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Neupogen 30 Mio E./0,5 ml - mini-Fertigspritze


Was ist es und wofür wird es verwendet?

Neupogen ist ein Wachstumsfaktor für weiße Blutkörperchen (Granulozyten-koloniestimulierender Faktor) und gehört zu einer Gruppe von Medikamenten, welche Zytokine genannt werden. Wachstumsfaktoren sind bestimmte Eiweiße, die normalerweise im Körper gebildet werden. Zur Verwendung als Arzneimittel können sie auch biotechnologisch hergestellt werden. Die Wirkung von Neupogen beruht darauf, dass es das Knochenmark anregt, mehr weiße Blutkörperchen zu bilden.

Eine Verminderung der Anzahl weißer Blutkörperchen (Neutropenie) kann aus verschiedenen Gründen auftreten und führt dazu, dass Ihr Körper Infektionen schlechter bekämpfen kann. Neupogen regt das Knochenmark zur schnellen Bildung weißer Blutkörperchen an.

Neupogen kann angewendet werden:

  • zur Erhöhung der Anzahl weißer Blutkörperchen nach der Behandlung mit Chemotherapie, mit dem Ziel, Infektionen vorzubeugen;
  • zur Erhöhung der Anzahl weißer Blutkörperchen nach einer Knochenmarktransplantation, mit dem Ziel, Infektionen vorzubeugen;
  • vor einer Hoch-Dosis-Chemotherapie zur Stimulation der Bildung von Stammzellen im Knochenmark, welche gesammelt und nach der Behandlung wieder zurück übertragen werden können. Diese Zellen können von Ihnen oder einem Spender entnommen werden. Die Stammzellen wandern dann zurück ins Knochenmark und bilden Blutzellen;
  • zur Erhöhung der Anzahl weißer Blutkörperchen, wenn Sie an schwerer chronischer Neutropenie leiden, mit dem Ziel, Infektionen vorzubeugen;
  • bei Patienten mit fortgeschrittener HIV-Infektion, mit dem Ziel, das Risiko von Infektionen zu vermindern.

Was müssen Sie vor dem Gebrauch beachten?

Neupogen darf nicht angewendet werden

  • wenn Sie allergisch (überempfindlich) gegen Filgrastim oder einen der sonstigen Bestandteile von Neupogen sind.
  • wenn Sie unter dem Kostmann-Syndrom (einer schweren Erkrankung, die von Geburt an besteht) leiden. Ihr Arzt wird mit Ihnen besprechen, ob Sie Neupogen erhalten sollen oder nicht.

Besondere Vorsicht bei der Anwendung von Neupogen ist erforderlich

Bitte informieren Sie Ihren Arzt vor der Behandlung,

  • wenn Sie unter Sichelzellanämie leiden, da Neupogen Sichelzellkrisen verursachen kann;
  • wenn Sie eine Allergie gegen Kautschuk (Latex) haben. Die Nadelschutzkappe der Fertigspritze enthält ein Kautschukderivat, das schwerwiegende allergische Reaktionen verursachen kann;
  • wenn Sie unter Osteoporose leiden (Knochenerkrankung).

Wenn Sie ein Stammzellspender sind, müssen Sie zwischen 16 und 60 Jahre alt sein.

Die Anwendung des Arzneimittels Neupogen kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen führen.

Besondere Vorsicht bei der Anwendung mit anderen Arzneimitteln ist erforderlich, die die weißen Blutzellen stimulieren

Neupogen gehört zu einer Gruppe von Arzneimitteln, die die Produktion von weißen Blutzellen stimulieren. Ihr Arzt sollte immer das exakte Arzneimittel, das Sie anwenden dokumentieren.

Bei Anwendung von Neupogen mit anderen Arzneimitteln

Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen / anwenden bzw. vor kurzem eingenommen / angewendet haben, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt, da diese die Wirkung von Neupogen beeinflussen können.

Schwangerschaft und Stillzeit

Neupogen wurde nicht bei schwangeren Frauen untersucht. Es ist wichtig, dass Sie Ihren Arzt informieren, wenn Sie schwanger sind, glauben, dass Sie schwanger sind oder eine Schwangerschaft planen, da es sein kann, dass Ihr Arzt entscheidet, dass Sie dieses Arzneimittel dann nicht anwenden sollen. Neupogen könnte Ihre Fähigkeit schwanger zu werden oder schwanger zu bleiben, beeinflussen.

Sie dürfen Neupogen nicht anwenden, wenn Sie stillen.

Fragen Sie vor der Einnahme von allen Arzneimitteln Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen

Neupogen sollte keinen Einfluss auf Ihre Verkehrstüchtigkeit und Ihre Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen haben. Es ist jedoch ratsam, abzuwarten und zu sehen, wie Sie sich nach der Anwendung von Neupogen fühlen, bevor Sie Auto fahren oder eine Maschine bedienen.

Wichtige Informationen über bestimmte sonstige Bestandteile von Neupogen

Neupogen enthält weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro 0,6 mg/ml, d. h. es ist praktisch frei von Natrium.

Dieses Arzneimittel enthält Sorbitol (E420). Bitte wenden Sie Neupogen erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt an, wenn Ihnen bekannt ist, dass Sie unter einer Zuckerunverträglichkeit leiden.

Wie wird es angewendet?

Wenden Sie Neupogen immer genau nach Anweisung des Arztes an. Bitte fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht ganz sicher sind.

Wie ist Neupogen anzuwenden?

Neupogen wird normalerweise als tägliche Injektion in das direkt unter der Haut liegende Gewebe angewendet. Dies wird als subkutane Injektion bezeichnet. Neupogen kann auch als tägliche langsame Injektion in die Vene angewendet werden. Dies wird als intravenöse Infusion bezeichnet. Die übliche Dosis hängt von Ihrer Krankheit und Ihrem Körpergewicht ab. Ihr Arzt wird Ihnen sagen, wie viel Neupogen Sie anwenden sollen.

Sie, oder Personen, die Sie betreuen, können lernen, wie man eine subkutane Injektion verabreicht, wodurch Sie Ihre Behandlung zu Hause fortsetzen können. Versuchen Sie jedoch nicht, sich selbst zu spritzen, wenn Sie noch nicht entsprechend geschult worden sind.

Wie lange werden Sie Neupogen anwenden müssen?

Sie werden Neupogen solange anwenden müssen, bis die Anzahl Ihrer weißen Blutkörperchen im normalen Bereich ist. Es finden regelmäßige Blutuntersuchungen statt, um die Anzahl der weißen Blutkörperchen in Ihrem Körper zu überwachen. Ihr Arzt wird Ihnen sagen, wie lange Sie Neupogen anwenden müssen.

Anwendung von Neupogen bei Kindern

Neupogen wird verwendet, um Kinder zu behandeln, die eine Chemotherapie erhalten oder bei Kindern, die unter einer deutlich verminderten Anzahl weißer Blutkörperchen (Neutropenie) leiden. Die Dosierung bei Kindern ist dieselbe wie bei Erwachsenen.

Wenn Sie eine größere Menge von Neupogen angewendet haben, als Sie sollten

Erhöhen Sie nicht die von Ihrem Arzt verschriebene Dosis. Wenn Sie mehr Neupogen angewendet haben, als Sie sollten, kontaktieren Sie so schnell wie möglich Ihren Arzt.

Wenn Sie die Anwendung von Neupogen vergessen haben

Wenn Sie eine Dosis vergessen haben oder zu wenig injiziert haben, kontaktieren Sie so schnell wie möglich Ihren Arzt. Wenden Sie nicht die doppelte Dosis an, wenn Sie die vorherige Injektion vergessen haben.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung des Arzneimittels haben, fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

Was sind mögliche Nebenwirkungen?

Während der Behandlung teilen Sie Ihrem Arzt bitte sofort mit,

  • wenn Sie allergische Reaktionen, einschließlich Schwäche, Blutdruckabfall, Atembeschwerden, Anschwellen des Gesichtes (Anaphylaxie), Hautrötung, juckender Ausschlag (Urtikaria), Anschwellen der Lippen, des Mundes, der Zunge oder des Rachens (Angioödem) und Atemnot (Dyspnoe) haben;
  • wenn Sie Husten, Fieber und Atembeschwerden (Dyspnoe) haben, da dies Anzeichen für ein Atemnotsyndrom (Adult Respiratory Distress Syndrome, ARDS) sein können;
  • wenn Sie linksseitige Oberbauchschmerzen oder Schmerzen in der Schulterregion verspüren, da dies auf eine Milzveränderung hinweisen kann.

Wie alle Arzneimittel kann Neupogen Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.

Sehr häufige Nebenwirkungen (mehr als 1 Behandelter von 10):
Bei Krebspatienten
• Übelkeit und Erbrechen

  • Knochenschmerzen (Muskel- und Skelettschmerzen), die in der Regel mit einem Standardschmerzmittel (Analgetikum) behandelt werden können
  • Veränderung der Blutwerte Bei gesunden Spendern
  • Kopfschmerzen
  • Anstieg weißer Blutkörperchen (Leukozytose), Verminderung der Blutplättchen, was die Blutgerinnungsfähigkeit beeinträchtigt (Thrombozytopenie)
  • Knochenschmerzen (Muskel- und Skelettschmerzen), die mit Standardschmerztabletten behandelt werden können Bei Patienten mit schwerer chronischer Neutropenie
  • Niedrige Anzahl roter Blutkörperchen (Anämie), Milzvergrößerung (Splenomegalie)
  • Veränderung der Blutwerte
  • Knochenschmerzen (Muskel- und Skelettschmerzen)
  • Nasenbluten (Epistaxis) Bei HIV-Patienten
  • Knochenschmerzen (Muskel- und Skelettschmerzen)

Häufige Nebenwirkungen(1 bis 10 Behandelte von 100):
Bei Krebspatienten

  • Müdigkeit (Fatigue), allgemeines Schwächegefühl
  • Kopfschmerzen
  • Verstopfung, Appetitlosigkeit, Durchfall, Schwellung und Entzündung der Schleimhaut des Verdauungstraktes von Mund bis Anus (Mukositis)
  • Brustschmerzen, Knochenschmerzen (Muskel- und Skelettschmerzen)
  • Husten, Halsschmerzen
  • Ungewöhnlicher Haarausfall oder –ausdünnung (Alopezie), Hautausschlag Bei gesunden Spendern
  • Veränderung der Blutwerte Bei Patienten mit schwerer chronischer Neutropenie
  • Kopfschmerzen
  • Durchfall
  • Verminderung der Blutplättchen, was die Blutgerinnungsfähigkeit beeinträchtigt (Thrombozytopenie)
  • Lebervergrößerung (Hepatomegalie)
  • Krankheit, welche die Knochendichte vermindert. Dadurch werden die Knochen schwächer, spröder und können leichter brechen (Osteoporose)
  • Ungewöhnlicher Haarausfall oder –ausdünnung (Alopezie), Schmerzen an der Injektionsstelle, Hautausschlag Bei HIV-Patienten
  • Milzvergrößerung (Splenomegalie)

Gelegentliche Nebenwirkungen(1 bis 10 Behandelte von 1.000):
Bei Krebspatienten

  • Unbestimmte Schmerzen Bei gesunden Spendern
  • Veränderung der Blutwerte
  • Milzvergrößerung (Splenomegalie) Bei Patienten mit schwerer chronischer Neutropenie
  • Milzvergrößerung (Splenomegalie)
  • Blut im Urin (Hämaturie) • Überschüssiges Eiweiß im Urin (Proteinurie)

Seltene Nebenwirkungen (1 bis 10 Behandelte von 10.000):
Bei Krebspatienten

  • Probleme mit Ihren Blutgefäßen (vaskuläre Funktionsstörungen)

Sehr seltene Nebenwirkungen (weniger als 1 Behandelter von 10.000):
Bei Krebspatienten

  • Schmerzen beim Wasserlassen (Dysurie)

Unbekannte Häufigkeit:
Bei Krebspatienten

  • Entzündung der Blutgefäße der Haut (kutane Vaskulitis)
  • Pflaumenfarbene, erhabene, schmerzhafte Wundstellen an den Gliedmaßen und manchmal auch im Gesicht und Nacken, die mit Fieber einhergehen (Sweet-Syndrom)
  • Verschlechterung einer rheumatoiden Arthritis
  • Husten, Fieber und Atemprobleme (Dyspnoe)
  • Lungenbeschwerden (pulmonale), einschließlich schwerwiegende Lungeninfektionen (interstitielle Pneumonie), Anschwellen und/oder Flüssigkeit in der Lunge (pulmonale Ödeme)
  • Schmerzen und Schwellungen der Gelenke, einer Gicht ähnelnd (Pseudogicht) Bei gesunden Spendern
  • Husten, Fieber und Atemprobleme oder blutiger Auswurf

Es kann möglicherweise zu Veränderungen in Ihrem Blut kommen, welche durch routinemäßige Blutuntersuchungen festgestellt werden können.

Informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker, wenn eine der aufgeführten Nebenwirkungen Sie erheblich beeinträchtigt oder Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser Gebrauchsinformation angegeben sind.

Wie soll es aufbewahrt werden?

Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren!

Im Kühlschrank lagern (2°C - 8°C).
Versehentliches Einfrieren hat keine nachteiligen Auswirkungen auf Neupogen.

Sie dürfen Neupogen nach dem auf dem Etikett der Fertigspritze und dem Umkarton nach „EXP“ bzw. „Verwendbar bis:“ angegebenen Verfalldatum nicht mehr anwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des Monats.

Verwenden Sie Neupogen nicht, wenn Sie feststellen, dass die Lösung verfärbt ist, trübe ist oder sich Schwebeteilchen darin befinden, es sollte eine klare, farblose Lösung sein.

Das Arzneimittel darf nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall entsorgt werden. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr benötigen. Diese Maßnahme hilft die Umwelt zu schützen.


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