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«unofem®»

Wie wirkt der Inhaltsstoff?

Levonorgestrel ist ein Sexualhormon aus der Gruppe der Gestagene und hat eine empfängnisverhütende Wirkung. unofem® ist eine "Pille danach".Gestagene (Gelbkörperhormone) regulieren zusammen mit Östrogenen den normalen Monatsyklus der Frau und den Verlauf einer Schwangerschaft. Bei regelmäßiger Einnahme verhindern Gestagene die Befruchtung einer Eizelle und schützen so zuverlässig vor einer ungewollten Schwangerschaft.Dieses Medikament enthält Levonorgestrel in ausreichend hoher Dosierung, um selbst nach erfolgtem Eisprung und stattgefundenem Geschlechtsverkehr noch den Beginn einer Schwangerschaft abzuwenden. Vermutlich wirkt es über eine Unterdrückung des Eisprungs bzw. nach bereits erfolgtem Eisprung über das Verhindern einer Einnistung der Frucht in der Gebärmutter. Dazu muss die Tablette schnellstmöglich nach dem ungeschützten Sex eingenommen werden (am besten in den ersten 12 Stunden danach, spätestens jedoch nach 72 Stunden).Die Zuverlässigkeit dieser Methode ist um einiges geringer als bei den regelmäßig einzunehmenden Hormonpräparaten ("Pille"). Außerdem ist die Belastung für den Körper durch die hohe Hormondosis größer.Eine Verhütung mit diesem Medikament sollte nur in Notfällen erfolgen und keinesfalls öfter innerhalb eines Monatszyklus.Weiterlesen:Anwendungsgebiete

Anwendungsgebiete

  • zur Notfallverhütung innerhalb von 72 Stunden (3 Tage) nach dem ungeschützten Sex oder dem Versagen des Verhütungsmittels (z.B. geplatztes Kondom)

Darreichungsform

  • 1 Tablette mit 1,5 Milligramm Levonorgestrel

Warnhinweise

  • unofem® ist nur zur sporadischen Anwendung gedacht und auf keinen Fall als regelmäßig eingenommenes Verhütungsmittel. Die wiederholte Einnahme innerhalb eines Menstruationszyklus ist nicht zu empfehlen (wegen der hohen Hormonbelastung und der Möglichkeit schwerer Zyklusstörungen).
  • Kommt es trotz Einnahme von unofem® zu einer Schwangerschaft, besteht die Gefahr einer ektopen Schwangerschaft, das heißt: Die befruchtete Eizelle nistet sich außerhalb der Gebärmutter ein (wie etwa bei einer Eileiterschwangerschaft).
  • unofem® wird nicht bei schwerer Leberfunktionsstörung empfohlen.
  • Erkrankungen, bei denen die Aufnahme von Nährstoffen im Darm deutlich erschwert ist (schwere Malabsorptionssyndrome, z.B. Morbus Crohn) können die Wirksamkeit des Präparats beeinträchtigen.
  • Das Medikament enthält Milchzucker (Laktose). Es sollte daher nicht eingenommen werden bei erblich bedingter Galaktose-Unverträglichkeit, Laktase-Mangel oder Glukose-Galaktose-Malabsorption.
  • Die "Pille danach" kann die Wirksamkeit eines regelmäßig eingenommenen hormonellen Verhütungsmittels beeinträchtigen. Nach Einnahme der Notfallpille sollten Sie daher bis zur nächsten Regelblutung eine sichere Barrieremethode zur Empfängnisverhütung anwenden.
  • Tritt innerhalb von drei Stunden nach der Einnahme Erbrechen auf, sollte schnellstmöglich eine weitere Tablette eingenommen werden.

Wann ist das Medikament nicht für Sie geeignet (Gegenanzeigen)?

  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile

Schwangerschaft und Stillzeit

  • Bei bereits bestehender Schwangerschaft darf das Medikament nicht eingenommen werden. Geschieht dies trotzdem oder versagt die "Pille danach", sodass es zu einer Schwangerschaft kommt, hat dies - nach derzeitigem Wissensstand - keine schädigende Wirkung auf den Embryo.
  • Levonorgestrel tritt in die Muttermilch über. Mindestens sechs Stunden nach der Einnahme sollten Frauen ihr Kind daher nicht stillen.

Nebenwirkungen

Aufgelistet sind die wichtigsten, bekannten Nebenwirkungen. Sie können auftreten, müssen aber nicht, da jeder Mensch unterschiedlich auf Medikamente anspricht.

Manchmal reagieren Menschen allergisch auf Medikamente. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion verspüren, informieren Sie sofort Ihren Arzt oder Apotheker.

  • Übelkeit, Erbrechen, Durchfall
  • Schmerzen im Unterbauch
  • Kopfschmerzen
  • Schwindelgefühl
  • Spannungsgefühl in der Brust
  • Zyklusstörungen (stärkere oder verspätete Menstruation), Blutungen

Wechselwirkungen

Das Medikament kann weitere Medikamente verstärken bzw. abschwächen oder selbst verstärkt bzw. abgeschwächt werden. Halten Sie deshalb in jedem Fall Rücksprache mit Ihrem Arzt oder Apotheker, falls Sie noch andere Medikamente einnehmen.

Folgende Wirkstoffe können bei gleichzeitiger Einnahme die Wirksamkeit von Levonorgestrel verringern:

  • Krampflösende Mittel (Phenobarbital, Phenytoin, Primidon, Carbamazepin)
  • bestimmte Antibiotika (Rifabutin, Rifampicin)
  • das Antipilzmittel Griseofulvin
  • das HIV-Medikament Ritonavir
  • Johanniskraut (Hypericum perforatum; gegen Depressionen)

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