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«Zovirax»

Zovirax


Was ist es und wofür wird es verwendet?

Primärer Herpes genitalis, Gürtelrose (Herpes zoster), Herpes neonatorum, Herpes-simplex-Enzephalitis. Windpocken (Varizellen) und durch Herpes-simplex-Viren verursachte Infektionen der Haut und der Schleimhäute bei Patienten mit angeborener Immunschwäche oder sekundären Immundefekten, wie sie im Verlauf immunsuppressiver (z.B. nach Organtransplantationen) oder zytostatischen Behandlungen auftreten können.
Prophylaxe von Herpes-simplex-Infektionen während intensiver immunsuppressiver Therapie, z.B. nach Organtransplantationen.

Was müssen Sie vor dem Gebrauch beachten?

Gegenanzeigen
Überempfindlichkeit gegenüber Aciclovir- oder Valaciclovir-haltigen Arzneimitteln.
Die intravenöse Gabe von Zovirax sollte während der Schwangerschaft nur unter sorgfältiger Abwägung des Nutzens sowie möglicher Risiken und strenger Indikationsstellung erfolgen. Bei i.v.-Gabe von Zovirax wurde Aciclovir in der Muttermilch gefunden. Deshalb soll während der Behandlung mit intravenös verabreichtem Zovirax nicht gestillt werden.
Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung und Warnhinweise
Keine

Wie wird es angewendet?

Neugeborene und Säuglinge bis zu 3 Monaten sowie Kinder ab 12 Jahren und Erwachsene erhalten jeweils die gleiche Dosis bezogen auf kg Körpergewicht.
Kindern ab 3 Monaten bis zu 12 Jahren wird Zovirax entsprechend ihrer Körperoberfläche verabreicht, um eventuelle Unterdosierungen zu vermeiden.
Soweit nicht anders verordnet, gelten folgende Dosierungsempfehlungen:
Übergewichtige Erwachsene sollten die empfohlene Dosis für Erwachsene auf Basis des Idealgewichts und weniger auf Basis des tatsächlichen Gewichts erhalten.
1) Neugeborene und Säuglinge bis zu 3 Monaten sowie Kinder über 12 Jahren und Erwachsene erhalten Zovirax zur intravenösen Infusion nach folgendem Dosierungsschema:
a) Patienten mit normalem Immunsystem

IndikationenEinzeldosis
(mg/kg KG)
Durchschnittliche Behandlungszeit
(in Tagen)
Tagesdosis bei normaler Nierenfunktion
(mg/kg KG)
primärer Herpes genitalis
Herpes zoster
Herpes-Enzephalitis
Herpes neonatorum
5*5*1010

b) Patienten mit Immundefekten

IndikationenEinzeldosis
(mg/kg KG)
Durchschnittliche Behandlungszeit
(in Tagen)
Tagesdosis bei normaler Nierenfunktion
(mg/kg KG)
Herpes-simplex-Infektionen
Varizellen (Windpocken)
Herpes zoster
5*5*5*

* Längere Behandlungszeiten sind im Einzelfall möglich und vom klinischen Zustand des Patienten abhängig.
2) Kinder ab 3 Monaten bis zu 12 Jahren erhalten Zovirax zur intravenösen Infusion nach folgendem Dosierungsschema:
a) Patienten mit normalem Immunsystem

IndikationenEinzeldosis
(mg Aciclovir/m2)
Durchschnittliche Behandlungszeit
(in Tagen)
Tagesdosis bei normaler Nierenfunktion
(mg Aciclovir/m2)
primärer Herpes genitalis
Herpes zoster
Herpes-Enzephalitis
250
250
500
5*5*10750
750
1500

b) Patienten mit Immundefekten

IndikationenEinzeldosis
(mg Aciclovir/m2)
Durchschnittliche Behandlungszeit
(in Tagen)
Tagesdosis bei normaler Nierenfunktion
(mg Aciclovir/m2)
Herpes-simplex-Infektionen
Varizellen (Windpocken)
Herpes zoster
250
500
500
5*5*5*750
1500
1500

* Längere Behandlungszeiten sind im Einzelfall möglich und vom klinischen Zustand des Patienten abhängig.
Patienten mit normaler Nierenfunktion erhalten die Einzeldosis 3-mal am Tag (alle 8 Stunden) verabreicht.
3) Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion erhalten eine Einzeldosis von Zovirax nach folgendem Schema:

Kreatinin-Clearance
(ml/min/1,73 m2)
Serumkreatinin (µmol/l/mg/dl)
Frauen Männer
Dosierungsintervalle der Einzeldosen
> - (anurisch)< 130 / < 1,47
/ 1,,17
/ 3,,22
> 550 / > 6,22
< 170 / < 1,92
/ 1,,18
/ 4,,48
> 750 / > 8,48
alle 8 Stunden
alle 12 Stunden
alle 24 Stunden
Einzeldosis halbieren, alle 24 Stunden bei CAPD* und nach jeder Hämodialyse

* CAPD: kontinuierliche ambulante Peritonealdialyse
Da insbesondere bei älteren Patienten vermehrt Beeinträchtigungen der Nierenfunktion auftreten können, ist bei dieser Patientengruppe eine Überprüfung der entsprechenden Funktionen zu empfehlen und auf eine angemessene Flüssigkeitszufuhr zu achten. Ggfs. ist eine Dosisanpassung – gemäß dem in Tabelle 3) aufgeführten Schema – vorzunehmen.
Wird Zovirax in einer hohen Dosis verabreicht, wie z.B. bei der Behandlung der Herpes-Enzephalitis, sollte ebenfalls eine Überprüfung der Nierenfunktion erfolgen. Dies gilt in besonderem Maße bei Patienten mit beeinträchtigter Nierenfunktion und bei Patienten, die wenig Flüssigkeit zu sich nehmen.
Herstellung der Zovirax-Infusionslösung:
ür Durchstechflaschen mit 274,4 mg Aciclovir-Natrium (entsprechend 250 mg Aciclovir) werden für die Auflösung 10 ml Wasser für Injektionszwecke oder isotonische Natriumchlorid-Lösung verwendet. Die konzentrierte Lösung wird dann zu mindestens 50 ml (max. 250 ml) Infusionslösung gegeben. Der Inhalt einer Durchstechflasche mit 548,8 mg Aciclovir-Natrium (entsprechend 500 mg Aciclovir) wird durch Zugabe von 20 ml Wasser für Injektionszwecke oder isotonischer Natriumchlorid-Lösung aufgelöst. Die so erhaltene konzentrierte Lösung oder Teile derselben werden sofort zu je mindestens 100 ml (max. 500 ml) Infusionslösung gegeben. Da die konzentrierte Zovirax-Lösung einen pH-Wert von ca. 11 aufweist, ist von einer oralen Anwendung dieser Lösung abzusehen.
Wird Zovirax durch Infusionspumpen verabreicht, können Infusionslösungen verwendet werden, die bis zu 2,5 % Aciclovir enthalten.
Als Infusionslösung wird eine isotonische Natriumchlorid-Lösung empfohlen, die außer Aciclovir keine weiteren Zusätze enthalten darf.
Die Auflösung des Pulvers zur Herstellung einer Infusionslösung und die Gabe zu den Infusionslösungen sollen unmittelbar vor der Anwendung erfolgen.
Nach Zugabe von Zovirax dürfen gebrauchsfertige Infusionslösungen bei 15 bis 25°C nicht länger als 12 Stunden aufbewahrt werden.

Was sind mögliche Nebenwirkungen?

Wechselwirkungen mit anderen Mitteln
Probenecid und Cimetidin verringern die Ausscheidung von Aciclovir. Aufgrund der großen therapeutischen Breite des Aciclovir ist eine Dosisanpassung jedoch nicht erforderlich.
Bei Patienten, die Zovirax intravenös erhalten, ist zu beachten, dass bei der gemeinsamen Verabreichung von Wirkstoffen, welche mit Aciclovir um die Elimination konkurrieren, die Möglichkeit der Erhöhung der Plasmaspiegel von einem oder beiden Wirkstoffen oder deren Metaboliten besteht. Bei einer gemeinsamen Verabreichung von Aciclovir und einem inaktiven Metaboliten von Mycophenolatmofetil, einem immunsuppressiven Wirkstoff, der bei Transplantations-Patienten verwendet wird, wurde ein Anstieg der Plasmakonzentration (AUC) gefunden.
Vorsicht ist geboten (Überwachung der Nierenfunktion), wenn Zovirax intravenös mit Wirkstoffen, welche andere Aspekte der Nierenphysiologie beeinflussen (z.B. Ciclosporin und Tacrolimus), verabreicht wird.
Beachten Sie bitte, dass diese Angaben auch für vor kurzem angewandte Arzneimittel gelten können.
Nebenwirkungen
Nach der intravenösen Gabe von Zovirax kann es zum Auftreten von Übelkeit und Erbrechen kommen; vom Anstieg der Bilirubin- und Leberenzymwerte und vom Absinken hämatologischer Parameter (Anämie, Thrombozytopenie, Leukozytopenie) sowie in Einzelfällen von Hepatitis und Gelbsucht wurde ebenfalls berichtet.
Berichte über Überempfindlichkeitsreaktionen wie Hautausschlag, einschließlich Photosensibilitätsreaktionen (Hauterscheinungen nach Lichteinwirkung durch erhöhte Lichtempfindlichkeit), Urtikaria (Nesselsucht), Juckreiz und Fieber bis hin zu sehr seltenen ällen von Atembeschwerden, Quincke-Ödem (Schwellung der Haut v. a. im Gesicht) und anaphylaktischen Reaktionen (akute schwere allergische Reaktionen) liegen vor.
Nach der versehentlichen Verabreichung von Zovirax in das die Vene umgebende Gewebe wurden schwere Entzündungen der Haut – gelegentlich auch Zerstörung der betreffenden Hautareale – beobachtet.
Selten wurde ein kurzfristiger Anstieg des Harnstoffs und Kreatinins im Blut beobachtet. Um diese Erscheinungen zu vermeiden, sollte das Arzneimittel nicht als intravenöse Bolusinjektion, sondern als langsame Infusion über einen Zeitraum von etwa einer Stunde verabreicht werden.
Auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist zu achten. Beim Auftreten von Nierenfunktionsstörungen (die in Ausnahmefällen bis zum akuten Nierenversagen führen können) sollte der Patient rehydriert und/oder die Dosis vermindert oder das Präparat abgesetzt werden.
Überwiegend bei Patienten mit kompliziertem Krankheitsverlauf wurde im Zusammenhang mit der intravenösen Verabreichung von Zovirax vom Auftreten reversibler neurologischer Erscheinungen wie Verwirrtheit, Halluzination, Unruhe, Tremor, Schläfrigkeit, Psychosen, Krampfanfällen und Koma berichtet.
Wenn Sie Nebenwirkungen beobachten, die nicht in dieser Packungsbeilage aufgeführt sind, teilen Sie diese bitte dem Arzt oder Apotheker mit.

Wie soll es aufbewahrt werden?

Infusionslösungen keinesfalls im Kühlschrank aufbewahren!
Sollten in den fertigen Infusionslösungen Trübungen oder Ausfällungen vor oder während der Infusion auftreten, muss die Infusion abgebrochen und die Infusionslösung verworfen werden.
Zovirax nicht als Bolusinjektion, sondern als intravenöse Infusion verabreichen!
Die Infusion jeder Einzeldosis soll langsam über eine Stunde erfolgen.
Anwendungsfehler und Überdosierung
Symptome der Intoxikation
Eine Überdosierung von intravenös verabreichtem Aciclovir führte zu einem Anstieg des Serumkreatinins und Blutharnstoffstickstoffs und nachfolgend zu Nierenversagen. Neurologische Effekte einschließlich Verwirrtheit, Halluzination, Agitation, Krampfanfälle und Koma wurden im Zusammenhang mit dieser intravenösen Überdosierung beschrieben.
Behandlung von Intoxikationen
Durch eine 4-stündige Hämodialyse wird die Aciclovir-Plasmakonzentration um 50 % gesenkt. Daher kann eine Hämodialyse im Fall einer symptomatischen Überdosierung in Betracht gezogen werden.
Forcierte Diurese mit Alkalisierung des Harns.
Hinweise und Angaben zur Haltbarkeit des Arzneimittels
Zovirax darf nach Ablauf des auf der Verpackung angegebenen Verfallsdatums nicht mehr angewendet werden.
Nicht benutzte Reste des Pulvers zur Herstellung einer Infusionslösung oder der konzentrierten Lösung müssen verworfen werden.
Die gebrauchsfertige Infusionslösung darf nicht länger als 12 Stunden nach ihrer Herstellung verwendet werden.
Nicht über 25°C lagern.
Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren!
Stand der Information:
Januar 2004
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Zusätzliche Informationen

BZ-
Gebrauchsinformation
Zovirax
Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung
Wirkstoff: Aciclovir-Natrium


Bewertungen «Zovirax»