Verengungen oder Krampfzuständen des Darms, der Gallen- oder Harnwege
  • Atemnotanfällen infolge Verkrampfung der Atemwege (Bronchialasthma)
  • Regenbogenhautentzündung des Auges
  • vermehrter Spannung der Muskulatur des Bewegungsapparates (Myotonie)
  • Schüttellähmung (Parkinsonismus) - Überschuss von Schilddrüsenhormonen (Thyreotoxikose).
  • nicht ausgeglichener Herzschwäche (dekompensierter Herzinsuffizienz), frischem Herzinfarkt, Herzrhythmusstörungen, insbesondere verlangsamtem Puls und AV-Block (bestimmte Herzrhythmusstörung)
  • schwerem postoperativen Schock

Besondere Vorsicht bei der Anwendung von Ubretid 0,5 mg-Ampullen ist erforderlich, bei

  • Magengeschwür
  • Zwölffingerdarmgeschwür
  • Anfallsleiden (Epilepsie)
  • verlangsamtem Herzschlag
  • niedrigem Blutdruck
  • Entzündung der Darmwand (Enteritis)
  • anfallsweiser Verkrampfung der Muskulatur (Tetanie)

Bei Anwendung von Ubretid 0,5 mg-Ampullen mit anderen Arzneimitteln
Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen / anwenden bzw. vor kurzem eingenommen / angewendet haben, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt.

Schwangerschaft und Stillzeit
Fragen Sie vor der Einnahme von allen Arzneimitteln Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Über die Anwendung von Ubretid 0,5 mg – Ampullen in der Schwangerschaft liegen keine ausreichenden Erkenntnisse vor. Obwohl im Tierversuch keine schädigende Wirkung auf den Feten beobachtet werden konnte, sollte auf eine Anwendung in der Schwangerschaft, besonders in den ersten 3 Monaten verzichtet werden. Im absoluten Bedarfsfall ist für eine kurzzeitige Verwendung eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung zu treffen.
Neugeborene Kinder von Frauen deren krankhafte Muskelschwäche oder -ermüdbarkeit (Myasthenia gravis) mit Ubretid behandelt wird, können eine vorübergehende Muskelschwäche zeigen.

Es ist nicht gesichert, ob Ubretid in die Muttermilch übergeht. Deshalb sollen Ubretid 0,5 mg-Ampullen während der Stillzeit nicht angewendet werden.

Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen

Ubretid kann in gewissen Fällen infolge von Pupillenverengung und Beeinträchtigung des scharfen Sehens in wechselnden Entfernungen die Sehleistung und somit die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr und zur Bedienung von Maschinen beeinträchtigen.

Wie wird es angewendet?

Ubretid 0,5 mg-Ampullen sind durch medizinisches Fachpersonal zu verabreichen.

Um mögliche Überdosierungserscheinungen durch Ubretid sofort behandeln zu können, sollen bei der Anwendung von Ubretid 0,5 mg-Ampullen gleichzeitig Atropin Ampullen vorrätig sein.

Ubretid darf nicht mit Atropin oder zusammen mit anderen Arzneimitteln in derselben Spritze verabreicht werden.

Ubretid 0,5 mg-Ampullewird in den Muskel (intramuskulär) verabreicht werden.

Falls vom Arzt nicht anders verordnet, ist die übliche Dosis:Die Anfangsdosis beträgt beim Erwachsenen durchschnittlich 0,5 mg (1 Ampulle = 1 ml). Eine Nachinjektion darf erst nach 24 Stunden erfolgen, bis das Wirkungsmaximum mit Sicherheit überschritten ist.
Bei längerer Behandlungsdauer sind 2- bis3-tägige Dosierungsintervalle zur Erzielung einer anhaltenden Wirkung angezeigt.

Auf Anwendungsgebiete bezogene Dosierungen:
Blasenentleerungsstörungen mit Erschlaffung des Blasenmuskels aufgrund von Nervenerkrankungen
Die Behandlung kann mit 0,5mg (1 Ampulle = 1ml) Ubretid intramuskulär begonnen werden. Die gleiche Dosis — erforderlichenfalls bis auf 0,01 mg/kg Körpergewicht erhöht — wird jeden 3. bis

4. Tag bis zum Wirkungseintritt wiederholt. Nach eingetretener Wirkung kann der Effekt mit der oralen Einnahme von 1 – 2 Tabletten Ubretid jeden 2. oder 3. Tag erhalten werden.

Behandlung mangelhafter Darmtätigkeit nach Operationen Im Allgemeinen wird je nach Schwere des chirurgischen oder gynäkologischen Eingriffes 24 bis 72 Stunden nach der Operation 0,5mg (1 Ampulle = 1ml) Ubretid intramuskulär injiziert. Erforderlichenfalls kann diese Dosis bis auf 0,01 mg/kg Körpergewicht erhöht werden. Diese Dosis wird in ein- bis dreitägigen Abständen wiederholt.

Verstopfung aufgrund Erschlaffung der Darmmuskulatur Im Allgemeinen benötigt man zweimal wöchentlich 0,5 mg (1 Ampulle = 1ml) bis sich die normale Darmfunktion eingespielt hat.

krankhafter Muskelschwäche oder -ermüdbarkeit (Myasthenia gravis) Im Allgemeinen benötigt man 0,5 mg (1 Ampulle = 1ml) bis 0,75 mg (1 ½ Ampullen) Ubretid in zweitägigen Abständen.
Im Bedarfsfall ist eine individuelle Dosiserhöhung möglich.

Art der Anwendung:
Ubretid 0,5 mg-Ampullen werden zur intramuskulären Injektion verwendet.

Zur Vorsicht sollte immer eine Injektion mit Atropin verfügbar sein, um mögliche
Überdosierungserscheinungen zu minimieren.

Dauer der Anwendung:
Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Verlauf der Erkrankung und wird vom Arzt festgelegt.

Dosierungshinweise für spezielle Patientengruppen:Bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion ist keine Dosisanpassung notwendig. Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion können keine Dosierungsempfehlungen aufgrund fehlender Studien angegeben werden.
Bei älteren Patienten (>65a) ist die Dosis zu verringern.
Hinsichtlich der Anwendung von Ubretid bei Kindern und Jugendlichen liegen bislang nur unzureichende Erkenntnisse vor.

Hinweise für die Handhabung:Brechampulle, Anfeilen nicht erforderlich.

Handhabung der OPC (one-point-cut)-Ampullen

Wenn eine größere Menge von Ubretid 0,5 mg - Ampullen injiziert wurde als erforderlich Eine Überdosierung von Ubretid kann zur sogenannten „cholinergen Krise“ führen, die sich unter anderem in ausgeprägter Muskelschwäche (oder gesteigerter Muskelschwäche bei Patienten mit Myasthenie) äußert. Wird eine solche Situation nicht erkannt, kann es zu einer lebensbedrohlichen Lähmung der Atemmuskulatur kommen. Weitere mögliche Effekte sind Blutdruckabfall, Krampfzustand der Atemwegsmuskulatur (Bronchospasmus), verlangsamter Herzschlag und – paradoxerweise – beschleunigter Herzschlag.

Was sind mögliche Nebenwirkungen?

Wie alle Arzneimittel können Ubretid 0,5 mg-Ampullen Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen. Informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker, wenn eine der aufgeführten Nebenwirkungen Sie erheblich beeinträchtigt oder Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser Gebrauchsinformation angegeben sind.

Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeitsangaben zugrunde gelegt:

Welche Nebenwirkungen können bei der Behandlung mit Ubretid0,5 mg-Ampullen auftreten?Die Nebenwirkungen von Ubretid0,5 mg-Ampullen sind dosisabhängig und äußern sich vorwiegend in Nebenwirkungen durch Effekte auf das unwillkürliche Nervensystem (muskarinartig), seltener in Nebenwirkungen durch Effekte auf die Muskulatur (nikotinartig). Nebenwirkungen sind häufig erstes Anzeichen einer Überdosierung.

Muskarinartige Nebenwirkungen (können durch Begleitmedikation von Atropin oder atropinähnlichen

Substanzen verhindert werden):

Augenerkrankungen häufig: Pupillenverengung, Tränenfluss
gelegentlich: Akkomodationsstörungen, verschwommenes Sehen

Herzerkrankungen sehr häufig: verlangsamte Herztätigkeit
gelegentlich: erniedrigter Blutdruck
selten: unregelmäßige Herztätigkeit, die lebensbedrohlich sein kann

sehr selten: Vorhofflimmern, Schmerzen im Brustraum, die in die Umgebung ausstrahlen können, Herzstillstand
Von Bedeutung sind insbesondere die Herz-Kreislauf-Wirkungen in der Zeit nach Operationen. Häufig kommt es zu verlangsamtem Herzschlag, in Einzelfällen auch zum Herzstillstand. Paradoxe Reaktionen sind möglich (beschleunigter Herzschlag, erhöhter Blutdruck).

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mittelfells gelegentlich: verstärkte Schleimbildung
selten: Atemnot durch Verkrampfungen der Atemwege mit vermehrter Schleimbildung sehr selten: Atemschwierigkeiten bei Patienten, die an fortschreitenden krankhaften Veränderungen der Muskulatur (Muskeldystrophie) leiden

Erkrankungen des Verdauungstrakts
sehr häufig: Durchfall, Übelkeit, Erbrechen
häufig: vermehrter Speichelfluss
gelegentlich: Bauchkrämpfe, verstärkte Darmbewegung

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes sehr häufig: Schwitzen (Schweißausbruch)

Erkrankungen der Nieren und der Harnwege gelegentlich: Harninkontinenz

Nikotinartige Nebenwirkungen (können durch Atropin und atropinähnliche Substanzen nicht

verhindert werden) :

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen selten: Muskelzuckungen (Muskelfaszikulationen), Muskelkrämpfe, Schluckbeschwerden, Muskelschwäche, im Extremfall Lähmungen, die von den Symptomen der krankhaften Muskelschwäche oder -ermüdbarkeit (Myasthenia gravis) diagnostisch abzugrenzen sind.

Weitere Nebenwirkungen:

Erkrankungen des Immunsystems: sehr selten: allergische (Überempfindlichkeits-) Reaktion, häufig einhergehend mit Blutdruckabfall, Schwindel, Übelkeit und evt. Atemnot

Psychiatrische Erkrankungen sehr selten: Angstgefühle, Depressionen, Reizbarkeit, Halluzinationen, Unruhe

Erkrankungen des Nervensystems selten: Schwindel, Benommenheit, Kopfschmerzen, Sprachstörungen
sehr selten: Krampfanfälle

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes selten: Hautausschlag

Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse selten: bei Frauen können Ubretid0,5 mg-Ampullen bei vorübergehendem Ausbleiben der Regelblutung (funktionelle Amenorrhoe) zu menstruationsartigen Blutungen führen.

Wie soll es aufbewahrt werden?

Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren.

Das Arzneimittel darf nach dem auf der Originalverpackung und der Ampulle angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwendet werden.

Bei 2ºC – 8ºC lagern (im Kühlschrank).

Lichtschutz erforderlich, Arzneimittel daher in der Außenverpackung aufbewahren.


Bewertungen «Ubretid 0,5 mg - Ampullen»