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«Noctamid 2 mg/10 ml Injektionslösung»

Was ist es und wofür wird es verwendet?

Was ist Noctamid® 2 mg/10 ml Injektionslösung und wofür wird es angewendet?
Lormetazepam, der Wirkstoff von Noctamid® 2 mg/10 ml Injektionslösung ist ein beruhigendes, angstlösendes und schlafförderndes Arzneimittel aus der Gruppe der Benzodiazepine.
Noctamid® 2 mg/10 ml Injektionslösung wird angewendet
- zur symptomatischen Behandlung akuter Spannungs-, Erregungs- und Angstzustände im Rahmen operativer und diagnostischer Eingriffe, sowie in der Intensivmedizin
- zur Narkoseeinleitung

Was müssen Sie vor dem Gebrauch beachten?

Noctamid® 2 mg/10 ml Injektionslösung darf nicht angewendet werden,
- wenn Sie überempfindlich (allergisch) gegen Lormetazepam, andere Benzodiazepine oder einen der sonstigen Bestandteile von Noctamid®
2 mg/10 ml Injektionslösung sind,
- bei bestehender oder zurückliegender Abhängigkeitserkrankung von Arzneimitteln, Alkohol und Drogen,
- bei akuten Vergiftungen mit Alkohol, Schlafmitteln, Schmerzmitteln oder Psychopharmaka (Neuroleptika, Antidepressiva, Lithiumsalze),
- bei bestimmten Formen von Muskelschwäche (Myasthenia gravis).
Besondere Vorsicht bei der Anwendung von Noctamid® 2 mg/10 ml Injektionslösung ist erforderlich bei
- Störungen der Muskel- und Bewegungskoordination (zerebellaren und spinalen Ataxien)
- schlafbegleitendem Aussetzen der Atemfunktion (Schlaf-Apnoe-Syndrom)
- schwerer chronischer Atemnot (schwerer Ateminsuffizienz)
- erheblicher Einschränkung der Leber- oder Nierenfunktion
Kinder und ältere Menschen
Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren sind - abgesehen von der Anwendung vor diagnostischen oder operativen Maßnahmen (Anästhesiologie, Intensivmedizin) - von der Behandlung mit Noctamid® 2 mg/10 ml Injektionslösung auszuschließen.
Bei Kindern, Jugendlichen unter 18 Jahren und älteren Patienten sowie bei Patienten mit geschwächtem Allgemeinzustand (besonders bei Patienten mit hirnorganischen Veränderungen oder Kreislauf- und Ateminsuffizienz) sollte zunächst die niedrigste Dosis des angegebenen Dosierungsintervalls gegeben (siehe Dosierungsanleitung) und die individuelle Reaktion des Patienten abgewartet werden, bevor bei Bedarf nachinjiziert wird.
Bei Anwendung von Noctamid® 2 mg/10 ml Injektionslösung mit anderen Arzneimitteln:
Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden bzw. vor kurzem eingenommen/angewendet haben, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt.
Bei gleichzeitiger Anwendung anderer zentral wirksamer Arzneimittel (wie Psychopharmaka, Schlafmittel, Schmerzmittel, Narkosemittel und Antihistaminika) kann es zu einer wechselseitigen Verstärkung der Wirkung kommen. Noctamid® 2 mg/10 ml Injektionslösung kann die Wirkung von muskelerschlaffenden Mitteln (Muskelrelaxantien) verstärken.
Da bei Patienten, die unter Dauerbehandlung mit anderen Arzneimitteln stehen, wie z. B. Mittel gegen hohen Blutdruck (Antihypertonika), Beta-Rezeptorenblockern, herzwirksamen Glykosiden, Arzneimittel, die zur Behandlung von Asthma bronchiale eingesetzt werden (Methylxanthinen), Antibabypille (Antikonzeptiva) und einigen Antibiotika, Art und Umfang von Wechselwirkungen nicht sicher vorhersehbar sind, ist bei gleichzeitiger Anwendung mit Noctamid® 2 mg/10 ml Injektionslösung Vorsicht geboten. Veränderungen der Wirkungsstärke von Noctamid® 2 mg/10 ml Injektionslösung sind auch bei der gleichzeitigen Anwendung einiger Antibiotika möglich.
Beachten Sie bitte, dass diese Angaben auch für vor kurzem angewandte Arzneimittel gelten können.
Schwangerschaft und Stillzeit
In der Schwangerschaft sollte Noctamid® 2 mg/10 ml Injektionslösung nur in Ausnahmefällen und aus zwingenden Gründen verwendet werden, da es bislang keine Erfahrungen mit der Anwendung von Lormetazepam bei schwangeren Frauen gibt. Der behandelnde Arzt sollte vor Behandlungsbeginn über das Bestehen einer Schwangerschaft informiert sein. Bei wiederholter Gabe von Noctamid® 2 mg/10 ml Injektionslösung während der Schwangerschaft können beim Neugeborenen Entzugserscheinungen auftreten. Eine Anwendung gegen Ende der Schwangerschaft oder während der Geburt kann beim Neugeborenen zu erniedrigter Körpertemperatur, Atemdämpfung, herabgesetzter Muskelspannung und Trinkschwäche führen.
Das Missbildungsrisiko beim Menschen scheint nach Einnahme therapeutischer Dosen von Benzodiazepinen in der Frühschwangerschaft gering zu sein, obwohl einige Untersuchungen Anhaltspunkte für ein erhöhtes Risiko für Gaumenspalten ergaben. älle von Fehlbildungen und Entwicklungsverzögerungen sind nach Überdosierungen und Vergiftungen mit Benzodiazepinen bekannt geworden.
Noctamid® 2 mg/10 ml Injektionslösung geht in die Muttermilch über, daher muss bei wiederholter Anwendung oder Anwendung einer hohen Dosis abgestillt bzw. das Stillen unterbrochen werden.
Fragen Sie vor der Anwendung von allen Arzneimitteln Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.
Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen:
Sie dürfen kein Fahrzeug führen, weil dieses Arzneimittel auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch das Reaktionsvermögen so weit verändern kann, dass die ähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr beeinträchtigt wird. Gleiches gilt für das Bedienen von Maschinen.
Daher sollten das ühren von Fahrzeugen, die Bedienung von Maschinen oder sonstige gefahrvolle Tätigkeiten während der ersten Tage der Behandlung unterbleiben.
Wurde Lormetazepam zur Vorbereitung eines diagnostischen Eingriffs eingesetzt, sollte sich der Patient danach nur in Begleitung nach Hause begeben und sich nicht aktiv am Straßenverkehr beteiligen.

Wie wird es angewendet?

Wie ist Noctamid® 2 mg/10 ml Injektionslösung ANZUWENDEN?
Noctamid® 2 mg/10 ml Injektionslösung wird Ihnen ausschließlich vom Arzt oder unter ärztlicher Aufsicht verabreicht.
Die Dosierung und Anwendungsdauer müssen an die Erfordernisse des Einzelfalls angepasst werden. Hierbei sollten grundsätzlich möglichst niedrige Dosen eingenommen und die Behandlung kurz gehalten werden.
Falls vom Arzt nicht anders verordnet, gelten folgende Richtlinien:
a) Vorbereitung von Eingriffen in Allgemeinnarkose (Prämedikation)
An den Vortagen, am Vorabend und (oder) am Tag des Eingriffs 0,4 –
1,0 mg Lormetazepam (= 2 – 5 ml Noctamid® 2 mg/10 ml Injektionslösung).
b) Sedierung bei chirurgischen Eingriffen in Allgemeinnarkose (besonders Benzodiazepin-Lachgas-Narkose)
0,4 – 2,0 mg Lormetazepam (= 2 – 10 ml Noctamid® 2 mg/10 ml Injektionslösung; entsprechend 0,006 – 0,03 mg/kg Körpergewicht).
c) Sedierung (Schlafinduktion) bei diagnostischen Eingriffen
1,0 – 2,0 mg Lormetazepam (= 5 – 10 ml Noctamid® 2 mg/10 ml Injektionslösung; entsprechend 0,015 – 0,03 mg/kg Körpergewicht).
d) Symptomatische Behandlung akuter Spannungs-, Erregungs- und Angstzustände und Basissedierung bei Eingriffen in Regionalanästhesie
0,4 – 1,0 mg Lormetazepam (= 2 – 5 ml Noctamid® 2 mg/10 ml Injektionslösung; entsprechend 0,006 – 0,015 mg/kg Körpergewicht) vor der Anästhesie und zusätzlich während des Eingriffs je nach gewünschtem Sedierungsgrad bis zur Gesamtdosis von 2,0 mg (= 10 ml).
e) Symptomatische Behandlung akuter Spannungs-, Erregungs- und Angstzustände bei diagnostischen Eingriffen
0,6 – 1,0 mg Lormetazepam (= 3 – 5 ml Noctamid® 2 mg/10 ml Injektionslösung; entsprechend 0,009 – 0,015 mg/kg Körpergewicht).
Besondere Patientengruppen:
Patienten mit reduziertem Allgemeinzustand, besonders mit hirnorganischen Veränderungen, Kreislauf- oder Ateminsuffizienz:
0,2 – 1,0 mg Lormetazepam (= 1 – 5 ml Noctamid® 2 mg/10 ml Injektionslösung; entsprechend 0,003 – 0,015 mg/kg Körpergewicht).
Kinder unter 10 Jahren:
0,1 – 0,8 mg Lormetazepam (= 0,5 – 4 ml Noctamid® 2 mg/10 ml Injektionslösung; entsprechend 0,0015 – 0,012 mg/kg Körpergewicht).
Ältere Patienten:
Vorsichtig dosieren – insbesondere bei ungenügender Leistung von Herz und Atmung (kardiorespiratorischer Insuffizienz). Häufig ist bei alten Patienten die Ausscheidung verzögert, während die Wirkungen von Benzodiazepinen verstärkt sein können.
Die für Kinder unter 10 Jahren genannten Dosierungen basieren auf sehr begrenzter klinischer Anwendung in dieser Altersgruppe.
Aufrechterhaltung der Wirkung:
Die wiederholte Gabe von Noctamid® 2 mg/10 ml Injektionslösung ist möglich, jedoch sollten als Tagesdosis bei Erwachsenen 5 mg Lormetazepam, bei Risikopatienten 4 mg und bei Kindern sowie Jugendlichen 3,5 mg im allgemeinen nicht überschritten werden.
Art der Anwendung
Noctamid® 2 mg/10 ml Injektionslösung ist ausschließlich intravenös zu verabreichen und nicht zur intramuskulären Injektion geeignet. Eine intraarterielle Gabe muss unbedingt vermieden werden, weil es zum Absterben von Gewebe (Nekrose) kommen kann.
Noctamid® 2 mg/10 ml Injektionslösung wird unverdünnt angewendet.
Vor der Anwendung ist der Ampullenhals mit medizinischem Alkohol zu reinigen (Spray oder getränkte Tupfer). Angebrochene Ampullen sind nach der Benutzung zu verwerfen.
Noctamid® 2 mg/10 ml Injektionslösung enthält keine antimikrobiellen Konservierungsmittel. Deshalb muss Noctamid® 2 mg/10 ml Injektionslösung unmittelbar nach Aufbrechen der Ampulle unter aseptischen Bedingungen in eine sterile Spritze oder in ein steriles Infusionsset aufgezogen werden. Mit der Verabreichung muss unverzüglich begonnen werden. Sowohl für Noctamid® 2 mg/10 ml Injektionslösung als auch für das Infusionsbesteck ist während der Infusion strenge Asepsis einzuhalten.
Intravenöse Injektion:
Langsam (etwa 5 ml Noctamid® 2 mg/10 ml Injektionslösung / min) in großlumige Venen injizieren. Dabei ist wie üblich auf Atmung, Blutdruck und Herzfrequenz zu achten.
Zugabe zur Infusion:
Noctamid® 2 mg/10 ml Injektionslösung darf nicht primär mit anderen Injektions- und Infusionslösungen gemischt werden.
Über geeignete Ansätze an der Injektionskanüle können jedoch eine 5 %ige Glucoselösung, 0,9 %ige Natriumchloridlösung oder kombinierte 4 %ige Glucose- / 0,18 %ige Natriumchloridlösung gegeben werden.
Eine Verabreichung von weiteren Arzneimitteln oder Infusionslösungen in die laufende Lormetazepaminfusion sollte mittels eines Dreiwegehahnes oder eines Y-Stückes in unmittelbarer Kanülennähe erfolgen.
Der Inhalt einer Ampulle sowie jeder Spritze oder jedes Infusionssystems, das Noctamid® 2 mg/10 ml Injektionslösung enthält, ist nur zur einmaligen Anwendung bei einem Patienten bestimmt. Nach Anwendung verbleibende Reste des Inhalts müssen verworfen werden.
Bei der Infusion von Noctamid® 2 mg/10 ml Injektionslösung ist eine Bürette, ein Tropfenzähler, eine Spritzenpumpe oder eine volumetrische Pumpe zur Kontrolle der Infusionsrate einzusetzen.
Alle Reste von Noctamid® 2 mg/10 ml Injektionslösung, die nach Infusionsende oder nach Austausch des Infusionssystems verbleiben, müssen verworfen werden.
Die vorgesehene Einleitungsdosis Noctamid® 2 mg/10 ml Injektionslösung soll innerhalb von 2 Minuten gegeben werden, um die gewünschte Wirkung zu erzielen. Die Wahl der Erhaltungsdosis richtet sich nach dem erforderlichen Grad der Wirkung und der Kooperationsbereitschaft des Patienten.
Dauer der Anwendung
Ohne zwingenden Grund sollte Noctamid® 2 mg/10 ml Injektionslösung nicht länger als etwa eine Woche angewendet werden.
Häufigkeit der Anwendung: siehe Angaben zur Dosierung
Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie den Eindruck haben, dass die Wirkung von Noctamid® 2 mg/10 ml Injektionslösung zu stark oder zu schwach ist.
Wenn Sie eine größere Menge Noctamid® 2 mg/10 ml Injektionslösung angewendet haben als Sie sollten
Im Falle einer Überdosierung oder Vergiftung mit Noctamid® 2 mg/10 ml Injektionslösung ist in jedem Fall unverzüglich ein Arzt (z. B. Vergiftungsnotruf) um Rat zu fragen.
Überdosierungen mit Benzodiazepinen sind gewöhnlich - in Abhängigkeit von der aufgenommenen Menge - durch verschiedene Stadien einer zentralen Dämpfung gekennzeichnet, die von Schläfrigkeit, geistiger Verwirrung, Sehstörungen und allgemeiner Schwäche bis hin zu Störungen der Bewegungskoordination (Ataxie), Bewusstlosigkeit, Atem- und Kreislaufstörungen und tiefer Bewusstlosigkeit reichen können. Außerdem sind im Rahmen der Bewusstseinsstörungen "paradoxe" Reaktionen (Unruhezustände, Halluzinationen) möglich.
Bei der Behandlung stehen symptomatische Maßnahmen im Vordergrund:
Patienten mit leichteren Vergiftungserscheinungen sollten unter Atem- und Kreislaufkontrolle ausschlafen. In schwereren ällen können weitere Maßnahmen (ggf. Magenspülung, Kreislaufstabilisierung, Intensivüberwachung) erforderlich werden.
Wenn notwendig, steht als Antidot der spezifische Benzodiazepin-Antagonist Flumazenil zur Verfügung.
Auf Grund der erheblichen Plasma-Eiweiß-Bindung und des großen Verteilungsvolumens ist forcierte Diurese oder Hämodialyse bei reinen Lormetazepam-Vergiftungen nur von geringem Nutzen.
Wenn Sie die Anwendung von Noctamid® 2 mg/10 ml Injektionslösung vergessen haben
Bitte holen Sie die versäumte Dosis nicht nach bzw. wenden Sie nicht die doppelte Dosis an, wenn Sie die vorherige Anwendung vergessen haben, sondern setzen Sie die Anwendung von Noctamid® 2 mg/10 ml Injektionslösung, wie von Ihrem Arzt verordnet, fort.
Wenn Sie die Anwendung von Noctamid® 2 mg/10 ml Injektionslösung abbrechen
Sprechen Sie auf jeden Fall mit Ihrem Arzt, bevor Sie - z. B. wegen auftretender Nebenwirkungen - eigenmächtig die Behandlung mit Noctamid®
2 mg/10 ml Injektionslösung unterbrechen oder vorzeitig beenden!
Beachten Sie insbesondere, dass nach längerer täglicher Anwendung von Noctamid® 2 mg/10 ml Injektionslösung durch plötzliches Abbrechen der Behandlung so genannte Absetzphänomene auftreten können (siehe unter "Nebenwirkungen"). Daher sollten Sie die Behandlung niemals plötzlich, sondern durch schrittweise Verringerung der Dosis beenden.
Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung des Arzneimittels haben, fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

Was sind mögliche Nebenwirkungen?

Bei Anwendung von Noctamid® 2 mg/10 ml Injektionslösung zusammen mit Nahrungsmitteln und Getränken
Während der Behandlung mit Noctamid® 2 mg/10 ml Injektionslösung sollte kein Alkohol getrunken werden, da durch Alkohol die Wirkung von Lormetazepam in nicht vorhersehbarer Weise verändert und verstärkt wird.
Welche Nebenwirkungen sind möglich?
Wie alle Arzneimittel kann Noctamid® 2 mg/10 ml Injektionslösung Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem Behandelten auftreten müssen.
Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeitsangaben zugrunde gelegt:

Sehr häufig: mehr als 1 von 10 Behandelten
Häufig: weniger als 1 von 10, aber mehr als 1 von 100 Behandelten
Gelegentlich: weniger als 1 von 100, aber mehr als 1 von 1000 Behandelten
Selten: weniger als 1 von 1000, aber mehr als 1 von 10 000 Behandelten
Sehr selten: weniger als 1 von 10 000 Behandelten, oder unbekannt

Mögliche Nebenwirkungen:
- Kopfschmerzen
- Schwindelgefühl
- Müdigkeit, Benommenheit am folgenden Tage
- Koordinationsstörungen (Ataxie)
- Konzentrationsstörungen und verlängerte Reaktionszeiten
- Verwirrtheit
- Muskelschwäche
- depressive Verstimmungen
Benzodiazepine können anterograde Amnesien verursachen. Das bedeutet, dass (meist einige Stunden) nach Medikamenteneinnahme unter Umständen Handlungen ausgeführt werden, an die sich der Patient später nicht erinnern kann. Dieses Risiko steigt mit der Höhe der Dosierung und kann durch eine ausreichend lange, ununterbrochene Schlafdauer (7 - 8 Stunden) verringert werden.
Bei Injektionen in eine zu kleine Vene oder zu rascher i.v.-Injektion können Reizungen an der Venenwand, Schwellungen, Gefäßveränderungen, Thrombose oder Thrombophlebitis auftreten.
In Einzelfällen können sich allergische Hauterscheinungen (z. B. Exanthem) oder andere allergische Reaktionen entwickeln.
Bei Patienten mit schwerer Atemnot (Atemwegsobstruktion) und mit Hirnschädigungen kann eine atemdämpfende Wirkung (verstärkt) in Erscheinung treten.
Grundsätzlich sollten Patienten 6 - 12 Stunden nach Verabreichung nicht unbeaufsichtigt gelassen werden.
Bei Patienten mit durch Angstzuständen überlagerten Depressionen kann es unter der Behandlung mit Benzodiazepinen, auch wenn diese nicht vorrangig zur Beseitigung der Angst eingesetzt worden sind, nach Verringerung des Angstgefühls zu einem so starken Hervortreten der depressiven Empfindungen kommen, dass Selbstmordgedanken auftreten. Zur Verhinderung dieser Entwicklung sind durch den Arzt entsprechende Vorsichtsmaßnahmen zu treffen.
Die Gefahr des Auftretens von Nebenwirkungen ist bei älteren Patienten größer; bei diesen ist wegen der muskelentspannenden Wirkung Vorsicht (Sturzgefahr) angezeigt.
Insbesondere bei hohen Dosen und bei wiederholter Anwendung können Störungen wie verlangsamtes oder undeutliches Sprechen (Artikulationsstörungen), Bewegungs- und Gangunsicherheit (Ataxie) und Sehstörungen (Doppelbilder) sowie Augenzittern auftreten, die sich nach Absetzen des Arzneimittels jedoch wieder zurückbilden.
Außerdem besteht die Möglichkeit des Auftretens so genannter "paradoxer" Reaktionen, wie erhöhte Aggressivität und akute Erregungszustände statt Beruhigung, Verstärkung einer bestehenden Selbstmordneigung, Angst, Muskelkrämpfe, Schlaflosigkeit und vermehrtes Träumen. Beim Auftreten derartiger Reaktionen sollte die Behandlung mit Noctamid® 2 mg/10 ml Injektionslösung durch den Arzt beendet werden.
Hinweis zur wiederholten Anwendung:
Sollte in Ausnahmefällen eine fortgesetzte Anwendung von Noctamid®
2 mg/10 ml Injektionslösung erforderlich sein, ist der Nutzen der Behandlung gegen das Risiko von Gewöhnung und Abhängigkeit durch den Arzt abzuwägen.
Plötzliches Absetzen nach längerer täglicher Gabe von Noctamid®
2 mg/10 ml Injektionslösung kann zu Schlafstörungen und vermehrtem Träumen führen. Angst, Spannungszustände sowie Erregung und innere Unruhe können sich verstärkt wieder einstellen. Das Erscheinungsbild kann sich in Zittern und Schwitzen äußern und sich bis zu bedrohlichen körperlichen (Krampfanfälle) und seelischen Reaktionen, wie symptomatischen Psychosen (z. B. Entzugsdelir) steigern.
Noctamid® 2 mg/10 ml Injektionslösung kann eine Abhängigkeit auslösen (primäres Abhängigkeitspotential). Bereits bei täglicher Gabe über wenige Wochen ist die Gefahr einer Abhängigkeitsentwicklung gegeben. Dies gilt nicht nur für die missbräuchliche Anwendung besonders hoher Dosen, sondern auch für die Anwendung in der angegebenen Dosierung.
Bitte informieren Sie Ihren Arzt über auftretende Nebenwirkungen, damit er diese gegebenenfalls spezifisch behandeln kann.
Informieren Sie bitte auch Ihren Arzt oder Apotheker, wenn eine der aufgeführten Nebenwirkungen Sie erheblich beeinträchtigt oder Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser Gebrauchsinformation angegeben sind.

Wie soll es aufbewahrt werden?

Wie ist Noctamid® 2 mg/10 ml Injektionslösung aufzubewahren?
Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren.
Sie dürfen das Arzneimittel nach dem auf Verpackung und Etikett angegebenen Verfalldatum (Verwendbar bis / Verw. bis) nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des Monats.
Aufbewahrungsbedingungen :
Nicht über 25C lagern!
Nicht einfrieren!
Hinweis auf Haltbarkeit nach Anbruch oder Zubereitung
Sie dürfen Noctamid® 2 mg/10 ml Injektionslösung nicht verwenden, wenn Sie folgendes bemerken:
- dass die Injektionslösung trüb ist
- dass die Injektionslösung eingefroren war
Das Arzneimittel darf nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall entsorgt werden. Fragen Sie Ihren Apotheker wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr benötigen. Diese Maßnahme hilft die Umwelt zu schützen.

Zusätzliche Informationen

Gebrauchsinformation: Information für den Anwender
Noctamid® 2 mg/10 ml Injektionslösung
Wirkstoff: Lormetazepam
Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Anwendung dieses Arzneimittels beginnen.
• Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.
• Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
• Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese dieselben Beschwerden haben wie Sie.
• Wenn eine der aufgeführten Nebenwirkungen Sie erheblich beeinträchtigt oder Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser Gebrauchsinformation angegeben sind, informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker.
Diese Packungsbeilage beinhaltet:


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