Ubretid 5 mg - Tabletten - Patienteninformationen, Beschreibung, Dosierung und Richtungen.

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«Ubretid 5 mg - Tabletten»

Was ist es und wofür wird es verwendet?

Ubretid ist ein Hemmstoff der Acetylcholinesterase (ein Enzym an den Nervenenden) und wird angewendet bei

  • Blasenentleerungsstörungen mit Erschlaffung des Blasenmuskels aufgrund von Nervenerkrankungen (neurogenen Blasenentleerungsstörungen mit hypotonem Detrusor im Rahmen eines therapeutischen Gesamtkonzepts)
  • Verstopfung aufgrund Erschlaffung der Darmmuskulatur (atonische Obstipation)
  • krankhafter Muskelschwäche oder -ermüdbarkeit (Myasthenia gravis)

Was müssen Sie vor dem Gebrauch beachten?

Ubretid5 mg-Tabletten dürfen nicht eingenommen werden, bei
- Überempfindlichkeit (Allergie) gegen Distigminbromid, Brom oder einen der sonstigen Bestandteile von Ubretid 5 mg-Tabletten

  • mechanischem Darmverschluss, Verengungen oder Krampfzuständen des Darms, der Gallen- oder Harnwege
  • Atemnotanfällen infolge Verkrampfung der Atemwege (Bronchialasthma)
  • Regenbogenhautentzündung des Auges
  • vermehrter Spannung der Muskulatur des Bewegungsapparates (Myotonie)
  • Schüttellähmung (Parkinsonismus) - Überschuss von Schilddrüsenhormonen (Thyreotoxikose).
  • nicht ausgeglichener Herzschwäche (dekompensierter Herzinsuffizienz), frischem Herzinfarkt, Herzrhythmusstörungen, insbesondere verlangsamtem Puls und AV-Block (bestimmte Herzrhythmusstörung)
  • schwerem postoperativen Schock

Besondere Vorsicht bei der Einnahme von Ubretid 5 mg-Tabletten ist erforderlich, bei

  • Magengeschwür
  • Zwölffingerdarmgeschwür
  • Anfallsleiden (Epilepsie)
  • verlangsamtem Herzschlag
  • niedrigem Blutdruck
  • Entzündung der Darmwand (Enteritis)
  • anfallsweiser Verkrampfung der Muskulatur (Tetanie)

Bei Einnahme von Ubretid5 mg-Tabletten mit anderen Arzneimitteln
Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen / anwenden bzw. vor kurzem eingenommen / angewendet haben, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt.

Schwangerschaft und Stillzeit
Fragen Sie vor der Einnahme von allen Arzneimitteln Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Über die Anwendung von Ubretid 5 mg-Tabletten in der Schwangerschaft liegen keine ausreichenden Erkenntnisse vor. Obwohl im Tierversuch keine schädigende Wirkung auf den Feten beobachtet werden konnte, sollte auf eine Anwendung in der Schwangerschaft, besonders in den ersten 3 Monaten verzichtet werden. Im absoluten Bedarfsfall ist für eine kurzzeitige Verwendung eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung zu treffen.
Neugeborene Kinder von Frauen, deren krankhafte Muskelschwäche oder -ermüdbarkeit (Myasthenia gravis) mit Ubretidbehandelt wird, können eine vorübergehende Muskelschwäche zeigen.

Es ist nicht gesichert, ob Ubretid in die Muttermilch übergeht. Deshalb sollen Ubretid 5 mg-Tabletten während der Stillzeit nicht eingenommen werden.

Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen

Ubretid 5 mg-Tabletten können in gewissen Fällen infolge von Pupillenverengung und Beeinträchtigung des scharfen Sehens in wechselnden Entfernungen die Sehleistung und somit die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr und zur Bedienung von Maschinen beeinträchtigen.

Wichtige Informationen über bestimmte sonstige Bestandteile von Ubretid5 mg-Tabletten

Dieses Arzneimittel enthält Milchzucker (151,0 mg Lactose-monohydrat). Bitte nehmen Sie Ubretid 5 mg-Tabletten erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt ein, wenn Ihnen bekannt ist, dass Sie unter einer Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern leiden.

Wie wird es angewendet?

Nehmen Sie Ubretid 5 mg-Tablettenimmer genau nach Anweisung des Arztes ein. Bitte fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht ganz sicher sind.

Bei der Anwendung von Ubretid 5 mg-Tablettensind deren langsamer Wirkungseintritt und deren lange Wirkungsdauer sowie die individuelle Reaktion des Patienten zu beachten. Die Dosierung ist individuell zu handhaben. Sie ist vom Allgemeinzustand des Patienten, insbesondere der Ausgangslage seines unwillkürlichen Nervensystems, abhängig.

Falls vom Arzt nicht anders verordnet, ist die übliche Dosis:Zunächst täglich morgens auf nüchternen Magen eine halbe Stunde vor dem Frühstück 1 Tablette solange, bis eine therapeutische Wirkung erkennbar ist. Gewöhnlich wird nach der ersten Behandlungswoche auf zwei- bis dreitägige Einnahmeintervalle übergegangen (1 - 2 Tabletten). Die Tagesdosis ist als Einzeldosis einzunehmen.

Auf Anwendungsgebiete bezogene Dosierungen:
Blasenentleerungsstörungen mit Erschlaffung des Blasenmuskels aufgrund von Nervenerkrankungen
Es wird empfohlen, in den ersten Tagen bis zum Eintreten einer Besserung täglich 1 Tablette Ubretid morgens auf nüchternen Magen eine halbe Stunde vor dem Frühstück zu verabreichen. Die Wirkung lässt sich meist mit 1 – 2 Tabletten jeden zweiten oder dritten Tag aufrechterhalten. Die Behandlung kann auch mit 1 Ampulle Ubretid 0,5 mg intramuskulär begonnen werden. Die gleiche Dosis - erforderlichenfalls bis auf 0,01 mg/kg Körpergewicht erhöht - wird jeden 3. bis 4. Tag bis zum Wirkungseintritt wiederholt. Nach eingetretener Wirkung kann der Effekt mit der oralen Einnahme von 1 – 2 Tabletten Ubretid jeden 2. oder 3. Tag erhalten werden.

Verstopfung aufgrund Erschlaffung der Darmmuskulatur Zu Beginn täglich eine ½ Tablette eine halbe Stunde vor dem Frühstück und Steigerung dieser Dosis jeden dritten Tag um eine ½ Tablette bis maximal 2 Tabletten täglich. Die Therapie wird nur solange fortgesetzt, bis sich die normale Darmfunktion eingespielt hat. Dies ist in einem Zeitraum bis zu 14 Tagen zu erwarten. Auf strenge Indikation und Überwachung ist wegen der Gefahr einer Überdosierung oder Kumulation zu achten!

krankhafter Muskelschwäche oder -ermüdbarkeit (Myasthenia gravis)Im Allgemeinen genügt die orale Behandlung. In der ersten Woche wird täglich 1 Tablette morgens auf nüchternen Magen eine halbe Stunde vor dem Frühstück eingenommen. In der zweiten Woche werden die Tagesdosen auf 1 ½ und in der dritten auf 2 Tabletten täglich erhöht. Ist eine parenterale Behandlung nötig, kann auch durch Ubretid 0,5 mg-Ampullen ein gleichmäßiger antimyasthenischer Effekt erreicht werden.

Art der Anwendung: Die Tagesdosis soll auf einmal auf nüchternem Magen eine halbe Stunde vor dem Frühstück mit etwas Flüssigkeit eingenommen werden.
Wenn durch vorherige oder gleichzeitige Nahrungsaufnahme ein großer Teil der verabreichten Ubretid Menge nicht zur Wirkung gelangt, soll dies keineswegs durch eine Wiederholung der Medikation innerhalb weniger Stunden ausgeglichen werden, da sonst die Möglichkeit einer unkontrollierbaren Kumulation besteht.

Dauer der Anwendung:
Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Verlauf der Erkrankung und wird vom Arzt festgelegt.
Ubretid ist prinzipiell zur Langzeitbehandlung geeignet.

Dosierungshinweise für spezielle Patientengruppen:Bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion ist keine Dosisanpassung notwendig. Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion können keine Dosierungsempfehlungen aufgrund fehlender Studien angegeben werden.

Bei älteren Patienten (>65a) ist die Dosis zu verringern.
Hinsichtlich der Anwendung von Ubretidbei Kindern und Jugendlichen liegen bislang nur unzureichende Erkenntnisse vor.

Wenn Sie eine größere Menge von Ubretid 5 mg-Tabletten eingenommen haben, als Sie sollten Eine Überdosierung von Ubretid kann zur sogenannten „cholinergen Krise“ führen, die sich unter anderem in ausgeprägter Muskelschwäche (oder gesteigerter Muskelschwäche bei Patienten mit Myasthenie) äußert. Wird eine solche Situation nicht erkannt, kann es zu einer lebensbedrohlichen Lähmung der Atemmuskulatur kommen. Weitere mögliche Effekte sind Blutdruckabfall, Krampfzustand der Atemwegsmuskulatur (Bronchospasmus), verlangsamter Herzschlag und – paradoxerweise – beschleunigter Herzschlag.

Wenn Sie die Einnahme von Ubretid 5 mg-Tabletten vergessen haben
Wenn Sie einmal eine Tablette Ubretidzu wenig eingenommen haben, so nehmen Sie bei den nächsten Malen nicht mehr als die verordnete Tablettenmenge ein.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung des Arzneimittels haben, fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

Was sind mögliche Nebenwirkungen?

Wie alle Arzneimittel können Ubretid 5 mg-Tabletten Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen. Informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker, wenn eine der aufgeführten Nebenwirkungen Sie erheblich beeinträchtigt oder Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser Gebrauchsinformation angegeben sind.

Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeitsangaben zugrunde gelegt:

Welche Nebenwirkungen können bei der Behandlung mit Ubretid5 mg-Tabletten auftreten?Die Nebenwirkungen von Ubretid5 mg-Tabletten sind dosisabhängig und äußern sich vorwiegend in Nebenwirkungen durch Effekte auf das unwillkürliche Nervensystem (muskarinartig), seltener in Nebenwirkungen durch Effekte auf die Muskulatur (nikotinartig). Nebenwirkungen sind häufig erstes Anzeichen einer Überdosierung.

Muskarinartige Nebenwirkungen (können durch Begleitmedikation von Atropin oder atropinähnlichen

Substanzen verhindert werden):

Augenerkrankungen häufig: Pupillenverengung, Tränenfluss
gelegentlich: Akkomodationsstörungen, verschwommenes Sehen

Herzerkrankungen sehr häufig: verlangsamte Herztätigkeit
gelegentlich: erniedrigter Blutdruck
selten: unregelmäßige Herztätigkeit, die lebensbedrohlich sein kann

sehr selten: Vorhofflimmern, Schmerzen im Brustraum, die in die Umgebung ausstrahlen können, Herzstillstand
Von Bedeutung sind insbesondere die Herz-Kreislauf-Wirkungen in der Zeit nach Operationen. Häufig kommt es zu verlangsamtem Herzschlag, in Einzelfällen auch zum Herzstillstand. Paradoxe Reaktionen sind möglich (beschleunigter Herzschlag, erhöhter Blutdruck).

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mittelfells gelegentlich: verstärkte Schleimbildung
selten: Atemnot durch Verkrampfungen der Atemwege mit vermehrter Schleimbildung sehr selten: Atemschwierigkeiten bei Patienten, die an fortschreitenden krankhaften Veränderungen der Muskulatur (Muskeldystrophie) leiden

Erkrankungen des Verdauungstrakts
sehr häufig: Durchfall, Übelkeit, Erbrechen
häufig: vermehrter Speichelfluss
gelegentlich: Bauchkrämpfe, verstärkte Darmbewegung

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes sehr häufig: Schwitzen (Schweißausbruch)

Erkrankungen der Nieren und der Harnwege gelegentlich: Harninkontinenz
Nikotinartige Nebenwirkungen (können durch Atropin und atropinähnliche Substanzen nicht

verhindert werden) :

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen selten: Muskelzuckungen (Muskelfaszikulationen), Muskelkrämpfe, Schluckbeschwerden, Muskelschwäche, im Extremfall Lähmungen, die von den Symptomen der krankhaften Muskelschwäche oder -ermüdbarkeit (Myasthenia gravis) diagnostisch abzugrenzen sind.

Weitere Nebenwirkungen:

Erkrankungen des Immunsystems: sehr selten: allergische (Überempfindlichkeits-) Reaktion, häufig einhergehend mit Blutdruckabfall, Schwindel, Übelkeit und evt. Atemnot

Psychiatrische Erkrankungen sehr selten: Angstgefühle, Depressionen, Reizbarkeit, Halluzinationen, Unruhe

Erkrankungen des Nervensystems selten: Schwindel, Benommenheit, Kopfschmerzen, Sprachstörungen
sehr selten: Krampfanfälle

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes selten: Hautausschlag

Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse selten: bei Frauen können Ubretid5 mg-Tabletten bei vorübergehendem Ausbleiben der Regelblutung (funktionelle Amenorrhoe) zu menstruationsartigen Blutungen führen.

Wie soll es aufbewahrt werden?

Nicht über 25°C lagern.

Blister im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren.

Sie dürfen das Arzneimittel nach dem auf der Außenverpackung und auf den Tablettenstreifen angegebenen Verfalldatum nicht mehr anwenden


Bewertungen «Ubretid 5 mg - Tabletten»