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Krankheiten referenzindex «Hilfe bei Sodbrennen und saurem Magen»

Hilfe bei Sodbrennen und saurem Magen

Die Funktion der Magensäure

Magensäure ist eine sehr starke Säure. Sie hat die Aufgabe, die Speisen zu verdauen und Krankheitskeime aus der Nahrung unschädlich zu machen. Damit die Magensäure nicht das umliegende Körpergewebe verdaut, ist die Magenwand mit einer Schutzschicht ausgekleidet.

Die Öffnungen des Magens zur Speiseröhre und zum Zwölffingerdarm sind mit Schließmuskeln abgedichtet. Diese Muskeln sorgen dafür, dass der Speisebrei von der Speiseröhre in den Magen und vom Magen in den Dünndarm fließt und nicht umgekehrt.

Die Magensäure wird in der Magenschleimhaut hauptsächlich in der Nacht produziert und dort auch gespeichert. Tagsüber wird sie dann je nach Bedarf aus den Speichern in den Magen abgegeben. Wie viel Säure freigesetzt wird, hängt von vielen Faktoren ab. So wird besonders viel Säure bei reichhaltigem Essen freigesetzt, aber auch durch Stress.

Beschwerden durch Magensäure

Normalerweise funktioniert dieses ausgeklügelte System einwandfrei. Doch manchmal können Nahrungsmittel, Genussmittel sowie Krankheiten und Medikamente Beschwerden in Verbindung mit der Magensäure hervorrufen. Die Symptome bei Sodbrennen und Magenbeschwerden sind sehr ähnlich und oft nur schwer voneinander zu unterscheiden. Da die Magensäure durch Nahrung gebunden wird und dadurch an Aggressivität verliert, treten die Beschwerden meistens erst zwei Stunden nach dem Essen sowie nachts auf.

Sodbrennen (Reflux): Jeder Zweite kennt Sodbrennen, den brennenden Schmerz in der Brust. Wenn der Schließmuskel zwischen Magen und Speiseröhre nicht optimal funktioniert, fließt saurer Speisebrei aus dem Magen in die Speiseröhre zurück und reizt die dort ungeschützte Schleimhaut. Gelangt der Magensaft sogar in den Mund, spricht man von saurem Aufstoßen. Sodbrennen tritt meistens etwa zwei Stunden nach den Mahlzeiten oder beim Bücken und Liegen auf.

Sodbrennen selbst ist keine Krankheit, sondern eine Beschwerde, die mit unterschiedlichen Krankheiten zusammenhängen kann. Gelegentliches Sodbrennen ist unbedenklich. Tritt es jedoch mehrmals pro Woche auf, verätzt die Magensäure auf Dauer die empfindliche Schleimhaut der Speiseröhre. Die Folge ist eine Speiseröhren-Entzündung (Refluxösophagitis). Bei einer chronischen, also immer wiederkehrenden Speiseröhren-Entzündung besteht die Gefahr, dass die betroffenen Schleimhautzellen entarten und sich Speiseröhrenkrebs entwickelt.

Magenbeschwerden: Die Magenschleimhaut selbst ist vor der Einwirkung der Magensäure geschützt. So enthält sie zum Beispiel bestimmte Stoffe (Prostaglandine), welche die Säurewirkung abfangen. Magenbeschwerden entstehen dann, wenn die schützenden Faktoren abgeschwächt werden oder die Säurewirkung überhand nimmt. Dann kann die aggressive Magensäure auch die Magenwand reizen.

Eine leichte Reizung der Magenschleimhaut ruft eine Magenschleimhaut-Entzündung (Gastritis) hervor, die in der Regel schnell abklingt. Bei Dauerreizung kann die Entzündung aber auch chronisch werden (chronische Gastritis). Im Lauf der Zeit kann sich daraus eine Wunde in der Schleimhaut, ein Magengeschwür (Magen-Ulcus) entwickeln. Auch hier besteht die Gefahr, dass die Schleimhautzellen entarten und sich zu Magenkrebs entwickeln.

Bei einem Reizmagen sind keine organischen Ursachen nachweisbar. Deshalb wird die Diagnose nur dann gestellt, wenn andere Erkrankungen ausgeschlossen werden können. Die Symptome sind sehr vielfältig: Manchmal stehen Sodbrennen und Aufstoßen im Vordergrund; andere Patienten leiden stärker unter Völlegefühl, Blähungen und Übelkeit.

Ursachen von Sodbrennen und Magenbeschwerden

In vielen Fällen gibt es keine bekannten Ursachen für die Neigung zu Sodbrennen, jedoch kann einer der folgenden Gründe das Sodbrennen fördern:

  • Kaffee, Alkohol und Nikotin, üppige Mahlzeiten (v.a. abends), fettes Essen, stark gewürzte und gebratene Speisen, Zitrusfrüchte, Fruchtsäfte, Zwiebeln, Schokolade und Tomaten können Beschwerden hervorrufen.
  • Stress und falsche Essgewohnheiten wie hastiges Hinunterschlingen von Speisen
  • Übergewichtige und Schwangere leiden häufiger unter Sodbrennen, da die größere Körpermasse auf den Magen drückt.
  • Verstopfung, Blähungen, erhöhte Magensäureproduktion oder verzögerte Magenentleerung
  • Manche Medikamente können als Nebenwirkung den Schließmuskel zur Speiseröhre erschlaffen lassen.
  • Organische Ursachen wie Erschlaffung des Schließmuskels oder eine verrutschte Magenwand

Für Magenbeschwerden sind meistens folgende Faktoren verantwortlich:

  • Alkohol, Nikotin sowie fette und stark gewürzte Speisen verstärken die Säurewirkung.
  • Langzeiteinnahme von Schmerzmitteln aus der Gruppe der nicht steroidalen Antiphlogistika (z.B. Acetylsalizylsäure, Paracetamol): Sie hemmen die Bildung der schützenden Prostaglandine.
  • Bei Magengeschwüren ist fast immer das Bakterium Helicobacter pylori zu finden.

Wann Sie zum Arzt müssen

Gelegentliches Sodbrennen ist unbedenklich und kann mit Hausmitteln oder rezeptfreien Medikamenten aus der Apotheke behandelt werden. Werden Sie allerdings öfter als zweimal pro Woche geplagt oder wachen Sie nachts davon auf, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Er entscheidet, ob eine gründlichere Untersuchung wie eine Magenspiegelung (Gastroskopie) erforderlich ist. Die Ursachen von Magenbeschwerden und Sodbrennen müssen Sie außerdem klären lassen bei folgenden Symptomen:

  • Starke Schmerzen
  • Appetitlosigkeit
  • Gewichtsabnahme
  • Übelkeit und Erbrechen mit Blut
  • Blutigem oder schwarz verfärbtem Stuhl
  • Blässe und Müdigkeit als Zeichen von Eisenmangel durch Blutverlust

Medikamente gegen sauren Magen

Ziel der Behandlung ist, die Entzündungen oder Geschwüre von Magen und Speiseröhre ausheilen zu lassen. Dies gelingt, indem man die Wirkung der Magensäure abfängt. Hierfür gibt es unterschiedliche Methoden:

Die Säure hemmen:

  • Antazida neutralisieren die Magensäure. Sie sind rezeptfrei und gut für den vorübergehenden Einsatz und teilweise auch für Schwangere geeignet. Länger anhaltende Wirkung zeigen die Wirkstoffe Aluminiumhydroxit und Magnesiumhydroxit. Da Antazida die Säure direkt im Magen binden, nimmt man die Medikamente dann ein, wenn Beschwerden auftreten, d.h. meistens zwei Stunden nach dem Essen und zur Nacht. Gele, Suspensionen oder Kautabletten zeigen in der Regel bessere Wirkungen als normale Dragees oder Tabletten. Nehmen Sie Antazida grundsätzlich mit ca. zwei Stunden Abstand zu anderen Arzneimitteln ein, weil sie deren Wirksamkeit verringern können.
  • H2-Antihistaminika besetzen die Angriffsstellen von Histamin, einem wichtigen Botenstoff für die Bildung und Freisetzung der Magensäure. Da die Bildung der Magensäure hauptsächlich nachts stattfindet, ist die Einnahme zur Nacht besonders wichtig. Manchmal muss man zusätzlich auch am Tag eine Dosis einnehmen. Für eine kurzzeitige Anwendung von maximal sechs Tagen sind manche H2-Rezeptorenblocker auch ohne Rezept erhältlich.
  • Protonenpumpenhemmer blockieren die Bildung eines Enzyms, das für das Einströmen der Magensäure in das Mageninnere verantwortlich ist. Da das Enzym vor allem morgens gebildet wird, werden Protonenpumpenhemmer am Morgen eingenommen. Sie werden bei starken Beschwerden eingesetzt und sind zum Teil verschreibungspflichtig.

Die Bewegung von Magen und Darm verbessern: Prokinetika regen die Bewegungen (Peristaltik) von Magen und Darm an und sorgen dafür, dass die Säure schneller aus dem Magen entfernt und die Funktion des Speiseröhrenschließmuskels verbessert wird. Sie werden eingesetzt bei Übelkeit und Erbrechen.

Helicobacter pylori ausrotten: Wird bei einem Magengeschwür oder einer Magenschleimhautentzündung (Gastritis) der Keim Helicobacter pylori nachgewiesen, kann man ihn mit einer Eradikationstherapie auszurotten. Darunter versteht man eine mehrtägige Behandlung mit einem Protonenpumpenhemmer und zwei Antibiotika. Es ist außerordentlich wichtig, dass diese vielen Tabletten konsequent eingenommen werden, weil der Keim sonst nicht ausgerottet würde und die Behandlung somit sinnlos wäre. Das Risiko, nach der Behandlung wieder an einem Magengeschwür zu erkranken, sinkt dadurch erheblich.

Blähungen beseitigen: Viele Magenbeschwerden werden von Völlegefühl und Blähungen begleitet. Sie können mit den handelsüblichen Medikamenten gut behandelt werden. Außerdem gibt es eine ganze Reihe Heilpflanzen, die zur Behandlung dieser Beschwerden geeignet sind. Sie werden als Tropfen eingenommen oder als Tee getrunken. Am bekanntesten sind Mischungen aus Fenchel, Anis und Kümmel.

Was Sie selbst tun können

Wenn Sie zu Sodbrennen oder Magenbeschwerden neigen, sollten Sie folgende Dinge beherzigen:

  • Vermeiden Sie üppige und fettige Mahlzeiten, insbesondere am Abend. Essen Sie lieber mehrere kleine ballaststoffreiche Snacks.
  • Vermeiden Sie Stress und Aufregung.
  • Versuchen Sie Ihren Kaffeekonsum zu verringern.
  • Vermeiden Sie zu viel Alkohol.
  • Versuchen Sie das Rauchen einzuschränken.

Speziell für Sodbrennen gelten diese Tipps:

  • Sodbrennen tritt besonders nachts auf, weil das Zurückfließen der Magensäure durch die waagrechte Lage des Oberkörpers beim Schlafen begünstigt wird. Wenn Sie nachts Probleme mit Sodbrennen haben, lagern Sie deshalb den Oberkörper hoch. Verstellen Sie den Lattenrost, benutzen Sie ein Extrakissen oder stellen Sie ein paar Bücher unter das Kopfende.
  • Vermeiden Sie üppige und fettige Mahlzeiten - vor allem unmittelbar vor dem Schlafengehen.
  • Die Magensäure wird durch Nahrung gebunden. Daher machen sich Beschwerden oft zwischen den Mahlzeiten bemerkbar. Essen Sie dann eine Scheibe Brot oder Zwieback und trinken Sie ein Glas Milch.
  • Versuchen Sie, ein paar Kilo abzunehmen, wenn Sie übergewichtig sind.

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