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«Clexane 60 mg Therapie»

Was ist es und wofür wird es verwendet?

Anwendungsgebiete
- Behandlung von Verengungen der tiefen Venen durch Blutgerinnsel (Therapie tiefer Venenthrombosen)
- Behandlung herzbedingter Schmerzen im Brustkorb (Therapie der instabilen Angina pectoris) und einer bestimmten Form des Herzinfarktes ohne Q-Wellen im EKG (Nicht-Q-Wellen-Myokardinfarkt):
Clexane 60 mg ist angezeigt zur Verhinderung von erneut auftretender schwerer Angina pectoris oder eines drohenden Herzinfarktes bei Patienten mit instabiler Angina oder Nicht-Q-Wellen-Myokardinfarkt.
Von der Behandlung mit Clexane 60 mg profitieren am ehesten Patienten, die innerhalb von 24 Stunden nach der letzten Schmerzsymptomatik behandelt werden und die ischämische EKG-Veränderungen und/oder erhöhte Konzentrationen von bestimmten (kardialen) Enzymen vor Therapiebeginn aufweisen.
Hinweise:
Falls eine operative Wiederherstellung der Blutversorgung (Revaskularisation, z.B. PTCA oder CABG-Operation) während der Clexane-Therapie notwendig wird, ist Clexane 60 mg sofort abzusetzen und auf die übliche antithrombotische Standardtherapie (z.B. unfraktioniertes Heparin) umzustellen (siehe auch „Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung und Warnhinweise“).
Clexane 60 mg wird zusätzlich zu 100 bis 325 mg Acetylsalicylsäure (ASS) pro Tag angewendet, falls gegen deren Anwendung keine Gegenanzeigen bestehen.
- Verhinderung eines Verschlusses der Schläuche bei der Blutwäsche (Hämodialyse) mit der künstlichen Niere (Thromboseprophylaxe und Gerinnungshemmung bei extrakorporalem Kreislauf während der Hämodialyse).
Clexane 60 mg darf nicht angewendet werden bei
- Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff Enoxaparin-Natrium
- kürzlich zurückliegenden (z.B. innerhalb der letzten 6 Wochen vor der Behandlung) Verletzungen oder Operationen am Zentralnervensystem oder am Auge oder Ohr
- kürzlich (z.B. innerhalb der letzten 30 Tage vor der Behandlung) zurückliegender klinisch relevanter Blutung (z.B. Blutung im Magen-Darm-Trakt, mit bloßem Auge sichtbarer Blutung der Geschlechtsorgane oder des Harntraktes oder sonstiger anomaler Blutung)
- weniger als 6 Monate zurückliegendem oder akutem (oder Verdacht auf) blutigen (hämorrhagischen) Schlaganfall oder anderen Blutungen im Schädel (intrakraniale Blutungen)
- akuter oder aus der Vorgeschichte bekannter Erkrankung im Schädel (Neoplasma, arteriovenöse Malformation, Aneurysma)
- klinisch relevanten Gerinnungsstörungen [Blutungsneigung (hämorrhagische Diathese) – auch in der Vorgeschichte, Mangel an Gerinnungsfaktoren, Verringerung der Zahl der Blutplättchen (Thrombozytopenie)]
- Magen- oder Darmgeschwüren
- drohender Fehlgeburt
- schweren Leber- oder Bauchspeicheldrüsenerkrankungen, schwerer Beeinträchtigung der Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance < 30 ml/min; außer beim Einsatz von Clexane 60 mg in der Hämodialyse)
- unkontrollierbarem schweren Bluthochdruck
- Entzündung der Herzinnenhaut (Endokarditis)
- Überempfindlichkeit gegen Heparin
- aktuellem oder aus der Vorgeschichte bekanntem allergisch bedingtem Abfall der Zahl der Blutplättchen (Thrombozytopenie, Typ II) auf Heparin
- Verdacht auf Erkrankungen der Netzhautgefäße (vaskuläre Retinopathie), Glaskörperblutungen oder anderen Blutungen im Auge.
Clexane 60 mg darf zur Therapie der instabilen Angina pectoris nicht angewendet werden, falls der Patient vor Behandlungsbeginn blutgerinnungshemmende Mittel (orale Antikoagulantien) eingenommen hat mit Erhöhung bestimmter Laborwerte (INR > 1,4 bzw. Thromboplastinzeit > 14 Sekunden).
Bei der Therapie tiefer Venenthrombosen, der instabilen Angina und des Nicht-Q-Wellen-Myokardinfarktes mit Clexane 60 mg dürfen gleichzeitig bestimmte rückenmarksnahe Anästhesieverfahren (Spinal-, Peridural-, Epiduralanästhesie, Lumbalpunktion) nicht durchgeführt werden.
Clexane 60 mg sollte nur unter besonderer Vorsicht angewendet werden bei
- Störungen der Blutplättchenfunktion
- gering bis mäßig eingeschränkter Leber-, Nieren- oder Bauchspeicheldrüsenfunktion
- magensaftbedingten Geschwüren (peptische Ulzera) in der Vorgeschichte
- Verdacht auf bösartige Geschwülste (Malignom) mit Blutungsneigung
- Nieren- und Harnleitersteinen
- gleichzeitiger Behandlung mit oralen blutgerinnungshemmenden Mitteln, Acetylsalicylsäure (ASS), Ticlopidin
- gleichzeitiger Anwendung von Arzneimitteln, die den Serum-Kalium-Spiegel erhöhen. Die Serum-Kalium-Spiegel sollten bei Risikopatienten (z.B. aufgrund von Diabetes mellitus, Einschränkung der Nierenfunktion oder Anwendung von Arzneimitteln, die den Serum-Kalium-Spiegel erhöhen) während der Enoxaparin-Therapie kontrolliert werden.
Es liegen keine ausreichenden Studienergebnisse zur Sicherheit und Wirksamkeit einer Verwendung von Enoxaparin zur Verhinderung von Blutgerinnseln bei Patienten mit künstlichen Herzklappen vor. Eine entsprechende Verwendung kann aus diesem Grunde nicht empfohlen werden (siehe „Gegenanzeigen/Was müssen Sie in Schwangerschaft und Stillzeit beachten?“).

Was müssen Sie vor dem Gebrauch beachten?

Was müssen Sie in der Anwendung bei Kindern beachten?
Über die Anwendung bei Kindern liegen keine ausreichenden klinischen Erfahrungen vor. Im Zweifelsfall fragen Sie Ihren Arzt um Rat.
Was müssen Sie in Schwangerschaft und Stillzeit beachten?
Unter der Geburt darf die rückenmarksnahe Narkose (epidurale Anästhesie) nicht bei Schwangeren angewendet werden, die mit gerinnungshemmenden Arzneimitteln behandelt werden.
In einer klinischen Studie an Schwangeren mit künstlichen Herzklappen, die zweimal täglich 1 mg Enoxaparin-Natrium pro kg Körpergewicht zur Verhinderung von Blutgerinnseln erhalten hatten, traten bei zwei Frauen Blutgerinnsel auf, die zur Blockade der Herzklappe und zum Tod der Patientinnen führten. Solange keine weiteren Informationen zur Dosierung, Wirksamkeit und Sicherheit vorliegen, wird die Verwendung von Enoxaparin bei Schwangeren mit künstlichen Herzklappen nicht empfohlen.
Zu einer Anwendung von Clexane 60 mg im ersten Drittel der Schwangerschaft liegen bisher keine Erfahrungen vor.
Es liegen keine ausreichenden Untersuchungen zur Frage eines eventuellen Überganges von niedermolekularen Heparinen in die Muttermilch vor, jedoch erscheint ein gerinnungshemmender Effekt auf den Säugling unwahrscheinlich.
Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung und Warnhinweise
Clexane 60 mg darf nicht intramuskulär verabfolgt werden.
Welche Vorsichtsmaßnahmen müssen beachtet werden?
Vor Beginn der Behandlung mit Clexane 60 mg sollten mögliche vorbestehende Blutgerinnungsanomalien abgeklärt und während der Behandlung entsprechende Laborkontrollen durchgeführt werden. Eine sorgfältige Überwachung der Anzeichen einer Blutung während der Therapie ist erforderlich, um ggf. Gegenmaßnahmen einleiten zu können (siehe auch „Anwendungsfehler und Überdosierung“).
Kontrollen der Blutplättchenzahl (Thrombozytenzahl) sollen
- vor Beginn der Therapie mit Clexane 60 mg
- am 1. Tag nach Beginn der Therapie und
- anschließend während der ersten 3 Wochen regelmäßig alle 3 bis 4 Tage erfolgen.
Darüber hinaus wird eine Kontrolle der Thrombozytenzahl am Ende der Therapie empfohlen.
Welche speziellen Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen müssen beim therapeutischen Einsatz von Clexane 60 mg beachtet werden?
Bei älteren Patienten und Patienten mit niedrigem Körpergewicht soll Clexane 60 mg mit besonderer Vorsicht angewendet werden, weil diese Patienten ein erhöhtes Blutungsrisiko haben. Diese Patienten sind im Hinblick auf eine Blutung eng zu überwachen.
Es bestehen keine ausreichenden Therapieerfahrungen hinsichtlich einer Enoxaparin-Anwendung während operativer Wiederherstellung der Blutversorgung (Revaskularisation mittels PTCA oder CABG-Operation). Daher sollte Clexane 60 mg vor einer Intervention abgesetzt und auf die übliche antithrombotische Standardtherapie (z.B. unfraktioniertes Heparin) umgestellt werden.
In Folge seiner im Vergleich zu Heparin längeren Halbwertszeit besteht nach der Enoxaparin-Gabe eine länger anhaltende blutgerinnungshemmende (antikoagulative) Wirkung, für deren Überwachung die aPTT und aktivierte Gerinnungszeit (ACT) nicht geeignet sind. Daher darf bis zu 8 Stunden nach subkutaner Verabreichung von 1 mg Enoxaparin-Natrium/kg KG kein intravenöses Heparin gegeben werden, bzw. zwischen 8 und 12 Stunden nach der letzten Enoxaparin-Gabe eine Heparin-Infusion nur unter äußerster Vorsicht erfolgen. Wenn möglich sollten demzufolge Revaskularisationsmaßnahmen (PTCA, CABG) erst frühestens 12 Stunden nach der letzten Enoxaparin-Gabe bzw. nach Umstellung auf die übliche antithrombotische Standardtherapie erfolgen.
Muss wegen klinischer Dringlichkeit eine PTCA früher erfolgen, darf die Gefäßschleuse frühestens 8 Stunden nach der letzten Enoxaparin-Gabe entfernt werden, um die Blutungsgefahr an der arteriellen Zugangsstelle zu verringern. Falls während der PTCA Heparin verabreicht wurde, sollte zusätzlich vor Schleusenentfernung sichergestellt werden, dass sich die aktivierte Gerinnungszeit (ACT) normalisiert hat (d.h. weniger als 180 s beträgt). Es ist zu berücksichtigen, dass ein verbleibender antikoagulativer Effekt von Enoxaparin durch die ACT-Bestimmung nicht erfasst wird (siehe oben). Deshalb sind Patienten, die noch unter Enoxaparin-Wirkung eine dringliche PTCA oder einen CABG erhalten müssen, besonders gefährdet, Blutungen – auch schwere – zu erleiden.
Da noch keine ausreichenden Erfahrungen bzgl. der Anwendung von Enoxaparin und Hemmstoffen bestimmter Blutplättchenrezeptoren (GPIIb/IIIa-Rezeptorantagonisten) bzw. Clopidogrel sowie Stentimplantationen vorliegen, ist derzeit deren gleichzeitige Anwendung nicht zu empfehlen.
Wenn bei Patienten, die wegen instabiler Angina pectoris oder Nicht-Q-Wellen-Myokardinfarkt mit Clexane 60 mg behandelt werden, ein Q-Wellen-Myokardinfarkt auftritt, kann eine fibrinolytische Therapie angebracht sein. Da keine Erfahrungen über die gleichzeitige Anwendung von Enoxaparin und fibrinolytischer Therapie vorliegen, sollte bei diesen Patienten Clexane 60 mg sofort abgesetzt und eine fibrinolytische Therapie initiiert werden. Falls seit der letzten Enoxaparin-Gabe weniger als 8 Stunden vergangen sind, sollte keine Verabreichung von unfraktioniertem Heparin erfolgen.
Sollte unter Enoxaparin-Wirkung eine Gefäßpunktion – insbesondere eine arterielle – notwendig werden, besteht erhöhtes Blutungsrisiko an der Punktionsstelle.

Wie wird es angewendet?

Dosierungsanleitung, Art und Dauer der Anwendung
Die folgenden Angaben gelten, soweit Ihnen Ihr Arzt Clexane 60 mg nicht anders verordnet hat. Bitte halten Sie sich an die Anwendungsvorschriften, da Clexane 60 mg sonst nicht richtig wirken kann!
Die Dosierung von Clexane in der Therapie richtet sich nach dem Körpergewicht. Dafür stehen neben Clexane 60 mg auch Clexane 80 mg und Clexane 100 mg als Fertigspritzen zur Verfügung. Die Fertigspritzen mit einer üllmenge von 0,6 ml, 0,8 ml und 1,0 ml weisen eine Graduierung in 0,1 ml-Schritten auf. Die korrekte Dosis für bestimmte Gewichtsgruppen kann gegebenenfalls dadurch erreicht werden, dass die höher dosierte Fertigspritze verwendet wird, nachdem die überschüssige Menge von 0,1 ml verworfen wurde (siehe Dosierungstabelle).

Dosierungsanleitung bei der Therapie von tiefen Venenthrombosen
bzw. bei der Therapie der instabilen Angina pectoris und des Nicht-Q-Wellen-Myokardinfarktes
KörpergewichtEinzeldosis in mg WirkstoffEinzeldosis in ml entsprechend der SpritzenskalierungZu verwendende Fertigspritzen
(Handelsname)
Verwerfung von 0,1 ml aus der Fertigspritze vor Injektion
45 bis 54 kg55 bis 64 kg65 bis 74 kg75 bis 84 kg85 bis 94 kg95 bis 104 kg50 mg
60 mg
70 mg
80 mg
90 mg
100 mg
0,5 ml
0,6 ml
0,7 ml
0,8 ml
0,9 ml
1,0 ml
Clexane 60 mg
Clexane 60 mg
Clexane 80 mg
Clexane 80 mg
Clexane 100 mg
Clexane 100 mg
ja
nein
ja
nein
ja
nein

Bei der Therapie tiefer Venenthrombosen (Verengung der tiefen Venen durch Blutgerinnsel)
Wie lange sollte Clexane 60 mg angewendet werden?
Bei diesen Patienten soll die Behandlung mit Clexane 60 mg über mindestens 2 Tage erfolgen und bis zur klinischen Stabilisierung fortgeführt werden. Die übliche Behandlungsdauer beträgt im Mittel 3 Tage und sollte 5 Tage nicht überschreiten.
Bei Hämodialyse
Wie sollte Clexane 60 mg angewendet werden?
Clexane 60 mg ist für die subkutane Injektion vorgesehen; sie sollte vorzugsweise im Liegen vorgenommen werden.
Ein an der Injektionsnadel haftender Tropfen ist vor der Injektion zu entfernen, da ein Nachlaufen von Clexane 60 mg in den Einstichkanal zu einem ungefährlichen, oberflächlichen Bluterguss bzw. in seltenen ällen zu einer lokalen allergischen Reizung führen kann.
Der Einstich der Injektionsnadel muss senkrecht zur Körperachse in die mit 2 Fingern abgehobene Hautfalte der vorderen seitlichen Bauchwand oder der Außenseite des Oberschenkels erfolgen. Die Hautfalte darf während der subkutanen Injektion nicht gelockert werden. Es wird empfohlen, Clexane 60 mg exakt subkutan und langsam, ohne Luft anzusaugen, zu injizieren.
Anwendungsfehler und Überdosierung
Was ist zu tun, wenn Clexane 60 mg in zu großen Mengen angewendet wurde (beabsichtigte oder versehentliche Überdosierung)?
Eine versehentliche Überdosierung nach Verabreichung in ein Blutgefäß (intravenös) oder unter die Haut (subkutan) kann aufgrund der blutgerinnungshemmenden Eigenschaften zu Blutungskomplikationen führen.
Symptome einer Überdosierung sind im allgemeinen Blutungen, zumeist aus Haut und Schleimhäuten, aus Wunden, dem Magen-Darm-Trakt und den Harn- und Geschlechtsorganen (z.B. Nasenbluten, Blut im Urin, Teerstuhl, Blutergüsse, flohstichartige Blutungen). Blutdruckabfall, Abfall des Anteils zellulärer Bestandteile am Gesamtblut (Hämatokrit) oder andere Symptome können Zeichen einer verborgenen Blutung sein.
Sollten Blutungen auftreten, ist die Anwendung von Enoxaparin in Abhängigkeit von der Schwere der Blutung und dem Thromboserisiko zu unterbrechen und sofort ein Arzt aufzusuchen.
Die Blutungskomplikationen können zum Teil durch langsame intravenöse Injektion von Protamin (Sulfat oder Hydrochlorid) verhindert werden. Die Gabe von Protamin sollte aber nur in schweren ällen erwogen werden, da ein Überschuss von Protamin selbst einen gerinnungshemmenden Effekt ausübt sowie Überempfindlichkeitsreaktionen (anaphylaktische Reaktionen) bewirken kann.
Die Protamindosis sollte dabei der von Enoxaparin-Natrium entsprechen: 1 mg oder 100 Antiheparineinheiten Protamin, um die anti-Faktor-IIa-Aktivität, die von 0,01 ml Clexane 60 mg hervorgerufen wird, zu neutralisieren.
Auch mit hohen Dosen Protamin kann die anti-Faktor-Xa-Aktivität nur bis maximal 60 % neutralisiert werden.
Was muss beachtet werden, wenn eine Anwendung vergessen wurde?
Wenn eine Anwendung von Clexane 60 mg vergessen wurde, kann das Arzneimittel auch zu einem späteren Zeitpunkt injiziert werden. Zwischen zwei Injektionen sollte jedoch ein Abstand von mindestens 12 Stunden liegen. Auf keinen Fall dürfen 2 Injektionen hintereinander (bzw. die doppelte Dosis) gegeben werden.
Was muss beachtet werden, wenn die Behandlung unterbrochen oder vorzeitig beendet wird?
Wenn die Behandlung mit Clexane 60 mg unterbrochen oder vorzeitig beendet wird, ist ein ausreichender Schutz vor Thrombosen nicht gewährleistet. Nehmen Sie bitte unverzüglich Rücksprache mit Ihrem Arzt.

Was sind mögliche Nebenwirkungen?

Wechselwirkungen mit anderen Mitteln
Welche anderen Arzneimittel beeinflussen die Wirkung von Clexane 60 mg und was muss beachtet werden, wenn zusätzlich andere Arzneimittel angewendet werden?
Wirkungsverstärkung z.B. erhöhte Blutungsneigung durch Substanzen, die die Blutgerinnung beeinflussen, z.B. Acetylsalicylsäure, Ticlopidin, Clopidogrel, GP IIb/IIIa-Rezeptorantagonisten (z.B. Tirofiban, Eptifibatide, Abciximab), Dipyridamol, orale Antikoagulantien (Dicumarole), Fibrinolytika, nicht-steroidale Antirheumatika (Substanzgruppe von Rheumamitteln), Dextran und Krebsmittel (Zytostatika).
Die Wirkung von Enoxaparin kann durch Antihistaminika (Arzneimittel gegen allergische Reaktionen), Digitalispräparate (bestimmte Herzarzneimittel), Tetracycline (Antibiotika), Nikotin (bei Missbrauch) und Ascorbinsäure (Vitamin C) abgeschwächt werden.
Phenytoin, Chinidin, Propranolol, Benzodiazepine sowie das körpereigene Bilirubin werden aus der Plasma-Eiweiß-Bindung verdrängt, wodurch die Wirkung der Arzneimittel verstärkt werden kann.
Die Plasma-Eiweiß-Bindung basischer Arzneimittel (z.B. Chinin) wird erhöht und dadurch kann deren Wirkung abgeschwächt werden.
Arzneimittel, die den Serum-Kalium-Spiegel erhöhen, dürfen nur unter besonders sorgfältiger medizinischer Überwachung gleichzeitig mit Enoxaparin angewendet werden (siehe auch „Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung und Warnhinweise“).
Die Wechselwirkung von Heparin mit intravenös verabreichtem Glyceroltrinitrat, die zu einer Wirkungsabschwächung von Heparin führt, kann auch für Enoxaparin nicht ausgeschlossen werden.
Beachten Sie, dass diese Angaben auch für vor kurzem angewandte Arzneimittel gelten können.
Welche Nebenwirkungen können nach der Verabreichung von Clexane 60 mg auftreten?
Allergische Reaktionen mit Symptomen, wie z.B. Hautjucken, Hautrötung, Nesselausschlag (Urticaria), Hautschwellung (angioneurotisches Ödem), Hautausschlag, Übelkeit, Erbrechen, Temperaturanstieg, Blutdruckabfall, sind in seltenen ällen möglich. In Einzelfällen wurden allergische Sofortreaktionen mit Hautausschlägen, Einengung der Luftwege, Atemnot und Blutdruckabfällen bis zum Kreislaufversagen beobachtet.
In Einzelfällen wurde auch über das Auftreten punktförmiger Blutergüsse in der Haut (Purpura) teils mit Absterben von Hautgewebe (Hautnekrosen) im Bereich der Injektionsstelle, teils auch an anderen Körperstellen mit Bevorzugung der unteren Gliedmaßen berichtet, die möglicherweise durch eine allergische Entzündung kleiner Blutgefäße (Vasculitis) verursacht sind.
An der Injektionsstelle können Blutergüsse (Ekchymosen) sowie Schmerzen auftreten.
In Abhängigkeit von der Dosierung muss mit einem vermehrten Auftreten von offenen oder verborgenen Blutungskomplikationen (insbesondere an Haut, Schleimhäuten, Wunden sowie im Bereich des Magen-Darm-Traktes, der Harn- und Geschlechtsorgane) gerechnet werden. Die Ursache dieser Blutungen sollte untersucht und eine entsprechende Behandlung eingeleitet werden (siehe auch „Gegenanzeigen“ und „Wechselwirkungen“). Vermehrte Blutungen bei operativen Eingriffen sind selten und allgemein im Umfang begrenzt.
Es wurde über schwere Blutungen im Bauchraum (retroperitoneal) oder im Schädel (intrakranial) berichtet, die in sehr seltenen ällen einen tödlichen Ausgang nahmen.
Gelegentlich tritt zu Beginn der Behandlung mit Heparin eine leichte vorübergehende Verminderung der Zahl der Blutplättchen (Thrombozytopenie Typ I) mit Werten zwischen 100.000/µl und 150.000/µl auf (verursacht durch vorübergehende Aktivierung der Blutplättchen). Komplikationen treten im allgemeinen nicht auf. Die Behandlung kann daher häufig fortgeführt werden.
Selten wird ein allergisch bedingter schneller Abfall der Zahl der Blutplättchen (Thrombozytopenie Typ II) mit Werten deutlich unter 100.000/µl oder auf weniger als 50 % des Ausgangswertes beobachtet. Bei Patienten ohne vorbestehende Überempfindlichkeit gegen Heparin beginnt der Abfall der Zahl der Blutplättchen in der Regel 6 bis 14 Tage nach Behandlungsbeginn. Bei Patienten mit Überempfindlichkeit gegen Heparin tritt dieser Abfall unter Umständen innerhalb von Stunden auf.
Diese schwere Form der Verminderung von Blutplättchen kann verbunden sein mit Blutpfropfenbildung (arteriellen und venösen Thrombosen/Thromboembolien), Gerinnungssteigerung (Verbrauchskoagulopathie), z.T. Absterben von Hautgewebe (Hautnekrosen) an der Injektionsstelle, flohstichartigen Blutungen (Petechien), Haut- und Schleimhautblutungen (Purpura) und Teerstuhl (Meläna). Als Komplikation können in einigen ällen zusätzlich zu den Thrombosen Durchblutungsstörungen an Organen (Organinfarkte) oder an den Gliedmaßen auftreten. Dabei kann die blutgerinnungshemmende Wirkung des Heparins vermindert sein (Heparin-Toleranz). Bei Patienten, bei denen die genannten allergischen Reaktionen auftreten, muss Clexane 60 mg sofort abgesetzt werden. Bei ihnen darf auch in Zukunft kein Heparin-haltiges Arzneimittel mehr angewendet werden. Wegen der genannten gelegentlich auftretenden ungünstigen Wirkung des Heparins auf die Blutplättchen muss deren Zahl, insbesondere zu Beginn der Behandlung mit diesem Arzneimittel, engmaschig kontrolliert werden (siehe auch „Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung und Warnhinweise“).
In seltenen ällen wurde bei der Verwendung von Enoxaparin-Natrium im Zusammenhang mit bestimmten rückenmarksnahen Narkoseverfahren (Spinalanästhesie, Periduralanästhesie, Lumbalpunktion) oder postoperativen Verweilkathetern über rückenmarksnahe Blutergüsse (spinale und epidurale Hämatome) berichtet. Diese Ereignisse haben zu neurologischen Komplikationen unterschiedlicher Ausprägung wie zum Beispiel langdauernden oder bleibenden Lähmungen geführt (siehe auch „Gegenanzeigen“).
Häufig wird ein Anstieg der Leberenzymwerte beobachtet, möglicherweise dosisabhängig, der zumeist nach Absetzen der Behandlung zurückgeht und klinisch nicht bedeutsam ist.
Selten wurden bei Laborkontrollen symptomlos verlaufende Erhöhungen der Blutplättchenzahl (Thrombozyth-ämie) und Erniedrigungen der Zahl weißer Blutkörperchen (Leukopenie) beobachtet.
Anstiege der Serum-Kalium-Konzentration sind möglich.
Nebenwirkungen wie bei einer Behandlung mit unfragmentiertem Heparin: Haarausfall, Kopfschmerz, Übersäuerung des Blutes (Azidose), Verminderung des Knochengewebes (Osteoporose), Absterben von Hautgewebe (Hautnekrosen), schmerzhafte Dauererektion des Penis (Priapismus), niedriger Blutdruck (Hypotonie), Verlangsamung des Herzschlages (Bradykardie) und Unterfunktion der Nebennierenrinde (Hypoaldosteronismus) sind in Einzelfällen möglich.
Wie durch unfragmentiertes Heparin können durch Clexane 60 mg folgende klinisch-chemischen Untersuchungsergebnisse verfälscht werden:
- Vortäuschung niedriger Cholesterinwerte im Serum.
- Falsch hohe T3- und T4-Werte (Schilddrüsenhormone) bei nicht nüchternen Patienten.
- Falsch hohe Blutzuckerwerte (erhöht um bis zu 30 mg %).
- Verfälschung des Ergebnisses des Bromsulfalein-Tests (Leberfunktionstest).
Wenn Sie Nebenwirkungen bei sich beobachten, die nicht in dieser Packungsbeilage aufgeführt sind, teilen Sie diese bitte Ihrem Arzt oder Apotheker mit.

Wie soll es aufbewahrt werden?

Hinweise und Angaben zur Haltbarkeit
Das Verfalldatum dieser Packung ist auf dem Umkarton und dem Etikett aufgedruckt.
Verwenden Sie diese Packung nicht mehr nach diesem Datum.
Nicht über 25°C aufbewahren. Nicht tiefgefrieren.
Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren!
Stand der Information
Mai 2001
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Entnahmehinweis für Fertigspritzen aus Blistern
Deckfolie an der gekennzeichneten Stelle abziehen und Spritze vorsichtig entnehmen. Spritze nicht durch die Deckfolie hindurchdrücken, da ansonsten die Gefahr besteht, dass sich die Kanüle (Nadel) verbiegt.
Hinweise zur Injektion
Als Injektionsort eignet sich die Haut der vorderen seitlichen Bauchwand sowie die Haut an der Außenseite des Oberschenkels. Die Einstichstelle wird desinfiziert.
Beachten Sie: Die in der Fertigspritze befindliche Luftblase darf vor der Injektion nicht entfernt werden. Sie dient dazu, ein vollständiges Entleeren der Spritze zu ermöglichen. Falls sich an der Nadelspitze ein Tropfen gebildet hat, soll dieser abgeschüttelt, nicht abgestreift werden.
Zwischen Daumen und Zeigefinger wird eine Hautfalte gebildet.
Mit der einen Hand die Hautfalte festhalten, mit der anderen wird die Nadel der Fertigspritze senkrecht eingestochen und in ihrer ganzen Länge eingeführt.
Die Nadellänge ist so berechnet, dass der Wirkstoff dann genau in der richtigen subkutanen Hautregion platziert wird.
Dann erfolgt, ohne Luft anzusaugen, die langsame Injektion der gesamten Flüssigkeitsmenge, indem der Spritzenstempel heruntergedrückt wird. Danach wird die Nadel senkrecht wieder herausgezogen und erst dann die Hautfalte wieder losgelassen.
An der Injektionsstelle kann sich später eventuell ein kleiner Bluterguss („blauer Fleck“) bilden. Dies ist bei der Injektion dieser Substanz normal und völlig harmlos.
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Diese Packung wurde von der Firma Eurim-Pharm Arzneimittel GmbH,
83451 Piding, importiert. Der Beipackzettel wurde ebenfalls von der
Firma Eurim-Pharm Arzneimittel GmbH gedruckt und hinzugefügt.
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Zusätzliche Informationen

0389-ZB001b
Liebe Patientin, lieber Patient!
Bitte lesen Sie folgende Gebrauchsinformation aufmerksam, weil sie wichtige Informationen darüber enthält, was Sie bei der Anwendung dieses Arzneimittels beachten sollen. Wenden Sie sich bei Fragen bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.
Gebrauchsinformation
Clexane 60 mg
Wirkstoff: Enoxaparin-Natrium
Wann darf Clexane 60 mg nur mit besonderer Vorsicht angewendet werden?
Im folgenden wird beschrieben, wann Sie Clexane 60 mg nur unter bestimmten Bedingungen anwenden dürfen.
Befragen Sie hierzu bitte Ihren Arzt. Das gilt auch, wenn diese Angaben bei Ihnen früher zutrafen.
In welcher Dosierung soll Clexane 60 mg angewendet werden?
Die Dosierung beträgt 1 mg Enoxaparin-Natrium (entsprechend 0,01 ml Injektionslösung Clexane 60 mg) pro kg Körpergewicht alle 12 Stunden. ür die Einzelinjektion ergibt sich das Injektionsvolumen in ml aus dem jeweiligen Körpergewicht geteilt durch 100. Das sich ergebende Injektionsvolumen kann auf die erste Dezimalstelle ab- bzw. aufgerundet werden (siehe Dosierungstabelle).
Gleichzeitig soll Acetylsalicylsäure (ASS) in einer Dosierung von 100 mg bis 325 mg gegeben werden, falls keine Gegenanzeigen gegen deren Anwendung bestehen.
In welcher Dosierung sollte Clexane 60 mg angewendet werden?
Die Dosis muss für jeden Patienten individuell eingestellt werden. In Abhängigkeit von den Dialyseergebnissen in den ersten Dialysesitzungen sollten die Dosierungen in den nachfolgenden Dialysesitzungen entsprechend angepasst werden. Um eine individuelle Dosierung zu erleichtern, steht auch ein Mehrfachdosenbehältnis unter der Bezeichnung Clexane multidose 100 mg/ml zur Verfügung.
Bei Patienten, die sich ständig einer Hämodialyse unterziehen müssen, wird die Prävention einer Thrombose im extrakorporalen Kreislauf durch Injektion von 0,01 ml Clexane 60 mg pro kg Körpergewicht in den arteriellen Schenkel des Dialysekreislaufs zu Beginn der Sitzung erzielt. Diese Dosis ist gewöhnlich für eine vierstündige Hämodialysesitzung ausreichend. Sollten sich Fibrinablagerungen bilden, ist es erforderlich, in Abhängigkeit von der Restdauer der Dialyse, darüber hinaus 0,005 ml bis 0,01 ml Clexane 60 mg pro kg Körpergewicht zu applizieren.
Bei Hämodialyse-Patienten mit einem hohen Hämorrhagierisiko (im besonderen prä- oder postoperativ) oder mit einer progressiven hämorrhagischen Erkrankung, sollten die Dialysesitzungen mit einer Dosis von 0,005 ml (doppelter Gefäßzugang) bzw. 0,0075 ml (einfacher Gefäßzugang) Clexane 60 mg pro kg Körpergewicht durchgeführt werden.
Hinweis:
Verschiedene niedermolekulare Heparine sind nicht notwendigerweise gleichwertig. Deshalb sollten jeweils die spezifische Dosierungsanleitung und die Hinweise für die Anwendung befolgt werden.


Bewertungen «Clexane 60 mg Therapie»