Medikamente Online-Informationen
Medikamente und Krankheiten Referenzindex

Drugs and diseases reference index
Suche
DE


Medikamente A-Z

Krankheiten & Heilung List

Medizin-Lexikon

Vollständiger Artikel

Beliebte Medikamente

Popular Krankheiten & Heilung

«Sandostatin LAR 10 mg - Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionssuspension»

Was ist es und wofür wird es verwendet?

Der Wirkstoff von Sandostatin LAR ist Octreotid, eine Substanz, die einem im Körper vorkommenden Hormon, dem Somatostatin, sehr ähnlich ist. Sandostatin hemmt die vermehrte Freisetzung von bestimmten Hormonen des Verdauungssystems und von Wachstumshormon.

Bei Patienten mit Überproduktion von Hormonen seitens des Verdauungstraktes (z.B. durch einen Tumor) sowie bei Patienten mit vermehrter Produktion von Wachstumshormon (Akromegalie) vermag Sandostatin die dadurch hervorgerufenen Beschwerden günstig zu beeinflussen. Bei Patienten, die trotz anderweitiger Therapie (Operation oder Chemotherapie) an starken Beschwerden leiden, kann Sandostatin eine Besserung herbeiführen.
Bei einigen Patienten hat eine Therapie mit Sandostatin vor einer Operation zu einer Verkleinerung des Tumors geführt.

Sandostatin LAR wird angewendet:

Zur Behandlung von Symptomen, die mit bestimmten hormonell aktiven Tumoren des Verdauungssystems einhergehen, wie

  • Karzinoide mit Merkmalen des Karzinoid-Syndroms
  • Gastrinome/Zollinger-Ellison-Syndrom
  • VIPome
  • Glukagonome
  • Insulinome
  • GRFome

Sandostatin kann bei diesen Krankheiten zu einer Besserung der Beschwerden führen, nicht aber zur Heilung.

Zur symptomatischen Behandlung bei Patienten mit Akromegalie, einer Krankheit, die durch eine gesteigerte Produktion von Wachstumshormon hervorgerufen wird.

Was müssen Sie vor dem Gebrauch beachten?

Sandostatin LAR darf nicht angewendet werden,

  • wenn Sie überempfindlich (allergisch) gegen Octreotid oder einen der sonstigen Bestandteile von Sandostatin LAR sind.

Besondere Vorsicht bei der Anwendung von Sandostatin LAR ist erforderlich,

  • wenn Sie andere Medikamente zur Kontrolle des Blutdrucks einnehmen (ß-Rezeptorenblocker oder Kalziumkanalblocker) oder Mittel zur Kontrolle des Flüssigkeitshaushaltes und Elektrolytgleichgewichtes; es kann eine Dosisanpassung der bestehenden Therapie erforderlich sein.
  • wenn Sie Gallensteine haben oder in der Vergangenheit gehabt haben. Bitte teilen Sie dies Ihrem Arzt mit, da eine Langzeitanwendung von Sandostatin zur Bildung von Gallensteinen führen kann; es kann daher sein, dass Ihr Arzt in regelmäßigen Abständen Ihre Gallenblase untersuchen wird.
  • wenn sie für ein Insulinom mit Sandostatin behandelt werden, da es dabei zu einer Verstärkung und Verlängerung von Episoden mit erniedrigtem Blutzuckerspiegel kommen kann.
  • wenn Sie an Zirrhose leiden , da in diesen Fällen ein erhöhtes Risiko für die Entstehung eines Insulin-abhängigen Diabetes bzw. bei bestehendem Diabetes die Möglichkeit einer Änderung des Insulinbedarfs besteht.
  • wenn Sie schwanger werden könnten, da bei Bedarf während der Behandlung ein entsprechender Schwangerschaftsschutz anzuwenden ist.
  • wenn Sie eine Krankengeschichte mit Vit. B12-Mangel haben, kann es sein, dass Ihr Arzt Ihren Vit. B 12-Spiegel in regelmäßigen Abständen untersuchen wird.
  • wenn Sie eine Langzeit-Behandlung mit Sandostatin LAR erhalten, kann es sein, dass Ihr Arzt Ihre Schilddrüsenfunktion regelmäßig untersuchen wird.

Überwachung während der Behandlung Vor Beginn der Behandlung mit Sandostatin LAR wird bei Ihnen eine Untersuchung der Gallenblase vorgenommen; diese Untersuchung wird auch während der Behandlung in regelmäßigen Abständen wiederholt und dient dazu, festzustellen, ob bei Ihnen Gallensteine vor Behandlungsbeginn bereits vorliegen oder sich möglicherweise während der Behandlung bilden. Sollte dies eintreten, wird Ihr Arzt über die weitere Behandlung mit Sandostatin LAR entscheiden.

Sandostatin LAR enthält weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro Dosis, d.h. es ist nahezu "natriumfrei".

Bei Anwendung von Sandostatin LAR mit anderen Arzneimitteln:

Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen / anwenden bzw. vor kurzem eingenommen / angewendet haben, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt.

Es wurde festgestellt, dass Sandostatin LAR die Aufnahme von Ciclosporin (Medikament, das nach Transplantationen und bei bestimmten Immunerkrankungen angewendet wird) im Magen-Darm-Trakt herabsetzt und jene von Cimetidin (Medikament gegen Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwüre) verzögert.

Eine Wechselwirkung mit Schilddrüsenfunktionstests kann vorkommen.

Bei Patienten mit Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) kann die Behandlung mit Sandostatin den Insulinbedarf verändern.

Eine Wechselwirkung mit Medikamenten, die zur Blutzuckersenkung eingenommen werden, kann vorkommen, ebenso mit Bromocriptin, einem Medikament, das zur Behandlung der Parkinson-Krankheit oder von Prolaktinomen eingesetzt wird.

Schwangerschaft und Stillzeit
Fragen Sie vor der Anwendung von allen Arzneimitteln Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Schwangerschaft
Sandostatin sollte während der Schwangerschaft nur dann angewendet werden, wenn dies unbedingt nötig ist.

Frauen, die schwanger werden können
Frauen, die schwanger werden können, sollten bei Bedarf während der Behandlung einen entsprechenden Schwangerschaftsschutz verwenden. (s. Abschnitt 2. „Besondere Vorsicht bei der Anwendung von Sandostatin LAR“)

Stillzeit
Es ist nicht bekannt, ob Sandostatin in die Muttermilch übertritt. Da es keine Erfahrungen für Sandostatin bei stillenden Müttern gibt, sollte während der Behandlung mit Sandostatin nicht gestillt werden.

Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen

Es liegen keine Studien zu den Auswirkungen von Sandostatin LAR auf die Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen vor.

Wie wird es angewendet?

Sandostatin LAR wird von Ihrem Arzt als Injektion in den Gesäßmuskel verabreicht. Die Verabreichung erfolgt alle 4 Wochen.

Die Dosierung wird durch Ihren Arzt festgelegt, bitte halten Sie diese genau ein.

Hormonell aktive Tumore des Verdauungstrakts
Wenn Sie auf herkömmliches Sandostatin, das durch Injektionen unter die Haut mehrmals täglich verabreicht wird, gut angesprochen haben, so wird die Behandlung mit Sandostatin LAR 20 mg alle 4 Wochen eingeleitet. Die Behandlung mit herkömmlichem Sandostatin wird dann noch für 2 Wochen fortgeführt.
Je nach Ansprechen auf die Behandlung kann Ihr Arzt die Dosierung entweder auf Sandostatin LAR 10 mg alle 4 Wochen reduzieren oder auf Sandostatin LAR 30 mg alle 4 Wochen erhöhen.

Akromegalie
Wenn Sie auf herkömmliches Sandostatin gut angesprochen haben, so wird die Behandlung mit Sandostatin LAR 20 mg in 4-wöchentlichen Abständen begonnen.
Die weitere Dosiseinstellung hängt vom Ansprechen auf die Therapie ab.

Ältere Patienten: Bei älteren Patienten ist keine Dosisanpassung erforderlich.

Kinder: Eine Anwendung bei Kindern ist auf Grund fehlender Daten nicht vorgesehen.

Patienten mit Leber- oder Nierenfunktionsstörungen:
Keine Dosisanpassung erforderlich.

Wenn Sie eine größere Menge von Sandostatin LAR angewendet / verabreicht/ erhalten haben, als Sie sollten:

Wenn Sie mehr Sandostatin angewendet haben als Sie sollten, kontaktieren Sie bitte sofort Ihren Arzt oder Apotheker.

Die beobachteten Symptome einer Überdosierung sind Hitzewallungen, häufiges Harnlassen, Müdigkeit, Depression, Angstgefühl und Konzentrationsmangel.

Die Behandlung einer Überdosierung erfolgt symptomatisch.

Wenn Sie die Anwendung von Sandostatin LAR vergessen haben
Wenn eine Injektion einmal vergessen wurde, sollte sie so bald wie möglich nachgeholt werden, und dann sollte die Behandlung wie normal fortgesetzt werden. Wenn eine Dosis einige Tage zu spät verabreicht wird, könnten kurzfristig wieder einige Symptome auftreten, bis Sie wieder im normalen Behandlungsrhythmus sind.

Wenn Sie die Anwendung von Sandostatin LAR abbrechen
Bitte sprechen Sie unbedingt mit Ihrem Arzt bevor Sie die Behandlung mit Sandostatin von sich aus abbrechen.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung des Arzneimittels haben, fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

Was sind mögliche Nebenwirkungen?

Wie alle Arzneimittel kann Sandostatin LAR Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.
Die häufigsten Nebenwirkungen von Sandostatin sind gastrointestinale Beschwerden, Erkrankungen des Nervensystems, Leber- und Gallenerkrankungen und Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen sowie Reaktionen an der Injektionsstelle, die vor allem lokale Schmerzen und Reizungen umfassen. Die Nebenwirkungen im Verdauungstrakt wie Durchfall, Bauchschmerzen oder Blähungen sind in vielen Fällen vorübergehend und gehen normalerweise mit fortgesetzter Behandlung zurück.
In seltenen Fällen können die Nebenwirkungen des Verdauungstraktes dem Bild eines akuten Darmverschlusses gleichen: starke Schmerzen im Oberbauch, druckempfindlicher, gespannter, geblähter Bauch.

Nachstehend werden die möglichen Nebenwirkungen nach Ihrer Häufigkeit angegeben:

Einige Nebenwirkungen treten sehr häufig auf (bei mehr als 1 von 10 Patienten)

  • Gallensteine, die zu plötzlichen Rückenschmerzen führen
  • Kopfschmerzen
  • Magen- und Bauchschmerzen, Durchfall, Verstopfung, Blähungen, Übelkeit
  • lokale Schmerzen an der Injektionsstelle
  • zu viel Zucker im Blut

Einige Nebenwirkungen treten häufig auf (bei weniger als 10 von 100 aber bei mehr als 1 von 1000 Patienten)

  • Schwindel
  • Veränderungen bei der Funktion der Schilddrüse (Über- oder Unterfunktion)
  • langsamer Herzschlag
  • Atembeschwerden
  • Verdauungsstörung, Erbrechen, Magenblähung, vermehrte Fettausscheidung im Stuhl, dünner Stuhl, Stuhlverfärbung
  • Entzündung der Gallenblase (Cholecystititis), Gallengrieß, zuviel roter Gallenfarbstoff (Bilirubin) im Blut
  • zu wenig Zucker imBlut, verminderte Zuckertoleranz, Appetitmangel
  • erhöhte Leberenzymwerte (Transaminasen),
  • Juckreiz, Ausschlag, Haarausfall

Einige Nebenwirkungen treten gelegentlich auf (bei weniger als 1 von 100 aber bei mehr als 1 von 1000 Patienten

  • schneller Herzschlag,
  • Flüssigkeitsmangel mit Durst, dunkelgefärbtem Harn und trockener, geröteter Haut

Andere Nebenwirkungen wurden ebenfalls beobachtet, wobei man aber nicht genau weiß, wie häufig diese auftreten und ob sie mit der Behandlung in Zusammenhang stehen:

  • Eine Form von allergische Reaktion (Anaphylaxie), die Schwierigkeiten beim Atmen oder Benommenheit verursacht, andere allergische oder Überempfindlichkeits-Reaktionen
  • Nesselsucht
  • Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis),
  • Leberentzündung (Hepatitis) oder Gelbsucht; Anzeichen hierfür können eine Gelbfärbung der Haut und Augen, Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit, allgemeines Unwohlsein, Juckreiz und heller Urin sein
  • Herzrhythmusstörungen

Informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker, wenn eine der aufgeführten Nebenwirkungen Sie erheblich beeinträchtigt oder Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser Gebrauchsinformation angegeben sind.

Wie soll es aufbewahrt werden?

Im Kühlschrank lagern (2 – 8°C).
In der Originalverpackung aufbewahren, um das Arzneimittel vor Licht zu schützen. Am Tag der Injektion kann Sandostatin LAR bei Raumtemperatur gelagert werden.

Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren.

Sie dürfen das Arzneimittel nach dem auf der Faltschachtel und Fertigspritze bzw. der Durchstichflasche angegebenen Verfalldatum nicht mehr anwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des Monats.


Bewertungen «Sandostatin LAR 10 mg - Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionssuspension»